Thermikus
2. May 2007, 21:46
Für uns Westler war die DDR während der Zeit des so genannten kalten Krieges und bis zur Wende so etwas wie ein Reich des Bösen. Finster, abgeschottet durch einen nahezu undurchdringlichen Wall aus Mauern, Stacheldraht, Minenfeldern und patrouillierenden, schwer bewaffneten Grenzsoldaten.
Die Vorstellung, dass jenseits dieses "antiimperialistischen Schutzwalles" (Original-Ton Ost) Flugsport betrieben wurde, dass junge, begeisterte Leute mit ihren Segelflugzeugen an den Start gingen und dann herrliche Flüge über einer friedlichen Landschaft unternahmen, war für uns Flugsportler im Westen kaum nachvollziehbar. Und doch muss es so gewesen sein.
Wenn ich mir die heute zugänglichen Berichte in den einschlägigen, nunmehr gesamtdeutschen Internetforen betrachte, in denen Flugsportler und Angehörige der EX-DDR Luftwaffe zu Wort kommen, dann ergibt sich oftmals ein ganz anderes Bild, als uns seinerzeit von gewissen Progagandisten eingeimpft wurde.
Aber - sind diese Berichte wirklich so objektiv, wie sie auf den ersten Blick erscheinen? In der DDR war der Flugsport - auch der Segelflugsport - mit Bestimmtheit nicht jedem und auch nicht so uneingeschränkt, wie bei uns im Westen, zugänglich. Der autoritäre sozialistische Staat hatte das absolute Sagen und Segelfliegen konnte nur der, der in die halbmilitärische GST (Gesellschaft für Sport und Technik) aufgenommen wurde. Und in diese Gemeinschaft passte lange nicht jeder. Eine lupenreine sozialistische Gesinnung, Linientreue und widerspruchslose Erfüllung sämtlicher Vorgaben soll eine unerlässliche Bedingung für jene Elite gewesen sein, die am Flugsport teilhaben durfte.
Wie spielte sich das in der Praxis ab? War der Flugbetrieb militärisch straff organisiert, standen überall Spitzel bereit, um jede verdächtige Regung sogleich nach oben weiterzugeben oder ging das ähnlich locker und kameradschaftlich zu, wie bei uns im Westen? Wie wurden Streckenflüge durchgeführt? In gehörigem Abstand zur Westgrenze und nur in Richtung Osten?
Welche Bedingungen hatte ein Segelflugaspirant zu erfüllen und welche administrativen Hürden mussten überwunden werden, um in der damaligen DDR in das Cockpit eines Sport- und Segelflugzeuges zu gelangen. Wie exakt wurden die Flugaufträge vorgegeben und wann und wie durfte davon abgewichen werden?
Fragen über Fragen - die eigentlich kaum oder nie gestellt wurden und werden, die aber nach der zeitgeschichtlichen Wende für uns West-Hobbyflieger doch von erheblichem Interesse wären, um im Nachhinein objektive Vergleiche anstellen und eine verblassende Vergangenheit besser analysieren zu können.
Vielleicht lesen ja einige damals aktive Fliegerkollegen aus der Ex- DDR hier mit und könnten einen wertvollen Beitrag dazu leisten, ein wirklich objektives Bild der damaligen Sportfliegerei hinter dem "eisernen Vorhang" aufzuzeigen.
Besten Dank im voraus - Kameraden!
Gruss - Dietwolf:009:
Die Vorstellung, dass jenseits dieses "antiimperialistischen Schutzwalles" (Original-Ton Ost) Flugsport betrieben wurde, dass junge, begeisterte Leute mit ihren Segelflugzeugen an den Start gingen und dann herrliche Flüge über einer friedlichen Landschaft unternahmen, war für uns Flugsportler im Westen kaum nachvollziehbar. Und doch muss es so gewesen sein.
Wenn ich mir die heute zugänglichen Berichte in den einschlägigen, nunmehr gesamtdeutschen Internetforen betrachte, in denen Flugsportler und Angehörige der EX-DDR Luftwaffe zu Wort kommen, dann ergibt sich oftmals ein ganz anderes Bild, als uns seinerzeit von gewissen Progagandisten eingeimpft wurde.
Aber - sind diese Berichte wirklich so objektiv, wie sie auf den ersten Blick erscheinen? In der DDR war der Flugsport - auch der Segelflugsport - mit Bestimmtheit nicht jedem und auch nicht so uneingeschränkt, wie bei uns im Westen, zugänglich. Der autoritäre sozialistische Staat hatte das absolute Sagen und Segelfliegen konnte nur der, der in die halbmilitärische GST (Gesellschaft für Sport und Technik) aufgenommen wurde. Und in diese Gemeinschaft passte lange nicht jeder. Eine lupenreine sozialistische Gesinnung, Linientreue und widerspruchslose Erfüllung sämtlicher Vorgaben soll eine unerlässliche Bedingung für jene Elite gewesen sein, die am Flugsport teilhaben durfte.
Wie spielte sich das in der Praxis ab? War der Flugbetrieb militärisch straff organisiert, standen überall Spitzel bereit, um jede verdächtige Regung sogleich nach oben weiterzugeben oder ging das ähnlich locker und kameradschaftlich zu, wie bei uns im Westen? Wie wurden Streckenflüge durchgeführt? In gehörigem Abstand zur Westgrenze und nur in Richtung Osten?
Welche Bedingungen hatte ein Segelflugaspirant zu erfüllen und welche administrativen Hürden mussten überwunden werden, um in der damaligen DDR in das Cockpit eines Sport- und Segelflugzeuges zu gelangen. Wie exakt wurden die Flugaufträge vorgegeben und wann und wie durfte davon abgewichen werden?
Fragen über Fragen - die eigentlich kaum oder nie gestellt wurden und werden, die aber nach der zeitgeschichtlichen Wende für uns West-Hobbyflieger doch von erheblichem Interesse wären, um im Nachhinein objektive Vergleiche anstellen und eine verblassende Vergangenheit besser analysieren zu können.
Vielleicht lesen ja einige damals aktive Fliegerkollegen aus der Ex- DDR hier mit und könnten einen wertvollen Beitrag dazu leisten, ein wirklich objektives Bild der damaligen Sportfliegerei hinter dem "eisernen Vorhang" aufzuzeigen.
Besten Dank im voraus - Kameraden!
Gruss - Dietwolf:009: