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Neuer Kollege Co-Pilot......


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ich hatte halt gehofft, dass der eine oder andere überzeugt werden konnte. Wir können natürlich auch Wetten abschliessen.

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@Ingo: ich sehe es gelassen - schmerzhafter wird es vielleicht, wenn mich eines Tages (und das wird wohl nimma solange dauern) die unter 30ig-Jährigen nicht mehr "wahrnehmen". Dann krieg' ich wahrscheinlich die Midlifecrisis und kauf' mir halt 'ne Harley oder einen offenen 911er. B) Ob es hilft, ist eine andere Frage. ^_^

 

@Danix: Ich kann Deinen Ansatz nachvollziehen, Du richtest Dich da mitunter an die Japaner und auch Koreaner, deren Strategie es war/ist, "me-too-Produkte" und auch quasi-Klone zu produzieren. Man darf nicht vergessen, dass wir Europäer seit den 70ern auch davon profitieren, denn ganz gleich ob Autos, Motorräder, Musikinstrumente, Uhren, Unterhaltungselektronik sowie unspektakulärere Dinge wie Rasenmäher- und Außenbordmotoren wurden für die breiten Massen leistbar(er), weil die Japaner gute Produkte in die Märkte brachten. Japaner erscheinen uns aufgrund dessen eher uninnovativ, aber wer die Geschichte des Shinkansen studiert (u.a. das Neigungssystem des Zuges, um Fliehkräfte zu neutralisieren) wird feststellen, dass dem nicht so ist. Lustigerweise sind sie ganz erpicht drauf, gewisse Technologien des Zuges geheim zu halten; sie, die "Großmeister" des Reverse-Engineerings und Nachproduzierens. :D
Im Bereich Management sowie der Prozessoptimierung haben sie auch einiges geleistet; Lean Management oder Kaizen etwa. Spannend finde ich auch ihre großen Firmenkonglomerate (Keiretsu), welche in nicht wenigen Fällen in alten Dynastien wurzeln. Letztere gibt es in Korea auch.

 

Inwieweit die Chinesen in die selbe Schublade gesteckt werden können weiß ich nicht. Ihnen fehlt allem voran die Möglichkeit, das Erfolgsrezept der Amerikaner zu kopieren: das Anwerben bzw. automatische "Anziehen" der besten ExpertInnen, WissenschaftlerInnen und dgl. aus der gesamten Welt; Piloten expatriaten ja auch nur 'rüber, weil dort grade die besten Packages geboten werden.
In letzter Konsequenz ist es halt doch um ein Vielfaches cooler, wenn man in Kalifornien oder Boston leben und arbeiten kann. Und selbst in L.A. ist die Luft noch gut im Vgl. zu chinesischen Metropolen.

 

Fazit: ich würde die Chinesen nicht unterschätzen, da es auch "akademische Rückkehrer" aus den USA und Europa sowie - man muss es einfach sagen - Spionage gibt. Wie es mit der Innovationsstärke in den für uns im Alltag relevanten Bereichen dort weitergeht, vermag ich nicht einzuschätzen, da ich bislang nicht 'rüber musste. Reiße mich ehrlich auch nicht drum, ich fliege einfach seit jeher lieber gen Westen; "Asien" fängt für mich somit an der Linie hinter Guam, Palau, PNG und Westaustralien an. Japan ist eine Ausnahme, es fasziniert mich ungemein.

 

Gruss

Johannes
 

Bearbeitet von Phoenix 2.0
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oder einen offenen 911er. B) Ob es hilft, ist eine andere Frage. ^_^

Man hat das ja ungefähr im Gefühl - wenn es jetzt ein 911er gewesen wäre und nachzählen.

 

 

 

Ingo

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Danke, Johannes. Wie du weisst, halte ich sehr viel von den Asiaten im allgemeinen und von den Chinesen im besonderen. Ich sage einfach, dass wir keine Angst vor ihnen haben sollten. Weil sie nicht unsere Gegner sind. Ich stelle mir einfach vor, wer unser iPhone für 250 herstellen würde (dass es dann im Laden 800 kostet darfst du nicht ihnen anlasten). Dank dem Chinesischen Wirtschaftswunder haben primär wir im Westen profitiert. Inklusive der Deutsche Arbeitsplatz. Hier von einer Gefahr zu sprechen finde ich total daneben.

 

Wie du selber schreibst, sind die Asiatischen Kulturen ein unendlicher Schatz an Lebensweisheiten, Andersdenken und Organisation. Wir sollten das beste aus beiden Welten nehmen.

 

Aber wir sind ja wieder mitten im Comac-Thread.

 

Dani

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In Konsequenz so gedacht, dann dürfte es heute auch keine Raumfahrt geben. Und auch die Brüder Mongolfiere haben erst mal ein Hammel, ein Hahn und eine Ente für ihren Erstflug ausgewählt.

Die hier sind auch nicht schlecht; sind ganz gut drauf, auch der ganz am Schluss B) .

 

https://youtu.be/tXjG0eeReVE

 

Gruß

Richard

 

Bearbeitet von reverser
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Ich sage einfach, dass wir keine Angst vor ihnen haben sollten. Weil sie nicht unsere Gegner sind. ... Dank dem Chinesischen Wirtschaftswunder haben primär wir im Westen profitiert.

Du sprichst vom chinesischen Wirtschaftswunder der vergangenen zwei Jahrzehnte. Davon haben wir in der Tat profitiert. Derzeit sind die Chinesen allerdings dabei, uns von wesentlichen Entwicklungen abzuhängen - nicht weil sie böse sind oder unsere "Gegner", sondern schlicht weil es bei einem Heimarktmarkt von 1,3 Milliarden auf 300 Mio Europäer schlicht nicht so richtig drauf ankommt - zumal wenn ich 10 Sprachen unterstützen muss, um sie zu erreichen. Beispiele gefällig:

- Bei der Telemedizin gibt es mit GoodDoctor einen Anbieter, für den bereits 1.000 Ärzte und Krankenschwestern Vollzeit arbeiten und zehntausende auf Teilzeitbasis.

- WeChat wird nur bei uns als "Chinesischer Whatsapp-Clon" missverstanden. In Wirklichketi ist es neben Messenger, auch Finanz- und Versicherungsmanager und digitale Zahlungsplattform. In den chinesischen Großßstädten zahlt kein Mensch (bzw. nur noch Ausländer) mehr mit Kreditkarte

- Tencent ist als Handelsunternehmen größer als Amazon und Ebay zusammen ...

 

Darüber sollten wir schon mal nachdenken.

 

Florian

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Da können wir schon nachdenken. Aber ehrlich gesagt, find ich nichts davon alarmierend. Was soll schlecht daran sein, dass China Fortschritte macht? Fühlten wir uns sicherer, als Chinesen ungebildete Horden waren, uns als "Mongolen" angriffen? Oder als 100 von Mio hungerten wie zu Zeiten Maos?

 

Es ist doch so: Je besser China ins globale Wirtschaftsnetz eingebunden ist, desto mehr können wir hoffen, dass sie keine Dummheiten machen. Ein Land, welches zu einem grossen Teil für den westlichen Markt produziert, kann es sich gar nicht leisten, mti dem Westen in Konflikt zu geraten. Die haben die grössten Währungsreserven der westlichen Welt (und das sind nicht irgendwelche Banknoten, sondern Wertpapiere, die wollen sie nicht verlieren). Wenn ihnen dann mal grosse westliche Firmen gehören, Banken, Versicherungen, Chemiekonzerne, Elektroriesen - werden sie dann noch eine Gefahr für uns sein?

 

Ich wiederhole mich, wenn ich sage, dass das heutige China ein grosser Glücksfall für die westliche Welt ist. In einem Europa, das sich von Krise zu Krise angelt, ist der Absatz- und Produktionsstandort China eine Goldgrube. Und ihr in Deutschland solltet glücklich sein drüber (wir Schweizer sind es auch, wir profitieren huckepack von eurem Wirtschaftserfolg).

 

Aber ja, ein paar populistische Grossmäuler werden China dankbar als neues Feindbild hervorzerren, wenn die Flüchtlingswellen nicht mehr dafür taugen oder die Kopftuchträger oder die Türken oder Syrer.

 

Dani

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Nachdem große Teile des "Kommunismus" auch zu meinem Glück aufgekauft werden konnten möchte ich da nicht zurück gekauft werden. 

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Das andere ist, dass der Einsatz von Robotern in sensitiven Anwendungen niemals kommen wird,

...

Ich wäre bei solchen Diskussionen immer vorsichtig mit dem Begriff "niemals". "Nicht in den nächsten 10 Jahren" ist da deutlich besser und auch schon relativ mutig als Aussage. 

Es ist halt die Frage, was wir in 10 Jahren unter "sensitive Anwendungen" verstehen werden.

Wenn wir unsere Maßstäbe mit ähnlicher Geschwindigkeit verschieben wie die beim Datenschutz in den letzten Jahren, dann kann ich mir gut vorstellen, das die Menschen der Zukunft sich von Robotern fliegen lassen werden.

 

Nach heutigen Maßstäben ist es völlig unvorstellbar.

 

Was soll schlecht daran sein, dass China Fortschritte macht?

Dass unser Lebensstandard in Mitteleuropa davon abhängt, dass wir billig an Rohstoffe kommen und unsere High-Tech Produkte auf wachsenden Märkten teuer verkaufen? Wenn China das selbe Geschäftsmodell erfolgreich etabliert, wem verkaufen wir dann noch irgendwas, und wer beliefert uns dann noch billig?

OK, das ist eine egoistische Sicht der Dinge, aber so verstehen wir doch derzeit unser angeborenes Recht auf ewig wachsenden Wohlstand.

 

Gruß

Ralf

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  • 4 Wochen später...

Die ersten Tests werden angekündigt. Boeing will ab diesem Sommer autonome Flugzeuge testen, zunächst im Simulator. Der Artikel ist nicht gerade sehr präzise bzw. da wird nicht viel beschrieben. Aber wir können wohl davon ausgehen, dass es in einigen Jahren autonome Flugzeuge geben wird, wohl zuerst im Frachtbereich.

 

Andererseits scheint sich ein Pilotenmangel anzukündigen.

 

Gruss

Adrian

 

 

https://www.washingtonpost.com/news/innovations/wp/2017/06/20/boeing-will-test-self-flying-planes/?utm_term=.cfa251a7d3c9

 

 

“When I look at the future, I see a need for 41,000 commercial jet airplanes over the course of the next 20 years. And that means we are going to need something like 617,000 more pilots — that’s a lot of pilots,” said Mike Sinnett, Boeing’s vice president for product development, at the Paris Air Show on Monday. “One of the ways that may be solved is by having some type of autonomous behavior.”

 

The artificial intelligence that Boeing will test will be capable of making decisions normally made by pilots. Sinnett said that the technology could be used to reduce the number of pilots required for long-haul flights or, in some situations, allow fully autonomous flying.

