Heinz Richner
6. February 2001, 19:35
Hallo zusammen
ich habe heute eine sehr interessante Uebung in der Flugschule absolviert.
Unter dem Thema Notverfahren haben wir verschiedene System-, Steuerausfälle und Motoren- sowie Kabelbrand geübt. Die Uebungen mit dem Brand an Bord konnten natürlich nur insoweit simuliert werden, als entsprechend der E-Checkliste die richtigen Massnahmen angedeutet wurden.
Spannender wurde die Sache, als der Fluglehrer den Totalausfall des Quer- und Höhenruders anzeigte. Wir waren auf ca. 5200 ft. Höhe über der Ortschaft Langnau. Ich war also gezwungen, das Flugzeug nur noch mit dem Power, Seitenruder und der Trimmung zu steuern. Im Geradeausflug war dies ja noch machbar. Schwieriger wurde die Sache beim Absinken auf die vorgesehene Flughöhe der Volte und beim Eindrehen.
Zwischenzeitlich mehr oder weniger genau und mit nassen Händen den lefthand downwind Rwy 14 in Bern erreicht, fragte ich den Fluglehrer, ob denn so zu Landen überhaupt möglich sei, wohlverstanden auch ohne Landeklappen ! Seine Antwort : was wollen Sie ? Im echten Notfall haben Sie die Steuerung ja auch nicht zur Verfügung. Ah, so, also Klartext vom PIC.
Na gut, habe ich nach der ATC-Clearance in die Base und anschliessend in den Final eingedreht und versucht, das Flugzeug einigermassen auf die Centerline auszurichten. Eine Zero-Flap-Landung ist schon anspruchsvoller, als mit normaler Landeklappenstellung. Hier aber eine saubere Landung ohne Flaps, ohne Querruder und ohne Höhenruder zum ersten Mal hinzukriegen, ging schon etwas über meine Fähigkeiten hinaus. Also hat der Fluglehrer kurz vor dem Aufsetzen eingegriffen, damit ich heute diesen Beitrag noch schreiben kann!!
Bei der nachträglichen Besprechung kam dann raus, dass ich keine eigentlichen Fehler gemacht hätte. Wir müssten im Notfall halt einfach mit dem zufrieden sein, was wir noch retten könnten. Zuerst Menschenleben und dann soweit möglich noch die Maschine. In dieser Konstellation eine perfekte Landung hinzukriegen, sei einfach nicht mehr möglich. Besser so zu landen, als vom Himmel zu fallen.
Ich habe wieder eine lehrreiche Flugstunde hinter mir, die mir Grenzen und Möglichkeiten in der realen Fliegerei aufzeigte. Toll, dies mal erleben zu dürfen.
Gruss
Heinz, der Fliegerlehrling.
ich habe heute eine sehr interessante Uebung in der Flugschule absolviert.
Unter dem Thema Notverfahren haben wir verschiedene System-, Steuerausfälle und Motoren- sowie Kabelbrand geübt. Die Uebungen mit dem Brand an Bord konnten natürlich nur insoweit simuliert werden, als entsprechend der E-Checkliste die richtigen Massnahmen angedeutet wurden.
Spannender wurde die Sache, als der Fluglehrer den Totalausfall des Quer- und Höhenruders anzeigte. Wir waren auf ca. 5200 ft. Höhe über der Ortschaft Langnau. Ich war also gezwungen, das Flugzeug nur noch mit dem Power, Seitenruder und der Trimmung zu steuern. Im Geradeausflug war dies ja noch machbar. Schwieriger wurde die Sache beim Absinken auf die vorgesehene Flughöhe der Volte und beim Eindrehen.
Zwischenzeitlich mehr oder weniger genau und mit nassen Händen den lefthand downwind Rwy 14 in Bern erreicht, fragte ich den Fluglehrer, ob denn so zu Landen überhaupt möglich sei, wohlverstanden auch ohne Landeklappen ! Seine Antwort : was wollen Sie ? Im echten Notfall haben Sie die Steuerung ja auch nicht zur Verfügung. Ah, so, also Klartext vom PIC.
Na gut, habe ich nach der ATC-Clearance in die Base und anschliessend in den Final eingedreht und versucht, das Flugzeug einigermassen auf die Centerline auszurichten. Eine Zero-Flap-Landung ist schon anspruchsvoller, als mit normaler Landeklappenstellung. Hier aber eine saubere Landung ohne Flaps, ohne Querruder und ohne Höhenruder zum ersten Mal hinzukriegen, ging schon etwas über meine Fähigkeiten hinaus. Also hat der Fluglehrer kurz vor dem Aufsetzen eingegriffen, damit ich heute diesen Beitrag noch schreiben kann!!
Bei der nachträglichen Besprechung kam dann raus, dass ich keine eigentlichen Fehler gemacht hätte. Wir müssten im Notfall halt einfach mit dem zufrieden sein, was wir noch retten könnten. Zuerst Menschenleben und dann soweit möglich noch die Maschine. In dieser Konstellation eine perfekte Landung hinzukriegen, sei einfach nicht mehr möglich. Besser so zu landen, als vom Himmel zu fallen.
Ich habe wieder eine lehrreiche Flugstunde hinter mir, die mir Grenzen und Möglichkeiten in der realen Fliegerei aufzeigte. Toll, dies mal erleben zu dürfen.
Gruss
Heinz, der Fliegerlehrling.