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Unterschiede deutsche Phraseologie Deutschland/Schweiz/Österreich


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72 Antworten in diesem Thema

#41 Dierk

Dierk
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  • 878 Beiträge

Geschrieben 10 Oktober 2016 - 21:15

Gibt es eigentlich eine schweizer Veröffentlichung der "Sprechschemata"?

 

Es scheint Unterschiede in diesen Schemata zu geben, sogar innerhalb der Schweiz, und zwar sprachabhängig. Das verwundert mich doch etwas.

 

So ist mir bekannt, in englisch (und analog in französisch) z.B. beim Erstaufruf von "Ground" bzw. "Sol" folgendes zu übermitteln:

 

XXX Ground

KENNZEICHEN

FLUGZEUGTYP

FLUGREGELN, to ZIELFLUGPLATZ

POSITION

(REQUEST STARTUP falls nötig)

REQUEST TAXI

INFORMATION ...

 

Der gleiche Aufruf in deutscher Phraseologie wird nun in der Schweiz (nach den Unterlagen, die mir vorliegen)

 

XXX Rollkontrolle

KENNZEICHEN

POSITION

ZIELFLUGPLATZ

INFORMATION ...

REQUEST TAXI

(REQUEST STARTUP falls nötig)

 

(es fehlen der Flugzeugtyp und die Flugregeln)

 

Dann gibt es eine Vielzahl anderer Schemata, je nachdem, welchen Stationstyp man anfunkt.

 

Austrocontrol hat seit 2012 wieder andere Regeln. https://www.austroco...012_B_04_en.pdf

 

Dort ist ein Erstaufruf für alle Stationen zwingend (eine Funkpause von 10 Sekunden wird erwartet), und es gibt erfreulicherweise nur zwei Schemata, so wird bei Sichtflug nur zwischen Fluginformationsdienst (z.B. "Wien Information") und allen anderen ATS-Frequenzen unterschieden. Siehe 5.2.1.2 "Bestimmungen für Sichtflüge". Bei allen anderen ATS-Frequenzen werden laut dieser Publikation nur das Rufzeichen, die Position, der ATIS-Kennbuchstabe falls nötig (bei Start- und Landung) und der Grund der Meldung (z.B. "zur Landung") übermittelt. So einfach! Man muss nicht mitteilen, woher man kommt, nach welchen Regeln man fliegt, unter welchem Namen das Muster bekannt ist, mit dem man fliegt und wie meine Schwiegermutter heisst.

 

Sind die sehr viel umfangreicheren Schweizer Regeln, wie sie in Flugschulen gelehrt werden, irgendwo veröffentlicht?

D.h. gibt es eine verpflichtende legale Basis für diese schweizer "Standardaufrufe", und warum werden sie in deutscher Phraseologie nicht gleich gehandhabt wie in französisch und englisch?


Grüsse,
Dierk

#42 Chipart

Chipart
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Geschrieben 10 Oktober 2016 - 22:24

Der gleiche Aufruf in deutscher Phraseologie wird nun in der Schweiz (nach den Unterlagen, die mir vorliegen)

 

XXX Rollkontrolle

KENNZEICHEN

POSITION

ZIELFLUGPLATZ

INFORMATION ...

REQUEST TAXI

(REQUEST STARTUP falls nötig)

 

(es fehlen der Flugzeugtyp und die Flugregeln)

Verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

 

Muss der Schweizer Türmer im Hauptflugbuch nicht den Flugzeugtyp notieren? Woher weiss er diesen denn sonst?

 

Ebenso mit den Flugregeln: Schaut er bei jeden Erstanruf erst mal nach, ob ein IFR-Flugplan vorliegt den er öffnen müsste? 

Muss man die (beabsichtigten) Flugregeln in der Deutschschweiz auch nicht nennen, wenn man Sonder-VFR von einem kontrollierten Platz abfliegen will?

 

Florian



#43 Dierk

Dierk
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Geschrieben 10 Oktober 2016 - 22:43

Verstehe ich ehrlich gesagt nicht.

 

Muss der Schweizer Türmer im Hauptflugbuch nicht den Flugzeugtyp notieren? Woher weiss er diesen denn sonst?

 

Ebenso mit den Flugregeln: Schaut er bei jeden Erstanruf erst mal nach, ob ein IFR-Flugplan vorliegt den er öffnen müsste? 