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Jeder CEO sieht eine Zukunft, in der die Produkte/Dienstleistungen seines ihm anvertrauten Unternehmens unglaublich gefragt sein werden (selbst dann noch, wenn am Horizont hinter der Panoramascheibe im 100. Stock seines Glaspalastes ein Atompilz aufstiege oder Aliens die Erde angreiften  ;) ).
Über die 40.000 Jets in 20 Jahren kann ich nur lachen! Wer sagt uns, dass Fliegen zukünftig noch ein Massenmarkt ist (Stichwort Verarmung), dass einige Schwellenländer nicht massive Dämpfer in Punkto Wachstum hinnehmen müssen( und das ebenfalls nichts wird mit der mobilisierten Masse), oder dass unser Planet weiterhin zigtausende kerosingetriebene Jets verkraftet, etc. Selbst im besten Falle (Stichwort "Smart World", wo jede Aludose und jede Unterhose vernetzt sind) werden wir m. E. mehr und mehr in virtuelle Welten abtauchen, anstatt an überfüllten und verschmutzten Stränden einen Sonnenbrand einzufangen.

 

Wir wissen gar nichts bzgl. Zukunft! Mich amüsieren solche Zahlen seit jeher und ich wär' da gerne etwas optimistischer. Wäre ich Boeing, würde ich meine Forschungsgelder eher in die Rüstungssparte investieren, da wird wohl in den kommenden 20 Jahren (leider) mehr zu verdienen sein. Würde als erstes in Richtung autonome Truppentransporter gehen.

Fazit: "When I look into the future", dann sehe ich einen geschändeten Planeten! Die Regenwälder werden mehr und schneller abgeholzt denn je, das Barrier Reef vor Australien "stirbt" und in den USA wird die Kohleproduktion wieder gefördert. Die Ignoranz und Dummheit der Menschheit erscheint grenzenlos...

 

Nene Leute, dat wierd so nix, selbst wenn wir zum Mars reisen könnten; denn dort sieht es dann so aus wie auf der Erde, die wir verlassen mussten. Wir sollten uns lieber mal darauf konzentrieren, auch unseren Enkelkindern eine lebenswerte Umwelt und Natur zu hinterlassen...

 

Gruß

Johannes

Bearbeitet von Phoenix 2.0
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  • 2 Wochen später...

...in some situations, allow fully autonomous flying.

Das fasst es wohl gut zusammen. Ja, in 99% der Situationen ist autonomes fliegen möglich. Nur 1% "Verlustquote" ist bei weitem nicht akteptabel. Wenn die ersten Experten versprechen können, "...in 99.999999% of the situations allow fully autonomous flying" dann fängt die Diskussion an Sinn, zu machen.

Mal ganz davon abgesehen, ob "autonom" wirklich die beste Lösung, oder nicht vielmehr "ferngesteuert" zielführender ist. So oder so ist ein autonomes Flugzeug auf funktionierenden Datenaustausch angewiesen, also kann man sich auch gleich darauf konzentrieren.

Autoland erlaubt seit den 60ern "in most situations a fully autonomous landing".

 

Die Frage ist nur, warum sollte man das tun? Glaubt irgendwer, das Computersysteme je ein Flugzeug insgesamt billiger und zuverlässiger als Piloten fliegen können werden? Nicht alles was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll.

 

Ob es in ferner Zukunft noch Ziele gibt, zu denen jemand fliegen will, ist eine ganz andere Frage... Vermutlich werden eher die Dienstreisenden durch Software ersetzt, als die sie fliegenden Piloten von Computern.

 

Gruß

Ralf

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  • 4 Wochen später...

Was wäre, wenn wir den Bordingenieur wieder einführen? 

 

Das heutige System Lufttransport funktioniert nahezu perfekt. Dank stetiger Weiterentwicklung schreiben wir Rekord um Rekord - immer effizienter, komfortabler und sicherer. Diesen Weg sollten wir auch beim Einsatz von künstlicher Intelligenz beschreiten. Stellen wir den zwei menschlichen Piloten einen dritten zur Verfügung - die künstliche Intelligenz. Mensch und Maschine ergänzen sich in ihren jeweiligen Stärken und Schwächen und verbessern das System gemeinsam. 

 

Dieser Ansatz hat den bemerkenswerten Vorteil, dass iteratives Fortschreiten möglich ist. Zu Beginn sollen die synthetischen Neuronen erst einmal lernen und Daten sammeln. Dann kann analysiert werden, wo künstliche Intelligenz in der Fliegerei tatsächlich sinnvoll ist. Darauf aufbauend können Systeme entwickelt werden, die Schritt für Schritt mehr Kompetenz erhalten: Während das dritte Hirn anfangs lediglich unaufdringliche Advisories geben darf, soll es später den Menschen ähnlich den heutigen Protections bevormunden. 

 

Und falls Nummer drei wirklich nicht nur gleich gut wie der Mensch ist, sondern besser - dann erst sollten wir darüber nachdenken, die Damen und Herren auf Reihe 0 in Rente zu schicken.

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Und falls Nummer drei wirklich nicht nur gleich gut wie der Mensch ist, sondern besser - dann erst sollten wir darüber nachdenken, die Damen und Herren auf Reihe 0 in Rente zu schicken.

.....und zwar mit vollen Bezügen, ungeachtet des Lebensalters und der Beitragsjahre zur Rentenversicherung!

