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Vollständige Version anzeigen : Was wirklich ganz anderes...


flowmotion
28. November 2003, 00:19
Seit einigen Monaten weiss ich, dass ich laktoseintolerant bin (vertrage keinen Milchzucker und alles was irgendwie mit Milch zusammenhängt) und viele der Betroffenen wissen über Jahre hinweg nicht, was eigentlich mit ihrem Körper los ist.

Kurze Erklärung. Laktoseintoleranz kann sich im Laufe der Zeit bilden und führt unbehandelt zu Schäden am gesamten Körper. Richtig merken tut man es eigentlich 1-5 Stunden nach dem Essen (Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen, Übelkeit, etc.). Man analysiert das ganze Essen und hat wirklich keinen Schimmer, woher man diese Beschwerden hat. Der LI kann man heute eine Vielzahl von anderen Symptomen zuschreiben (chronische Müdigkeit, Karies trotz häufigen Zähneputzen, starke Nackenschmerzen - just to name a few).

Immer mehr Säuglinge sind heute LI und die ratlosen Eltern wissen vielfach nicht, was mit ihren Kindern eigentlich los ist (häufiges Schreien, geblähter Bauch, Durchfälle, Unruhe, etc.).

Geschichte: Der Mensch ist eigentlich nicht dazu erschaffen, Milchzucker zu verdauen (er wurde ihm angezüchtet). Im Laufe der Zeit reduziert sich die Restlaktase Produktion im Körper immer mehr und mit ca. 70 Jahren sind 90% der Menschen LI. Manche auch wesentlich früher, je nach dem, wann diese Produktion eingestellt wird. Auch sind Gewichtsprobleme sehr häufig bei LI.

Nun, bin ich einiziger Pilot/Aviatikfan mit LI oder gib't noch andere unter Euch (manchen, denen diese Symptome bekannt vorkommen, sich aber keinen Reim drauf machen können...) ?

Ich weiss, ist wirklich massivst off Topic für ein Luftfahrtforum, aber nimmt mich einfach Wunder :D

Gruess, Iris

Übrigens, diese verd**** Laktose (auch als Konservierungsmittel) ist fast überall drin. Von Suppenwürfeln über Aromat, Brot, Fertiggerichte, Fischstäbli - alles. Danke der heutigen Nahrungsmittelindustrie, die das Leben für manche echt schwer machen :mad:

Christian Thomann
28. November 2003, 02:40
Hallo Iris

Erstmal herzlich willkommen, auch unter Fluglehrern!

Ich denke, dieses Thema ist nicht zu unterschätzen, sonst hättest du es auch nicht einfach so loswerden müssen. Der "moderne, westliche" Mensch kann zwar Herzschrittmacher einbauen, Hüftgelenke ersetzen, Augen lasern, Pop-Sänger liften, MRI undweissnichtwas, aber eine akute Schmerztherapie beheben ist ein Fremdwort. Östliche Medizinwissenschaften haben derartige Probleme längst mit Akupunktur im Griff. Bei uns ist man bereits schon am überlegen, was das ist und sein soll! Wenn man mit dem Skalpell einen Körper öffnet und man sieht drunter keinen Schmerz oder ein verbogenes Körperteil, dann ist der Patient einfach ein Simulant! Oder?

Du beschreibst dein Problem sehr exakt und genau deshalb denke auch ich, der Mensch wird in einigen wenigen Tausend Jahren (wenn es ihn dann noch gibt) immer mehr zu Höchstleistungen gezüchtet, wie ein Windhund. Daraus resultiert, dass Kleinigkeiten, wie Hautreizungen durch einen Luftzug oder Körperberührungen durch jemand anders bei ihm bald Allergien und Krankheiten hervorrufen könnte. Das tönt zwar etwas nach EndeWelt. Trotz Höchstleistungen in der technischen Wissenschaft wird man mit Garantie aber kaum jemals seinen Geist, das Denk- und Erinnerungsvermögen und die gedankliche Leistungsfähig gleichzeitig durch eigene Anstrengung, Motivation oder Konzentration bei Bedarf auf ein wesentlich höhreres Niveau bringen können. Go to östliche Weisheiten! Weltanschauungen durch Sport, Karate und weitere K's. Ich vermochte bisher lediglich in Feuerwehr- und überregionalen Katastropheneinsätzen in Einsatzstäben meinen Adrenalinhaushalt beherrschen, sodass er mir hilft, nicht schadet (bremst).

