Frank Holly Lake Geschrieben 1. April Geschrieben 1. April Nein, kein Aprilscherz https://www.airliners.de/forscher-bezweifeln-praxistauglichkeit-evakuierungsregel/86875 Eine internationale Studie zweifelt an der Praxistauglichkeit der 90-Sekunden-Evakuierungsregel. Bei einem hohen Anteil älterer Passagiere wurde das Ziel in keinem der 27 simulierten Szenarien erreicht. Im schlimmsten Fall dauerte die Räumung mehr als das Doppelte der vorgeschriebenen Zeit. Die Alterung der Gesellschaft stellt die Luftfahrt vor ein Sicherheitsproblem: Die Dauer von Flugzeug-Evakuierungen steigt mit dem Alter der Passagiere. Das ist das Ergebnis einer Studie eines internationalen Forschungsteams um Chenyang Zhang von der kanadischen Universität Calgary, veröffentlicht in der Fachzeitschrift "AIP Advances". Die international vorgegebenen Evakuierungszeiten seien bei einem hohen Anteil älterer Fluggäste unter realistischen Bedingungen kaum einzuhalten. In keinem der 27 simulierten Szenarien wurde dieses Ziel mit Senioren an Bord erreicht. Selbst im günstigsten Fall benötigten die Passagiere 141 Sekunden – knapp eine Minute länger als die behördliche Vorgabe. Die Forscher untersuchten die Räumung eines Airbus A320, eines der weltweit meistgeflogenen Flugzeugmuster. Als Grundlage diente ein Szenario mit einem Brand beider Triebwerke. In einem solchen Fall sind die Notausstiege direkt über den Tragflächen unpassierbar, sodass lediglich die vier Ausgänge im vorderen und hinteren Bereich der Kabine zur Verfügung stehen. Für die Simulationen kombinierten die Forscher drei verschiedene Kabinen-Layouts mit drei unterschiedlichen Anteilen von Passagieren über 60 Jahren. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl der prozentuale Anteil der Senioren als auch deren genaue Sitzverteilung die Evakuierungsdauer deutlich beeinflussen. Die längste gemessene Evakuierungszeit lag bei 218,5 Sekunden – in einer dicht bestuhlten Kabine mit 80 Prozent älteren Passagieren. Mehr Infos gibt es in dem Link Grüße Frank Zitieren
Alexh Geschrieben 1. April Geschrieben 1. April (bearbeitet) Was man mit dem Geld dieser Studie wohl alles hätte untersuchen können, das uns keine im Voraus zu erwartenden Ergebnisse gebracht hätte. Gruß Alex Bearbeitet 1. April von Alexh 3 Zitieren
FalconJockey Geschrieben 1. April Geschrieben 1. April Die Flugzeuge sind inzwischen auch besser geworden und wenn Leute nicht rauskommen, liegt es entweder daran, dass der Zerstörungsgrad so hoch ist, dass man es eh nicht schafft, oder weil zuviele Passagiere ihr dämliches Handgepäck einsammeln wollen. Zitieren
AnkH Geschrieben 1. April Geschrieben 1. April Man könnte jetzt noch eine Evakierungsübung mit blöderweise gerade zum Zeitpunkt des Fluges beeinträchtigten Personen durchführen (gebrochene Beine, Rollstuhl, ein Auge verbunden, Rückenschmerzen und und und) durchführen und es ginge noch länger. Überraschung. Was solche Studien aber leider manchmal tatsächlich triggern können, ist: geneigte Airlines (aus den USA) könnten ggf. dann Vorgaben erlassen, welche Passagiere überhaupt noch akzeptiert werden. Ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, da es Einschränkungen bereits jetzt gibt (sowohl generell als bspw. auch in Bezug auf die Sitze bei den Notausgängen). Sprich: eventuell darf man zukünftig pro Flug nur noch 20% ü65 einpacken? Who knows 1 Zitieren