Leider sind unsere Gesellschaftsmodelle noch überhaupt nicht drauf vorbereitet, daß die Mehrzahl der Menschen als Arbeitnehmer bald nicht mehr gebraucht werden und ihr Einkommen nicht mehr über den klassischen Lohnerwerb erzielen können.

 

Gruß

Manfred

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Beschäftige mich seit einiger Zeit interessensmäßig mit dem Thema "Zukunftsforschung", im Zuge welcher nichts anderes versucht wird, als die mögliche Zukunft bestmöglich zu antizipieren u. prognostizieren. Matthias Horx etwa ist im deutschsprachigen Raum im populärwissenschaftlichen Kontext relativ bekannt (Expertenstatus in div. Publikationen, div. Bestseller, etc.) und sieht unsere Zukunft tendenziell positiv, falls ganz gravierende "Fehler" nicht gemacht werden (z.B. wenn anstatt der typischen rekursiven Schleifen im Rahmen von Megatrends dann doch ein umfassender sowie nachhaltig etablierter Konservatismus Einzug hielte, od. dgl.).

 

Bezüglich Artificial Intelligence und der hieraus entstehenden sowie zukünftig definitiv relevanten Super Intelligence bin ich eher skeptisch, wie viele andere Zeitgenossen auch. Halte es mit diesem TED-Talk hier; er dauert nur 15 Minuten und ist m.E. zudem recht unterhaltsam. Letztendlich endet es diskursiv - beim derzeitigen Stand der Dinge zumeist zwangsläufig polarisiert - entweder mit umfassenden Heilsversprechen (Befürworter, "Fans", wie z.B.Mark Zuckerberg), oder mit dem Öffnen der "Büchse der Pandora" und somit auch beim "HAL 9000"-Szenario (Kritiker, "Schwarzmaler" wie z.B. Elon Musk)...- nicht ganz zu unrecht, wie ich meine.

 

Gruß

Johannes

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Jaja, die "Zukunftsforscher": Geld verdienen kann man ja heutzutage mit vielem. Aber auch Menschen wie Matthias Horx lernen halt immer weiter dazu. So etwas wie 2001 als er vorhergesagt hat, dass das Internet nie zu einem Massenmedium werden wird passieren ihm heute nicht mehr. Viel zu konkret und vor allem viel zu kurzfristig diese Prognose. Wenn man vorhersagt, dass die Zukunft gut wird wenn wir keine Fehler machen ist ziemlich sicher, dass man zumindest zu Lebzeiten nicht widerlegt wird ...

 

Aber näher zum Thema.

Leider sind unsere Gesellschaftsmodelle noch überhaupt nicht drauf vorbereitet, daß die Mehrzahl der Menschen als Arbeitnehmer bald nicht mehr gebraucht werden und ihr Einkommen nicht mehr über den klassischen Lohnerwerb erzielen können.

Da ist die Menscheit doch selber Schuld. Schliesslich hat schon John Maynard Keynes (der ja tatsächlich kein Zukunftsscharlatan sondern seriöser Wissenschaftler war) in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts festgestellt, dass im Jahr 2020 (sic!) Menschen auf Grund der Fortschritte der automatisierung grundsätzlich nicht mehr arbeiten müssen und das nur noch frewiwillig so 2-4 Stunden am Tag machen, weil sie daraus etwas Wertschätzung erhalten.

 

Ok - lag er "ein bisschen" danaben - genau so wie viele Wissenschaftler die bei jeder signifikanten neuen Technologie immer auch gerne das Ende der Gesellschaft wie wir sie kennen prophezeien.

 

Ich denke, man muss das pragmatisch sehen:

Das Maschinen besser als Menschen geeignet sind, Lasten von A nach B zu transportieren (erfindung des Rades) hat die Erwerbsarbeit nicht abgeschafft, sondern nur verändert.

Das Maschinen besser als Menschen Stoff weben können, hat die Erwerbsarbeit nicht abgeschafft sondern nur verändert

Das Maschinen besser als Menschen Autos zusammen schweissen können hat die Erwerbsarbeit nicht abgeschafft, sondern nur verändert

Das nun Maschinen besser als Menschen Muster in großen Datenmengen erkennen können wird die Erwerbsarbeit auch nicht abschaffen.

 

Sehr gut möglich, dass Maschinen in gar nicht allzu ferner Zukunft besser Passagiermaschinen steuern als Menschen - das wird für die heute existierenden Piloten hart, weil sie dann einen anderen Job lernen müssen. Die gesellschaftlichen Auswirkungen davon werden aber kaum spürbar.

 

Florian

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Was wäre, wenn wir den Bordingenieur wieder einführen? 

Wie wäre es mit einem Kompromiss?

Normalerweise ersetzen die Computer den Bordingenieur perfekt, aber sie haben auch Schwächen, und hin und wieder versagen sie mal kläglich (wir hatten gerade erst kürzlich so einen Fall, ich werde da nochmal ausführlich drüber schreiben, wenn ich Zeit finde).

Gleichzeitig unterstützen die Computer den PF so hervorragend, dass man die meisten Airliner problemlos single Pilot fliegen kann.

Also sollte einer der zwei in Reihe 0 vor allem Pilot, der andere vor allem Systemüberwacher sein. Einen gewissen Mindeststandard sollten beide für beide Rollen erfüllen, allein schon für den Fall dass einer ausfällt, aber zumindest einer von beiden sollte in der Lage sein die Computer nicht nur zu bedienen, sondern auch vollständig zu verstehen, ggfs. Fehlfunktionen erkennen und manuell ausbügeln können. Dazu müssten die Systeme natürlich entsprechende Eingriffe erlauben, dass muss sorgfältig gemacht werden, um nicht neue Gefahren heraufzubeschwören.

