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GliderpilotB4

Erfahrungsbericht SPHAIR Prozess (mit Experienced Kurs)

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GliderpilotB4

Hallo zusammen

 

Ich möchte euch in diesem Bericht meine Erfahrungen über den SPHAIR Prozess erzählen.

Getrieben von Stolz und Patriotismus habe ich mir vor etwa sechs Jahren das Ziel gesetzt, Militärpilot zu werden (An der Air14).
Nachdem ich mich bei der SPHAIR Homepage angemeldet habe, begann das Warten auf den 17. Geburtstag. An jenem Tag flatterte ein Mail mit der Bestätigung, man könne sich jetzt für das Screening anmelden. Nach der Anmeldung musste ich etwa ein halbes Jahr warten, da ich das Screening noch einmal aufgrund pfeifferischem Drüsenfieber verschieben musste. Das war kein Problem. 

Etwa zwei Wochen vor dem Screening begann ich mich intensiv darauf vorzubereiten. Ich habe mich vor allem mit den Übungsprogrammen auf der Website vorbereitet. Zusätzlich dazu lernte ich so gut es ging die Quadratzahlen bis 40. Nach der Vorbereitung kam der entscheidende Tag, das Screening in Dübendorf. Am Anfang war ich noch recht nervös, nach den ersten zwanzig Minuten legte sich die Nervosität allerdings. Ich habe mich noch freiwillig für eine Studie gemeldet, welche das Teamverhalten analysieren soll. Diese fand anschliessend zum "normalen" Test statt. Während diesem Test spürte ich das summen meines Telefons und ich sah, dass das Mail vom Resultat kam. Versteckt unter dem Tisch öffnete ich das Mail und es stand, Screening bestanden! Ich war überglücklich, auf der Heimfahrt im Zug schaute ich noch ein paar Videos auf Youtube vom Axalpschiessen. Zuhause wollte ich noch einen Film schauen, ich schlief allerdings zehn Minuten später sofort ein. Ein strenger Tag ging zu Ende.

 

Etwa zwei-drei Monate später bekam ich während der Arbeit ein Mail für eine Einladung des SPHAIR Experience Day, ohne zu zögern meldete ich mich sofort an! Dieser fand ein paar Wochen später statt. Ein unvergessliches Erlebnis mit einem A320 der Edelweiss mit drei Kampfjets nebenan zu fliegen. Nach dem Flug wartete auf uns ein spannender Vortrag mit u.A. Herr Hedinger und Herr Gygax über die Zukunft der Luftwaffe und wieso es auch noch in Zukunft gute Piloten braucht. Nachher gab es ein vorzügliches Apero Riche mit spannenden Dialogen mit verschiedenen Angestellte der Luftwaffe,  SPHAIR oder Edelweiss. Doch das war noch nicht alles. Am Ende wurde noch eine Umfrage mit Gewinnspiel durchgeführt, der Gewinn war ein Flug im PC-21 Simulator in Emmen. Zwei Wochen später kam der Bescheid, ich habe gewonnen! Ich durfte tatsächlich mit zwei anderen Glücklichen einen Simulatorflug durchführen (Vielleicht hat es geholfen, dass ich den Umfragebogen zu einem Papierflieger gefaltet habe 😉
Der Flug in Emmen war mit einer kleinen Führung in der Airbase Emmen verbunden, als wir im Pausenraum standen kam die ganze Patrouille Suisse herein! All die Leute, die man als Poster über dem Bett hängen hat. Mit dem Flug gepaart war das einer der besten Nachmittage, den ich je hatte.

 

Nach diesen tollen Ereignissen freute ich mich umso mehr, den Kurs SPHAIR Experienced Kurs im Herbst besuchen zu dürfen.

 

Ein paar Wochen vorher kam ein riesiges Paket Zuhause an, gefüllt mit Ordnern, Kleider etc. Man war richtig stolz darauf, Teil des SPHAIR zu werden.

Die Tage schritten voran und plötzlich war es soweit, wir waren auf dem Weg nach Ecuvillens!
Am Sonntagabend trafen sechs junge Piloten aus der ganzen Schweiz aufeinander. Als erstes stellten wir uns alle vor und sagten, welche Ziele vor vom Kurs haben. Für mich war es klar, Militärpilot! Drei Leute vom Kurs waren Brillenträger, für diese war das Ziel klar Linienpilot. Nach den verschiedenen Einführungen durften wir unsere Einzelzimmer in Grangeneuve beziehen. Die Zimmer waren grosszügig und sauber.

