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14.07.16 | Easyjet | LFSB | Drohne kollidiert fast mit Easyjet-Maschine


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388 Antworten in diesem Thema

#381 Sfera72

Sfera72
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Geschrieben 02 Februar 2017 - 09:28

Ich weiss eigentlich nicht wie so eine vernünftige Regelung kompliziert sein soll.

 

RC Fluggeräte max. 150m AGL, um Flugplätze eine Verbotszone einführen (wie es das schon gibt) und im Bereich der Flugvereine eine Sonderzone einrichten in der die max. Höhe vergrössert werden kann und diese dann in den Notams aktivieren.

 

Damit können Drohnenpiloten weiter fliegen und die GA wird nicht tangiert und die Modellflieger können an ihren Vereinsplätzen auch höher fliegen.

 

Kontrollieren lässt sich das Ganze eh kaum, aber das ist bei jeder Regel so. Auch wir im GA Bereich können nicht wirklich kontrolliert werden.


Gruss.

Dennis

#382 Chipart

Chipart
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Geschrieben 02 Februar 2017 - 09:53

RC Fluggeräte max. 150m AGL, um Flugplätze eine Verbotszone einführen (wie es das schon gibt) und im Bereich der Flugvereine eine Sonderzone einrichten in der die max. Höhe vergrössert werden kann und diese dann in den Notams aktivieren.

Das ist ziemlich genau die neue deutsche Regelung - gegen die Modellflugverbände gerade Sturm laufen...

 

Florian



#383 Sfera72

Sfera72
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Geschrieben 02 Februar 2017 - 10:02

Aber warum sie das machen, dann niemand rationell erklären. Fü rmehr Sicherheit könnten die Vereine sogar ein Boden-FLARM einsetzen, so wie es einige Vereine in der CH schon machen.


Gruss.

Dennis

#384 Chipart

Chipart
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Geschrieben 02 Februar 2017 - 10:07

Drohnen die "bauartbedingt" dafür taugen ohne vollständige Kontrolle und Überwachung weit in den freien Luftraum vorzudringen stellen auch juristisch ganz klar eine abgrenzbare Kategorie Luftfahrtgerät dar. 

 

Jetzt müsste man noch "weit in den freien Luftraum" definieren, dann kann man damit in der Tat arbeiten.

 

Nebeneffekt wäre allerdings, dass damit praktisch alle Gyro-Stabilisierten Modellhubschrauber in Deiner Definition "Drohnen" wären (also praktisch alle heutzutage). Außerdem auch bei Funkausfall eigenstabile Modellsegler (also auch praktisch alle).

Für Modellflugzeuge nach Deiner Definition bleibt damit nur noch ein so kleiner Raum, dass es fraglich ist, ob sich hierfür eine eigene Regulierung lohnt.

 

Auch muss man den Begriff "autonom" genauer definieren: Bei den meisten heutigen sog. Drohnen - also die, über die wir hier sprechen - sind die von Dir genannten Funktionen im wesentlichen in der Software der Fernsteuerung und nicht in der Drohne selber realisiert. "Autonom" im Sinne einer Unabhängigkeit von jeder Aussenstelle können sie höchstens halbwegs senkrecht landen (und so ein fail-over haben viele klassische Flugmodelle auch).

 

Sind vielleicht die Fluggeräte über die wir hier sprechen gar keine Drohnen? Zumindest nicht nach Deiner eigenen Definition von Drohne?

 

Wenn man überhaupt eine bauartbedingte Abgrenzung machen will, dann fallen mir nur GPS und Kamera ein. Man könnte als Drohne ein Fluggerät definieren, dass "einen GPS-Empfänger oder eine Videokamera mit einer Funktion zur Sendung von Echtzeitbildern über Funk" hat. 

Dann muss man für eine verfassungskonforme gesetzliche Flugbeschränkung "nur" noch nachweisen, dass ein Fluggerät mit GPS eine höhere Gefahr darstellt, wenn es höher als 150m fliegt, als ein Fluggerät ohne GPS - gesetzliche Einschränkungen dürfen in Deutschland nämlich nicht willkürlich sein. Und da man mangels Unfällen nicht mit Unfallstatistiken argumentieren kann, wünsche ich dabei viel Spass...

 

Florian  


  • Danix sagt danke

#385 Sfera72

Sfera72
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Geschrieben 02 Februar 2017 - 10:19

Dann muss man für eine verfassungskonforme gesetzliche Flugbeschränkung "nur" noch nachweisen, dass ein Fluggerät mit GPS eine höhere Gefahr darstellt, wenn es höher als 150m fliegt, als ein Fluggerät ohne GPS - gesetzliche Einschränkungen dürfen in Deutschland nämlich nicht willkürlich sein. Und da man mangels Unfällen nicht mit Unfallstatistiken argumentieren kann, wünsche ich dabei viel Spass...

 

Florian  

 

Das stellt ja keine Hürde dar, denn man kann einfach argumentieren, dass bei mehr als 150m der Bereich anfängt in dem die GA aktiv ist und autonome Drohen keine Erkennung anderer Flugobjekte haben und die Ausweichregeln nicht selbstständig und sicher umsetzen können.


Gruss.

Dennis

#386 Chipart

Chipart
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  • Privatpilot

Geschrieben 02 Februar 2017 - 11:01

Das stellt ja keine Hürde dar, denn man kann einfach argumentieren, dass bei mehr als 150m der Bereich anfängt in dem die GA aktiv ist und autonome Drohen keine Erkennung anderer Flugobjekte haben und die Ausweichregeln nicht selbstständig und sicher umsetzen können.

