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5. March 2006, 11:44
Jeder, der sich mit dem Transport von Menschen befasst, kennt diesen Typ von Passagier. Er hält sich für den Mittelpunkt der Erde, verlangt die totale Aufmerksamkeit in jedem Moment und kann den Aufenthalt für Besatzung und Gäste zur Hölle machen.
Gestern war es wieder einmal soweit und es traf unsere Crew. Der schwierige Fluggast, etwas älter und von weiblichem Geschlecht, suchte sich für ihren Auftritt unseren Airbus aus. Man kennt sie die Dame von Welt. Ein gern gesehener Gast in den mondänen Wintersportorten wie Gstaad und St. Moritz, machte sie gestern dem Flughafen mit dem seltsamen Namen Unique die Aufwartung.
Obwohl die schwierige Person mit durchaus sympathischen Zügen des Öftern während den Wintermonaten mit uns fliegt, ist sie in keinem der Bonusmeilenprogramme Mitglied und es fehlen daher wichtige Angaben zu Gewohnheiten, Vorlieben und speziellen Wünschen.
Schwirrt die Diva durch die Schalterhallen im Flughafen, macht sich in allen Betrieben eine gewisse Unruhe breit, sonst ruhige Mitarbeiter werden nervös und es fällt auch da und dort mal ein unfreundliches Wort.
Schon bei der Flugplanung ging es los. Der Dispatcher fluchte über die beschriebene Person und bereitete uns mit viel Feingefühl darauf vor, dass wir wegen ihr mindestens eine Stunde Verspätung machen werden. Wir bissen in den sauren Apfel und freuten uns auf das kühle Blonde am Abend an der Southbeach in Miami.
Die ersten Arbeiten im Cockpit erledigte ich mit Routine und erst bei der Startgewichtsberechnung fiel mir auf, dass wir wegen dieser einen Passagierin eventuell für den Start zu schwer sind. Jetzt rutschten auch mir die ersten derben Worte über die Lippen und zusammen mit dem Kapitän versuchte ich das Letzte auf den Tabellen herauszuholen. Es schien zu klappen und wir bewegten den 227 t schweren Airbus Richtung Pistenschwelle.
Die mühsame Passagierin war relativ ruhig. Sie setzte sich mit einer unangenehmen Regelmässigkeit in Szene, das war aber absolut auszuhalten. Obwohl sich die Verspätung langsam summierte, fuhren wir unser Luftschiff in einer stoischen Ruhe durch das Uniqueland im Zürcher Glatttal.
Nur noch ein kleines Hindernis stand jetzt noch zwischen uns und dem Runway mit der Nummer 16: die Enteisungsmaschine für das Flugzeug. Wir befanden uns jetzt bildlich gesehen vor der Migroskasse im Glattzentrum an einem Samstagmorgen. Die Kolonne war lang und zu allem Übel ist – auch bildlich gesehen – der EC-Automat ausgefallen und das Bargeld knapp geworden.
Die Kerle an den Enteisungsmaschinen machten aus der Situation das Beste und arbeiteten wie die Tiere. Trotzdem standen wir mehr als eine Stunde mit laufenden Triebwerken in der Schlange, betrachteten mit Sorge unsere schwindenden Treibstoffreserven und berechneten alle 15 Minuten die Startparameter neu.
Just als wir mit der rettenden roten Enteiserflüssigkeit abgespritzt wurden, platzte unserer berüchtigten Passagierin der Kragen. Sie schoss aus ihrem Sitz heraus, schüttelte wie wild ihre Decke und der Flughafen verschwand unter einem weissen Teppich. Erste Versuche die besagte Dame zu beruhigen scheiterten genauso, wie der Effort unserer Einsatzleitstelle den Flug trotzdem noch starten zu lassen. Frau Holle hat wieder einmal gewonnen.
Gruss ein Reserveschiebender
Gestern war es wieder einmal soweit und es traf unsere Crew. Der schwierige Fluggast, etwas älter und von weiblichem Geschlecht, suchte sich für ihren Auftritt unseren Airbus aus. Man kennt sie die Dame von Welt. Ein gern gesehener Gast in den mondänen Wintersportorten wie Gstaad und St. Moritz, machte sie gestern dem Flughafen mit dem seltsamen Namen Unique die Aufwartung.
Obwohl die schwierige Person mit durchaus sympathischen Zügen des Öftern während den Wintermonaten mit uns fliegt, ist sie in keinem der Bonusmeilenprogramme Mitglied und es fehlen daher wichtige Angaben zu Gewohnheiten, Vorlieben und speziellen Wünschen.
Schwirrt die Diva durch die Schalterhallen im Flughafen, macht sich in allen Betrieben eine gewisse Unruhe breit, sonst ruhige Mitarbeiter werden nervös und es fällt auch da und dort mal ein unfreundliches Wort.
Schon bei der Flugplanung ging es los. Der Dispatcher fluchte über die beschriebene Person und bereitete uns mit viel Feingefühl darauf vor, dass wir wegen ihr mindestens eine Stunde Verspätung machen werden. Wir bissen in den sauren Apfel und freuten uns auf das kühle Blonde am Abend an der Southbeach in Miami.
Die ersten Arbeiten im Cockpit erledigte ich mit Routine und erst bei der Startgewichtsberechnung fiel mir auf, dass wir wegen dieser einen Passagierin eventuell für den Start zu schwer sind. Jetzt rutschten auch mir die ersten derben Worte über die Lippen und zusammen mit dem Kapitän versuchte ich das Letzte auf den Tabellen herauszuholen. Es schien zu klappen und wir bewegten den 227 t schweren Airbus Richtung Pistenschwelle.
Die mühsame Passagierin war relativ ruhig. Sie setzte sich mit einer unangenehmen Regelmässigkeit in Szene, das war aber absolut auszuhalten. Obwohl sich die Verspätung langsam summierte, fuhren wir unser Luftschiff in einer stoischen Ruhe durch das Uniqueland im Zürcher Glatttal.
Nur noch ein kleines Hindernis stand jetzt noch zwischen uns und dem Runway mit der Nummer 16: die Enteisungsmaschine für das Flugzeug. Wir befanden uns jetzt bildlich gesehen vor der Migroskasse im Glattzentrum an einem Samstagmorgen. Die Kolonne war lang und zu allem Übel ist – auch bildlich gesehen – der EC-Automat ausgefallen und das Bargeld knapp geworden.
Die Kerle an den Enteisungsmaschinen machten aus der Situation das Beste und arbeiteten wie die Tiere. Trotzdem standen wir mehr als eine Stunde mit laufenden Triebwerken in der Schlange, betrachteten mit Sorge unsere schwindenden Treibstoffreserven und berechneten alle 15 Minuten die Startparameter neu.
Just als wir mit der rettenden roten Enteiserflüssigkeit abgespritzt wurden, platzte unserer berüchtigten Passagierin der Kragen. Sie schoss aus ihrem Sitz heraus, schüttelte wie wild ihre Decke und der Flughafen verschwand unter einem weissen Teppich. Erste Versuche die besagte Dame zu beruhigen scheiterten genauso, wie der Effort unserer Einsatzleitstelle den Flug trotzdem noch starten zu lassen. Frau Holle hat wieder einmal gewonnen.
Gruss ein Reserveschiebender