Ich weiss, ich bin sehr ausgeschweift. Doch sind es jene gedanklichen Berührungspunkte, die mich zeitweise viel mehr bewegen, als irgend welche schwerwiegende Machteinsätze grossen Nationen. Iris, obwohl ich dir mangels nötiger Kenntnis keinen Rat geben kann, habe ich dich sehr wohl verstanden und möchte dir bloss meine eigenen Gedanken vermitteln und Mut zusprechen! Gleichzeitig hat du unterdessen ein ganzes Paket Energie von mir abgezogen und das gönne ich dir! Gesundheit kann ich nicht machen aber ich wünsche sie dir. Sorry, wenn ich etwas zu nahe getreten bin.

Chregel

flowmotion
28. November 2003, 11:53
Wenn man dann eigentlich mal weiss was man hat, ist eine grosse Hürde schon geschafft. Nachher heisst's - Ernährung umstellen (und das hat auch seine guten Seiten, da man wirklich für sich selber richtig kochen muss ;) . Ich weiss das jetzt seit ca. einem Jahr und bin recht froh, dass es eigentlich nix schlimmes ist, aber halt mühsam. Naja, Olivenöl, richtige Gewürze und ein paar Produkte aus dem Reformhaus helfen da enorm und man fühlt eine Besserung in wenigen Tagen (und diese Küche ist auch für "Normalverdauer" nicht schlecht...:D

Chregel, du bist mir überhaupt nicht zu nahe getreten und ich bin froh, dass es Leute gibt die realisieren, dass die heutige Industrie nicht nur von Nutzen ist. Unsere Bequemlichkeit hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen (und nicht nur ein paar wenige) massive Intoleranzen und Allergien entwickeln. Du merkst es aber erst, wenn du einige Sachen einmal umstellst, wie mies es dir vorher eigentlich ging.

Nach einigen Jahren "Raubau" mit mir selbst während der Spitalzeit, werden einem solchen Sachen recht bewusst. Du gehst gegen 12 Uhr nachts ins Bett und stehst danach noch 2-3x auf. Innerhalb von 5 Minuten musst du so leistungsfähig sein, dass du eine lebensbedrohliche Situation abwenden und behandeln kannst (wobei das von dir genannte "Adrenalin" dabei sehr nützlich ist). Es ist nicht allzulange her, da musste man nach solchen Nachtdiensten tagsüber normal weiterarbeiten (in einigen Spitälern immer noch so). Kein Wunder, gehen dabei die Leute im wahrsten Sinn zugrunde - seelisch wie auch körperlich.

Ich kann nur eines sagen. Ich hab, Gott sei Dank, im letzten Moment noch "die Kurve gekratzt" und möchte jedem empfehlen, mehr auf seinen Körper zu hören und diese Warnungen auch ernst zu nehmen !

So, jetzt muss ich los. Es sind wiedermal drei Tage Nachtdienst angesagt :)

Grüsse, Iris

Nicco
28. November 2003, 15:32
Hallo Iris

Willkommen im Club der Lakotse-Intoleranten. Bei mir wurde die LI vor mittlerweile vier Jahren diagnostiziert. In der Zwischenzeit habe ich sehr viele Tiefs mitgemacht, denn LI wirkt sich ja schlussendlich auf fast alle Teile des Körpers aus.

Die Symptome haben sich in den Jahren immer wieder verändert und oftmals habe ich (und auch die Ärzte) das anderen Ursachen wie z.B. psychosomatische Störungen, Nervöse Zustände usw. zugeschrieben. Heute bin ich aber der Überzeugung, dass 99,5% meiner Beschwerden aus dem Magen/Darmtrakt kommen und auf die LI zurückzuführen sind.

Jetzt ist es so, dass ich sporadisch unter migräneartigem Schwindel leide, was mir die Lust am Fliegen immer wieder vergällt. Durch Autogenes Training bringe ich heute meinen Körper immer wieder zur Ruhe, dass sich die beruflich bedingten Nervositäten nicht zusätzlich auf den sowieso schon gereizten Darm auswirken. Leider ist das noch nicht genug...

So ist das im Moment und -wie Du schon angesprochen hast- gibt es viele, die das gleiche Leiden haben, aber nichts von der Ursache wissen.

Du hast Dich sicher schon im Internet schlau gemacht. Trotzdem möchte ich es nicht verpassen, hier eine URL anzugeben, die m.E. sehr interessant für LIs ist. www.laktonet.de (http://www.laktonet.de) ... ist eine Seite, die man m.E. unbedingt konsultieren sollte.