Am ersten Abend lernten wir uns etwas besser kennen. Am nächsten Tag ging es schon früh mit der Flugzeugvorbereitung los. Danach gab es ein feines Frühstück im Restaurant. Nach dem Briefing ging es schon los, die ersten Flüge standen an! Der erste Flug war für mich eine komplett neue Erfahrung, das erste Mal in einem Motorflieger selber die Steuer bewegen. Schon beim ersten Flug konnte man praktisch alles selber machen, definitiv eine Herausforderung. 
Der zweite Flug verlief dann weniger gut, das habe ich selber auch gespürt, ich wollte mich also unbedingt für den nächsten Flug verbessern.

Der dritte Flug war für mich die entscheidende Wende für diesen Kurs. Ich hatte kein so schlechtes Gefühl, der Fluglehrer war da anderer Meinung. Ich habe mir alle Punkte akribisch notiert. Doch dann kam für mich die Aussage, welche wie ein Schlag in die Magengrube wirkte. Er halte es für nicht wahrscheinlich, dass ich den Kurs mit meinem Ziel erfolgreich abschliessen könne. Ich war von der ganzen Situation etwas verwirrt und fragte warum. Er meinte mit meiner Flugerfahrung (zu diesem Zeitpunkt etwa 25h) könne man den SPHAIR Experienced Kurs fast nicht bestehen und fragte gleichzeitig, warum ich nicht einfach den normalen "Basic" Kurs besuchte. Zur Anmerkung: Ab zehn Motorflug oder zwanzig Segelflugstunden MUSS man in den Experienced Kurs, sonst wird man nach Hause geschickt. Vor dem Kurs muss man ein Formular ausfüllen mit allen Flugstunden auf allen Typen, die man je gemacht hat.
Ich sagte ihm ausdrücklich, ich würde jetzt auf keinen Fall aufgeben und nicht den Kopf in den Sand stecken. Verunsichert war ich trotzdem, da man ja eigentlich erwarten könnte, dass so etwas der Fluglehrer weiss.
Am Abend sass ich mit den anderen Absolventen zusammen und sprach über mein Debriefing, einige meinten er wolle mich nur verunsichern, umd mich zu testen. Beim nächsten Flug fragte ich den anderen Fluglehrer vorher, ob er wisse wie viele Flugstunden ich habe. Er sagte nur:"Ja, jetzt ist es schon zu spät:" Ich war noch verwirrter als am Vortag, was soll das heissen, schon zu spät? Ich versuchte mir keinen Kopf darüber zu machen und konzentrierte mich auf den nächsten Flug. Dieser ist mir misslungen, ich konnte schlicht und ergreifend noch nicht den Mix finden zwischen dem Fliegen und allen Procedures bzw. dem Flugprogramm einhalten. Die Basics wie man eine konstante Höhe hält oder richtig flairt hatte ich noch nicht inne, das hat er auch beim Debriefing klar gesagt. Allerdings sagte auch er zu mir, es sei ein Fehler gewesen mit so wenig Flugstunden in den Kurs zu kommen. Nach der ersten Woche hatten wir das Debriefing, ich fragte recht direkt ob ich mein Ziel überhaupt noch erreichen könne, er sagte die Chance sei weniger als 50%.

 

Am Wochende dazwischen war ich zerrissen, soll ich dem P&SFi (Dritter Instruktor, welcher den letzten Flug abnimmt) anrufen und ihm mitteilen, was in der ersten Woche bei den Debriefings gesagt wurde und ich nicht wüsste was ich tun sollte, oder einfach weiter machen? Ich tat letzteres, was ich sehr bereue. Ich hätte ihm sagen können, damit ich nie damit gerechnet habe, dass im SPHAIR Experienced Kurs die Bewertungen gar nicht oder nur zum Teil anhand der aktuellen Flugstunden gestaltet werden und die Fluglehrer das noch offen zugeben. 

 

Die zweite Woche verlief nicht besser, und etwas das mir erst nach dem Kurs aufgefallen ist, aber mein deutlich grösster Fehler war: Aufgrund der Unsicherheit habe ich versucht gewisse Punkte schönzureden, welche ich schlicht und ergreifend nicht meistern konnte.

