Heinz Richner
18. October 2000, 19:28
Hallo zusammen
ich möchte hier von einem nicht alltäglichen Thema in unserer Ausbildung berichten, die sicher von allgemeinen Interesse ist.
Die FAA-Vorschriften über die Komfortlimiten für Druckkabinen in Verkehrsflugzeugen umschreiben eine Maximalhöhe von 8000ft mit einer max. Steigrate von 500ft/min. und max. Sinkrate von 300ft/Min. Die kleinere Sinkrate wird durch natürliche Gehörschwierigkeiten bei Druckzunahme (Sinken) begründet.
Ausser Fahrwerkschächten, Random und Heck gehört der ganze Rumpf zur Druckzone. Die Gepäckräume (cargo compartments) werden aber nicht bei allen Flugzeugen belüftet.
Die Druckkabine weist im Flug stets einen grösseren Druck auf als die Umgebungsathmosphäre, sie befindet sich demnach weiter unten als das Flugzeug.
Mit Differenzdruck (differential pressure) wird der Unterschied zwischen Kabinendruck und statischem Umgebungsdruck bezeichnet. Mit steigendem Differenzdruck steigt bei einer bestimmten Flughöhe auch der Kabinendruck, das heisst die Kabinenhöhe nimmt ab. Um einen bestmöglichen Komfort für die Passagiere zu erreichen, muss demnach der Differenzdruck möglichst gross sein. Aus wirtschaftlichen Gründen (stärkere und damit schwerere Struktur) kann dieser nicht beliebig erhöht werden. Als Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und Komfort sind deshalb bei Jets je nach Typ für den maximalen Differenzdruck Werte von 7.5 - 9 psi festgelegt.
Bei einem maximalen Differenzdruck von 7.5 psi wird also ein Flugzeug, welches auf 35000ft (FL350) fliegt eine Kabinenhöhe von 8000ft (FL80) halten. Die Komfortlimite ist also gerade erreicht, höher darf das Flugzeug ohne Ueberschreitung nicht steigen.
Nach dem Start nimmt also das Flugzeug die Kabine bis zum maximalen Differenzdruck bis 8000ft Höhe mit. Drucktechnisch verbleibt die Kabine also während dem Reiseflug in dieser Höhe.
Das Prinzip der Druckkabine : die durch die Klimaanlage aufbereitete und der Druckkabine zugeführte Luft weist einen CONSTANT FLOW IN auf. Durch das OUTFLOW VALVE wird die ausgeströmte Luft reguliert, wodurch der gewünschte Kabinendruck erreicht wird, also REGULATED FLOW OUT. Der resultierende Kabinendruck ist demnach ein Ergebnis des Auslassquerschnittes des OUTFLOW VALVES. Am Boden ist dieses Ventil ganz geöffnet. Die Luft verlässt die Kabine ungehindert und der Innendruck ist gleich gross wie der Aussendruck.
Interessant, nicht wahr ?
Gruss
Heinz
ich möchte hier von einem nicht alltäglichen Thema in unserer Ausbildung berichten, die sicher von allgemeinen Interesse ist.
Die FAA-Vorschriften über die Komfortlimiten für Druckkabinen in Verkehrsflugzeugen umschreiben eine Maximalhöhe von 8000ft mit einer max. Steigrate von 500ft/min. und max. Sinkrate von 300ft/Min. Die kleinere Sinkrate wird durch natürliche Gehörschwierigkeiten bei Druckzunahme (Sinken) begründet.
Ausser Fahrwerkschächten, Random und Heck gehört der ganze Rumpf zur Druckzone. Die Gepäckräume (cargo compartments) werden aber nicht bei allen Flugzeugen belüftet.
Die Druckkabine weist im Flug stets einen grösseren Druck auf als die Umgebungsathmosphäre, sie befindet sich demnach weiter unten als das Flugzeug.
Mit Differenzdruck (differential pressure) wird der Unterschied zwischen Kabinendruck und statischem Umgebungsdruck bezeichnet. Mit steigendem Differenzdruck steigt bei einer bestimmten Flughöhe auch der Kabinendruck, das heisst die Kabinenhöhe nimmt ab. Um einen bestmöglichen Komfort für die Passagiere zu erreichen, muss demnach der Differenzdruck möglichst gross sein. Aus wirtschaftlichen Gründen (stärkere und damit schwerere Struktur) kann dieser nicht beliebig erhöht werden. Als Kompromiss zwischen Wirtschaftlichkeit und Komfort sind deshalb bei Jets je nach Typ für den maximalen Differenzdruck Werte von 7.5 - 9 psi festgelegt.
Bei einem maximalen Differenzdruck von 7.5 psi wird also ein Flugzeug, welches auf 35000ft (FL350) fliegt eine Kabinenhöhe von 8000ft (FL80) halten. Die Komfortlimite ist also gerade erreicht, höher darf das Flugzeug ohne Ueberschreitung nicht steigen.
Nach dem Start nimmt also das Flugzeug die Kabine bis zum maximalen Differenzdruck bis 8000ft Höhe mit. Drucktechnisch verbleibt die Kabine also während dem Reiseflug in dieser Höhe.
Das Prinzip der Druckkabine : die durch die Klimaanlage aufbereitete und der Druckkabine zugeführte Luft weist einen CONSTANT FLOW IN auf. Durch das OUTFLOW VALVE wird die ausgeströmte Luft reguliert, wodurch der gewünschte Kabinendruck erreicht wird, also REGULATED FLOW OUT. Der resultierende Kabinendruck ist demnach ein Ergebnis des Auslassquerschnittes des OUTFLOW VALVES. Am Boden ist dieses Ventil ganz geöffnet. Die Luft verlässt die Kabine ungehindert und der Innendruck ist gleich gross wie der Aussendruck.
Interessant, nicht wahr ?
Gruss
Heinz