Das Thema lässt sich durchaus weiterdiskutieren. Mich interessiert vor allem, welche Symptome sich bei Dir einstellen bzw. eingestellt haben (mal abgesehen von den Offensichtlichen wie Blähungen usw.)

Auf gute Gesundheit

Gruss
http://www.monti.ch/ilsnicco.gif

flowmotion
28. November 2003, 18:06
Hoi Nicco

Ich hatte seit Kindheit keine grosse Freude an reinen Milchprodukten wie Joghurt, Quark etc. Mir war einfach immer irgendwie komisch danach. Im Laufe der Jahre wurde es immer extremer mit Völlegefühl, Bauchschmerzen und Unwohlsein. Begann meist 1-5 Std. nach dem Essen und verschwand nach 1-3 Std. wieder. Ich dachte zuerst, dass ich etwas in Richtung Zwölffingerdarmgeschwür habe, wurde dann aber per Gastroskopie nicht bestätigt. Ich hab jahrelang damit gelebt und mir nicht gross Gedanken gemacht. Dachte eher, dass ich vielleicht gewisse fettige Speisen nicht mehr vertrage, etc. Das ging bis Anfang diesen Jahres und dann lag ich im Spital. Davor hatte ich 5 Tage Nachtdienst und hab fast nur Päcklisuppe und Quick Lunch gegessen (heute ist mir klar, dass dieses Zeugs voll mit Laktose ist).
Hatte dann die nächsten zwei Tage frei. Am zweiten Tag habe ich dann normal z'Nacht gegessen und danach gings los. Meine Verdauung stand effektiv für ca. 12 Stunden still und man fühlte, dass nichts mehr vorwärts ging. Da lag ich also herum und wusste relativ genau, dass nun etwas nicht mehr stimmt. Als ich dann plötzlich innerhalb von ein paar Minuten mit der Tempi auf über 39° hochgeschossen bin, war ich noch sicherer, dass ich besser am nächsten Tag die Notaufnahme heimsuche.
Nach einem Tag Spital, kam die Oberärztin und stellte zuerst einmal fest, dass ich nix wildes habe, aber sie würde auf LI tippen.
so wurde das ganze bei mir festgestellt.

Als ich wieder zurück in "meinem" Spital war, ging ich zu unserer Ernährungsberaterin und liess mich mal umfassend beraten.

http://www.libase.de/download.html?action=view&fid=46&cid=4&styleid=1

Dieser Link führt zu Ulli's Infoblättern über LI und wird dir bestimmt helfen. Bei mir hat sich nach dem Durchlesen ein ganz klarer "Aha" Effekt eingestellt und mir wurden einige Zusammenhänge viel klarer.

Bis später, Iris ;)

Walter Fischer
28. November 2003, 20:24
Von Nicco kenne ich diese Krankheit. Anlässlich unseres letzten Pistenhappening's im vergangenen Sommer, als ich ihm genau erklären musste, was für Zutaten sich in meiner "Flugadler- Sandwichkonstruktion" so tummeln.
Seither bin ich um einiges besser informiert darüber, dank Eueren nun noch detailierteren Schilderungen.
Mich allerdings hat ein anderer Käfer besprungen, ein ganz und gar seltenes Insekt, eine sog. Haarzellen- Leukämie, hat aber nichts mit den Haaren am Körper zu tun, sondern mit der Form von entarteten weissen Blutzellen, die sich mit einem Rand schmücken, der wie eine Behaarung aussieht.
Sehr gut heilbar zum Glück, und dennoch sehr unheimlich, da man absolut gar nichts über die Ursache kennt.
Hoffentlich konsumiert Ihr nächstens noch meine selbstgemachten Brötchen nach all den Schauergeschichten:D

Gruss Walti, im Kopf auch nicht mehr wie früher:D

Nicco
28. November 2003, 20:59
Von Nicco kenne ich diese Krankheit

Hallo Walti

Eine kleine Berichtigung am Rande. Laktoseintoleranz (LI) ist keine Krankheit und auch keine Allergie. Es ist ganz einfach ein Mangel an einem Enzym - allerdings mit weitreichenden Auswirkungen.

Auswirkungen von LI können aber längerfristig in Krankheiten enden. Die Belastung des Darms ändert z.B. dessen Durchlässigkeit für Giftstoffe, welche sich dann ihrerseits negativ auf andere Organe auswirken...

Gruss
http://www.monti.ch/ilsnicco.gif