 

Das heutige System Lufttransport funktioniert nahezu perfekt. Dank stetiger Weiterentwicklung schreiben wir Rekord um Rekord - immer effizienter, komfortabler und sicherer.

Das ist wohl Definitionssache. Ja, wir hatten die letzten Jahre wenig Totalverluste, aber das bewegt sich im Rahmen der statistischen Streuung. 1984 hatten wir z.B. weniger Tote als 2015. Der Trend scheint klar, aber wenn du mal eine Linie durch die Phase 1973-1984 legst, dann war in dieser Phase die Reduktion der Toten um ein vielfaches höher (absolut und prozentual) als zwischen 2003 und 2014.

Vor allem ist aber die Crashsicherheit besser geworden, wir zerstören immer mehr Flugzeuge ohne dass eine nennenswerte Anzahl von Toten zu beklagen wäre. Das System Lufttransport ist also weniger deshalb sicherer geworden, weil im Bereich vor Tür 1 alles so toll läuft, sondern vielmehr weil im Bereich hinter Tür 1 alles perfekt läuft, wenn es denn mal knallt. Die Zahl der schweren Störungen ist seit Jahren mit der Zahl der Flugbewegungen zunehmend, die Zahl der Fälle in denen es wirklich knapp war nimmt zu, oder werden zumindest häufiger gemeldet und untersucht.

Im Prinzip müsstest du "Sicherheit" auch darüber definieren, wie oft es mit viel Glück gerade noch mal gutgegangen ist. Diese Fälle müsste man nach "Knappheit" gewichtet auch mitzählen, nur haben wir dafür relativ wenige Vergleichsdaten, da in den Zeiten vor der Datenübertragung vieles davon schlicht unter den Tisch gekehrt wurde.

 

Über immer effizienter und komfortabler kann man sicher noch mehr diskutieren... Wenn man selbst Transatlantisch manchmal mehr Zeit an den Flughäfen verbringt als in der Luft, dann sind wir bei Effizienz von "nahezu perfekt" noch ein gutes Stück entfernt. Effizienz ist nicht nur eine Frage des Preises.

 

Gruß

Ralf

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Jaja, die "Zukunftsforscher": Geld verdienen kann man ja heutzutage mit vielem.

 

So ist es! In diesem Zusammenhang darf jedoch durchaus erwähnt werden, dass auf "anerkannten sowie bewährten" Statistiken, Analysen und sonstige Methoden und Tools stützende Prognosen und Strategien ebenso danebenzuliegen vermögen

In meiner Beraterzeit galten nur Zahlen sowie das Analysieren, Zerlegen und Wiederzusammenfügen von Sachverhalten. Wir lagen auch immer wieder falsch, obgleich sich alles stets so wunderbar logisch - u.a. auf Basis von Zahlenmaterial - konstruieren sowie in Konzepte und Präsentationen gießen ließ.

 

Ich denke, je mehr man in einem Gebiet oder einer Disziplin "zuhause" ist und Zeit investiert und Erfahrung generiert hat - sozusagen in den Bereich der "Meisterschaft" vorgedrungen ist, desto schlüssiger erscheinen einem selbst die Sachverhalte, Interdependenzen, Korrelationen, Meta-Verknüpfungen etc. und man meint mitunter eines Tages, den "ultimativen Durchblick" zu haben; dies vermag auch auf einen interdisziplinär respektive universell bewanderten "Leibniz 2.0" zuzutreffen. Fehler- sowie Makellosigkeit spielt es aber im Menschsein bekanntlich nicht, und es ist meiner Ansicht nach höchst reflektierenswert, wenn man andere ob dieser Tatsache kritisiert, obgleich man selbst auf gar dünnem Eise wandelt...

 

Gruß

Johannes

Bearbeitet von Phoenix 2.0
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Zum Thema "immer effizienter" ...

Air Berlin und Lufthansa ändern Check-in-Zeiten

Auch wenn viele Flugreisende auf Kurz- oder Mittelstrecken gerne auf den letzten Drücker kommen - ab 1. August sollten sie bei Air Berlin wieder auf die Zeit achten:

Für diese Flüge sind die Schalter nur noch bis 45 Minuten vor dem geplanten Start geöffnet. Bislang waren es nach Angaben der Fluggesellschaft 30 Minuten.

 

"Zukunftsforscher" hat es schon immer gegeben, früher hiessen sie z.B. mal Orakel. Genauso wie wir heute über das Orakel von Delphi denken, werden zukünftige Generationen es über unsere Zukunftsforscher tun. Der Bedarf ist halt da, also macht es jemand. Es ist ein risikoloses Geschäft, niemand wird je wegen falschen Prognosen zur Rechenschaft gezogen werden, selbst wenn sie Billionenschäden anrichten, wie z.B. die Ratingagenturen bei der Finanzkrise. Das traurige ist, dass bisweilen wegen "self fulfilling Prohecy" genau das eintritt, was die Zukuntsforscher vorausgesagt haben, und zwar nur weil sie es vorausgesagt haben. Die forschen nicht nur, die machen Zukunft. Die entscheiden über Wohl und Wehe von Millionen von Menschen.

