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Zitat:
Waehrend man bei der Diskriminierung von Koerperbehinderten in Buerojobs noch argumentieren koennte (aber Gott sei dank nicht darf): "Die sind weniger produktiv, weil sie jedesmal laenger brauchen, wenn sie zum Kopierer laufen muessen", ist mir keine einzige Statistik bekannt, nach der Piloten mit einem Sehfehler von unter 2 dpt sicherer fliegen, also solche mit zwischen 2 und 3 dpt. Ein geradezu lehrbuchmaessiger Fall von Diskriminierung der nur aus genau dem einen Grund (in Deutschland) rechtlich zulaessig ist, weil eine Fahlsichtigkeit von 2,5 dpt nicht als Behinderung gilt und eine Diskriminierung auf Grund koerperlicher Eigenschaften nur dann untersagt ist, wenn diese eine Behinderung darstellen. Gruss, Florian |
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Flightsimmer
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Das nenne ich eben die unreflektierte Anwendung von Political Correctness. Wenn jeder wirklich gleich behandelt werden müsste, dann könnte man argumentieren, dass der eine gottgegeben weniger schlau ist als der andere, also sind IQ-Tests - das Rückgrad jeder Pilotenselektion - illegal. Augen wie Gehirn sind nicht bei jedem Menschen gleich, genauso die körperliche Fitness und die Körpergrösse (wie steht es da mit den Auswahlkriterien??!).
Man muss sich einfach vom Gedanken verabschieden, dass es eine vollständige Gerechtigkeit gibt. Das ist für mich als (relativ) gesunder Mensch einfach zu sagen. Aber es ist leider so. |
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@Chipart: Was ist eigentlich Deine Meinung zum numerus clausus auf Universitäten und Hochschulen?
Die grundlegende Spaltung in dieser Sache ist unübersehbar. Man muss einfach anerkennen, das für spezielle Aufgaben spezielle Anforderungen notwendig sind - mögen letztere für die Masse noch so irrational und "diskriminierend" sein. Wie ich bereits angesprochen habe kann es durchaus sein, daß für manche Aspekte bereits neue wissenschaftlich relevante Erkenntnisse vorliegen können, welche eine veränderte Herangehensweise ermöglichen könnten - es steht aber den Unternehmen (Airlines) immer noch frei, die "Hürden" hoch zu halten. Whaz next? Eingeklagte Aufnahme bei den Navy Seals trotz Senk-Knick-Spreiz-Fuß und einer Wasser-Phobie? ![]() Gruß Johannes |
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Flightsimmer
Airline-Pilot Aviatik-Fan Registriert seit: Jul 2003
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Ich gebe noch einen weiteren "Meta-Grund" zu bedenken: Kandidaten, die partout auf Gerechtigkeit pochen, evtl sogar ihre Meinung gerichtlich durchzusetzen versuchen, sind gerade die Leute, die eine Airline nicht im Cockpit haben will. Das sind Charakteren, die sich nicht an sinnlose Gesetze halten wollen, die nur ihren eigenen "gesunden Menschenverstand" akzeptieren und der der anderen nicht. Schlussendlich endet das in Überheblichkeit und Intoleranz (und u.a. gerade das Gegenteil von Gleichberechtigung). Solche Leute werden häufig später im Cockpit zu "Troublemaker". Wenn dir die Auswahlkritierien zu unlogisch sind - wie steht es dann mit den zum Teil hanebüchernen Vorschriften in der Luftfahrt? Das OM A ist eine ganze Sammlung davon. Willst du gegen alle deine Vorschriften vorgehen, nur weil sie dir nicht passen?
Ein von den Airlines gerne gesehener Kandidat erkennt, dass es Limiten gibt, die unumstösslich sind, der sich einen Weg darum bahnt, das beste daraus macht und sich ins beste Licht rückt. Der die Vorschriften zu seinem Vorteil nutzt, der ein zuweilen garstiges Umfeld in eine Basis für gewinnbringende Operationen gestaltet. Ein Wettlauf durch die Diskriminerungsbehörden ist ein schlechter Start für eine Karriere... Sorry, wenn in jemandem an den Karren gefahren bin, ich weiss, das ganze ist relativ gemein, und wir haben es einfach so was zu sagen. Dani |
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Zitat:
Man darf immer etwas anfechten das einem diskriminierend erscheint, ohne gleich in eine solche Ecke gestellt zu werden.