Muss man die (beabsichtigten) Flugregeln in der Deutschschweiz auch nicht nennen, wenn man Sonder-VFR von einem kontrollierten Platz abfliegen will?

 

Florian

 

Hallo Florian,

 

zunächst muss der Turm meines Wissens (auf unkontrollierten Plätzen) gar nicht besetzt sein. Vielleicht stimmt das nicht, jedenfalls muss der "Türmer" nicht auf Funkmeldungen reagieren, es wirkt dann, als wäre niemand da. In Lausanne z.B. ist das praktisch: man erfährt über ATIS, welche Piste aktiv ist, macht seine Blindmeldungen und fliegt über den Einflugsektor direkt an, ohne teure Flugminuten in der Platzrunde zu verlieren oder von einem "Flugleiter" abgelenkt zu werden.

 

Vor dem Flug muss eine "Fluganmeldung" (avis de vol) ausgefüllt werden. Das ist nicht der Flugplan. Keine Ahnung, ob das in Deutschland auch so funktioniert. Gibt es in Lausanne inzwischen sogar digital: http://www.lausanne-airport.ch/mobile/ Warum also soll der Türmer Informationen, die bereits vorliegen, nochmal per Funk abfragen?


Bearbeitet von Dierk, 10 Oktober 2016 - 22:46 .

  • Chipart sagt danke
Grüsse,
Dierk

#44 Chipart

Chipart
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  • Privatpilot

Geschrieben 11 Oktober 2016 - 07:08

Vor dem Flug muss eine "Fluganmeldung" (avis de vol) ausgefüllt werden. Das ist nicht der Flugplan. Keine Ahnung, ob das in Deutschland auch so funktioniert.


Uuups - hab das in der Schweiz noch nie ausgefüllt - offenbar waren die Leute am Flugplatz immer so nett, dass sie mich als Ausländer nicht mal darauf hingewiesen haben, dass man das machen muss. Oder ist das bei IFR-Flügen nicht vorgeschrieben?

Nein, so was gibt es in Deutschland nicht. Dann muss man natürlich die entsprechenden Daten über Funk durchgeben.

Gruss,
Florian
  • Dierk sagt danke

#45 mds

mds
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  • Aviatik-Fan

Geschrieben 11 Oktober 2016 - 08:37

@Chipart: Man kann nicht IFR nach Lausanne fliegen, es gibt kein entsprechendes Verfahren. Aber Lausanne ist AFAIK auch nicht PPR, man muss sich entsprechend nicht anmelden. Ausserdem ist Lausanne kein kontrollierter Flugplatz, das heisst man setzt die üblichen Blindmeldungen ab.

 

Das verlinkte Formular dient AFAIK der Erfassung der Flugbewegungen sowie für die Fluganmeldung (nach der Landung und vor dem Start).


Hinweis: Sollte im obigen Beitrag (m)ein Vorname fehlen, so lautet dieser Martin. Merci! 


#46 mds

mds
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  • 1.989 Beiträge
  • Aviatik-Fan

Geschrieben 11 Oktober 2016 - 08:40

@Dierk: Ich glaube, Du hast Dich etwas verrannt. Im Zweifelsfall funktioniert (auch) in der Schweiz die standardmässige deutsche Phraseologie, bloss mit dem Unterschied, dass in der Schweiz normalerweise nicht auf Deutsch gefunkt wird, sondern wie erwähnt in der Deutschschweiz auf Englisch und im Welschland auf Französisch.


  • Dierk sagt danke

Hinweis: Sollte im obigen Beitrag (m)ein Vorname fehlen, so lautet dieser Martin. Merci! 


#47 Dierk

Dierk
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  • 878 Beiträge

Geschrieben 11 Oktober 2016 - 16:16

@Dierk: Ich glaube, Du hast Dich etwas verrannt. Im Zweifelsfall funktioniert (auch) in der Schweiz die standardmässige deutsche Phraseologie, bloss mit dem Unterschied, dass in der Schweiz normalerweise nicht auf Deutsch gefunkt wird, sondern wie erwähnt in der Deutschschweiz auf Englisch und im Welschland auf Französisch.

