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Air Marshal

Linienpilot mit 32 Jahren ?

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Air Marshal
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Hallo zusammen

 

Bin seit kurzem 32 Jahre alt und habe seit mehreren Jahren ein Dilemma. Schon als Kind und Jugendlicher wollte ich unbedingt Linienpilot oder Polizist werden. Das eine bin ich geworden und war schon in diversen anspruchsvollen und interessanten Abteilungen. 

 

Da mein Traum "Linienpilot" nächstes Jahr definitiv verfällt (maximales Alter), muss ich spätestens bis zum nächsten Sommer eine Entscheidung treffen. Die Swiss sucht jetzt ja fleissig neue Piloten 😉

 

Warum habe ich mich nicht schon mit 20 beworben?  Die Swissair stellte ihren Flugbetrieb im Jahr 2002 ein. Die Swiss ging unter Schweizer Führung 2005 beinahe wieder pleite und dann kam die Übernahme durch die Lufthansa, die weitere 1-2 Jahre dauerte und Unsicherheit herrschte. Ich musste mich aber 2008 auf einen Beruf festlegen. Da hatte ich in die neue Airline kein Vertrauen! 

Heute ist der Beruf Pilot mit der Billigfliegerei sicher nicht mehr so attraktiv wie damals, aber trotzdem schlägt mein Herz für Flugzeuge und die Technik.Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich derzeit knapp 100'000 Fr. jährlich verdiene, lockere Büroarbeitszeiten habe und in den nächsten 1-2 Jahren mit meiner Partnerin ein Haus kaufen könnte. Trotzdem würde ich vermutlich lieber fliegen, kurzfristig weniger verdienen und das Haus 3-4 Jahre später kaufen ?!

 

Kann mir evtl. ein Pilot sagen, wie bei mir die Lohnentwicklung ausschauen würde, angenommen ich würde das ganze Auswahlverfahren schaffen? Kann gerne hier oder per pn erfolgen.

 

Die 22 Monate Flugschule würden ja rund 200'000 Fr Lohnausfall bedeuten. Dazu kommen die 30'000 Fr. Ausbildungsschulden... Und in meinem Alter würde ich denselben Lohn bekommen wie ein 20 Jähriger, ist das richtig?  Gibt's für solche Oldies wie mich eine Überholspur? Anders formuliert: Wann nach der Ausbildung hätte ich wieder einen Lohn von rund 100'000 Fr ? Das ist wichtig für die Tragbarkeit bei der Hypothek. Gibts überhaupt solche Oldies in der Swiss Pilotenschule? Das ganze ist ja eher auf 20 Jährige zugeschnitten.

 

Falls dieser Traum in diesem Leben nichts mehr wird, bleibe ich bei P3D/PMDG/A320x etc. und überlege mir ein PPL zu machen... wobei  mir 2 Motorige Jets lieber sind. Kleinflugzeuge bin ich mit ca. 18 schon geflogen.

 

Und zu guter Letzt: Bleibt die Faszination Fliegen auch nach mehreren Jahren bestehen, wenn man dieselben Strecken mehrmals täglich fliegt? 

 

P.S. Etwas ging noch vergessen. Meine Partnerin ist eher dagegen, da ein Pilot nie zu Hause ist. Ist das so? Arbeitet man jedes Weekend? 

 

Danke schon mal für die Infos 😃

 

 

Edited by Air Marshal

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Alexh
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Hi,

 

bei Swiss in der Ausbildung kommen gelegentlich Schüler in deinem Alter vor, eine Ausnahme wärst du somit nicht. Das Gehalt fängt in der untersten Stufe an, eine Überholspur gibt es nicht.

Wenn deine Frau dagegen ist würde ich es definitiv mit ihr sehr genau absprechen, man ist viele Wochenenden und Feiertage wie Weihnachten und Neujahr arbeiten (auf Kurzstrecke nicht unbedingt über Nacht weg, aber zumindest arbeiten) sofern du keinen Urlaub bekommst. Und der Urlaub den du bekommst ist nicht zwangsläufig auch in der schönen Feriensaison. Da muss die Familie dahinterstehen. 

 

Gruß Alex

Edited by Alexh
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N891RH

Bei der Swiss / Edelweiss / Helvetic / whatever bewerben und zwar sofort. Solang Du einen gscheiten Job / Ausbildung hast als Backup, probiers.