Auch die zweite Woche verging und am Freitag stand das Schlussgespräch an. Ich hatte meine Hoffnung, Militärpilot zu werden immer noch ein bisschen. Als ich in den Besprechungsraum eintrat, sah ich vor mir die Bewertungsmappe mit einem Foto eines Linienpiloten drin. Ich wusste sofort, mein langjähriger Traum ist weg. Ich kann nicht Militärpilot werden. Das Gespräch dauerte nur etwa 15 Minuten. Ich war allerdings wegen zwei Aussagen sehr enttäuscht, ja fast genervt.

1. Der FI sagte mir, nach einer Woche hätte ich das Ganze schon halb vergessen. 

2. Die einzige Chance, die ich habe wäre meinen Kollegen mit einer tiefen Flugerfahrung zu sagen, sie sollen doch bitte nicht in den SPHAIR Experienced Kurs gehe.

 

Das war der Zeitpunkt als das SPHAIR Programm bei meinem Ansehen einige Kratzer bekam. 

Ich möchte hier nicht über SPHAIR wettern, das Programm ist eines der besten weltweit! Allerdings sehe ich Verbesserungspotenzial bei den Mindestflugstunden für den Experienced Kurs. Es ist auch eine Gefahr, wenn man Kritik am Selektionsprogramm ausübt, dass man einfach als unsportlicher Verlierer dasteht, da man einfach frustriert über das Nichtbestehen der Selektion ist. Dieses Image wollte ich auf keinen Fall.  Also falls einer von euch den Experienced Kurs besuchen möchte, ist Vorsicht geboten!

 

Ich freue mich wenn ihr eure Erfahrungen vom SPHAIR Programm teilt!

 

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Basbusi

Hoi!

 

Zuerst trotzdem mal noch Gratulation zum Bestehen mit der Empfehlung zum Linienpilot! Auch wenn es nicht dein gewünschtes Ergebnis ist, Hut ab ich weiss das der normale Kurs schon hart ist!!

 

Das ist das erste Mal, dass ich jemanden über den fortgeschrittenen Kurs sprechen sehe! Es hört sich an, als wäre eine gewisse Verwirrung wegen den Flugstunden vorherrschend... Was genau ist denn der Unterschied zwischen dem "normalen" und dem Kurs den du gemacht hast? 

 

Zudem finde ich es ein wenig unfair dich dermassen zu demotivieren.. und das noch vor dem Wochenende wo man sich so oder so enorm viele Gedanken macht 😞 Aber es ist ganz normal das war bei mir auch so.. Aber so Sprüche wie "jetzt ist es schon zu spät" oder du könntest den Kurs fast nicht bestehen mit so wenigen Stunden gehen gar nicht! 

Natürlich wollen die Ausbildner sehen wie du unter Druck arbeitest aber das geht zu weit.. Konstruktive Kritik ist ein riesiger Teil des Kurses und somit auch die Debriefings: Man lernt was gut war und an was man noch arbeiten soll, solche Sprüche tragen keinen konstruktiven Hintergrund und gehören einfach nicht in ein Debriefing. Sie sind eines der Wichtigsten Teile des Kurses, sogar der Wichtigsten um seinen eigenen Fortschritt zu messen und zu wachsen.

 

Aber lass dich jetzt nicht unterkriegen und bleib weiter an der Fliegerei dran! Ich bekam leider eine Absage von Swiss aus medizinischen Gründen und muss meinen Traum fürs erste pausieren und studiere erst einmal in St. Gallen. Doch es gibt immer einen Weg und du findest bestimmt auch deinen!

 

Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen auch wenn sie teilweise nicht ganz so gut waren 😉 Ich bin mir sicher dieser Post wird vielen Leuten helfen, die den Experienced Kurs besuchen möchten!

 

Alles Gute für die Zukunft und Happy Landings

 Bas 🙌

 

Ps: ich war auch am experience day, es war grosse Klasse! 

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GliderpilotB4

Hallo Basbusi

 

Danke für deine Antwort! 

 

Zu deiner Frage was der Unterschied ist: Wir hatten insgesamt einen Flug weniger als im "Normalen". Zudem haben wir z.B. schon Notlandungen auf dem Flugplatz und Gelände geübt. Der grosse Unterschied ist allerdings, dass man weniger Unterstützung von den Fluglehrer bekommt (So habe ich es jedenfalls mitbekommen, schliesslich kenne ich selber den Unterschied bei der Unterstützung nicht). 