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David |
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#56 | |||
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Zitat:
Zitat:
Und wo bleibt da der frische Wind er Innovation, wenn kritische Geister von vorne herein ausselektiert werden? Sind nicht sie es, die durch 'querdenken' Verbesserungspotentiale oder gar Sicherheitsrisiken aufzeigen? Aus dem Lager der Mainstreamer und Opportunisten wird in dieser Hinsicht naturgemäß nicht viel zu erwarten sein. Zitat:
Gruß Manfred |
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#57 | |
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Airline-Pilot Aviatik-Fan Registriert seit: Jul 2003
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Zitat:
Wenn du wirklich clever bist, dann mach genau das was dein Chef will, damit du unverzichtbar wirst. Sobald du in einer Kaderposition bist, kannst du deine Ideen einbringen. |
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#58 | |
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Zitat:
Es geht ja nicht darum, dass eine Fluglinie sich unter allen Bewerbern nicht die Besten aussuchen darf. Ganz im Gegenteil, das soll sie sogar. Es geht darum, dass es keine (mir bekannte) Evidenz gibt, dass Piloten mit 3 dpt Fehlsichtigkeit unsicherer fliegen, als solche mit 2 dpt. Florian |
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Zitat:
Dann wundern mich so manche Unfälle nicht, und auch die Einstellung das man Piloten sowieso am besten durch einen Computer ersetzen sollte... Dessen "Augen" (z.B. Pitotsonden) sind ja sowieso viel zuverlässiger als jedes menschliche Sinnesorgan. Nein ganz im Ernst, ich würde auch nie mit einem Piloten fliegen wollen, der sich seinen Platz in Reihe 0 erklagt hat. Die erste Amerikanerin die sich bei der NAVY in ein Jetcockpit geklagt hat, hat ja auch recht schnell demonstriert, das Recht bekommen und Recht haben nicht das selbe ist. Aber einen Piloten aus der Gruppe die zu allem unreflektiert Ja und Amen sagt, möchte ich erst recht nicht. Unsinnige Regelungen nicht zu hinterfragen und offensichtliche Misstände nicht anzugehen zeugt nicht von Charakterstärke. Zitat:
Gruß Ralf |
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Zitat:
Mein Prinzip ist inzwischen dass die Firma die keine konstruktive Kritik zulaesst (ueberigens die Haupteigenschaft eines guten, wahrlich motivierten Mitarbeites), es nicht wert ist meine Arbeit zu erhalten! Das macht zwar das Leben oekonomisch nicht immer einfach, aber ich kann immer gut schlafen (abgesehen von einigen Effekten von Jet-Lag hin und wieder). Interessanterweise sind Grossfirmen heutzutage eh schon grundsaetzlich Diskriminierend, denn die Anforderungsprofile sind rein auf 'Tick-the-box' ausgelegt und sparen so manchen sehr tauglichen Kandidaten von vornherein aus. Da spielt die Sehschaerfe als Kriterium echt in einer ganz anderen, tiefen Liga.
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There's nothing like a three holer... Richi |
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Okay, Florian, die Probleme bei einem ,Medical Flight Test', die du nennst, klingen wirklich problematisch, daran hatte ich nicht gedacht. Habe das auch nur kurz als mögliche Idee angeführt
![]() Ansonsten werden die Fehlsichtigkeitsproblematiken hier meiner Meinung nach übertrieben. Ob -3 oder -6 Dioptrien hat keinen Einfluss auf die Flugsicherheit, das ist einfach Quatsch! Und Dani, eine Psychofrage, welche in einer Selektion kommt: "Befolgen Sie immer alle Regeln?" Von einem Pilot wird mitunter doch mal mehr erwartet als stures ECAM Procedure etc. Aber das weisst du ja eigentlich auch.Zusammengefasst: Klar ist ein gesunder Pilot überlebenswichtig. Flugtaugliche Bewerber aber aus Prinzip nicht zu selektionieren finde ich nicht fair.
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Flo |
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#62 | |
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Zitat:
Mir hat man mal erklärt, das langfristig die Gefahr einer Netzhautablösung und Schädigung durch einen damit verbundenen Glaukom bei hoher/extremer Kurzsichtigkeit höher ist als bei bei Normalsichtigen. Das ist dann langfristig ein Problem, da diese Piloten später fehlen könnten und das teuer investierte Geld futsch sei. Hmmm.... Ärgern tut mich dagegen eher die Sache mit Farbsehschwäche wie Rotgrünschwäche. Man lässt mich Auto fahren; man ließe mich als Krankenpfleger auf Intensivstationen arbeiten- aber fliegen soll nicht gehen? Das ist ohnehin etwas, was ich nie verstanden habe- bis vor kurzem durfte man in solchen Fällen zwar privat Auto fahren, aber Berufskraftfahrer war nicht drin- ändert sich denn das Farbsehen mit dem Fahrzeug?
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________________ Viele Grüße Heiko |
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#63 |
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Hallo zusammen.