 

In einem zweiten Schritt die Partnerin wechseln.

 

Gruss Marcel

  • Confused 1

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Alexh
vor 45 Minuten schrieb N891RH:

In einem zweiten Schritt die Partnerin wechseln.

 

Gruss Marcel

 

Naja der Job hält einen nicht warm und hilft einem nicht über strenge Dienstpläne und Sorgen im Leben hinweg. Meine Priorität wäre Frau, dann gaaaaaanz lange nichts, dann Job. Aber das muss jeder für sich entscheiden.

 

Gruß Alex

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N891RH

Die richtige Frau. Wenn sie jetzt schon nicht begeistert ist, wie soll das später mal werden?

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INNflight
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Auf die Gefahr hin, dass wir abschweifen und das ganze zu einer Partner(innen)diskussion wird:

 

Die "richtige" Frau muss ja nicht alles gut finden. Meine Partnerin hat mich schon als Pilot kennengelernt, war aber der ganzen Sache gegenüber zurecht skeptisch eingestellt. Aktuell arbeite ich seit knapp einem Monat Freitags bis Montags, habe jetzt DI/MI/DO frei. Meine Partnerin arbeitet regelmässig und hat immer frei, wenn ich weg bin. Das ist definitiv nicht für Jedermann/frau und kann eine Beziehung ordentlich belasten. 

 

Schichtarbeit ist das eine, aber Schichtarbeit mit Ortsabwesenheit sollte man nicht unterschätzen was Beziehungsstabilität und Sozialleben betrifft, vor allem wenn's vorher mal anders war. Ich würde realistischerweise damit rechnen, ca. 2 Wochen pro Monat nicht zu Hause zu sein.

 

Was die restlichen Fragen betrifft, bezogen auf Swiss:

 

Bei Swiss dauert die Ausbildung ca. 2 Jahre. Da hast du dementsprechend den Lohnausfall (weil Vollzeit), ausserdem wirst du Erspartes aufbrauchen müssen, um deine Fixkosten während der Ausbildung zu finanzieren. Die meisten Pilotenschüler wohnen während der Ausbildung ortsnah in einer WG. Bei dir wird das nehme ich an teurer sein. Ausserdem musst du - sofern du nicht in der Region Zürich wohnst - Pendelzeit oder Kosten für Übernachtungen einrechnen. 

 

Der Anfangslohn als F/O im ersten Lohndienstjahr beträgt ca. 75,000 CHF. 100,000 CHF erreichst du erst ca. im fünften Lohndienstjahr auf Langstrecke. Als CMD Kurzstrecke steigt der Lohn auf ca. 130-140,000 CHF, je nachdem, wann du ins Upgrading kommst. Alle Löhne sind öffentlich einsehbar: https://www.pilotjobsnetwork.com/jobs/Swiss_International_Air_Lines

 

Zusatzverdienst ermöglicht eventuell eine Zusatzfunktion (Trainingsabteilung, Flottenführung, Management, etc.) - dazu brauchst du einige Jahre Erfahrung und je nach dem Zusatzqualifikationen. 

 

Die Faszination bleibt auf jeden Fall, die Fliegerei macht den meisten immer noch Spass würde ich behaupten. Die grössten Dämpfer sind definitiv Planbarkeit des Soziallebens, Ferien, Dienstplanung. Viele Piloten wünschen sich die Wochenenden frei und wollen in den Schulferien auch Urlaub nehmen. Das klappt natürlich dementsprechend nicht immer. Siehe oben.

 

Generell würde ich sagen: Wenn es dein absoluter Traum ist: give it a shot. Die ganze Sache würde ich sehr genau mit deiner Partnerin abklären, sofern du in einer ernsten Beziehung bist. Das alles wird euer Verhältnis auf jeden Fall belasten. Nach zwei Jahren Lohnausfall wegen einer Ausbildung ein Haus zu kaufen halte ich für unrealistisch, da werdet ihr euch eher noch einige Jahre gedulden müssen, sofern nicht massiv Geld auf der hohen Kante liegt. 

 

Wenn du einfach denkst: es wäre schon cool, hätt ich vielleicht echt machen sollen - einfach PPL machen, an schönen Tagen fliegen gehen. Die Partnerin mitnehmen. Wochenenden und Feiertage frei haben und mit dem Flugzeug weg gehen. 

