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Alt 14. November 2006, 22:47   #1
dschnyder
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Question Auf 0 Std revidierter Motor

Guten Tag,
der Motor meines DR400/180R hat eine Grundüberholung hinter sich.
Nun ist mir nicht klar, auf was beim Einfliegen besonders geachtet werden soll.

Die 1. Stunde wurde auf dem Prüfstand "geflogen".

Mir wurde gesagt, normale, längere Flüge ohne Schlepp - Betrieb sind ok. Selbstverständlich wird dabei "Einlauföl" verwendet.

Andere Piloten behaupten, 75% Leistung sollten nicht unterschritten werden. Wie soll ich das machen? Ich weiss nicht, welche Leistung der Motor mit meinem Festpropeller (Steigpropeller) im zulässigen Drehzahlbereich abgibt.

Gruss Daniel
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Alt 15. November 2006, 06:43   #2
Heinz Richner
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Hoi Dani

ich hatte diesen 'Zustand' mit der Arrow damals auch, zwar nicht aus der Grundüberholung sondern 'lediglich', dass alle 6 Zylinder neu gehohnt wurden. Bei mir war ja die Bedienung schon grundsätzlicher Standard, da man mit Turbo immer wie mit Eiern umgeht. Genauso sollst du nun mit deinem Motor umgehen, also langsamer sanfter Aufbau und Rückbau der Energie, keine extremen Temparaturschwankungen produzieren und dann wird deinem Motorli wohl sein. Die Aussage mit den max.75% Power stimmt so nicht, letztendlich sind die Differenzextreme entscheidend und nicht die Leistung.

Gut Einlauf!

Heinz
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Alt 15. November 2006, 07:28   #3
Brufi
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Hallo Daniel,

Ich nehme an, es handelt sich um einen Lycoming O-360. Es gibt dafür ein run-in procedure vom Hersteller für die ersten paar Stunden. Dieses solltest Du Dir besorgen und danach handeln. Soweit ich mich erinnere fängt es zuerst eher schonend mit wenig Leistung an und in einer zweiten Phase ist Belastung angesagt, da ist mal ein längerer Flug mit ordentlich Power gefragt, ich glaube das war eine Stunde lang 75% (entspricht etwa Vollgas auf rund 6'000 ft). Nach Abschluss des Procedures kann der Motor ganz normal weiterbetrieben werden (also auch Schleppbetrieb falls gewünscht), einfach mit Einlauföl (Straight Mineral Oil, Aviation Grade) bis zum ersten Ölwechsel.
Soweit meine Erinnerung, halte Dich ans Procedure, dort steht alles drin.

Gruss

Philipp
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Alt 15. November 2006, 09:22   #4
DNovet
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Da unterstütz ich massivst Philipp und Heinz!

Dani, meine eindringlichste Bitte:
"Arbeite" ausschliesslich nach schriftlichem des Herstellers oder nach deinem Mechaniker, nicht nach der "Meinung anderer Piloten" (wobei aber deren Meinung nicht prinzipiell falsch sind!).
Internet kann helfen, den Prozess des Einlaufens zu verstehen, aber der Hersteller sollte bei der Praxis das letzte Wort haben...

Weiter ausführen möcht ich mich nicht, ich denk aber, wir hier, unter uns Pfarrerstöchtern, verstehen uns bestens und wissen, was ich meine...

Liebe Gruess,

Dani
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Alt 15. November 2006, 11:29   #5
Hägar
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Hallo Daniel

Unter

http://www.lycoming.textron.com/main...tructions.html

findest du die Service Instruction SI 1427B ; diese hilft dir weiter.

Lycoming bietet via Internet einen hervorragenden Service, ich kann mich meinen Vorrednern resp. -schreibern nur anschliessen: Vorsicht mit dem, was man in der Flugplatzbeiz so hört, sich lieber beim Hersteller direkt informieren.

Trag Sorge zu deinem Motor, dann wird er auch Sorge zu dir tragen !!!


Gruss

Ruedi
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Alt 15. November 2006, 21:40   #6
dschnyder
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Vielen Dank für Eure Antworten und den interessanten Link von Ruedi.

Nur ein Problem bleibt bestehen:

Wie weiss ich wann ich 75% "Power" habe.

Für meinen Prop HO4/27HM-A170 115 kenne ich keine Tabelle. Auch habe ich keine "Manifold Pressure" Anzeige.

Gruss Daniel
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Alt 16. November 2006, 21:34   #7
phijip
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Hmm, komisch. Normalerweise sollte für jeden Prop, der STC´d ist ein Handbuch-Supplement bestehen, welches die korrigierten Reiseflugleistungen wiedergibt. Schau doch noch mal das ganze Handbuch durch.

Im übrigen solltest du dich ob dieser 75% nicht verrückt machen, das ist eine willkürliche Zahl. Ich behaupte mal, so ein grobschlächtiger O-360 "merkt" es gar nicht, ob er 73 oder 75 Prozent abgibt.

Ansonsten wurde über das korrekte Einlaufen von Motoren schon fast soviel geschrieben wie zum Leanen. Advanced Pilot Seminars vertritt z.b. die Meinung, nach 2 Stunden sei das Einlaufen praktisch beendet. In der Tat erscheint es sinnvoll, das "Einlauföl" nur so lange wie unbedingt nötig im Motor zu lassen.

Philipp
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Alt 21. November 2006, 16:56   #8
MarkusP210
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Zitat:
letztendlich sind die Differenzextreme entscheidend und nicht die Leistung
Dani

Das was Heinz sagte bringts auf den Punkt. Die Differenzen machens aus. Im Handbuch des Motors der CLT steht, dass während der Einflugzeit von 50h mit nicht weniger als 75% Leistung geflogen werden soll um ein einwandfreies Setzen der Kolbenringe zu gewährleisten.

Dies würde sich mit der Beobachtung decken welche ich bei einem O470 machte: in der Einflugphase wurde mit wenig Leistung rumgeeiert was zu schlechtem Ringsitz und damit verbunden zur Undichtheit und Verrussung zweier Zylinder führte.

Grundsätzlich gilt wohl: Leistung setzen und verringern immer schön langsam, der Betrag der Leistung entsprechend den Herstellerangaben.

Ich verfahre nach diesem Prinzip und habe konstante (leicht verbesserte) Dichtheitswerte auf allen sechs Zylindern.

EDIT:
Wie Philipp sagte: Vollgas in 6000 ft dürfte etwa 75% entsprechen.

Gruss

Markus
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Alt 21. November 2006, 23:13   #9
dschnyder
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Hallo Markus,

das Problem besteht darin, dass ich im Reiseflug nicht mit Vollgas fliegen kann. Die Drehzahl würde mit Vollgas 2700 RPM überschreiten.

Mein Lösungsansatz:
Während der Einlaufphase mit 2600 RPM fliegen und hoffen, dass dabei 75% erreicht werden.


Gruss Daniel
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Alt 22. November 2006, 10:04   #10
Leroy
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Zitat:
Zitat von phijip
In der Tat erscheint es sinnvoll, das "Einlauföl" nur so lange wie unbedingt nötig im Motor zu lassen.
Mir als "nur" Virtueller Pilot stellt sich da eine Frage. Was ist der Unterschied zwischen dem Normalen Öl und dem wohl speziellen "Einlauföl"?
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Schöne Grüße
Leroy
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Alt 22. November 2006, 11:35   #11
MarkusP210
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Hallo Dani

Aber dann hättest Du ja den falschen Propeller, das würde ja dazu führen dass Du nie Vollgas setzen kannst (was ist denn dann mit den Verslusten an der nicht geöffneten Drosselklappe). Und die ganze Zeit mit Nase 6° nach oben angestellt herumzufliegen kanns ja auch nicht sein

@Leroy
Einlauföl transportiert entstandenen Abrieb (welcher in der Einlaufphase vermehrt auftritt) in die Oelwanne wo er beim Oelwechsel entfernt werden kann.

Markus
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Alt 22. November 2006, 18:43   #12
dschnyder
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Hallo Markus,
beim Steigflug kann ich schon mit Vollgas fliegen.

Und beim Schleppen auch. Beim meinem "Oldtimer" handelt es sich um ein schönes Schlepp - Flugzeug.


Gruss Daniel
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Alt 22. November 2006, 20:14   #13
Stefan Burri
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Hallo Zusammen

Zitat:
Zitat von dschnyder
Beim meinem "Oldtimer" handelt es sich um ein schönes Schlepp - Flugzeug.
Und dazu noch ein wunderbares Pax-Rundflug Flugzeug mit einer doch vertretbaren Reisegeschwindigkeit, für ein Schleppflugzeug. (etwa 110kt, zumindest bei der EUQ)

Was für ein Jahrgang hat deine Traummaschine? Wir schleppen auch mit einer ziemlich alten Dame, einer Super Cub Jahrgang 57

Eine Frage an die Profis: Dass man Motoren einlaufen muss, weis heute beinahe jeder. Dies reicht mir aber nicht, ich möchte gerne wissen, wieso man dies tun muss. Was verändert sich beim Motor nach dieser Einlaufzeit? Inwiefern ist es von Bedeutung, dass Dani's Motor eigentlich gar nicht neu ist, sonden nur auf 0 Stunden überholt?