 

Zukunftsforscher haben schon vorhergesagt, dass wir irgendwann alle in Luftschiffen, mit Flugbooten, mit Überschall oder in unseren eigenen Flugautos fliegen werden. Was davon ist eingetreten? Solange es immer wieder Entdeckungen und Erfindungen gibt, die der Entwicklung eine komplett neue und bis dahin undenkbar und ungedachte Richtung gibt, solange es immer Katastrophen wie die Pest oder den Ausbruch von Yellowstone geben kann, die ganze Zivilisationen ausrotten können, solange kann man nichts seriös vorhersagen.

 

Gruß

Ralf

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.............. Aber auch Menschen wie Matthias Horx lernen halt immer weiter dazu. ...

So what. :unsure:  Von denen, die immer alles schon vorher wußten, gibts ja auch genug......... ;)

 

 Aber näher zum Thema.    Da ist die Menscheit doch selber Schuld.......

Das trifft sicher zu, hilft mir persönlich aber gar nicht weiter.... B)

 

Schliesslich hat schon John Maynard Keynes (der ja tatsächlich kein Zukunftsscharlatan sondern seriöser Wissenschaftler war) in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts festgestellt, dass im Jahr 2020 (sic!) Menschen auf Grund der Fortschritte der automatisierung grundsätzlich nicht mehr arbeiten müssen und das nur noch frewiwillig so 2-4 Stunden am Tag machen, weil sie daraus etwas Wertschätzung erhalten.

Vielleicht lag er gar nicht so falsch, und seine Prognosen hätten sich bestätigt, wenn der enorme Produktivitätszuwachs nicht hauptsächlich dazu genutzt worden wäre, den Konsum anzufachen und immer neue "Bedürfnisse" zu erfinden. Wirtschaft hat doch schon lange nichts mehr mit Existenzsicherung zu tun, sondern ist ausschließlich Selbstzweck geworden, die Menschen in Abhängigkeit hält.

 

 

 Ich denke, man muss das pragmatisch sehen:

    Das Maschinen besser als Menschen geeignet sind, Lasten von A nach B zu transportieren (erfindung des Rades) hat die Erwerbsarbeit nicht abgeschafft, sondern nur verändert.

    Das Maschinen besser als Menschen Stoff weben können, hat die Erwerbsarbeit nicht abgeschafft sondern nur verändert

    Das Maschinen besser als Menschen Autos zusammen schweissen können hat die Erwerbsarbeit nicht abgeschafft, sondern nur verändert

    Das nun Maschinen besser als Menschen Muster in großen Datenmengen erkennen können wird die Erwerbsarbeit auch nicht abschaffen.

 

    Sehr gut möglich, dass Maschinen in gar nicht allzu ferner Zukunft besser Passagiermaschinen steuern als Menschen - das wird für die heute existierenden Piloten hart, weil sie dann einen anderen Job lernen müssen. Die gesellschaftlichen Auswirkungen davon werden aber kaum spürbar.

 

    Florian

Schöne Aufzählung, und man könnte sie fortsetzten. Man kann aber auch jetzt schon vermuten, daß die Veränderung der Berufswelt in naher Zukunft viel gravierender sein wird, als die von dir genannten Beispiele waren, wo zunächst immer nur eine bestimmte Berufsgruppe betroffen war (Kutscher+Fuhrleute, Weber+Spinner, Buchhalter, Schriftsetzter, etc....). Man konnte ggf. noch auf nicht oder weniger betroffene Branchen umsatteln.

 

Blos, woher nimmst Du den Optimismus, daß das Beispiel der Piloten nicht nur eines unter hunderten von Berufstätigkeiten sein wird? LKW- Omnibus- und Taxifahrer, Lokführer und U-Bahnfahrer, Kassenkräfte, etc. Das Banken- und Versicherungswesen wird sich total umkrempeln.

 

Natürlich entstehen bei solchen Entwicklungen auch wieder vollkommen neue Berufsfelder. Die Crux ist nur, daß naturgemäß viel weniger neue Jobs entstehen, als alte verdrängt werden. Sonst könnte es sich ja nicht rechnen :o .

 

Wir können diese Entwicklung vermutlich nicht aufhalten, sondern müssen sie gestalten.

Warum soll die Menschheit nicht erfolgreich sein bei der Abschaffung der (Lohn- und Fron-)Arbeit? Man muß es nur wollen! :)

Es muß nur sichergestellt werden, daß den "freigestellten" Arbeitnehmern damit nicht ihre Existenz ruiniert wird, d.h., das Volkseinkommen muß auf andere Weise sichergestellt werden, als wir es bisher kennen, und manche sich vorstellen wollen. Eine "Maschinensteuer" darf beispielsweise kein Tabu bleiben.

 

Gruß

Manfred

.

Bearbeitet von DaMane
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Sehr gut möglich, dass Maschinen in gar nicht allzu ferner Zukunft besser Passagiermaschinen steuern als Menschen

Sehr gut möglich, dass dies heute bereits der Fall ist.

Nur geht es eben nicht nur darum "gut" oder "präzise" zu steuern, sondern auch zuverlässig. Auch dann, wenn etwas ausgefallen ist, auch dann wenn das Wetter extrem ist, auch dann, wenn man mal ausserhalb dessen fliegen muss, für das das Flugzeug eigentlich ausgelegt wurde.

Wenn Windows sagt "Der Prozess kann derzeit nicht beendet werden", dann ist das bestenfalls ärgerlich. Wenn der FCC im Landeanflug sagt "Der Flug kann derzeit nicht beendet werden", dann ist das potentiell tödlich.