Edited by INNflight
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Air Marshal
Posted (edited)

Danke Euch für die interessanten und informativen Antworten! Habt mir schon viel geholfen. Wie ich sehe, kommt man eigentlich kaum drum herum Langstrecke zu fliegen. Das wäre für meine Freundin das grösste Problem. Man ist dann ja gleich 3-4 Nächte weg, richtig?  Wie oft im Monat fliegt man denn eine Langstrecke? Ist der wechsel von Kurz- auf Langstrecke fix oder kann das je nach Bedarf um paar Jahre variieren? Ist es eigentlich Pflicht auch Langstrecke zu fliegen?

 

Was geschieht wenn man die Prüfung nach rund 22 Monaten nicht besteht? Oder wenn der Arzt plötzlich sagt man sei nicht mehr Flugtauglich? Gibt's Firmenintern genug Alternativen? Habe auch schon gehört, dass Piloten trotz bestandener Prüfung als Flugbegleiter mitfliegen? 

 

In meinem Alter sowas neues zu beginnen wäre eigentlich ein finanzielles Desaster. Die verlorenen 250'000-300'000 Fr.  würde ich bis zur Pension wohl kaum mehr einholen. Dafür hätte ich gleich zwei sogenannten Kindheits-Traumberufe in nur einem Leben ausgeübt 😄 Bezüglich Haus wäre das nicht so schlimm. Bin schon seit 11-12 Jahren berufstätig. Mit der 2. und 3. Säule alleine reicht es schon für ein Eigenheim und Ersparnisse hat's dank der preiswerten Wohnung genug. Das Problem wäre die Tragbarkeit (76'000 Fr). Ich nehme an die 30'000 Fr Schulden könnte man der Swiss auch direkt geben, ohne dem jahrelangem Lohnabzug? Vom Wohnort wäre es für mich kein Problem, wohne nicht weit weg vom Flughafen.

 

Das grösste Problem wäre die bevorstehende Familien/Eigenheimplanung... und eine strenge Freundin (nein, ein Frauentausch kommt nicht in Frage 😄 ) Mal davon abgesehen, mit 32/33 nochmal soviel neues zwei Jahre lang zu lernen.

 

sorry für die vielen Fragen! Werde dieses Jahr wohl mal einen Infoabend besuchen und dann weitereschauen 😉

 

Gruss

 

 

 

 

 

 

Edited by Air Marshal

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DaMane
Posted (edited)

Deine Sorgen hätte ich haben wollen, als ich 32 war.......🙄😉

 

Du fragst gleich zu Anfang schon nach einer gehaltsmäßigen "Überholspur". Wie kommst du darauf, daß Piloten nicht nach Wissen und Können bezahlt werden, sondern nach Alter (wobei auch bei dir  der "absteigende Ast" schon langsam beginnt 😮 - leistungsmäßig)? Oder glaubst Du nicht, daß zwischen beidem ein enger Zusammenhang besteht?

 

Wenn es dir wirklich aufs Fliegen ankommt, dann beginne privat mit PPL--->Instrument--->multi-engine--->CPL Und wenn es dir dann immer noch gleich viel Spass macht, gönne dir ein Type-Rating für einen verbreiteten Business-Flieger (King-Air, Citation, etc.), und mit viel Glück, guten Connections, und genügend Flugstunden (>1000h) kriegst Du vielleicht als Freelancer einen Fuß in die Tür.

 

Gruß

Manfred

Edited by DaMane
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INNflight
10 hours ago, Air Marshal said:

Danke Euch für die interessanten und informativen Antworten! Habt mir schon viel geholfen. Wie ich sehe, kommt man eigentlich kaum drum herum Langstrecke zu fliegen. Das wäre für meine Freundin das grösste Problem. Man ist dann ja gleich 3-4 Nächte weg, richtig?  Wie oft im Monat fliegt man denn eine Langstrecke? Ist der wechsel von Kurz- auf Langstrecke fix oder kann das je nach Bedarf um paar Jahre variieren? Ist es eigentlich Pflicht auch Langstrecke zu fliegen?

 

 

Langstrecke vs. Kurzstrecke ist ein ewiges Thema. Das kommt viel auf die Flotte, den Bestand an Piloten und die Übernachtungen an den Destinationen an. 