Hotas Geschrieben 1. April Geschrieben 1. April Irgendjemand hat mal nach verriegelbaren Handgepäckfächern gefragt. Ist das ein Thema? Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben 1. April Geschrieben 1. April vor 1 Stunde schrieb AnkH: geneigte Airlines (aus den USA) könnten ggf. dann Vorgaben erlassen, welche Passagiere überhaupt noch akzeptiert werden. Das werden wohl weniger die Airlines selber so machen sondern allenfalls würde die FAA hier tätig oder aber die Versicherungen. vor einer Stunde schrieb Hotas: Irgendjemand hat mal nach verriegelbaren Handgepäckfächern gefragt. Ist das ein Thema? Das passiert ziemlich ständig wenn wieder Bilder einer Evakuation kommen, wo die Leute ihr Gepäck mitnehmen. Die Frage dort ist: Wären die Fächer verriegelt, kommt halt alles was unter dem Sitz ist mit. Die Leute haben in solchen Ausnahmesituationen kein rationelles Verhalten und denken halt völlig verquer. Ich könnte mir ehrlich gesagt vorstellen, dass in einem solchen Fall eine Massenpanik ausbricht und die Leute im Flieger wie irr an den Gepäckfächern rütteln und die Kabine endgültig verstopfen bis es zu spät ist. Wäre aber auch mal eine "Studie" wert: Wieviel Zeit bedeutet das wirklich, mit oder ohne Gepäck. Zitieren
FalconJockey Geschrieben 1. April Geschrieben 1. April vor 2 Stunden schrieb AnkH: geneigte Airlines (aus den USA) könnten ggf. dann Vorgaben erlassen, welche Passagiere überhaupt noch akzeptiert werden. Ist nicht völlig aus der Luft gegriffen, da es Einschränkungen bereits jetzt gibt (sowohl generell als bspw. auch in Bezug auf die Sitze bei den Notausgängen). Diese Vorgaben gibt es doch auch in Europa. Ich habe schon mehrmals erlebt, dass die Crew Behinderte, massiv Fette und Nicht-Englischsprecher aus der Notausgangsreihe ziehen musste. Teilweise unter Protest, sie hätten doch extra mehr für die Beinfreiheit gezahlt. Ein Mal musste ich sogar einer Alitalia-Crew helfen, den Sachverhalt der Mutter eines geistig schwerbehinderten Sohns erklären. Die arme Frau war geschockt zu hören, dass zuerst gesunde und mobile Menschen evakuiert werden, "nicht-mobile" und behinderte Menschen zuletzt. Zitieren
Frank Holly Lake Geschrieben 1. April Autor Geschrieben 1. April Ich sehe das eher als Problem. Wenn die Leute vor verschlossene Flächen stehen, werden Sie diese versuche aufzubrechen. Das kostet Zeit und verschleppt dann noch mehr die Evakuierung. Wehe, Du hast dann Kabinenbesatzung, welche sich hier nicht durchsetzen kann, weil Sie selber unter Schock steht oder Verletzungsbedingt ausfällt. Und wenn man mal auf den Unfall Japan-Airlines-Flug 516 denke, das haben sich PAX hinter Sitzreihen in der Ecke zusammengekauert versteckt und auf ihren tot gewartet haben. Unter Schock reagieren die Leute unterschiedlich, von Panik bis nichts tun, aufgeben. Wäre da der Kapitän nicht noch mal durch die Kabine gegangen, wären die sicher gestorben. Hier hatte die Crew die Zeit dazu. Grüße Frank Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben 1. April Geschrieben 1. April vor 5 Stunden schrieb FalconJockey: Ich habe schon mehrmals erlebt, dass die Crew Behinderte, massiv Fette und Nicht-Englischsprecher aus der Notausgangsreihe ziehen musste. Es geht hierbei um die Fähigkeit, im Falle eines Falles die Notausgänge öffnen zu können und gilt nur für die Notausgang Reihen. Was es nicht ist, ist eine Quote für Senioren oder Behinderte, diese wäre auch heftig diskriminierend. Die beste Lösung für schnellere Evakuationen wäre, auf den Fliegern mehr Platz zu schaffen, also breitere Gänge und mehr Platz vor den Notausgängen, sowie die Notausgänge wieder mit Crew Members zu besetzen. All diese Lösungen sind aber teuer, sehr teuer. Daher lässt man dies wohl. Es ist auch zu erwähnen, dass in den letzten Jahren bei Evakuationen in aller Regel die Leute doch recht schnell draussen waren und nur in sehr wenigen Fällen es Leute nicht mehr raus geschafft haben, etwa beim Superjet Unfall in Moskau. Also kann das System nicht so schlecht sein. 1 Zitieren
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