 

Weiss ich ja, ich brauche Deutsch auch gar nicht für die Schweiz, sondern für Deutschland und Österreich... Das Problem ist einfach, dass es keine amtliche (rechtsverbindliche) Veröffentlichung der deutschen Phraseologie in der Schweiz zu geben scheint (ich habe jedenfalls nichts dazu gefunden). Das BAZL hat zwar die ICAO-Dokumente verlinkt, aber die sind englischsprachig und das ICAO-Radiotelephoniemanual enthält zwar Prozeduren, bleibt dabei aber relativ grob und unterscheidet sich in Details. Ich zitiere mal aus der Skybrary: "International standards of phraseology are laid down in ICAO Annex 10 Volume II Chapter 5 and in ICAO Doc 9432 - Manual of Radiotelephony. Many national authorities also publish radiotelephony manuals which amplify ICAO provisions, and in some cases modify them to suit local conditions." http://www.skybrary....ard_Phraseology

 

Nur müsste meiner Meinung nach diese "Amplifikation" oder "Verfeinerung" (man könnte auch Erschwernis sagen) amtlich publiziert (und damit frei zugänglich) sein. Also ein amtliches Radiotelefoniemanual für alle in der Schweiz gebräuchlichen Sprachen, Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, analog dem im UK https://publicapps.c...413 MAY16.2.pdf inklusive einschlägiger Wortliste (Rollhalt, Abflugpunkt usw.). Kann eigentlich nicht sein, dass hier nur auf Bücher von Privatpersonen verwiesen wird. Diese Publikation muss ja nicht 372 Seiten haben...


Bearbeitet von Dierk, 11 Oktober 2016 - 16:18 .

Grüsse,
Dierk

#48 ArcticChiller

ArcticChiller
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Geschrieben 12 Oktober 2016 - 15:14

@Chipart: Man kann nicht IFR nach Lausanne fliegen, es gibt kein entsprechendes Verfahren.

Seit August lässt sich darüber streiten, ob man das kann, siehe NCO.OP.115. Jedoch darf man gemäss SERA nur im Luftraum G ohne Clearance IFR fliegen, daher muss man über 2'000ft AGL (Luftraum E) in VMC sein, oder man muss eine Clearance haben. Ein Start mit >400m Sicht (darunter brauchts LVO) bei Nebel zwischen 0ft AGL und 1'999ft AGL ist jedoch rein theoretisch NCO- und SERA-konform. Diese Regeln hat man der UK zu verdanken, wo man OCAS (outside controlled airspace) schon immer sogar ohne Funk/Transponder entscheiden durfte "jetzt bin ich IFR". So ists jetzt eben im gesamten SERA-Gebiet, nur ist es unterschiedlich nützlich wegen der Infrastruktur und Lufträume (UK hat drei ATC Service Levels welche freiwillig genutzt werden können im Luftraum G, welcher sich teils bis FL195 erstreckt). Zudem ist dies business as usual in UK und Frankreich bspw., hingegen kennt man das bei uns bisher einfach nicht.

Zum Thema Deutsche Phraseologie. Ich würde mir da nicht so Sorgen machen, die Unterschiede sind ja recht klein. Wenn man die Deutsche LPC hat, dann sollte man diese m.M.n. wie gelernt anwenden, ausser im AIP stehen Abweichungen.

Bearbeitet von ArcticChiller, 12 Oktober 2016 - 15:16 .

  • Dierk sagt danke
Cheers Florian

#49 Dierk

Dierk
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Geschrieben 12 Oktober 2016 - 18:08

Zum Thema Deutsche Phraseologie. Ich würde mir da nicht so Sorgen machen, die Unterschiede sind ja recht klein. Wenn man die Deutsche LPC hat, dann sollte man diese m.M.n. wie gelernt anwenden, ausser im AIP stehen Abweichungen.

 

Hm, mache mir im Moment auch keine Sorgen mehr... habe heute die RTF-Prüfung in Deutsch bestanden.

 

Zu einem kleinen Teil habe ich die Prüfung mit dem VFR-Sprechfunk Simulator der Deutschen Flugsicherung vorbereitet, was jedoch, wie ich inzwischen weiss, keine gute Idee war. Die Strukturen sind einfach zu verschieden.

 

So läuft der Aufruf in der Schweiz beim Abflug eines kontrollierten Flugplatzes:

 

ROLLEN

 

                      ….... ROLLKONTROLLE (VORFELD/TURM/DELIVERY)   HB -

(SONDER-/NACHT-)    SICHTFLUG NACH ..…..