Ich behaupte einfach mal, dass ich aktuell mit Langstrecke mehr Freizeit zu Hause habe als die Kollegen auf Kurzstrecke. Eine Langstreckenrotation dauert je nach Destination 3-5 Tage bei Swiss. Kurzstreckenrotationen finden aber genauso über mehrere Tage statt. Auf Kurzstrecke gibt es auch Kollegen, welche 10-12 Nächte im Monat im Layover sind. 

 

Fakt ist: Egal wie man es dreht und wendet, als Pilot wirst du regelmässig weg von deiner Partnerin sein. Ob Lang- oder Kurzstrecke spielt keine Rolle. Bei Europaflügen kann man noch ein wenig mehr Einfluss nehmen und sich Rotationen ohne Übernachtungen wünschen. Das muss aber auch erst funktionieren und ist ja eigentlich ein sehr schöner Teil des ganzen Berufs, auf welchen man nicht verzichten möchte. 

 

Die Zeit bis zur Langstrecke variiert je nach Bestand im Personalkörper, Expansion oder Abbau, etc. Aktuell sind ca 4-5 Jahre Kurzstrecke realistisch. Pflicht ist es keine, auf die Langstrecke zu gehen. Gezwungen wird eigentlich niemand zu gar nichts. Aber eben. Das Ganze ist ein schöner Teil des Berufs, insofern möchte man das als Pilot auch mal gesehen haben, wenn es einem ermöglicht wird.

 

Quote

Was geschieht wenn man die Prüfung nach rund 22 Monaten nicht besteht? Oder wenn der Arzt plötzlich sagt man sei nicht mehr Flugtauglich? Gibt's Firmenintern genug Alternativen? Habe auch schon gehört, dass Piloten trotz bestandener Prüfung als Flugbegleiter mitfliegen? 

 

Bezgl Ausbildung:

Die Prüfungen sind fortlaufend und nicht erst am Ende. Die Möglichkeit auszuscheiden besteht wie in jeder anderen firmengebundenen Ausbildung. Die geforderten Leistungen müssen schon erbracht werden. Es gibt immer wieder Leute, welche entweder während der Ausbildung gehen (müssen) oder am Ende nicht von Swiss übernommen werden. 

 

Fluguntauglichkeit ist das grosse Damoklesschwert. Da kann ich nicht aus Erfahrung sprechen, sondern mehr aus Hörensagen. Man wird ganz sicher nicht fallen gelassen und steht von einem Tag auf den anderen auf der Strasse. Aber eine interne Weitervermittlung erfordert je nachdem auch zusätzliches Können. Es gibt keine Stelle, wo fluguntaugliche Piloten zum Spass weiterbeschäftigt werden. Eine andere Stelle im Unternehmen wird dir ziemlich sicher nicht den Lohn bieten, welchen du vorher hattest. 

 

Die meines Wissens beste Loss of License Versicherung am freien Markt zahlt so ca. 300,000 EUR aus, wenn du permanent fluguntauglich wirst. 

Kollegen in der Kabine mit Pilotenausbildung gibt es einige wenige, allerdings sind die eher dort, um ihre Wartezeit zwischen Ausbildung und Type Rating zu überbrücken. Lohntechnisch kann das nicht mit dem Pilotenberuf (und schon gar nicht mit dem Lohn, welchen du von deinem vorherigen Beruf gewohnt warst) mithalten. 

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FalconJockey

Vorallem freuen sich viele, es nach ein paar Jahren der "Mühle" (jeden Tag 3 bis 4 Flüge) auf der Langstrecke etwas ruhiger angehen zu lassen. Dafür hat es dann halt Nachtdienste und Zeitverschiebung. Die einen finden das besser, die anderen bleiben lieber auf der Kurzstrecke mit weniger Zeitverschiebung. Wobei sich 4 oder 5 Tage mit Aufwachzeit um 5 Uhr schon wie eine Zeitverschiebung anfühlen können, aber das wird halt von jedem unterschiedlich empfunden.

 

Wenn Dir das alles zu risikoreich ist, dann bleibe unbedingt im aktuellen Job, mache nebenher Deine Lizenzen privat und vielleicht kannst Du ja dann irgendwo "halb-kommerziell" (als Nebenjob) Fallschirmspringer absetzen oder Segelflieger schleppen. Wenn Du mehr Geld investierst gibt es auch immer wieder Mal Jobs für Freelancer auf PC12, Cessna Citation etc..