 

Das taugt leider normativ nicht, da andere Flugmodelle ja auch keine Erkennung anderer Flugobjekte haben. 

 

Mit der Begründung kann man (unabhängig von der Bauart) nur eine Beschränkung der Betriebsart "ausserhalb der Sichtweite des Steuernden" vornehmen - die es ja schon längt gibt...

 

Florian


  • Danix sagt danke

#387 Volume

Volume
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Geschrieben 02 Februar 2017 - 13:55

Nebeneffekt wäre allerdings, dass damit praktisch alle Gyro-Stabilisierten Modellhubschrauber in Deiner Definition "Drohnen" wären (also praktisch alle heutzutage). Außerdem auch bei Funkausfall eigenstabile Modellsegler (also auch praktisch alle).

Diese Flugobjekte kannst du nicht einfach sich selbst überlassen, ohne dass sie binnen Miunuten abstürzen würden.

Ich denke die Grenze zwischen autonom und gesteuert ist sehr klar ziehbar.

Inwieweit man es praktisch prüfen kann ist natürlich so eine Sache... VW Abgasbetrug lässt grüßen. Beim Test durch die Behörde würde die Drohne ungesteuert sofort abstürzen, im wahren Leben könnte sie dann plötzlich autonom fliegen... Vieles daran ist nun mal Software, und da kann man so ziemlich alles drin verstecken. Schon Kreisel zu verbieten würde die von dir angeführten Hubschrauber betreffen, und selbst die könnte man vermutlich noch in irgendwelchen Chips verstecken, es ist unglaublich was auf diesem Gebiet inzwischen möglich geworden ist. (Ich habe in den 90ern viel in der Flugerprobung gearbeitet, und wenn ich die sündhaft teure Sensorik von damals mit dem vergleiche, was es heute für ein paar Cent gibt... Wahnsinn).

 

Beschränkung der Betriebsart "ausserhalb der Sichtweite des Steuernden" vornehmen - die es ja schon längt gibt...

Ja, das ist nachweislich nicht durchsetzbar. Bleibt die Möglichkeit es bauartbedingt zu verbieten. Alles, was "ausserhalb der Sichtweite des Steuernden" fliegen kann, wird zulassungspflichtig.

...und dann aus dem zulassungsfreien Ausland geschmuggelt und hier illegal betrieben...

 

Vermutlich müsste nur mal jemand mit einer Drohne eine Torte zum Geburtstag der Kanzlerin im Bundeskanzleramt auf dem Balkon abliefern, schon würden die Politiker binnen Stunden eine völlig neue Gefährdungslage erkennen und sofort Gesetze verschärfen...

 

Gruß

Ralf


  • PeterH und reverser sagen danke

#388 Pioneer300

Pioneer300
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Geschrieben 02 Februar 2017 - 22:33

Könnte auch sagen: Schwierig, so lange sich die Modellfluggegner mit der Meinung verbarrikadieren, dass Drohnen die neue Gefahr für die Menschheit sind und man deswegen dringen riesige Bürokratische Hürden oder gar Verbote braucht. Das führt aber nicht weiter.

 

Ich habe noch von keinem der Modellfluggegner hier einen Vorschlag für eine vernünftige Regulierung gelesen.

 

Falls Du mich meinst, ich bin kein Modellfluggegner, ich fliege selber Modellhubschrauber.

Aber ich bin ein entschiedener Gegner der illegalen Drohnenfliegerei ausserhalb der Sichtweite im von der GA genutzten Luftraum.

Und ich kann nicht begreifen, dass es wirklich Leute gibt, die glauben, dass das ungefaehrlich ist...

 

Regulierung von was? Es ist doch total ungefaehrlich, wenn ich Dich und Danix hier so lese. Kollision absolut unwahrscheinlich und selbst wenn gibts max. Lackkratzer. Also wozu regulieren? Ist doch alles bestens.

 

 

Chris



#389 Chipart

Chipart
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Geschrieben 03 Februar 2017 - 12:08

Aber ich bin ein entschiedener Gegner der illegalen Drohnenfliegerei ausserhalb der Sichtweite im von der GA genutzten Luftraum.


Das bin ich auch - aber das ist heute schon verbloten und neue Gesetze helfen da auch nix. Was soll der Gesetzgeber machen? "Diesmal aber echt" in das gleiche Gesetz schreiben?

Der ruf nach schärferer Regulierung des Modellfluges, nur, weil ein paar Modellflieger heute illegale Dinge machen, ist leider ein gängiges Muster in weiten Kreisen von Gesellschaft und Politik:
Wenn jemand mit 80 durch den Ort rast (wo Tempo 50 vorgeschrieben ist) und dabei einen Unfall baut, dann ruft eine relativ große Gruppe in der Bevölkerung auch laut nach Tempo 30 innerorts.

Wenn unser Problem ist, dass heute Modellflieger illegalerweise ausserhalb des Sichtbereiches der Piloten fliegen, dann brauchen wir keine neuen Gesetze, sondern bessere Kontrollen und konsequentere Bestrafung. Aber auch da müssen wir Piloten uns echt gut überlegen, was wir eigentlich wollen: Wir können uns nicht einerseits darüber aufregen, dass Luftraumverletzungen durch Privatpiloten einigermassen konsequent geahndet werden ("Hat den Luftraum C doch nur ein bisschen angekratzt und dabei doch niemanden gefährdet"), andererseits fordern, dass unabhängig von einer konkreten Gefährdung im Einzelfall Modellflieger konsequent betraft werden, wenn sie sich nicht an die Regeln halten....

Florian