POSITION     …………………..

                      (ERBITTE ANLASSFREIGABE)

                      ERBITTE ROLLEN

                      INFORMATION ……

 

Also z.B. würde ich nach diesem Schema nach dem Anlassen (bei VFR und am Tage) auf dem Abstellplatz in Stuttgart die Push-to-Talk Taste drücken und sagen:

 

"Stuttgart Rollkontrolle HB-ZZZ

Sichtflug nach Genf

Abstellplatz Allgemeine Luftfahrt

Erbitte Rollen

Information Tango"

 

(ich habe mir jetzt nicht speziell die AIP von Stuttgart durchgelesen, ob das Anlassen am Tag bei VFR eine Freigabe braucht. Aber wenn es sich analog zur Schweiz verhalten würde, würde es diese nur bei Sonder- oder Nacht-VFR oder IFR brauchen).

 

Bei diesem Beispiel meckert aber der Simulator schon beim ersten Satz. Zunächst wird ein Erstaufruf erwartet:

 

"Stuttgart Rollkontrolle  HB-ZZZ"

 

Wenn ich dann nach diesem Erstaufruf meinen restlichen Text sage, kommt danach die Frage nach dem Luftfahrzeugtyp. Weil man das ja in Deutschland dazu sagen muss. Dann muss ich da auch noch "Diamond DA20" sagen, ein einfaches "Katana" kann offenbar nicht als Typ bei den Einstellungen eingeben werden... oder ich bin zu blöd dazu. Das ist aber eher ein Simulatorproblem. Wenn ich alles schön gesagt habe, bekomme ich vom Simulator eine Freigabe zum "Rollhalt Piste 07" zu rollen - aber welcher Rollhalt eigentlich? Theoretisch kann man sowohl mit Kilo als auch India noch am Beginn der Piste 07 auflinieren... 

 

Ist klar, dass man mit anders strukturierten Aufrufen etwas mehr Mühe haben wird, eine RTF-Prüfung in der Schweiz zu bestehen. Mein Fluglehrer war von meinen Vorbereitungen nicht begeistert. Inadäquat überausführliche Funkaufrufe schätzt man gar nicht, das ist so etwas wie "bad Funkmanship" :D Andererseits ist es blöd, wenn ein Rollhalt bei mehreren Möglichkeiten nicht eindeutig identifiziert ist. Muss ich noch erwähnen, dass mein Rufzeichen vom Simulator beim Rücklesen von Freigaben am Anfang des Funkspruches erwartet wird? Nein, oder?


Bearbeitet von Dierk, 12 Oktober 2016 - 18:32 .

Grüsse,
Dierk

#50 cosy

cosy
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Geschrieben 12 Oktober 2016 - 21:41

französisch-kanadische oder französische RFT-Handbücher aus dem Internet (auch offizielle Quellen) enthielten so in der Schweiz nicht umgesetzte Radiotelephonie-Schemata, ebenfalls mit "falscher" Positionierung des Rufzeichens. Ärgerlich.



Auch USA und England wenden nicht ICAO-konforme Funkverfahren an (dies für mitlesende studierende, welche sich mit (tw. sehr guten) softwarebasierten Übungen vorbereiten.)
Und: in Grenchen meldet sich eigentlich immer der AFIS-Sprecher. Habe dort aber noch NIE jemanden deutsch funken gehört. Immer französisch oder englisch.
Cosy

#51 PAO1908

PAO1908
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Geschrieben 12 Oktober 2016 - 22:24

Ein Simulator kann nie eine menschliche Lehrperson ersetzen. Aber das mit dem Initial Call wurde mir damals schon richtig beigebracht:

EU: immer
CH: nur bei Info und C

Wobei mir mein Fluglehrer beigebracht hat, ich solle bei allen TWRs nen Initial Call machen wenn viel los ist, damit die mich links liegen lassen können, wenn es gerade stressig zu und her geht.

Grüsse Alekos
  • Dierk sagt danke
Gruss
Alekos

#52 MarkusP210

MarkusP210
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Geschrieben 13 Oktober 2016 - 06:15

 

 

dass eine regulatorische Grauzone entstanden ist. Jedes Land kann nun hingehen und im Extremfall Bussen oder Verwarnungen aussprechen

 

 

Und das obwohl dem Steuerzahler und Wähler bei der Einführung der Harmonisierung in der europäischen Luftfahrt versprochen worden war dass alles einfacher werde! Sind wir damals etwa belogen worden?