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Gulfstream

Also wenn ich lese, wie du finanziert und sogar ready bist, deine Hosen mit der 2. und 3. Säule für ein Heim runter zu lassen, die Tragbarkeit heute schon ein Problem ist, meine Empfehlung: lass es. Die Zinsen steigen irgendwann, dann gehst du mit deinem Modell und den Schulden aus der Ausbildung baden. Es gibt Dinge im Leben, die bleiben Träume, und das ist auch gut so. Und hättest du das WIRKLICH prioritär gewollt, wärst du heute dort....

Freu dich über den Luxus, dass du heute über diese Option überhaupt nachdenken kannst. Aber ich denke, dass du im Leben stehst und dich hinterfragst und dann auf alte Träume zurück kommst. Ist doch gut, aber eben, nicht alle Träume müssen wahr werden und sind schön, als solche zu bestehen....

Und wenn du es trotzdem willst, mach es! Noch kannst du, das Fenster schliesst sich.

Meine 5 cents.

Markus

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Air Marshal
Posted (edited)

@DaMane Warum ich nach einer Überholspur frage? In meinem Alter sind Finanzen wichtiger wie mit 20 (Familie/Eigenheim). Und Lebenserfahrung darf auch etwas Wert sein. Dein Hinweis auf "PPL--->Instrument--->multi-engine--->CPL" wäre allenfalls eine Überlegung Wert. Weisst du was das alles in etwa kosten könnte?

 

@INNflight

Zitat

Bezgl Ausbildung:

Die Prüfungen sind fortlaufend und nicht erst am Ende. Die Möglichkeit auszuscheiden besteht wie in jeder anderen firmengebundenen Ausbildung. Die geforderten Leistungen müssen schon erbracht werden. Es gibt immer wieder Leute, welche entweder während der Ausbildung gehen (müssen) oder am Ende nicht von Swiss übernommen werden. 

Ist man gleich raus wenn man etwas nicht besteht oder kann man es wiederholen? Kann man sagen, dass wenn man alles fleissig lernt, es auch sicher besteht? Oder kann es trotz vielem lernen böse Überraschungen geben? Habe gehört, dass man dann die ca. 100'000 fr zurückzahlen muss? Dann wäre man arbeitslos und mit 100'000 fr schulden 😄

 

@FalconJockey

Zitat

Wenn Dir das alles zu risikoreich ist, dann bleibe unbedingt im aktuellen Job, mache nebenher Deine Lizenzen privat und vielleicht kannst Du ja dann irgendwo "halb-kommerziell" (als Nebenjob) Fallschirmspringer absetzen oder Segelflieger schleppen. Wenn Du mehr Geld investierst gibt es auch immer wieder Mal Jobs für Freelancer auf PC12, Cessna Citation etc..

Das wäre wohl die sichere Variante. Aber wohl nicht viel günstiger 😉

 

@Gulfstream

Zitat

Also wenn ich lese, wie du finanziert und sogar ready bist, deine Hosen mit der 2. und 3. Säule für ein Heim runter zu lassen, die Tragbarkeit heute schon ein Problem ist, meine Empfehlung: lass es

Es ist mir ein Rätsel wie du auf sowas kommst? Die Tragbarkeit ist bei uns gar nicht knapp. Die Bank gibt ohne wenn und aber grünes Licht, jetzt sofort! 😉 Das würde sich als Pilot aber ändern... die ersten Jahre wenigstens, da 2 Jahre Lohnausfall! 

 

Im Internet oder in Zeitungen liest man immer öfter von Piloten, die erzählen, dass der Job ein richtiger Knochenjob sei und man daneben kein normales soziales Leben führen könne..und dauerhaft im Wachkoma sei. Ist es echt so schlimm?

 

 

Edited by Air Marshal

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FalconJockey
vor 44 Minuten schrieb Air Marshal:

Im Internet oder in Zeitungen liest man immer öfter von Piloten, die erzählen, dass der Job ein richtiger Knochenjob sei und man daneben kein normales soziales Leben führen könne..und dauerhaft im Wachkoma sei. Ist es echt so schlimm?

Je nach Firma. Überall muss gespart bzw. effizienter gearbeitet werden, sodass man nicht selten nur die minimale Ruhezeit hat, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Emirates hat keinen guten Ruf mehr unter Flugbesatzungen, dort lebt man im Dauer-Jetlag, weil man sich zwischen den Touren nicht oder nur wenig erholen kann. Dass das auf Dauer ungesund ist und diese Firma daher seit einigen Jahren unter rekordverdächtig hohen Zahlen von krank geschriebenen Piloten (burnout, Herzinfarkt, Krebs) leidet, ist kein Geheimnis.

 

Es gibt nur noch wenige Inseln der Ruhe und des Friedens in dieser Industrie.

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Falconer
Posted (edited)
13 hours ago, FalconJockey said:

Dass das auf Dauer ungesund ist und diese Firma daher seit einigen Jahren unter rekordverdächtig hohen Zahlen von krank geschriebenen Piloten (burnout, Herzinfarkt, Krebs) leidet, ist kein Geheimnis.

 

Durchaus möglich, dass wir in sehr naher Zukunft bereits die Auswirkungen solcher Arbeitsverhältnisse bei gar nicht so wenigen Airlines heutzutag zu spüren bekommen werden..statistisch...

 

Wir mögen heute zwar die modernsten und sichersten Flugzeuge ( westlicher Provenienz) haben, aber solche Arbeitsverhältnisse werden ihren Tribut fordern, einerseits was die Sicherheit betrifft, und andererseits wird das Alterslimit von 65 Jahren dann kaum mehr erreicht werden, weil die Leut schon lange vorher dann nicht mehr können..

 

Das wird nicht gut kommen..

 

So schnell kann man gar nicht schauen, und die guten Sicherheitsstatistiken die wir derzeit (noch) haben, wenden sich ins Gegenteil...

 

Modern Times..

 

 

Edited by Falconer
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Gulfstream

 

Na, du sagst das ja selbst....

 

"Mit der 2. und 3. Säule alleine reicht es schon für ein Eigenheim und Ersparnisse hat's dank der preiswerten Wohnung genug. Das Problem wäre die Tragbarkeit (76'000 Fr)"

 

Mein Punkt dabei: die aktuellen tiefen Zinsen verleiten zu solchen Ueberlegungen. Wenn du sogar die dritte Säule für ein Eigenheim nehmen musst, da du offenbar sonst nicht das geforderte EK aufbringen kannst und die 76K ein Problem sind, dann ist meine Ansicht: lass es mit der Ausbildung plus Haus. Deine Verschuldung ist dadurch reichlich hoch und risikobehaftet.

 

Markus

 

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Frank Holly Lake
Posted (edited)

Willst Du Pilot werden oder nicht?

Wenn ja , werde es!

( Vorrausgesetzt Du schaffst den z.B DLR Test)

 

Schaffst  Du den nicht, gibt es noch die Möglichkeit alles aus einger Tasche zu finanzieren.  120-200K€..

Dann aber mit 34 ohne Flugstunden zum Job zu kommen wird in der EU erstmal schwierig.

Und bei den großen Airlines kommt dann immer noch die GQ ( früher FQ Firmen Qualifikation ) die man bestehen muss.

Ob man nun die Scheine hat oder nicht. Und einige sagten mir , die FQ ist noch schwieriger wie der DLR Test

 

Du brauchst als FO erstmal 500 Stunden auf dem Konto, um überhaupt für eine größere Airline

interessant zu werden.  Ich kenne 2 Personen, die sogar Flugstunden selber gezahlt haben, um auf die Stundenzahl zu kommen.

 

Das Ausland bietet da bessere Möglichkeiten, leider  meistens auch viel schlechter bezahlt.

Aber wenn man fliegen will, nimmt man anfangs alles,  was man bekommt.

 

Und ein Freund von mir fliegt Cargo und ist sehr zufrieden damit, muss sich nicht um  PAX / Purser und Verpätungen kümmern .

 

Zu meiner Zeit ist mir mit 36 + 365 Tage bei der Cityline noch die Ausbildung angeboten worden, weil

gerade Pilotenmangel war. Damals noch für 4800 DEM Anfangsgehalt + Zulagen

 

Schwierig ist der Vorcast.