Kleine Frage nebenbei gilt die -3 Dioptrien zusammengezählt für beide Augen oder pro Auge? mfg |
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Nein, aber die Versicherungen bestehen darauf. Der Privatmann der aufgrund einer Farbsehschwäche einen Unfall baut verursacht wesentlich geringere Schäden als wenn er dies mit einem Lastwagen oder Bus macht.
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There's nothing like a three holer... Richi |
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#65 |
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Dann hätte ich gerne mal von denen ne Statistik, wieviele Unfälle auf eine Farbsehschwäche zurückführen sind!
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________________ Viele Grüße Heiko |
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#66 |
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Ich glaube eher es wäre an dir bzw. an der "Brillen-Lobby", den Versicherungen zu beweisen, dass Sehschwächen nicht grössere Gefahren bedeutet. Erst wenn du das kannst, werden sie wohl ein Einsehen haben. Du musst dich mal in den Kopf dieser Leute versetzen, die das Sagen haben. Wieso sollten die was ändern?
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#67 | |
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Zitat:
Und ein grünes Dauerlicht bedeutet halt etwas völlig anderes, als ein rotes. Wenn Man im Fall des Falles diese beiden nicht auseinander halten kann und statt "Halt/Stopp" versteht "Start frei", dann kann das gravierende Folgen haben! Florian |
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#68 |
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Und wie oft ist der Einsatz solcher Lichtkanonen in den letzten Jahren vorgekommen?
Und warum ist das außerhalb Europas offentsichtlich kein Problem?
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________________ Viele Grüße Heiko |
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#69 | |
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Zitat:
Kleine Frage nebenbei gilt die -3 Dioptrien zusammengezählt für beide Augen oder pro Auge? |
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#71 | |
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Was genau meinst Du mit "offensichtlich" und "ausserhalb Europas"? Also zumindest in den USA steht im Part CFR 14 Part 67.303:
Zitat:
Gruss, Florian |
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#72 |
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Es ist ja nicht nur ie Farbkanone, im Flieger sind die meisten Anzeigen, Parameter, Warnungen etc farblich von grün über gelb/orange nach rot klassifiziert und lassen sich ohne nachdenken zu müssen erkennen. Man muss zum schnellen Überlick nichtmal den genauen Zahlenwert quantitativ erfassen, sondern kann den Systemstatus mit grün als qualitativ gut erfassen, bei rot schaut man mal genauer hin. Schafft enorm Kapazität!
Zum Stereosehen, glaube fürs Einparken eher zweitrangig. Wenn man einparken möchte muss man zuvor noch gelandet sein. Undich glaube hier liegt das Problem. Das Stereosehen ist einfach nötig um die Annäherungsrate zum Boden für die Landung/Flare/Round out zu erfassen. Glaube hier gäbe es den ersten Einschlag ![]() |
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Zitat:
Florian, du verwechselst die riesige Lobby der kommrziellen Luftfahrt mit der der angehenden Verkehrspiloten. Erstere ist riesig, zweitere gibt es nicht. Wer einmal flegt, der verliert sein Farbsehen nicht. Der bekommt ohne schweren Unfall keine Probleme mit dem stereosehen. Es juckt also keinen. Anders bei Privatpiloten. Was da mit Geld möglich ist, erschreckt mich immer wieder. Und die gesetzliche Regelung ist für mich gute lobbyarbeit. Zitat:
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Gruß Jo |
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Also ob es eine Lobby gibt oder nicht und wie stark die jeweiligen Pressure Groups sind kann ich nicht beurteilen. Es tönt jedoch einleuchtend. Was aber noch dazu kommt: Wir Berufspiloten leiden zusätzlich darunter, dass so viele Privatpiloten medizinische Probleme haben bzw. Vorfälle im Flugbetrieb geschehen. Seit ich Pilot bin, muss ich jedes Jahr mehr Tests machen. Seit ein paar Jahren muss ich jedes Jahr ein EKG machen, nur weil ein paar Single-Pilot-General-Aviation-Piloten eine Baracke kriegten. Mit den Augen wurde es ab diesem Jahr auch noch einmal verschärft, wir haben jetzt den US-Augentest ("20/20"), müssen zufällige Buchstaben lesen (nichts mehr mit Auswendiglernen) und ich musste wieder einen Farbensehtest machen (das habe ich schon seit Jahren nicht mehr gemacht). Nach jedem 65jährigen, der mit seiner Pipercessna abstürzt, legen sie noch einen Zacken zu. Von mir aus könnten sie langsam weg vom Gas...
Dani |
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#75 |
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Ein Test, bei dem nicht mehr beschissen werden kann? Na, das ist natürlich ein Skandal!
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Fritz «Ich glaube, das ist falsch verstanden worden mit der Demokratie. Man darf in der Demokratie eine Meinung haben, man muss nicht. Das wäre ganz wichtig, dass sich das mal rumspricht. Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten.» (Dieter Nuhr) |
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