 

 

 

 

in Grenchen meldet sich eigentlich immer der AFIS-Sprecher

 

Hä??

 

 

Markus


Bearbeitet von MarkusP210, 13 Oktober 2016 - 06:17 .

  • Dierk sagt danke
Ein Tag ohne zu Fliegen ist ein trauriger Tag!

#53 Chipart

Chipart
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Geschrieben 13 Oktober 2016 - 07:36

Andererseits ist es blöd, wenn ein Rollhalt bei mehreren Möglichkeiten nicht eindeutig identifiziert ist.


Lieber Dierk,

einiges was Du erwähnst hat nichts mit Unterschieden Deutschland/Schweiz zu tun, sondern sind offenbar Limitationen des von Dir benutzten Simulators. Natürlich wird auch in Deutschland dazu gesagt, welcher Rollhalt gemeint ist, wenn es verschiedene davon gibt.

Was die Nennung des Flugzeugtyps betrifft, so gibt es für die Theorie eine international gültige Tabelle der Bezeichnungen. Das sollte in der Schweiz nicht anders sein, als in Deutschland. Und da heisst die DA-20 nun mal DA-20 und nicht Katana. Wenn ich mich mit einer Mirage melden würde, wüsste der Lotse ja sonst auch nicht, ob es ein Düsenjäger oder doch "nur" ne PA-46 ist...

In der Praxis wird das alles viel lockerer genommen.

Florian
  • Dierk sagt danke

#54 Chipart

Chipart
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Geschrieben 13 Oktober 2016 - 07:41

Wobei mir mein Fluglehrer beigebracht hat, ich solle bei allen TWRs nen Initial Call machen wenn viel los ist, damit die mich links liegen lassen können, wenn es gerade stressig zu und her geht.


Und wenn nicht viel los ist macht ein Initial Call erst Recht viel Sinn, weil der Türmer dann wahrtscheinlich nicht gerade den Stift in der Hand hat und Du deswegen eh alles noch mal wiederholen müsstest...

Florian

P.S.: Ich Sag am Funk übrigens auch gerne mal so Worte wie "guten Tag", "Danke" und "Bitte" - selbst wenn die in keiner offiziellen Phrasologie vorkommen. Selbst auf Frankfurt Director ist für die halbe Sekunde eines kurz angehängten "Danke" im Zweifellsfall immer noch Zeit.
  • Dierk und ArcticChiller sagen danke

#55 ArcticChiller

ArcticChiller
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Geschrieben 13 Oktober 2016 - 16:57

Und das obwohl dem Steuerzahler und Wähler bei der Einführung der Harmonisierung in der europäischen Luftfahrt versprochen worden war dass alles einfacher werde! Sind wir damals etwa belogen worden?


Naja, die EASA hat jetzt gerade NPAs, welche sich mit dem Thema ATS beschäftigen. Es werden Unicom vorgeschlagen, sowie einheitliche Dienstleistungen von AFIS/FIS usw. die Details kenne ich nicht, aber wer etwas bewirken will soll jetzt das CRT (Comment Response Tool) der EASA benutzen und seinen Senf dazugeben (dies kann man als Privatperson tun, als Club, als Firma,...).

Kommentieren kann man von hier aus: https://www.easa.eur...posed-amendment Dann beim NPA "Requirements for air traffic services NPA 2016-09" auf das grüne "Active" klicken.

Wäre schon cool, wenn FIS in Europa einheitlich wäre. Das eine Land will POB wissen, das andere jedes ETA der Waypoints, andere wollen einen "Normal operations" Aufruf alle 30 Minuten...

Ein Lernprogramm kann wohl kaum alle Unterschiede die es momentan gibt korrekt darstellen. Es wäre auch verwirrend für einen Schüler (ausser es wäre ein Zusatzmodul für nach der Grundschulung zum Funken im Ausland).
  • Dierk und Bleriot sagen danke
Cheers Florian

#56 Chipart

Chipart
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Geschrieben 13 Oktober 2016 - 17:35

Es wäre auch verwirrend für einen Schüler (ausser es wäre ein Zusatzmodul für nach der Grundschulung zum Funken im Ausland).