Mal ganz von den rechtlichen Aspekten abgesehen, es ist für den Juristen kaum vorstellbar, dass es einen "Verantwortlichen Flugcomputer" geben kann. Wer ist verantwortlich, wenn der Computer spinnt? Wer haftet?

Müssen die Leute bei der Buchung in Zukunft mit einem Click bestätigen, dass sie im Falle eines durch Computerfehler verursachten Absturzes auf alle Entschädigung verzichten?

 

Gruß

Ralf

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Ich hatte keine Diskussion über Zukunftsforschung oder die Substituierung menschlicher durch maschinelle Arbeit angestrebt, sondern eben gerade den Ansatz, die menschliche Intelligenz (stärker) durch maschinelle zu unterstützen.  

Bezüglich Artificial Intelligence und der hieraus entstehenden sowie zukünftig definitiv relevanten Super Intelligence bin ich eher skeptisch, wie viele andere Zeitgenossen auch. Halte es mit diesem TED-Talk hier; er dauert nur 15 Minuten und ist m.E. zudem recht unterhaltsam. Letztendlich endet es diskursiv - beim derzeitigen Stand der Dinge zumeist zwangsläufig polarisiert - entweder mit umfassenden Heilsversprechen (Befürworter, "Fans", wie z.B.Mark Zuckerberg), oder mit dem Öffnen der "Büchse der Pandora" und somit auch beim "HAL 9000"-Szenario (Kritiker, "Schwarzmaler" wie z.B. Elon Musk)...- nicht ganz zu unrecht, wie ich meine.

Um dieser Problematik zu begegnen, sollte das dritte Hirn erst mal lernen und Daten sammeln, bevor es auch nur geringe Kompetenzen erhält. Erst danach kann analysiert werden, ob das tatsächlich eine Verbesserung bringt (Zuckerberg) oder nicht (Musk). Es besteht definitiv die Möglichkeit, dass die künstliche Intelligenz auf dumme Ideen kommt. 

Das Maschinen besser als Menschen geeignet sind, Lasten von A nach B zu transportieren (erfindung des Rades) hat die Erwerbsarbeit nicht abgeschafft, sondern nur verändert.
Das Maschinen besser als Menschen Stoff weben können, hat die Erwerbsarbeit nicht abgeschafft sondern nur verändert
Das Maschinen besser als Menschen Autos zusammen schweissen können hat die Erwerbsarbeit nicht abgeschafft, sondern nur verändert
Das nun Maschinen besser als Menschen Muster in großen Datenmengen erkennen können wird die Erwerbsarbeit auch nicht abschaffen.

Sehr gut möglich, dass Maschinen in gar nicht allzu ferner Zukunft besser Passagiermaschinen steuern als Menschen - das wird für die heute existierenden Piloten hart, weil sie dann einen anderen Job lernen müssen. Die gesellschaftlichen Auswirkungen davon werden aber kaum spürbar.

Das ist eben die Frage - kann künstliche Intelligenz Passagiermaschinen tatsächlich besser steuern wie menschliche? Meines Erachtens ist das noch länger nicht der Fall. Weil aber beide Intelligenzen ihre Stärken und Schwächen haben, sollten wir sie kombinieren - nur so wird das System tatsächlich besser. 

Wie wäre es mit einem Kompromiss?

Normalerweise ersetzen die Computer den Bordingenieur perfekt, aber sie haben auch Schwächen, und hin und wieder versagen sie mal kläglich (wir hatten gerade erst kürzlich so einen Fall, ich werde da nochmal ausführlich drüber schreiben, wenn ich Zeit finde).

Gleichzeitig unterstützen die Computer den PF so hervorragend, dass man die meisten Airliner problemlos single Pilot fliegen kann.

Also sollte einer der zwei in Reihe 0 vor allem Pilot, der andere vor allem Systemüberwacher sein. Einen gewissen Mindeststandard sollten beide für beide Rollen erfüllen, allein schon für den Fall dass einer ausfällt, aber zumindest einer von beiden sollte in der Lage sein die Computer nicht nur zu bedienen, sondern auch vollständig zu verstehen, ggfs. Fehlfunktionen erkennen und manuell ausbügeln können. Dazu müssten die Systeme natürlich entsprechende Eingriffe erlauben, dass muss sorgfältig gemacht werden, um nicht neue Gefahren heraufzubeschwören.

 

Das ist wohl Definitionssache. Ja, wir hatten die letzten Jahre wenig Totalverluste, aber das bewegt sich im Rahmen der statistischen Streuung. 1984 hatten wir z.B. weniger Tote als 2015. Der Trend scheint klar, aber wenn du mal eine Linie durch die Phase 1973-1984 legst, dann war in dieser Phase die Reduktion der Toten um ein vielfaches höher (absolut und prozentual) als zwischen 2003 und 2014.

Vor allem ist aber die Crashsicherheit besser geworden, wir zerstören immer mehr Flugzeuge ohne dass eine nennenswerte Anzahl von Toten zu beklagen wäre. Das System Lufttransport ist also weniger deshalb sicherer geworden, weil im Bereich vor Tür 1 alles so toll läuft, sondern vielmehr weil im Bereich hinter Tür 1 alles perfekt läuft, wenn es denn mal knallt. Die Zahl der schweren Störungen ist seit Jahren mit der Zahl der Flugbewegungen zunehmend, die Zahl der Fälle in denen es wirklich knapp war nimmt zu, oder werden zumindest häufiger gemeldet und untersucht.