Danke noch für deine motivierenden Worte, ich bin momentan in der Lehre als Automatiker bei einer Flugzeugfirma, die u.A. Trainingsflieger für die Schweizer Luftwaffe herstellt (Jetzt sollte dir klar sein, dass ich bei Pilatus arbeite 😉 ). Deshalb hatte ich auch recht lange Zeit, diesen Tiefpunkt zu verkraften, da ich jeden Tag PC-21 oder PC-7 sehe und mir bewusst bin, dass ich nie damit fliegen werde. Der Fluglehrer wusste sogar, dass ich im Aviatikbereich arbeite, deshalb fand ich es etwas frech von ihm, zu behaupten ich hätte nach einer Woche schon fast alles vergessen.

 

Zuerst werde ich jetzt die Lehre gut abschliessen und dann einfach mal schauen...

 

Liebe Grüsse

 

Anton
 

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HB-JAN
vor 2 Stunden schrieb GliderpilotB4:

Deshalb hatte ich auch recht lange Zeit, diesen Tiefpunkt zu verkraften, da ich jeden Tag PC-21 oder PC-7 sehe und mir bewusst bin, dass ich nie damit fliegen werde.

 

 

Anton, sag niemals nie!

Es gibt unzählig viele Wege wie du (d)einen Traum verwirklichen kannst, das ganze Forum hier ist voll von Leuten, die ganz unkonventionelle Wege eingeschlagen haben. Die Zeit heilt Wunden, und du wirst sehen, es gibt in der Aviatik noch viel tollere Dinge als Militärpilot zu sein. 

 

Gruss Jan 

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GliderpilotB4

Hallo Jan

 

Auch dir danke für deine Antwort.

 

Da hast du natürlich absolut recht! Ich musste selber auch lernen, dass man nicht immer sehr langfristig planen kann. Man muss sich vom Leben auch ein bisschen überraschen lassen. 

 

Gruss Anton

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fixusc
Am 8.3.2020 um 19:18 schrieb GliderpilotB4:

Da hast du natürlich absolut recht! Ich musste selber auch lernen, dass man nicht immer sehr langfristig planen kann. Man muss sich vom Leben auch ein bisschen überraschen lassen. 

 

Das haben spätestens diese Woche wohl alle wieder einmal in Erinnerung gerufen bekommen...

 

Merci Anton für den ausführlich Bericht. Da ich selber auch den Sphair-Kurs gemacht habe (den normalen, da ich davor nur einen Schnupperflug absolviert habe und dieser lag schon 6-7 Jahre zurück), fand ich es umso spannender, die Unterschiede zwischen den Kursen und auch deine Meinung zum Bewertungsystem zu hören.

 

Ich hatte ebenfalls den Eindruck, dass die Kritik bewusst sehr streng ist (ist im Militär auch so) und man nach einem Debriefing mit dem Fluglehrer oft unzufrieden ist. Man muss lernen, damit umzugehen und daraus so effektiv wie möglich zu lernen. Meiner Meinung nach wird vor allem der Fortschritt während dem Kurs bewertet, nicht nur der absolute Stand deines Könnens. Deshalb finde ich, dass es eigentlich schon möglich sein sollte, Leute mit 25h oder 50h im gleichen Kurs fair zu bewerten, ohne dass dabei die Erfahrung eine extrem grosse Rolle spielt. Der Kurs als ganzes ist eine Prüfung, das Fliegen ist nur ein Teil davon. Du wirst als ganzer Mensch bewertet, inklusive der Fähigkeit mit Kritik umzugehen und dich selbst einschätzen zu können. Und wie gesagt wollen sie dich auch unter Druck setzen und sehen, wie du mit stress umgehst und wie schnell du lernen kannst. So unfair die Situation aus deiner Sicht wirken mag, geht es unter anderem genau darum, wie du mit so einer Lage umgehen kannst und ob du dich über all das stellen kannst und trotzdem innert kürzester Zeit massive Fortschritte erzielst.

