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18.07.2005 | SWR ERJ145 | EDDN | Bei der Landung von "Rollweg" gerutscht


FalconJockey

Empfohlene Beiträge

Hi,

 

jetzt ist es also doch passiert. Der ERJ145 hat nunmal eine Schwäche auf nassen Pisten, zumindest sieht es ganz stark danach in diesem Fall aus.

 

Ich zitiere mal direkt aus einem Pilots.de verlinkten Bericht:

Heute Abend um 18.15 Uhr Lokalzeit ist ein SWISS Flugzeug mit der Flugnummer LX1190 von Zürich herkommend in Nürnberg nach der Landung bei schlechten Witterungsverhältnissen vom Rollweg ins Gras gerutscht. Dabei wurde niemand verletzt. Am Flugzeug Embraer 145 ist kein sichtbarer Schaden entstanden. Alle16 Passagiere und drei Crew Mitglieder konnten das Flugzeug normal über die Flugzeugtreppe verlassen. Nachdem das Flugzeug auf den Rollweg gezogen wurde, konnte es von der Besatzung auf den vorgesehenen Standplatz manövriert werden. Nach einer Bestandesaufnahme durch die deutsche Luftfahrtbehörde haben alle Passagiere den Flughafen bereits verlassen.

 

So sah das Wetter zum Zeitpunkt des Zwischenfalls aus, sieht mir nach Aquaplaning und folgendem Ausritt in die Wiese aus.

EDDN 181650Z 09005KT 9999 FEW020 SCT060 BKN090 19/17 Q1009 RETS NOSIG =

EDDN 181620Z 36006KT 9999 -TSRA FEW020CB SCT060 BKN090 18/16 Q1010 BECMG NSW =

EDDN 181520Z 25002KT CAVOK 29/11 Q1007 FM1600 27025G45KT 2000 TSRAGR BKN020CB =

 

Im anderen Forum waren weiterhin 4 Bilder verlinkt, gibt es hier:

http://www.zweirad-online.de/swiss/S1.jpg

http://www.zweirad-online.de/swiss/S2.jpg

http://www.zweirad-online.de/swiss/S3.jpg

http://www.zweirad-online.de/swiss/S4.jpg

 

 

Vielleicht war es aber nur ein technischer Defekt, so schnell werden wir es wahrscheinlich nicht erfahren. Sieht mir aber sehr stark nach überhöhter Geschwindigkeit im Endanflug aus, evtl. verbunden mit nicht ganz korrekter Bremstechnik.

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Walter Fischer

Vielen Dank Andreas für Deine Dokumentation!

Frage an Dich, als ehemaligen Embraer 145- Pilot:

Wie wurde da wohl gebremst. Ich meine so in der Art, dass beide Piloten vehement in die Pedale treten, so nach dem Motto: "We have controlls" ?

 

Ist im Fall ernst gemeint, allerdings die alten Flugzeug- Katastrophen- Filme im Hinterkopf, wo die Helden des Steuerhorns bei der unvermeidlichen Notlandung derart in die Eisen drückten, dass ihnen die Leber platzte oder zumindest die dritten Zähne eine Hand breit vor dem Mund mitbremsten :005:

 

Gruss Walti

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1. "Rollweg" :D :001: :D

Mein BZF I ist zwar schon eine Weile her, aber ist "Rollweg" nicht die offizielle deutschsprachige Version von "taxiway"?

 

Gruss,

Thomas

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Mein BZF I ist zwar schon eine Weile her, aber ist "Rollweg" nicht die offizielle deutschsprachige Version von "taxiway"?

 

Gruss,

Thomas

 

Doch natürlich....Ich habe nur (vielleicht fälschlicherweise) angenommen, dass das Flugzeug nach der Landung von der Piste ins Gras gerutscht ist. Falls es vom Taxiway abgekommen ist, hätte es nur dann etwas mit dem Bremsverhalten zu tun (siehe ex-Embraerjockey) wenn es wegen noch zu hoher Geschwindigkeit am Ende der Piste den letzten Rollweg nicht erwischt hätte. Bei üblichem Abbremsen vor Verlassen der Piste und einigermassen vernünftiger Rollgeschwindigkeit kann man eigentlich nicht "vom Rollweg" ins Gras rutschen.

Frage : Ist der Embraer von der Piste ins Gras gerutscht oder vom Rollweg ? Oder von der Piste über einen Rollweg ?

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Hi!

 

Ja, darum habe ich Rollweg auch in Anführungszeichen geschrieben. Ich bin mir nämlich nicht sicher, was der Journalist da gemeint hat. Könnte auch sein, dass der ERJ beim Abrollen von der Bahn noch etwas zuviel Speed drauf hatte und dann seitlich vom Rollweg gerutscht ist (Aquaplaning, ABS...).

