Thermikus
25. April 2007, 22:44
Wenn ich mir heute so mit ansehe, wie meine Kollegen in ihre Kunststoffsegler steigen, dann ist da ein elementarer Unterschied zu früher festzustellen:
Die heutigen Rettungsfallschirme sind fast flach wie eine Flunder, bedecken den ganzen Rücken und ein kleiner abgeknickter Teil dient noch als so eine Art Sitzkissen. Die Auslösung erfolgt praktisch nur noch manuell per Zug am Auslösegriff. Auch das Gewicht der Fallschirme gegenüber früher hat sich deutlich reduziert.
Der manuell auslösbare Griff hat den unbestreitbaren Vorteil, dass sich der Pilot nach dem Notausstieg per freiem Fall genügend weit vom Flugzeug enfernen kann und nach dem Auslösen des Schirms kaum Gefahr läuft, vom abstürzenden Flugzeug eingeholt und mit in die Tiefe gerissen zu werden. Der nicht zu stark zu gewichtende Nachteil dieser manuellen Schirme ist, dass, wenn der Pilot beim Aussteigen mit dem Kopf gegen das Flugzeug schlägt oder bei Kollisionen von einem frei durch den Raum wirbelnden Teil getroffen und bewusstlos wird, der Schirm nicht mehr manuell ausgelöst werden kann.
Eine weitere Gefahr bei diesen Schirmen ist, dass beim Notausstieg in geringer Höhe die zwingend nötige Fallstrecke für die vollständige Oeffnung des Schirmes falsch eingeschätzt wird und der Pilot mit ungeöffnetem oder nicht vollständig geöffnetem Schirm auf den Boden prallt.
Zu meiner Segelfliegerzeit hatten wir ausnahmslos automatische Schirme. Diese waren kompakte und relativ gewichtige Pakete, die mit einer einige Meter langen kräftigen gelben Reissleine im Rumpfgestänge hinter dem Pilotensitz mit einem Spezialknoten (den jeder zu beherrschen hatte) befestigt waren.
Der Fallschirm befand sich während des Flugbetriebes immer im Flugzeug. Vor dem Start hatte man das Gurtzeug anzulegen und klinkte dann die Karbinerhaken des Schirms in die Oesen des Gurtzeugs ein.
Bei einem Notausstieg liess man sich dann einfach über die Bordwand ins Freie fallen oder legte, wenn das noch möglich war, den Segler auf den Rücken und fiel kopfüber aus dem Flugzeug. Bereits nach kürzester Fallstrecke wurde die mit dem Flieger verbundene Reissleine gestrafft und das eigene Körpergewicht zog den Fallschirm aus seiner Hülle, die im Flugzeug verblieb.
Es dauerte dann nur noch Sekunden, bis sich der Schirm automatisch voll entfaltet hatte. Bei ungünstigen Verhältnissen - so etwas bei einem Ausstieg während des Trudelns (zum Beispiel bei einer abgebrochenen Tragfläche) - konnte es vorkommen, dass der nach unten sprialende Segler und der Fallschirm sich eineinander verhedderten und dies tödlich endete.
Allerdings ist mir nie ein solcher Fall bekannt geworden.
Dietwolf:009:
Die heutigen Rettungsfallschirme sind fast flach wie eine Flunder, bedecken den ganzen Rücken und ein kleiner abgeknickter Teil dient noch als so eine Art Sitzkissen. Die Auslösung erfolgt praktisch nur noch manuell per Zug am Auslösegriff. Auch das Gewicht der Fallschirme gegenüber früher hat sich deutlich reduziert.
Der manuell auslösbare Griff hat den unbestreitbaren Vorteil, dass sich der Pilot nach dem Notausstieg per freiem Fall genügend weit vom Flugzeug enfernen kann und nach dem Auslösen des Schirms kaum Gefahr läuft, vom abstürzenden Flugzeug eingeholt und mit in die Tiefe gerissen zu werden. Der nicht zu stark zu gewichtende Nachteil dieser manuellen Schirme ist, dass, wenn der Pilot beim Aussteigen mit dem Kopf gegen das Flugzeug schlägt oder bei Kollisionen von einem frei durch den Raum wirbelnden Teil getroffen und bewusstlos wird, der Schirm nicht mehr manuell ausgelöst werden kann.
Eine weitere Gefahr bei diesen Schirmen ist, dass beim Notausstieg in geringer Höhe die zwingend nötige Fallstrecke für die vollständige Oeffnung des Schirmes falsch eingeschätzt wird und der Pilot mit ungeöffnetem oder nicht vollständig geöffnetem Schirm auf den Boden prallt.
Zu meiner Segelfliegerzeit hatten wir ausnahmslos automatische Schirme. Diese waren kompakte und relativ gewichtige Pakete, die mit einer einige Meter langen kräftigen gelben Reissleine im Rumpfgestänge hinter dem Pilotensitz mit einem Spezialknoten (den jeder zu beherrschen hatte) befestigt waren.
Der Fallschirm befand sich während des Flugbetriebes immer im Flugzeug. Vor dem Start hatte man das Gurtzeug anzulegen und klinkte dann die Karbinerhaken des Schirms in die Oesen des Gurtzeugs ein.
Bei einem Notausstieg liess man sich dann einfach über die Bordwand ins Freie fallen oder legte, wenn das noch möglich war, den Segler auf den Rücken und fiel kopfüber aus dem Flugzeug. Bereits nach kürzester Fallstrecke wurde die mit dem Flieger verbundene Reissleine gestrafft und das eigene Körpergewicht zog den Fallschirm aus seiner Hülle, die im Flugzeug verblieb.
Es dauerte dann nur noch Sekunden, bis sich der Schirm automatisch voll entfaltet hatte. Bei ungünstigen Verhältnissen - so etwas bei einem Ausstieg während des Trudelns (zum Beispiel bei einer abgebrochenen Tragfläche) - konnte es vorkommen, dass der nach unten sprialende Segler und der Fallschirm sich eineinander verhedderten und dies tödlich endete.
Allerdings ist mir nie ein solcher Fall bekannt geworden.
Dietwolf:009: