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NL98

Hallo Aviatikbegeisterte! 😄

 

Ich bin 22 Jahre alt und mein Berufsziel ist Linienpilot. Da ich schon seit ich denken kann vom fliegen träume, wollte ich früh damit beginnen. Ich habe mich im Jahr 2017 für das SPHAIR Screening angemeldet und dieses dann auch bestanden. Im Oktober 2017 habe ich den SPHAIR-Flugkurs in Mollis absolviert. Nun möchte ich meinen Weg zu Swiss planen. Mein SPHAIR-Zertifikat ermöglicht es mir, dass die 1. Swiss Assessment-Stufe für mich nicht selektiv ist (dennoch muss man sich natürlich anstrengen, da der Gesamteindruck wichtig ist). Das SPHAIR-Zertifikat darf dafür aber nicht älter als 7 Jahre ab Ausstellungsdatum sein. Somit könnte ich mich also bis spätestens im Sommer 2024 bei der Swiss bewerben, es bleiben mir also noch 4 Jahre.

 

Nun frage ich mich, ob es sinnvoll ist, in dieser Zeit die Privatpilotenlizenz zu machen. Ich sehe darin einen Vorteil beim Assessment, da ich schon gewisse Erfahrung habe und ein gutes Basiswissen in der Luftfahrt besitzen würde. Zudem hat mir einmal bei einer Swiss-Infoveranstaltung jemand gesagt, dass bei einem allfälligen "Interview" (letzte Assessmentstufe) ich mit einer Privatpilotenlizenz punkten könnte als Beweis dafür, dass ich diese Ausbildung unbedingt möchte. Zudem wohne ich in Schupfart und der Flugplatz wäre direkt "vor meiner Haustüre" :D, ich habe also einfach grundsätzlich Lust und Motivation zum fliegen!

 

Ich habe mich letztens mit einem Fluglehrer der Flugschule Schupfart getroffen und mit ihm genau über diese Themen gesprochen. Allerdings meinte er, dass die Swiss lieber "unvoreingenommene" Leute in die Ausbildung schickt, also Leute die noch keine Privatpilotenlizenz besitzen zum Beispiel. Anscheinend wird es nicht so gerne gesehen, wenn man das fliegen und gewisse Abläufe bei einer "Swiss-fremden" Flugschule erlernt hat. Die PPL ist dann ein Vorteil, wenn man die Ausbildung z.B bei Horizon auf eigene Faust macht...

 

Nun bin ich ein bisschen hin und hergerissen zwischen den beiden Meinungen. Auf diesem Weg frage ich euch nun, ob ihr da Erfahrungen gemacht habt oder ob ihr euch auch damit beschäftigt?? 😄

 

Vielen Dank und einen schönen Tag wünsche ich euch!

 

Gruess Nico

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FalconJockey

Hallo Nico,

 

willkommen im FlightForum. Ich nehme an, dass Du die aktuellen Nachrichten verfolgst... Die Swiss wird ihre Größe wohl um 20% reduzieren, dabei werden auch Piloten über die Klippe springen müssen. Es sieht also in den nächsten Jahren eher nicht gut aus mit Jobs, ausser es passiert ein  Wunder. Bei Airlines wie LH, Swiss etc. spielt es übrigens keine Rolle, ob Du wirklich flugbegeistert bist, die suchen nach einer bestimmten Art Mensch: Teamfähig, emotional und physisch belastbar, regeltreu, ausgeglichen. Da könnte einem eine bestehende Lizenz sogar negativ ausgelegt werden, weil viele Vollblutaviatiker nach ein paar Jahren im Airline-Bus-Job realisieren, dass das eigentlich nicht mehr viel mit "fliegen" zu tun hat, sondern einfach nur hart und viel gearbeitet wird - dazu braucht es für überwiegende Mehrheit der Menschen in der Freizeit einen Ausgleich mit einer Sache, die 0% mit dem Job/der Fliegerei zu tun hat, sonst kommt irgendwann die große persönliche Krise.

 

Ich will Dich keineswegs davon abhalten, jetzt schon PPL&Co. zu machen, sei Dir aber bewusst, dass es nicht wirklich entscheidend sein wird, ob Du der Auswahlkommission als geeignet vorkommst oder nicht.

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gearUp

Hallo Nico

 

Ich habe vor kurzem das Assessment positiv durchlaufen, auch mit PPL ;-). Ich denke nicht, dass PPL ein Killerkriterium für die Selektion ist, wenn du alle Selektionsstufen bestehst.

 

In Anbetracht der von Andreas erwähnten Situation wird es vermutlich einige Jahre dauern, bis wieder aktiv Piloten gesucht werden. Diese Zeit mit PPL fliegerisch zu überbrücken finde ich eine gute Idee, wenn du gerne fliegst und bereit bist den finanziellen Aufwand auf dich zu nehmen. Zudem hättest du die Möglichkeit wenn es bei LAT nicht klappen sollte und der Bedarf an Piloten anzieht auf der PPL basierend privat die ATPL in Angriff zu nehmen. Vielleicht hast du dann auch schon die 150 Erfahrungsstunden für CPL beisammen :-).

 

Übrigens bietet die Flugschule Grenchen eine vergünstigte PPL Ausbildung für Sphair-Abgänger.

 

Hoffe, ich konnte dir helfen.

 

Happy landings

Andi

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SierraCharlie
Posted (edited)

Hallo Nico

 

Ich bin genau so alt wie du und stand vor ein paar Jahren mit dem gleichen Gedanken da. Damals habe ich mit einem befreundeten Swiss Pilot darüber gesprochen und er meinte, dass man das PPL nur machen sollte, wenn man auch Freude daran hätte. Was er damit meinte war vor allem, dass es keine wahrhaftigen Vorteile bringen würde ausser dass man beim Interview Motivation und eine gewisse Vorkenntnis aufzeigt. Auch am Infotag von der Swiss meinte man, dass ein PPL einfach ein "nice to have" sei und man damit beim PIT in der Selektion strenger bewertet wird. Zudem muss ich dem Vorurteil, dass die Swiss "weisse Blätter" sucht, widersprechen. Ein Kollege von mir durchläuft momentan die Ausbildung bei der LAT und er hat selbst einige PPLer in seiner Klasse. Habe mit zwei von denen mal gesprochen und die meinten, dass die PPL keineswegs ein Nachteil war. Schon die Tatsache, dass die Swiss PPLer nimmt, dementiert diese Aussage. Letztendlich zählt in der Ausbildung die persönliche Leistung und dass man neue Procedures erlernen sowie alte Gewohnheiten abwerfen muss ist klar. Als Pilot wird man später sowieso alte Procedures vergessen und neue Procedures lernen müssen.

 

Danach habe ich die Idee mit dem PPL auf die Seite gelegt und als ich dann nach dem Militär genügend Geld auf der Seite hatte, kam in mir die Lust auf die PPL zu machen. Nachdem ich, wie von Andi vorgeschlagen, in Grenchen das SPHAIR Package gemacht habe, fliege ich nun ab Schupfart und geniesse die Freiheiten der Lizenz. Somit sehe ich das PPL nicht als Mittel zum Zweck, um bei Swiss einfacher reinzukommen, sondern als ein tolles Hobby! Was mir aber die Ausbildung mitgegeben hat ist Verantwortungsbewusstsein, Entscheidungsfähigkeit sowie Durchhaltevermögen, also alles Sachen die ich gerne bei meiner (hoffentlich baldigen) Bewerbung bei Swiss erwähnen werde. Jedoch sei gesagt, dass man diese Fähigkeiten und Eigenschaften auch in anderen Hobbies erlangen kann.

 

Ich hoffe die Erfahrungen eines gleichaltrigen helfen dir bei der Entscheidung 🙂

 

Chris

Edited by SierraCharlie

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maldivianairtaxi

Hoi Nico

 

Ich glaube, dass du bereits schon wichtige und hilfreiche Antworten zu deiner Frage oben erhalten hast. Ich möchte dir gerne aber noch folgende Ergänzungen auf den Weg geben:

 

- PPL: Würde ich nur machen, wenn dein Interesse am Fliegen unabhängig von einer beruflichen Fliegerlaufbahn besteht, d.h. du auch motiviert bist, diese Investition zu machen, um die Faszination des Fliegens privat mit Bekannten, Verwandten und Freunden zu teilen. Die Ausbildung sowie auch auch der Erhalt der Lizenz ist zeit- und kostenintensiv. Wie oben erwähnt, hilft dir die PPL-Ausbildung aber sicherlich dich persönlich weiter zu entwickeln (soft skills), interessante Aviatiker kennen zu lernen und wertvolle Erfahrungen zu machen.

 

- Alternate: Die momentane Lage und die kurz- bis mittelfristigen Aussichten sehen eher düster aus. Die langsame Erholung der Pilotennachfrage auf dem Markt nach der Krise wird wahrscheinlich zuerst mit Piloten, die den Job krisenbedingt verloren haben und dann mit dem Nachwuchs, der jetzt noch ausgebildet wird, gedeckt. Darum, falls du noch keinen krisensicheren Alternate hast, würde ich mich zuerst auf eine solide Ausbildung konzentrieren, mit der du auch in Krisenzeiten noch Chancen hast, deine Brötchen zu verdienen (ev. Studium: z.B. Jus, Medizin, Ingenieur, ...). Andererseits ermöglicht dir dieser unabhängige Plan B auch später, falls die Linienfliegerei seinen Reiz für dich verlieren sollte, teils oder ganz umzusatteln.

 

Happy landings!

Andri

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FalconJockey

Und es ist auch keine Schande, einen "richtigen" Beruf zu erlernen. Ich habe einen Kollegen, der als selbständiger Klempner und Schreiner mehr Geld als mit der Fliegerei bei uns verdient....

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maldivianairtaxi
vor 2 Stunden schrieb FalconJockey:

Und es ist auch keine Schande, einen "richtigen" Beruf zu erlernen. Ich habe einen Kollegen, der als selbständiger Klempner und Schreiner mehr Geld als mit der Fliegerei bei uns verdient....

Ja klar, bitte nicht falsch verstehen: Ich meine mit meinem Statement zum Alternate grundsätzlich jeden krisenresistenten Beruf, sei es eine solide Grundausbildung/Lehre mit Berufserfahrung in einer stabilen Branche oder eben, falls man bisher "nur" die Matura im Sack hat, eben ein Studium in einer Disziplin mit guten Jobaussichten.

bzgl. Lohn: Ich glaube man macht heutzutage schnell in einem anderen Job mehr Kohle als mit der Linienfliegerei. Wegen des Geldes wegen würde ich es niemandem empfehlen.

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Alexh
vor 2 Stunden schrieb maldivianairtaxi:

 

bzgl. Lohn: Ich glaube man macht heutzutage schnell in einem anderen Job mehr Kohle als mit der Linienfliegerei. Wegen des Geldes wegen würde ich es niemandem empfehlen.

 

Schwierige Aussage... Ich denke das hängt ziemlich von der Fluglinie ab und mit welchem Studium (mit entsprechend gutem Abschluss) man es vergleicht. Mit einem Studium muss man sich oft schon sehr ins Zeug legen und auch deutlich mehr „leisten“ (am Wochenende erreichbar sein, 50h und mehr pro Woche arbeiten,...) um ähnliche Gehälter zu erreichen wie bei einigen großen Airlines. 

Es gibt aber auch Airlines für die ich mein Eisenbahnerleben nicht aufgegeben hätte, weil es zumindest kein Fortschritt gewesen wäre.... Es lohnt sich auf jeden Fall sich intensiv Gedanken zu machen, auch zum Studium.

 

Gruß Alex

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Wingman340

Hallo Nico

 

Einfach mal losgelöst von allen Postings bisher:

- Wenn Linienpilot Dein Traum ist, dann nehme diesen Traum in Angriff! Unabhängig von der aktuellen Situation!

- PPL wird Dir keinen grossen Vorteil beim Assessment bringen. Die Motivation zum Fliegen hast Du mit dem Absolvieren des SPHAIR-Kurses erbracht.

 

Wenn Du das Assessment (sobald es wieder offen ist) absolvierst, wirst Du irgendwann mal 2021/ 2022 in die Ausbildung einsteigen können. Diese dauert ca. 24 Monaten und Du wärst dann 2023/ 2024 mit der Ausbildung fertig.

 

Gruss

Patrick

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NL98

Vielen Dank für die guten Tipps und Posts!

Lg Nico

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Marco_Air
Posted (edited)

Hallo Nico

 

Ich habe letztes Jahr das Assessment ebenfalls positiv durchlaufen, ohne PPL und nur mit 30min Schnupperflug-Erfahrung (abgesehen von unzähligen Stunden FSX Erfahrung 😉) Wenn es Dein Traum ist, würde ich persönlich das Geld, dass Du in die PPL investieren würdest, lieber auf die Seite tun, damit Du Dir nachher die Lebenskosten während der Ausbildung (oder zumindest einen Teil davon) finanzieren kannst. Klar, ich hätte jetzt auch gern ein PPL, da die Ausbildung aufgrund Corona nur 2 Wochen vor dem Ausbildungsstart verschoben wurde und wir nun sehnsüchtig auf die Bekanntgabe des neuen Datums für den Kursstart warten. Aber diesen grossen Batzen Geld ausgeben, für etwas, was man nachher nochmals (erneut gegen Bezahlung - zumindest einen Teil) gelernt bekommt (und das gleich auf Airlinepilot abgestimmt, also nichts mit umgewöhnen), wäre mir zu schade. Wenns bei SWISS nicht klappt, und Du sonst nirgends reinkommst, kannst Du PPL ja immer noch machen - als schönes Hobby, oder? Die Situation ist wirklich blöd immoment.

 

Wenn Du trotzdem in die Luft möchtest, dann frag doch einfach mal bei Deinem nächsten Flugplatz, ob jemand einen Begleiter beim nächsten Rundflug sucht, um z.B. die Kosten zu teilen? Oder Du buchst quasi einen PPL-Schnupperflug und sagst halt im Voraus, dass Du SPHAIR hast und eigentlich einfach nur ein bisschen in die Luft willst um die Wartezeit zu überbrücken? Je nach dem darfst Du dann sicherlich auch mal Hand anlegen (ich habe bei meinem Schnupperflug damals bis auf die Landung fast alles selber machen dürfen, sogar beim Start - ein Eingreiffen des Fluglehrers wäre natürlich jederzeit möglich gewesen). Versuchs doch einfach, mehr als Nein kann man nicht sagen.

 

Bzgl. Interview / Stufe 6: Dass eine vorhandene PPL beim Interview Deine Motivation gross unterstreicht, glaube ich persönlich nicht - sorry. Linienpilot und Freizeitpilot ist ein grosser Unterschied, wie oben bereits erwähnt wurde. Klar, Interesse und Faszination an der Aviatik ist eine Grundvoraussetzung und natürlich sollte einem Fliegen Spass machen, sofern man mal in einem kleinen Flieger gesessen ist. Das ist ja bei Dir der Fall, und da kannst Du doch wunderbar alle schönen Sachen aufzählen, die Dir in Erinnerung geblieben sind, und von den 2 Wochen (oder?) SPHAIR Kurs schwärmen. Im Interview musst Du aber auch mit anderen Argumenten Punkten können, die mehr in Richtung des Berufs gehen. Die Psychologen merken, ob jemand motiviert ist und den Biss hat, die Ausbildung (die noch viel weiter wie "nur" PPL geht) durchzuziehen. Nicht jeder der einfach gerne fliegt, kann sich auch vorstellen, an Weihnachten und Silvester nicht bei seinen Liebsten zu sein. Einfach mal als kleines Beispiel.

 

Ich hoffe, dass meine Rückmeldung Dir weiterhilft. Bei Fragen darfst Du Dich gerne bei mir melden. Ich wünsche Dir viel Erfolg und hoffen wir, dass der Unterbruch nicht all zu lange dauert, sodass Du Dich bald bewerben kannst.

LG Marco

Edited by Marco_Air
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