 

Ich war nicht dabei, deswegen weiss ich nicht wie gebremst wurde. Als ich das erste Mal mit dem ERJ auf einer sehr nassen Piste gelandet bin (EDDM 26L, das weiss ich noch :) ) und ich die Bremsen betätigt habe, hat der Flieger angefangen zu "stottern" und dann ganz zu "schwimmen". Bremsleistung war fast Null und die Richtung war auch fast nicht mehr zu steuern. Mein Kapitän meinte dann "Loslassen, stabilisieren lassen und nochmal bremsen!" was ich auch tat und schon hatten wir die Situation wieder im Griff. In München ist die Piste etwas länger, da macht das nichts. Aber in Nürnberg fehlen halt schon ein paar Meter... Da sträubt man sich dagegen, die Bremsen loszulassen. Aber eben, ich war nicht dabei, keine Ahnung was da genau passiert ist!

 

@Chris: Der Reverse bringt ja nicht wirklich viel...klar hilft er ein wenig, aber es sind keine Welten. Ich hatte mit dem ERJ145 niemals Probleme wegen dem Bremsen. Wenn man das "Problem" kennt, fliegt man einfach mit Vref über die Schwelle und nicht voller Angst ("Es hat Windböen!") mit Vref+10. Der ERJ ist sehr verzeihend, der stallt nicht gleich. Er mag nur nicht zu hohe Geschwindigkeiten beim Aufsetzen, sonst kriegt man nicht das volle Gewicht auf die Räder und somit keinen guten Kontakt zur Piste. Reverser sind in der Konfiguration ja sogar kontraproduktiv, weil sie den Flieger bei schlechter Bodenhaftung destabilisieren. Ist halt keine MD11 :D

 

Egal, ob sie jetzt ******** gebaut haben oder nicht: Hauptsache es ist niemandem was passiert!

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Bezüglich der 'Rollweg'-Terminologie: Der von Andreas zititerte Text ist nichts anderes, als die offizielle Medienmitteilung der Swiss von gestern abend. Sollte also so stimmen.

 

Gruess,

 

Flo

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Hi!

 

@Chris: Der Reverse bringt ja nicht wirklich viel...klar hilft er ein wenig, aber es sind keine Welten.........Reverser sind in der Konfiguration ja sogar kontraproduktiv, weil sie den Flieger bei schlechter Bodenhaftung destabilisieren. Ist halt keine MD11 :D

 

 

Gerade bei schlechten Pistenverhältnissen (Aquaplaning, Schnee etc) sind Reverser die einzige Möglichkeit, das Flugzeug soweit abzubremsen, dass mit tieferer Geschwindigkeit und mehr Anpressdruck der Räder auch die Radbremsen wirksam werden. Da bei hoher Geschwindigkeit die Piste vor dem Flugzeug auch am schnellsten kürzer wird (bei 150 kts Aufsetzgeschwindigkeit fast 80 Meter pro Sekunde), bringt es eben doch viel.

destabilisieren ? Nur bei wirklich starkem Seitenwind oder sonst lateralen Kontrollproblemen ist es möglich, dass als einzige Korrekturmöglichkeit Reverse off und sogar Vorwärtsschub angebracht ist, um auf der Piste zu bleiben.

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Wenn ich das auf den Fotos richtig erkennen kann steht der ERJ aber neben dem Taxiway F am Anfang von RWY 10 mit der Nase ungefähr in nordöstlicher Richtung.

Demnach müsste das Flugzeug ja fast eine 180° Drehung gemacht haben :confused:

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Hallo Chris,

 

ich habe gelernt, dass man bei einem Flugzeug mit Triebwerken am Heck und relativ weit über der Längsachse sehr wohl Gefahr läuft, dass einem der Flieger wegläuft, sollte man nicht genug Bodenhaftung, speziell am Bugrad, haben.

 

Wenn man dann noch auf das METAR zur fraglichen Zeit schaut, war da grad ein Gewitter am Platz und es herrschte Nordwind. Es ist gut möglich, dass ein paar Minuten davor, zur Zeit des Ausritts, das Gewitter etwas stärker gewesen ist, mit dementsprechend stärkerem Seitenwind. Ist aber Spekulation.

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Hallo Andreas,

 

bei deinem "zwischenfall" in Muc hast du dir aber auch mit den schlimmsten Platz bei Regen ausgesucht. Bei Regen ist die Bahn glatt wie Schmierseife, so dass es uns mit der 737 auch ganz schön Probleme bereitet, die Maschine sauber auf der Piste zu halten, und beim Rollweg auch wirklich abzurollen und nicht geradeaus zu schlittern. Kapitäne, die in Muc das erste mal bei schlechtem Wetter unterwegs sind, haben damit häufig gewaltige Probleme.

 

Gruss

Jochen

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Walter Fischer

Hallo Jochen, das tönt aber einigermassen dramatisch. Sollte man dort nicht schon längst eine Belagsaufrauh- Arbeit ins Auge fassen?

Und wie ist das, würdest Du im Zweifelsfall den asymmetrischen Schub als Hilfsmittel anwenden?

 

Gruss und Dank für diese hochspannende Geschichte, die sich da entwickelt ;)

Walti

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Gast Hans Fuchs

Walti was kümmert es Dich?

 

Du hast ja das einzig wirklich wirksame Gegenmittel längst gefunden und bleibst zeitlebens am Boden kleben. :D

Kukident ??

