yogamaster667 Geschrieben 15. Dezember 2025 Geschrieben 15. Dezember 2025 (bearbeitet) Salü zusammen! Ich habe am 1.12.2025 das SPHAIR-Screening erfolgreich bestanden und möchte gerne meine Erfahrungen mit euch teilen, vor allem, weil mir bereits vorhandene Erfahrungsberichte während der Vorbereitung sehr geholfen haben. Ich habe bereits in der Sekundarschule davon geträumt, Kampfjetpilot zu werden. Dadurch habe ich mich schon sehr früh mit den Übungstests von SPHAIR befasst und mir einen ersten Überblick verschafft. Die eigentliche intensive Vorbereitungsphase begann jedoch erst etwa einen Monat vor dem Screening-Termin, also von November bis zum 1.12.2025. Vorbereitung allgemein Mein Ziel in der Vorbereitung war es, alle Tests bis zur Intensivphase so weit zu trainieren, dass ich nur noch auf der jeweils höchsten Stufe üben musste. Am meisten Zeit benötigte ich für KRN (Kopfrechnen), da ich dies zuletzt in der Primarschule intensiv geübt hatte. Im Folgenden meine persönlichen Tipps zur Vorbereitung für die einzelnen Tests: ENS (Englisch) Hier hatte ich kaum Probleme, da ich fliessend Englisch spreche und zurzeit auch einen Proficiency-Kurs an meiner Schule besuche. Ich empfehle, viele Videos auf Englisch zu schauen, sich mit Redewendungen vertraut zu machen und Tools wie ChatGPT zu nutzen, um ähnliche Fragen zu üben, wie sie auch im Testprogramm vorkommen. KRN (Kopfrechnen) Dies war für mich der aufwendigste Test. Ich habe den ganzen Monat über intensiv geübt, mindestens eine Stunde pro Tag. Mit Apps wie Mathical und Mathemakustik habe ich täglich trainiert, sei es im Zug, in Pausen oder zu Hause. YouTube-Kanäle wie Mathematrick haben mir geholfen, die Grundlagen wieder aufzufrischen. Nach etwa drei Wochen intensivem Üben ist man praktisch wieder «back in the game». ROT (Räumliches Vorstellungsvermögen) Der Würfelrotationstest war für mich kein grosses Problem. Hier lohnt es sich, sich in den tieferen Stufen zuerst mit dem Würfel vertraut zu machen und die Levels systematisch aufzuarbeiten. Anfangs kann man ruhig noch mit den Händen mitdrehen, später ist der Übergang zum hilfsmittelfreien mentalen Mitdrehen entscheidend – vor allem, da die Hände im Test auf dem Tisch bleiben müssen. VMC (Visuelle Merkfähigkeit) Hier entwickelt jede Person ihre eigene Strategie. Ich beschreibe meine, falls sie hilfreich ist: Ich habe mir aktiv nur die Farbreihenfolge gemerkt und die Symbole eher unterbewusst. Sobald ich beim gleichen Symbol ankam, war die Farbe das erste Kriterium. Wenn die Farbe passte, musste ich nur noch die Form abrufen, und im Zweifelsfall habe ich geschätzt. SKT (Konzentrationstest) Die Dreiecke sind der einzige Test, bei dem zwei Werte im Resultat ersichtlich sind. Einerseits muss man die Regeln korrekt anwenden, andererseits aber auch schnell klicken. Mein Tipp: zuerst konsequent auf eine hohe prozentuale Korrektheit fokussieren und erst danach das Tempo steigern, ohne dass die Präzision darunter leidet. TVT (Technisches Verständnis) Hier helfen vor allem viel Übung und ein solides Verständnis der physikalischen Grundlagen wie Aerodynamik, Mechanik, Zahnräder, Hydrostatik oder Hebelgesetze. Konzepte, die man nicht vollständig versteht, sollte man unbedingt mit einer Lehrperson besprechen, um Fehlvorstellungen und Confirmation Bias zu vermeiden. OWT (Instrumententest / Optischer Wahrnehmungstest) Sehr viel Übung ist hier entscheidend. Man sollte sich für diesen Test Zeit und Geduld nehmen, da er anfangs fast unmöglich erscheint. Irgendwann hatte ich jedoch einen Klick-Moment, und ab diesem Punkt lief es plötzlich sehr gut, insbesondere auf Level 3. RAG (Schriftliches Rechnen) Hier ist es kritisch, dass man das schriftliche Rechnen wieder sicher beherrscht. Es kommen viele Aufgaben zu Dreisatz, Geschwindigkeit, algebraischen Termen und Textaufgaben. Auch hier kann ChatGPT gut genutzt werden, um sich ähnliche Aufgaben generieren zu lassen und typische Rechenwege einzuüben. Psychomotorik (MIC-Test) Auf diesen Test kann man sich über SPHAIR selbst nur begrenzt vorbereiten. Online gibt es jedoch kostenlose Tests, die praktisch identisch sind. Ein eigener Stick und Throttle sind nicht zwingend nötig, da man am Screening selbst rund eine Stunde Zeit hat, um sich mit den Controls vertraut zu machen. So viel zur Vorbereitung. Falls ihr Fragen habt, beantworte ich sie gerne. SCREENING-TAG Mit dem ÖV kommt man problemlos nach Dübendorf und ins FAI, welches sich direkt neben dem Bahnhof befindet. Ich meldete mich an der Reception, zeigte meinen Ausweis vor und begab mich anschliessend