Gruss
Stefan
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Alt 22. November 2006, 20:48   #14
dschnyder
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Zitat:
Was für ein Jahrgang hat deine Traummaschine? Wir schleppen auch mit einer ziemlich alten Dame, einer Super Cub Jahrgang 57
. So alt ist "Robina" auch wieder nicht: Baujahr 1978. Deshalb Oldtimer in "". Mit dem Schleppen kann ich den Hangarplatz + Flugplatzbenutzung abverdienen.
Zitat:
Was verändert sich beim Motor nach dieser Einlaufzeit? Inwiefern ist es von Bedeutung, dass Dani's Motor eigentlich gar nicht neu ist, sonden nur auf 0 Stunden überholt?
Die Kolben + Zylinder sind neu. Ich gehe davon aus, dass beim Einlaufen die Kolbenringe + Zylinderwand eingeschliffen werden.

=========
Vielen Dank für Eure Antworten

Gruss Daniel
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Alt 23. November 2006, 11:51   #15
MarkusP210
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Dani

Ich glaube Oski hat's auf den Punkt gebracht. Möglichst gefühlvolle Leistungsänderungen verbunden mit möglichst grösster Leistung bei stabilem Temperaturverhalten sind das Geheimnis.

Wäre interessant, Deine Betriebserfahrung mit dem überholten Motor zu erfahren. Hältst Du uns auf dem Laufenden?


Stefan

Die neuen Kolben sind mit neuen Dicht- (2 Stück) und Abstreifringen (1 Stück) bestückt welche im Betrieb an den Wänden der neuen Zylinder reiben. Aufgrund der Materialbeschaffenheit der Ringe wird an der Zylinderwand solange Material abgetragen, bis die Dichtringe (fast) perfekt abschliessen; die Verdichtung erreicht ein Maximum, man nennt diesen Vorgang 'setzen'. Danach erbringt das Triebwerk die spezifizierte Nennleistung.

Dieser Vorgnag kann messtechnisch mittels Kompressionsmessung nachgewiesen werden. Bei entsprechender Behandlung bleiben die einmal erreichten Kompressionswerte über lange Zeit konstant und garantieren einen einwandfreien Lauf.

EDIT:
Auf Null Stunden überholt bedeuete, dass das Kurbelgehäuse sowie die Kurbel- und Nockenwelle beibehalten werden während die gesamten Zylinder inkl. Köpfe inkl. Ventiltrieb ersetzt (neu) werden.

Die Hersteller unterscheiden zwischen 'factory remanufactured' (Nullstundenüberholung), 'factory overhauled' (Kurbelgehäuse und Wellen überprüft/revidiert, Brennräume neu) und 'factory new' (fabrikneuer Motor). Die ersten beiden Varianten sind extreme Vertrauenssache wobei man vor allem in USA sehr aufpassen muss. Die letzte (teuerste) Variante garantiert volle Garantieleistungen und umfassende Dokumentation.

Markus
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Alt 23. November 2006, 18:02   #16
dschnyder
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Zitat:
Wäre interessant, Deine Betriebserfahrung mit dem überholten Motor zu erfahren. Hältst Du uns auf dem Laufenden?
Das mache ich.

Vorgeschichte:
Der Motor lief bis ca. 2150 Stunden trotz vorwiegendem Schlepp - Betrieb einwandfrei. Das letzte Motorenleben wurde schliesslich durch einen kleinen Zylinderriss beendet. Aufgrund der guten Erfahrungen mit diesem Triebwerk entschloss ich mich, es bei Cermec überholen zu lassen und nicht zu tauschen.

Ergebnis:
Kolben + Zylinder, Anlasser, Magnete, Suction Pump, Nockenwelle, Zahnrad bei Nockenwelle etc. wurden durch Neuteile ersetzt.
Vergaser + Alternator wurden überholt.


Optisch sieht der Motor aus wie neu. Er springt gut an und läuft "ruhig".
Die Öltemperatur liegt jetzt im empfohlenen Bereich. Irgendwas wurde beim Thermostat modifiziert.


Bis jetzt bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Ausser dem ruhigen Lauf und der höheren, verbesserten Öltemperatur habe ich keine Aenderung festgestellt. Die Zylinderkopftemperatur ist evtl geringfügig höher.

Hoffentlich hält er wieder über 2000h.

Gruss Daniel
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