 

Bei uns (es waren glaube ich etwa 6 Leute) war ich der einzige, der die Militärpilotenempfehlung bekommen hat. Ich würde also nicht unbedingt sagen, dass es im normalen Kurs "einfacher" ist. Auch bei uns waren Basics wie koordinierte Fluglage und konstante Parameter (Höhe, speed) ab schätzungsweise dem dritten Flug gefordert (und bei uns hatte tatsächlich niemand mehr als 1h Flugerfahrung ausser einige etwas Microsoft FS). Wir hatten übrigens in der ganzen ersten Woche extrem schlechtes Wetter in Bern, dass ich bereits beim ersten Flug 20 min Holdings fliegen musste, um mit special VFR überhaupt in die CTR zu kommen Einige Male sind wir eigentlich in IMC gelandet (wenn wir nicht Sphair gewesen wären, hätte uns der Tower nicht mehr reingelassen, einmal hat auch der Fluglehrer den Platz mehrere Minuten lang gesucht...). Ab der zweiten Woche hatte ich konstant extreme Bauchschmerzen (nach dem Kurs musste ich dann eine OP machen und meine Gallenblase entfernen lassen), aber das hat auch niemand berücksichtigt bei den Bewertungen. Sphair will einfach wie im Militär gewisse Leistungen sehen und da es viel zu viele gibt, die es machen, können sie sich die Leute raussuchen. Die Kriterien dazu sind nicht alle gleich sinnvoll, aber viel sinnvoller als die meisten Leistungskriterien im Militär dann.

 

Da ich bereits vor dem Kurs die RS gemacht habe, wusste ich bereits, wie die Selektion weitergeht und auch sonst wie es im Militär so läuft. Ich wusste dann schon, dass ich mich mit dem Militär überhaupt nie anfreunden werde und konnte das etwas mit Distanz sehen. Dass ich die Empfehlung in hohem Masse bekommen habe, hat mich zwar gefreut, aber ich bin sehr froh, dass ich da nicht weitergemacht habe.

Ich finde, du kannst froh sein über die Fluglehrer, die bereits so früh schon gesehen haben, dass du nicht Militärpilot wirst (das war nicht unbedingt deren persönliche Meinung aber sie wussten genau, welche Tests später kommen werden, und dass du dort wohl geringe Chancen haben würdest), ansonsten hättest du (wie so viele meiner RS-Kollegen) noch viele Jahre deines Lebens für deinen Traum geopfert und wärst am Schluss doch nicht im Cockpit gelandet.

Es gibt noch ganz andere Hürden auf dem Weg dorthin, die viel trivialer klingen als die fliegerischen Fähigkeiten, die einem aber viel eher einen Strich durch die Rechnung machen können. Bei uns wurden einige einfach nicht Leutnant, weil der Oberst gerade keine Lust hatte, diese Leute auszuwählen (völlig subjektiv). Habe auch schon Storys gehört, von Leuten, die den ganzen Weg gemacht haben und dann am Schluss nicht gewählt wurden, weil es immer noch zu viele hatte und sie dann einfach die kleineren Piloten genommen haben, da sie besser in den Schleudersitz passen...

 

Geniess die Freiheit (zumindest die militärische, die Corona-Freiheit wird wohl noch etwas auf sich warten lassen)!

 

Gruss Felix

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GliderpilotB4

Danke für deine sehr ausführliche Antwort.

Gratuliere dir für die Empfehlung unter diesen sehr anspruchsvollen Umständen!

Ja das Wetter und die Fliegerei... Bei uns war die Sicht bei zwei Flügen auch deutlich unter 5km, da kommt man sich wie in einem Hamsterkäfig vor. Für mich als „Schönwettersegelflieger“ eine ganz neue und spannende Erfahrung. 

Zur Bewertung: ich war mir einigermassen bewusst, was auf mich zukommen wird. Ich war allerdings überrascht als ich mich jeweils nach dem Flug mit meinen Kollegen austauschte, ob die FI‘s ebenfalls sie auf die Flugstunden angesprochen haben. Sie verneinten. Somit war ich wohl oder übel noch mehr verunsichert, was ich versucht habe mir nicht anzusehen.

Das mit der Lernkurve sagten sie uns gleich am Anfang schon, der ganze Kurs zählt als Ganzes. Dass die Lernkurve der jeweiligen Flugzeit angepasst wird, von dem war nie die Rede. 
Aber das was mich am meisten an der ganzen Sache irritiert ist, das mir nicht direkt gesagt wurde, dass ich schlicht nicht für Militärpilot geeignet bin, sondern: „Wenn sie zwei Jahre später gekommen wären, hätten sie es vielleicht geschafft, in diesem Kurs mit dieser Flugerfahrung allerdings nicht.“ Eine zweite Chance gibt es leider nicht und ich musste lernen damit umzugehen.


 

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