Die Luftfahrt ist eine der Enpfindlichsten Branchen , die es gibt.

Schon eine kleine Kriese  und auf einmal benötigt man viele Piloten nicht mehr, stehen die Maschinen in der Wüste.

Und wenn Du dann in eine Sittuation kommst, wo dann auf einmal wegen Pilotenüberschuss  herrscht,

Du nicht benötigts wirst, wird es mit 34 schell eng.

Ein 24 Jähriger kann mal , wie in meiner Familie, 2 Jahre Burger verkaufen,  bevor es dann wieder bei der DLT zurück in den Job ging.

Da zählt Willen , Ausdauer, Können und Kontakte.

 

Und denk daran, in der EU ca 10 000 ehemalige ATPL Piloten  die als welchen Gründen auch immer derzeit nicht fliegen.

Meistens aber wieder zurück wollen, wenn Sie können.

 

Die großen Airlines ziehen natürlich lieber ihre eignen Zöglinge vor.Die sind meisten unter 25 und noch " formbar" für die Airline. 

Was es dann Quereinsteigern nicht leichter macht.

 

Fliegen heißt heute ganz oder garnicht, und nicht vieleicht , gerade am Anfang.

 

Noch mal die Frage: Was willst Du?

Grüße Frank

 

Edited by Frank Holly Lake

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Phoenix 2.0
Posted (edited)

Hallo,

 

habe um die dreißig herum ähnliche Gedanken gewälzt. Im Nachhinein betrachtet ist es für mich etwas dumm gelaufen, weil ich nach der Matura bei der AUA und so nicht antreten konnte, da meine Kurzsichtigkeit mit 19 Lenzen auf einem Auge bei 1,75 Dioptrien lag (bis heute unverändert), was dereinst über der Grenze lag. Somit habe ich nie erfahren, ob ich damals in Bezug auf alles weitere tauglich gewesen wäre. Denn um das geht es in diesem Job, wie Frank auch erwähnt hat, schon sehr massiv. Nicht jeder, der will, kann oder darf...

Und macht man die ganzen Tests möglichst bald nach der Matura, ist das Hirn jung, frisch und auch wissenmäig voll auf Zack (vor allem Mathe, Physik und so sind noch top im Speicher) - sozusagen eine nahtloser Übergang. Ist man bei den Testreihen älter, ist dafür die Persönlichkeit etwas gereifter, was u.a. beim Assessment und beim Psychologen hilfreich sein kann.

 

Meine "bessere Hälfte" würde mir - trotz allfälligem Unverständnisses - vieles durchgehen lassen, sofern ich den Hausrat bzw. den gemeinsamen Lebensstandard nicht aufs Spiel setze. Zurück auf "Studenten-Level", damit ich meinen Bubentraum erfüllen kann - da würde es wohl schnell mal kriseln.

 

Heute bin ich froh, dass ich mich nicht selbst in Unkosten gestürzt habe, da meine Augen mir vor paar Jahren gröbere Sorgen bereitet haben (eine Hornhaut-Sache). Ich hätte das Medical nun retrospektiv betrachtet (bislang) nicht verloren, aber es hinge seitdem ein Damokles-Schwert über mir (Keratokonus Stadium 1, stabilisiert).


Ich würde es ehrlich gesagt auch nicht aushalten, regelmäßig mitten in der Nacht aufstehen zu müssen... bei aller Liebe zum Job. Lange aufbleiben ja, um 3:30 aufstehen nein! Somit wäre mein idealer Job auf einer Twin Otter oder so gewesen, irgendwo in den Tropen oder als Inselhüpfer, wobei auf diesem Level allerdings die Expats in den letzten Jahren fast überall verdrängt worden sind.

 

Bin kein "Vereins-Typ" (gibt da kein Motiv für, ist eine Charakter-Sache), weshalb mich der PPL und so nie interessiert hat. Hätte ich fettes Moos, würde ich mir eine Turbo-Porter zulegen und damit in den Bergen glücklich werden... 😎

 

An Deiner Stelle würde ich testen, ob Du ATPL-geeignet bist (DLR, Medical) bzw. gleich bei der Swiss oder LH antreten. Daneben würde ich viel mit Piloten (und deren Frauen) reden und mich nicht nur auf Foren und so verlassen. 

