St-Exupéry
24. May 2004, 08:38
Aufgeschlüsselt lauten die oberen Destinationen Mailand, Grado-Trieste, Linz und St.Gallen.
Dies war das routing meiner Ferien in der Zeit vom 10. bis 14. Mai 04. Ausgangspunkt war das Birrfeld, wo ich und ein Kollege eine PA 28 Archer II mieteten. Leider kann ich meinen Bericht nicht mit Fotos schmücken, möchte Euch aber dennoch den Bericht nicht vorenthalten und hoffe, dass er nicht zu langweilig ausfällt.
Am Vortag, dem Sonntag hatte es heftig geregnet und der Himmel war stark bewölkt. An unserem Abreisetag, dem Montag wurde das Wetter immer schöner und bereits um 10.00 Uhr flogen wir los. Nach einem crossing der CTR des Militärflugplatzes Emmen stiegen wir auf 7'500 Fuss und überflogen die letzten Wolkenbänke, die bereits im Auflösen begriffen waren. Mittlerweile stiegen wir weiter auf 10'500 Fuss und konnten schon in Altdorf sehen, dass nach dem Gotthardpass kein Wölckchen mehr den Himmel trübte. Wir näherten uns Bellinzona wo ein Kurswechsel auf 115° in Richtung Passo S. Jano anstand. Die Krete zog unter uns weg und blau funkelnd lag der Comersee vor uns. Zwischenzeitlich hatten wir kontinuierlich die Höhe abgebaut und glittten nun in 2'500 Ft MSL südwärts über den See. Mailand-Info hörte uns erwartungsgemäss erst nur 'broken', wir aber bekamen mit, wie uns eine C 172 über dem See entgegenkam. Mittlerweile hörten wir Milano-Info ganz gut und bestätigten den Verkehrshinweis mit 'loocking out'. Da ich PNF war, konnte ich mich genüsslich der Luftraumüberwachung widmen. Und dann sah ich sie: schön ordentlich dem gegenüberliegende Ufer folgend, kreuzten wir uns. Wir sanken noch weiter ab, bis wir auf 1'000 ft AGL für meinen Geschmack ungewohnt tief über Lecco flogen. Ich kam mir beinhahe wie beim Helifliegen vor und fragte mich, ob dort unten nun auch einige Passanten den lärmenden Flieger missfällig nachschauen würden. Aber wir hielten uns ja nur an die Vorgaben.
Wir standen bereits mit dem Tower von Mailand (LIME) in Verbindung und flogen von Westen her die Checkpoints Calusco und Dalmine ab. Links flogen wir beinahe auf gleicher Höhe an einem hohen Industriekamin vorbei, was mich nochmals veranlasste, auf den Höhenmesser zu blicken. Aber wir waren bereits im Anflug, um via 'lefthand downwind auf die Rwy 09 zu gelangen. Angesichts der breiten und langen Runway (3 km) und dem Gegenwind von ca. 10 kt. kam es mir vor, als würden wir in einem Heissluflballon der Piste entgegengleiten, so langsam erschien es mir. Als ich schon das Gefühl hatte, neben dem Flieger hergehen zu können, setzten wir auf. Wir wurden auf den Standplatz 'Bravo' geleitet. Nur, wo befand sich der? Ich unterstützte meinen PF indem ich auf dem Anflugblatt 'Bravo' suchte, aber beim besten Willen, war kein 'stand Bravo' oder sowas zu finden. Auch fand sich kein Wegweiser, wo das ominöse 'Bravo' zu finden sei. Das Problemchen löste der 'Follow me', der vor uns ein einkurvte und dem wir nun folgtten. Ich würde wetten, dass wir dabei schneller rollen mussten, als wir zuvor aufgesetzt hatten. (Zumindest kam es mir so vor!) Auf dem Parking 'Bravo' (der nirgends so beschriftet war) wurden uns die Blocks gesetzt und eine attraktive Handling-Agentin fuhr uns vor die Zollkontrolle, wo wir durchgeschleust wurden. Wir füllten noch Formulare aus und bestellten schon mal die notwendige Menge Avgas für den Weiterflug. Danach ging es erstmal ins Flughafengebäude wo essen und trinken auf dem Programm stand.