Und völlig irrelevant!

Nochmal: Auf dem Papier mag es da Unterschiede geben. In der Praxis fliege ich seit Jahren regelmäßig mit meinem "deutschen" Voice in die Schweiz und bin nie auch nur darauf hingewiesen worden, dass da was anders ein sollte.

Wer flüssig mit der Schweizer Voice in Deutschland funkt gehört immer noch zu den Top 25% der Nutzer auf jeder Frequenz. Bevor man anfängt, rumzustammeln, weil man sich nicht sicher ist, was man denn in Deutschland/Schweiz/... jetzt genau anders machen soll, dann einfach gut so funken wie man es kann.

Das Problem der Einheitlichkeit im europäischen Luftverkehr ist KEINES von leicht unterschiedlichen Phrasologien.

Florian
  • ArminZ, Andreas Meisser, Dierk und ein anderer sagt danke

#57 Dierk

Dierk
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Geschrieben 13 Oktober 2016 - 18:46

Das Problem der Einheitlichkeit im europäischen Luftverkehr ist KEINES von leicht unterschiedlichen Phrasologien.

Florian


Zumindest haben die Unterschiede die Prüfungsvorbereitung nicht erleichtert. Und das war auch schon bei Französisch so...
Grüsse,
Dierk

#58 ArminZ

ArminZ
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Geschrieben 13 Oktober 2016 - 19:05

(...)

Wäre schon cool, wenn FIS in Europa einheitlich wäre. Das eine Land will POB wissen, das andere jedes ETA der Waypoints, andere wollen einen "Normal operations" Aufruf alle 30 Minuten...(...)

Bezgl. 'Normal operations'. War da Griechenland gemeint, oder gibt es da noch andere?


Bearbeitet von ArminZ, 13 Oktober 2016 - 19:06 .

Gruss // Armin
 


#59 Bleriot

Bleriot
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Geschrieben 13 Oktober 2016 - 20:22

Italien verlangt "normal operations"-Meldungen.
  • ArminZ sagt danke

#60 MarkusP210

MarkusP210
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Geschrieben 16 Oktober 2016 - 08:15

 

 

aber wer etwas bewirken will soll jetzt das CRT (Comment Response Tool) der EASA benutzen und seinen Senf dazugeben (dies kann man als Privatperson tun, als Club, als Firma,...). 

 

 

Wohl war, Tatsache ist nur leider dass sich seit dem die EASA operational ist nichts, aber auch gar nichts vereinfacht und schon gar nichts vergünstigt hat (was es eigentlich hätte müssen wäre es tatsächlich einfacher geworden).

 

Im Gegensatz zu vorher werkelt heute eine Vielzahl von Juristen und anderen Schwerenötern in ihren Amtsstuben pausenlos daran allen an der Aviatik Beteiligten das Leben weiter schwerer (sprich: langwieriger und teurer) zu machen und die Unterschiede von Mitgliedsstaat zu Mitgliedsstaat weiter zu vergrössern. Mit Mechanismen wie CRT versucht man von Seiten der Behörden das zu vertuschen indem uns vorgegaukelt wird wir hätten Mitspracherecht.

 

Zum Sprachthema gibt es aufgrund der Verschiedenheiten in den einzelnen Mitgliedsstaaten nur eine einzige Lösung welche bereits einige Jahrzehnte sehr gut (und vor allem sicher) funktioniert hat: die Rückkehr zum System dass in allen Ländern und auf allen Flugplätzen die Landessprache und Englisch verwendet werden kann. Die unsägliche LP gehört abgeschafft weil jeder der die Pilotenausbildung erfolgreich abschliesst eine Radiotelefonie-Prüfung absolviert und damit der Nachweis der Tauglichkeit zur Teilnahme am Funkverkehr erbracht ist. Wer des Englischen nicht fliessend mächtig ist wird sich (wie früher auch) nicht auf einen super busy Grossflughafen wagen, wer IFR fliegen will wird sich entsprechend ins Zeug legen (müssen) und wird zusätzlich jedes Jahr anlässlich des Skill-Tests aufs Neue entsprechend geprüft. DAS wäre eine Vereinfachung!

 

Markus


Ein Tag ohne zu Fliegen ist ein trauriger Tag!