 

By the way, auf einem Gletscher landen könntest Du schon mal gelegentlich, denn da braucht es ja keine Bremsen zum bremsen. :005:

 

Hans

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Demnach müsste das Flugzeug ja fast eine 180° Drehung gemacht haben :confused:

 

Handbremskehre? ;-)

 

Sorry, war nicht ernst gemeint, die Finger waren aber schneller, als das Gehirn :-)

 

Spass beiseite: Wie lange geht es wohl, bis wieder die alte Leier anfängt von wegen "gefährlichen LX-Embraer"?

 

Gerardo

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Wenn ich das auf den Fotos richtig erkennen kann steht der ERJ aber neben dem Taxiway F am Anfang von RWY 10 mit der Nase ungefähr in nordöstlicher Richtung.

Demnach müsste das Flugzeug ja fast eine 180° Drehung gemacht haben :confused:

 

 

Gebe dir vollkommen recht!

So wie es aussieht ist der ERJ auf dem Weg zur Startbahn oder wirklich um 180 Grad gedreht.

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Hallo Walti,

 

dramatisch ist es nicht unbedingt. Die Bahn an sich ist ja sehr lang und im grossen und ganzen ist die bremsleistung auch nicht soo schlecht. Es gibt allerdings einige Punkte, wo es extrem rutschig ist (z.B. gerade beim turnoff zu den Taxiways B8 oder B10). Wenn du da noch etwas schnell bist, ist es sehr ratsam, erst den nächsten Taxiway zu nehmen. Die meisten Kapitäne (bei uns kann der Co nicht taxeln) machen bei uns deshalb dort auch extra langsam (auch wenn es ein high speed taxiway ist). Für "auswärtige" Piloten wurde dieses Problem auch schon das eine oder andere mal zum verhängnis und sie schlidderten nicht via Taxiway von der Bahn, sondern direkt ins Gras. Häufig spielt bei solch einem Zwischenfall dann der nachfolgende Traffic und die Lotsen, die einen etwas pushen, eine Rolle. Dann rollt man mit normaler Geschwindigkeit für einen high-speed-taxiway ab und bekommt in Muc die Kurve nicht mehr.

Was ich allerdings absolut nicht nachvollziehen kann, warum die relativ neue Bahn (zumindest für mich) so grosse schwäche bei nässe aufweist...

 

Gruss

Jochen

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Walter Fischer

Vielen Dank Jochen für Deine Erläuterungen!

Es ist einfach bemühend, dass immer zuerst etwas passieren muss, bis gehandelt wird. Dabei sind die Bayern doch ähnlich auf Perfektion erpicht, wie die Schweizer :cool:

 

Gruss Walti

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Also ich habe früher auch immer die Tatsache belächelt, dass der ERJ ohne Reverser gekauft wurde. Inzwischen, da ich schon ein bisschen herumgekommen bin in der Welt, weiss ich, dass die allergrösste Mehrheit der ERJ-Operators die gleiche Konfiguration fliegt.

 

Frage an ExcelJockey: Hat der ERJ Spoiler, die den Anpressdruck erhöhen nach der Landung? Könnte da was schief gelaufen sein?

 

Dani

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Hallo zusammen

 

 

Mich nimmt es Wunder, wie sich ein Flugzeug um 180° drehen kann. Ich habe eine Grafik erstellt, um den möglichen Weg aufzuzeigen:

 

LX1190.jpg

 

 

 

Gruss Marc

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als alter Nürnberger ergeben sich für mich, anhand der Bilder doch ein paar Fragen:

 

- kam der Flieger wirklich aus ZUE?

- wenn ja, warum hat die ERJ bei der Länge der Bahn erst den letzten Taxiway genommen?

- wenn das alles so stimmt, wie beschrieben, wie schafft eine ERJ eine 180 Grad Drehung??

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Hallo Burkhard

 

- kam der Flieger wirklich aus ZUE?

 

[Klug********rmodus ein]Definitiv nicht, in Zurich East gabs noch nie eine Piste :D[Klug********rmodus aus]

 

Die Meldung kam von Swiss selber, ich denke die wissen schon, woher der Flieger gekommen ist, die Flugnummer stimmt ja auch.

 

Gruess,

 

Flo

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Die Frage ist glaube ich eher, warum braucht ein so kleines Flugzeug 2'700m Landedistanz?

 

Und warum haben alle anderen Flugzeuge die Piste ohne one-eighty verlassen?

 

 

Stefan

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Walter Fischer
Die Frage ist glaube ich eher, warum braucht ein so kleines Flugzeug 2'700m Landedistanz?

 

Und warum haben alle anderen Flugzeuge die Piste ohne one-eighty verlassen?

 

 

Stefan

 

 

Ist doch ganz einfach: Wenn Du so tief am Boden sitzt', wie im ERJ, kannst Du das Pistenende sehr schlecht sehen, ganz im Gegensatz zum Jumbo, wo Du im 5. Stock den Ueberblick hast :D Denk doch nur schon an die Erdkrümmung :rolleyes:

 

Gruss walti

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