 

Gruss

Johannes

 

 

 

 

 

Edited by Phoenix 2.0

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Air Marshal
Posted (edited)

@FalconJockey 

Zitat

Es gibt nur noch wenige Inseln der Ruhe und des Friedens in dieser Industrie.

Und die Swiss/Edelweiss zählt zu denen? 😄

 

@Gulfstream

Zitat

Na, du sagst das ja selbst....

 

"Mit der 2. und 3. Säule alleine reicht es schon für ein Eigenheim und Ersparnisse hat's dank der preiswerten Wohnung genug. Das Problem wäre die Tragbarkeit (76'000 Fr)"

Du reitest ja ganz schön herum auf dieser Hypothek 😄 Das sollte eigentlich nicht das Hauptthema hier werden. Ich kann dich aber beruhigen. Ich würde  die 2. und 3. Säule ganz freiwillig und mit voller Absicht beziehen, damit ich auf dem Konto schön viel habe für allfällige Ausgaben/Umbauten und als Reserve. Die 3. Säule muss weg! Die Kohle verstaubt dort sonst. Altersvorsorge kommt noch. Muss ja noch über 30 Jahre arbeiten. Die 2. Säule muss auch weg. Wo nix ist, kann der Staat auch nix wegnehmen um etwas zu sanieren (evtl. ahv?). Musst dir also keine Sorgen mehr um das machen. Hatten schon Bankgespräche und ist alles i.o. Kann dich beruhigen. Und zwar nicht knapp! Je nach Wunschobjekt ist's bei allen Menschen knapp oder nicht.

 

@Frank Holly Lake

Zitat

Noch mal die Frage: Was willst Du?

Grüße Frank

In meinem Alter ist nicht allein die Frage was ich will entscheidend, sondern was für meine baldige Familie verkraftbar wäre 😉 Ich würde gerne fliegen, denke das wäre ein Hobby zum Beruf machen. Wobei mir mein aktueller Job auch gefällt. Mache aber sicher keine Hochrisikoaktion auf eigene Faust. Falls mich die Swiss/Edw nicht will, bleibe ich bei P3D etc...falls ich mich überhaupt bewerbe.

 

@Phoenix 2.0

Eine vernünftige Einstellung! Ist bei mir aktuell so ähnlich.... nach 10 Jahren schönes Leben mit allem was man braucht wieder auf das Level Student und das Eigenheim um Jahre nach hinten schieben...zusätzlich 250-300'000 fr sich entgehen lassen... eigentlich krank. Aber trotzdem hab ich die Wahl ob ich 30 Jahre meine Leidenschaft arbeite oder etwas anderes, dass auch cool ist aber evtl. das Herz nicht so sehr zum rasen bringt;) Der Lohn nach 10 Jahren wäre bei der Swiss vermutlich etwas besser wie bei meinem aktuellen Job.

 

- Kann mir jemand noch sagen ob in der Pilotenschule Schulfächer wie Mathe etc kommen? Die Schulzeit ist lange her und ich weiss wohl nichts mehr 😄 

Edited by Air Marshal

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FalconJockey
vor 47 Minuten schrieb Air Marshal:

Und die Swiss/Edelweiss zählt zu denen?

Mal mehr, mal weniger. Auch hier wurden in den letzten Jahren die Daumenschrauben ganz ordentlich angezogen.

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Gulfstream

Edelweiss stellen gemäss eigenen Angaben 20 neue Piloten ein. Hurry up

Markus

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Air Marshal

Danke:) Infoabend und mal bewerben. Interessant wäre wie wichtig der schulstoff aus der jugend ist.

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DaMane
vor 9 Stunden schrieb Air Marshal:

Danke:) Infoabend und mal bewerben. Interessant wäre wie wichtig der schulstoff aus der jugend ist.

 

Wenn mir gerade recht langweilig wäre, würde ich gerne mehr für dich herausfinden.

 

Du kannst ja hier schon mal reinschauen, um einen allgemeinen Eindruck zu gewinnen:

https://www.aviationexam.com/de/kostenloser-test

oder hier:

https://www.plakos.de/atpl-test/

 

Viel Spass!

 

Gruß

Manfred

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Gulfstream

Lass uns doch hier wissen Air Marshal, wie dein Entscheid ausfällt und was dann dazu geführt hat (frei nach deinem Gutdünken).

Markus


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