einige Stockwerke höher in den Warteraum, wo sich bereits andere Kandidaten und Kandidatinnen befanden. Um Punkt neun wurden wir von den zwei Leitern begrüsst und ins Testzimmer gebeten. Der biografische Fragebogen wurde abgegeben, ebenso das Handy, welches man – falls man es im Raum behalten wollte – in eine Kartonbox legen musste. Danach suchte man sich den Platz mit dem eigenen Namen und setzte sich hin. Gleich darauf folgte eine kurze Einführung. Anschliessend wurde gefragt: «Falls sich jemand jetzt nicht bereit fühlt, die Tests zu absolvieren, soll er oder sie sich bitte melden.» Lasst euch davon bitte nicht abschüchtern. Ich habe gemerkt, wie sich die Spannung im Raum schlagartig erhöht hat, doch wir blieben alle ruhig und waren bereit, den Tag durchzuziehen. ENS Einfacher als im CBT, mehr gibt es dazu nicht zu sagen. Es kamen genau die Themen vor, die man aus dem CBT kennt. Es war ein mega gutes Gefühl, so in die Testphase zu starten. Ich hatte direkt ein sehr gutes Gefühl, und die Nervosität war praktisch weg. KRN Das Kopfrechnen hatte mich während der Vorbereitung viel Zeit und Mühe gekostet, weshalb ich hier ziemlich nervös war. Von der Aufgabenintensität her waren die Aufgaben jedoch sehr ähnlich wie im CBT. Auf den älteren Trainings kann man noch nicht-akustische Aufgaben üben, was fast schon Overkill ist, sich aber trotzdem lohnen kann. Ich hatte nach dem Test ein etwa 80-Prozent-Gefühl, was mich deutlich entspannte. ROT Am Screening ist der ROT deutlich einfacher als im CBT. Der Test beginnt sehr langsam und steigert sich dann. Ich hatte zeitweise ein «too good to be true»-Gefühl und konnte den Test ohne Probleme absolvieren. 5-Minuten-Pause zum Durchatmen – bis jetzt alles gut. VMC Hier fand ich es wie immer schwierig, mich während des Tests selbst einzuschätzen. Erst nach den Trainingsdurchläufen zu Hause, als die Prozentzahl sichtbar wurde, konnte ich durchatmen. Insgesamt war es ein gemischtes Gefühl, das sich aber nicht negativ auswirkte, da ich mir durch ENS und ROT bereits ein gewisses Polster aufgebaut hatte. SKT Ich klickte mich mit hohem Tempo durch den Test und konnte mich sehr gut konzentrieren. Der Prüfungsdruck half mir dabei sogar. Ich war zufrieden mit meiner Performance und hatte weiterhin ein gutes Gefühl. TVT Hier kamen viele unterschiedliche Themen vor. Einige kannte man aus dem CBT, andere nicht. Durch Herleiten und Ausschlussverfahren lassen sich aber auch unbekanntere Themen gut bearbeiten. Nach dem Test hatte ich ein eher negatives Gefühl, da ich mir bei einigen Antworten nicht sicher war. Mittagspause! Ich ging in den Migrolino und ass einen Katsu-Chicken-Reissalat. Der Döner nebenan sah zwar auch verlockend aus, doch ein Kebab im Magen hätte mir den Nachmittag vermutlich eher erschwert. Macht hier aber das, was für euch am besten passt. OWT Die Instrumente haben mich zunächst etwas erschreckt, da deutlich weniger Zahlen auf den Ziffernblättern standen und ich meine Strategie nicht mehr optimal anwenden konnte. Trotzdem hatte ich in drei von vier Durchläufen alle vier Zahlen korrekt und insgesamt ein okayes Gefühl nach dem Test. RAG Die Rechenaufgaben waren für mich deutlich einfacher als im CBT. Es kam mehr Algebra (Terme usw.), bei der man nicht wirklich rechnen muss. Zeitlich reichte es mir locker, obwohl ich in der Vorbereitung eher langsam war. Ich war positiv überrascht und entsprechend zufrieden. MIC Der Psychomotorik-Test machte mir sogar Spass. Ich konnte völlig in die Aufgabe eintauchen und hatte keinerlei Stress. Der Test war definitiv einfacher, als es die Gerüchte vermuten lassen. Man muss sich zwar gut konzentrieren – vor allem nach allem, was bereits hinter einem liegt – aber er ist sehr gut machbar. Nach dem Ausfüllen des letzten Fragebogens war der Tag bereits vorbei. Gemeinsam gingen wir zum Refraktometertest, bei dem alles tipptopp lief. Danach verabschiedeten wir uns voneinander, wünschten uns gegenseitig viel Glück und hatten irgendwie einen schönen Moment, als Gruppe alles hinter uns zu haben. Ich fuhr anschliessend mit dem Zug in meinen Englischkurs, den ich am selben Tag noch hatte. Dort öffnete ich die SPHAIR-Webseite und sah, dass ich das Screening bestanden habe. Am 19.7.2026 geht es für mich in den SPHAIR-Kurs nach Birrfeld -> darauf freue ich mich sehr! Falls ihr den Bericht bis hierhin gelesen habt, danke ich euch herzlich und hoffe, dass ihr etwas Wertvolles daraus mitnehmen konntet. - Dario Bearbeitet 15. Dezember 2025 von yogamaster667 namen vergessen 1 Zitieren
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