Zurück bei unserer Agentin bezahlten wir erstmal die Gebühren, die sich folgendermassen zusammensetzten:
Landegebühr: 7.42 Euro, Marshaller und Bus-Transfer: 24.42 Euro, Passagierassistenz: 5.30 EU, Dokumentations-Service (?): 5.30 EU, Passagier-Boarding-fee (??) take-off-Fee (?): 7.42 EU. Macht total: 68.54 EU.
Nun, keiner von uns hatte erwartet, dass es günstig sein würde.
Ich richtete mich nun für den Weiterflug ein, programmierte mein GPS 195 und ging mental das Abflugprozedere und die Route durch. Der Tankwagen war noch immer nicht da. Ich stieg wieder aus, wartete. An dieser Stelle sollen die Passagiere erwähnt werden - wir haben ja Zeit dazu. Mein Kollege war in Begleitung seiner Ehefrau, während ich von meiner Freundin begleitet wurde. Beide waren erfahrene Mitfliegerinnen. Der Tankwagen war noch immer nicht eingetroffen. Ich funkte den Tower an und fragte nach, mein Kollege telefonierte - Handy sei Dank - nochmals unserer Agentin. Von beiden bekamen wir zu hören, dass die Airliner-Priorität hätten. Diese Aussagen leiteten uns zu folgenden Annahmen:
1.: Airliner tanken eben doch Avgas.
2.: In Bergamo hat es bestimmt mehr als einen Tankwagen, aber wohl nur einen einzigen Tankwart..
Nach 1,5 Stunden warten erschien dann unser 'Herr der Schläuche' doch noch. Avgas-Preis: 50 Liter für 71.50 EU. Macht also einen Literpreis von 1.43 EU./bzw. Fr. 2.30. Geht ja noch.
Fortsetzung folgt
Dies war das routing meiner Ferien in der Zeit vom 10. bis 14. Mai 04. Ausgangspunkt war das Birrfeld, wo ich und ein Kollege eine PA 28 Archer II mieteten. Leider kann ich meinen Bericht nicht mit Fotos schmücken, möchte Euch aber dennoch den Bericht nicht vorenthalten und hoffe, dass er nicht zu langweilig ausfällt.
Am Vortag, dem Sonntag hatte es heftig geregnet und der Himmel war stark bewölkt. An unserem Abreisetag, dem Montag wurde das Wetter immer schöner und bereits um 10.00 Uhr flogen wir los. Nach einem crossing der CTR des Militärflugplatzes Emmen stiegen wir auf 7'500 Fuss und überflogen die letzten Wolkenbänke, die bereits im Auflösen begriffen waren. Mittlerweile stiegen wir weiter auf 10'500 Fuss und konnten schon in Altdorf sehen, dass nach dem Gotthardpass kein Wölckchen mehr den Himmel trübte. Wir näherten uns Bellinzona wo ein Kurswechsel auf 115° in Richtung Passo S. Jano anstand. Die Krete zog unter uns weg und blau funkelnd lag der Comersee vor uns. Zwischenzeitlich hatten wir kontinuierlich die Höhe abgebaut und glittten nun in 2'500 Ft MSL südwärts über den See. Mailand-Info hörte uns erwartungsgemäss erst nur 'broken', wir aber bekamen mit, wie uns eine C 172 über dem See entgegenkam. Mittlerweile hörten wir Milano-Info ganz gut und bestätigten den Verkehrshinweis mit 'loocking out'. Da ich PNF war, konnte ich mich genüsslich der Luftraumüberwachung widmen. Und dann sah ich sie: schön ordentlich dem gegenüberliegende Ufer folgend, kreuzten wir uns. Wir sanken noch weiter ab, bis wir auf 1'000 ft AGL für meinen Geschmack ungewohnt tief über Lecco flogen. Ich kam mir beinhahe wie beim Helifliegen vor und fragte mich, ob dort unten nun auch einige Passanten den lärmenden Flieger missfällig nachschauen würden. Aber wir hielten uns ja nur an die Vorgaben.