Im Prinzip müsstest du "Sicherheit" auch darüber definieren, wie oft es mit viel Glück gerade noch mal gutgegangen ist. Diese Fälle müsste man nach "Knappheit" gewichtet auch mitzählen, nur haben wir dafür relativ wenige Vergleichsdaten, da in den Zeiten vor der Datenübertragung vieles davon schlicht unter den Tisch gekehrt wurde.

Genau! Nur die richtige Kombination von künstlicher und natürlicher Intelligenz bringt einen Vorteil - auch bei Unfällen, die gerade nochmal glimpflich ausgingen. Wenn wir das gut hinkriegen, kann die künstliche Intelligenz beispielsweise verhindern, dass Taxiways oder bei schönstem Wetter Hafenmauern angeflogen werden. Wir haben aber immernoch einen Menschen, der den Hudson als Landemöglichkeit sieht. 

Sehr gut möglich, dass dies heute bereits der Fall ist.

Nur geht es eben nicht nur darum "gut" oder "präzise" zu steuern, sondern auch zuverlässig. Auch dann, wenn etwas ausgefallen ist, auch dann wenn das Wetter extrem ist, auch dann, wenn man mal ausserhalb dessen fliegen muss, für das das Flugzeug eigentlich ausgelegt wurde.

Wenn Windows sagt "Der Prozess kann derzeit nicht beendet werden", dann ist das bestenfalls ärgerlich. Wenn der FCC im Landeanflug sagt "Der Flug kann derzeit nicht beendet werden", dann ist das potentiell tödlich.

Mal ganz von den rechtlichen Aspekten abgesehen, es ist für den Juristen kaum vorstellbar, dass es einen "Verantwortlichen Flugcomputer" geben kann. Wer ist verantwortlich, wenn der Computer spinnt? Wer haftet?

Müssen die Leute bei der Buchung in Zukunft mit einem Click bestätigen, dass sie im Falle eines durch Computerfehler verursachten Absturzes auf alle Entschädigung verzichten?

Das sind die Gründe, weshalb der Computer noch länger nicht die volle Verantwortung übernehmen kann. Unterstützen kann er selbstverständlich dennoch, mit schrittweise grösseren Befugnissen. Die neuen Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz gar nicht einzusetzen wäre meines Erachtens töricht, da verschenken wir Potential. 

 

Deshalb: Führen wir den Bordingenieur wieder als eigenständige Intelligenz ein! 

Bearbeitet von Lausig
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Wenn wir das gut hinkriegen, kann die künstliche Intelligenz beispielsweise verhindern, dass Taxiways oder bei schönstem Wetter Hafenmauern angeflogen werden. Wir haben aber immernoch einen Menschen, der den Hudson als Landemöglichkeit sieht. 

Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre...

Wie willst du einem Computer erklären, das landen im Hudson OK ist, aber landen auf dem Taxiway nicht (falls die Runway blockiert ist, der Taxiway frei, und es bei dir in der Kabine brennt...). Sobald du dem Computer die Autorität gibst etwas zu verhindern, wird er auch das ein oder andere verhindern, das den Tag gerettet hätte, aber niemand vorhersehen konnte.

 

Gruß

Ralf

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Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre...

Wie willst du einem Computer erklären, das landen im Hudson OK ist, aber landen auf dem Taxiway nicht (falls die Runway blockiert ist, der Taxiway frei, und es bei dir in der Kabine brennt...). Sobald du dem Computer die Autorität gibst etwas zu verhindern, wird er auch das ein oder andere verhindern, das den Tag gerettet hätte, aber niemand vorhersehen konnte.

 

Mein Vorschlag ist, einen Bordingenieur künstlicher Intelligenz einzuführen. Ein Computer also, der selber "denken" kann. Anfangs soll dieser nur Daten sammeln und lernen. Wenn daraus erkenntlich wird, dass die intelligente Maschine eine schlaue Hilfe sein kann, soll sie beispielsweise Advisories geben dürfen. Bei noch nicht sehr weit fortgeschrittener Intelligenz hätte der Bordingenieur sowohl beim Hudson, der Hafenmauer wie auch dem Taxiway gewarnt  "Potentieller Konflikt: Der Anflug führt auf ein ungeeignetes Landefeld". Wenn der Bordingenieur genügend intelligent ist, merkt er aber, dass die Hafenmauer gänzlich ungeeignet, der Taxiway besetzt und der Hudson mangels Schub sehr wohl passend ist. 

 

Autorität hat der Bordingenieur anfangs selbstverständlich nicht. Wenn er mit der Zeit schlauer wird wie seine menschlichen Kollegen, sollte er diese durchaus bekommen. 

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Lustig wie einige hier die technische Entwicklung mit den letzten 30 Jahren vergleichen.

 

Nach Moor's Law verdoppelt sich die Rechenpower mind. alle 2 Jahre. Bei der GPUs sind wir in den letzten Jahren schon weit darüber. Erst diese Steigerung hat KI möglich gemacht und es geht unaufhörlich weiter.

 

Tesla wird Ende 2018 schon mit einem Update kommen, welches komplett Autonomes Fahren in jeder Fahrsituation ermöglicht.

 

In 5 Jahren wird niemand mehr ein Auto ohne solche Funktion kaufen. Die Generation 30 - 40 welche heute die Gesetze schaffen - haben keine Angst vor Technik, sondern wissen, dass es unsere alleinige Möglichkeit ist weiter zu bestehen und unsere Probleme zu lösen.

 

Ich würde alles verwetten dass bin 5 Jahren es möglich sein word in einem Tesla zu schlafen und von A nach B gefahren zu werden und dies auch legal!!

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