Wir standen bereits mit dem Tower von Mailand (LIME) in Verbindung und flogen von Westen her die Checkpoints Calusco und Dalmine ab. Links flogen wir beinahe auf gleicher Höhe an einem hohen Industriekamin vorbei, was mich nochmals veranlasste, auf den Höhenmesser zu blicken. Aber wir waren bereits im Anflug, um via 'lefthand downwind auf die Rwy 09 zu gelangen. Angesichts der breiten und langen Runway (3 km) und dem Gegenwind von ca. 10 kt. kam es mir vor, als würden wir in einem Heissluflballon der Piste entgegengleiten, so langsam erschien es mir. Als ich schon das Gefühl hatte, neben dem Flieger hergehen zu können, setzten wir auf. Wir wurden auf den Standplatz 'Bravo' geleitet. Nur, wo befand sich der? Ich unterstützte meinen PF indem ich auf dem Anflugblatt 'Bravo' suchte, aber beim besten Willen, war kein 'stand Bravo' oder sowas zu finden. Auch fand sich kein Wegweiser, wo das ominöse 'Bravo' zu finden sei. Das Problemchen löste der 'Follow me', der vor uns ein einkurvte und dem wir nun folgtten. Ich würde wetten, dass wir dabei schneller rollen mussten, als wir zuvor aufgesetzt hatten. (Zumindest kam es mir so vor!) Auf dem Parking 'Bravo' (der nirgends so beschriftet war) wurden uns die Blocks gesetzt und eine attraktive Handling-Agentin fuhr uns vor die Zollkontrolle, wo wir durchgeschleust wurden. Wir füllten noch Formulare aus und bestellten schon mal die notwendige Menge Avgas für den Weiterflug. Danach ging es erstmal ins Flughafengebäude wo essen und trinken auf dem Programm stand.
Zurück bei unserer Agentin bezahlten wir erstmal die Gebühren, die sich folgendermassen zusammensetzten:
Landegebühr: 7.42 Euro, Marshaller und Bus-Transfer: 24.42 Euro, Passagierassistenz: 5.30 EU, Dokumentations-Service (?): 5.30 EU, Passagier-Boarding-fee (??) take-off-Fee (?): 7.42 EU. Macht total: 68.54 EU.
Nun, keiner von uns hatte erwartet, dass es günstig sein würde.
Ich richtete mich nun für den Weiterflug ein, programmierte mein GPS 195 und ging mental das Abflugprozedere und die Route durch. Der Tankwagen war noch immer nicht da. Ich stieg wieder aus, wartete. An dieser Stelle sollen die Passagiere erwähnt werden - wir haben ja Zeit dazu. Mein Kollege war in Begleitung seiner Ehefrau, während ich von meiner Freundin begleitet wurde. Beide waren erfahrene Mitfliegerinnen. Der Tankwagen war noch immer nicht eingetroffen. Ich funkte den Tower an und fragte nach, mein Kollege telefonierte - Handy sei Dank - nochmals unserer Agentin. Von beiden bekamen wir zu hören, dass die Airliner-Priorität hätten. Diese Aussagen leiteten uns zu folgenden Annahmen:
1.: Airliner tanken eben doch Avgas.
2.: In Bergamo hat es bestimmt mehr als einen Tankwagen, aber wohl nur einen einzigen Tankwart..
Nach 1,5 Stunden warten erschien dann unser 'Herr der Schläuche' doch noch. Avgas-Preis: 50 Liter für 71.50 EU. Macht also einen Literpreis von 1.43 EU./bzw. Fr. 2.30. Geht ja noch.
Fortsetzung folgt