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Danilo

Wo Cargo dominiert – Besuch bei der Luftfracht-Drehscheibe Leipzig/Halle

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Danilo

Werte Freunde der Luftfahrt

 

Im Mai 2018 war es wieder einmal Zeit für einen mehrtägigen Spotteraufenthalt an einem von mir noch nicht besuchten Flughafen. Ins Auge gefasst hatte ich den Airport Leipzig/Halle, dessen PAX-Flieger-Aufkommen zwar äusserst bescheiden, sein Cargo-Traffic aber für einen Spotter umso interessanter sein sollte. Nachdem verlässliche Anzeichen bestanden, dass Sachsen und Sachsen-Anhalt in den Genuss einer längeren Schönwetterphase kommen würde, wurden schnell Hin- und Rückflug ab ZRH gebucht.

 

 

Es gab noch einen besonderen Grund, der mich zur Reise nach Mitteldeutschland motiviert hatte: Nico Mommert aus dem Raum Leipzig/Halle (flyLEJ) hat hier im FF einen Thread mit dem Titel «An-225 in Deutschland» eröffnet, in dem er hin und wieder Aktualitäten über die aussergewöhnliche Antonow weitergibt. Anfangs April fand ich darin folgende interessante Information: «Die An-225 wird morgen Abend wieder am Flughafen Leipzig/Halle ankommen, der Abflug ist für den Folgetag angesetzt. Bis Anfang Mai sind insgesamt noch 3 weitere Landungen am Airport geplant.» Da ich den Besuch des Riesenvogels in ZRH im Herbst 2013 wegen eines Auslandaufenthaltes verpasst hatte, waren das für mich natürlich hochwillkommene Nachrichten. Eine PN von Nico brachte weitere Klärung.

 

 

Und so verlasse ich bei bestem Wetter am späteren Nachmittag des 7. Mai mit der HB-JVG, einer Fokker 100 von Helvetic, den heimatlichen Airport. Eine gemütliche Ruhe liegt über dem Flughafengelände.

 

 

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Wie immer habe ich mich für einen Fensterplatz auf der der Sonne abgewandten Seite entschieden und die Kamera bei mir. Meistens lassen sich während des Fluges nämlich ganz ordentliche Aufnahmen machen. Hier grüssen Oberglatt und Niederglatt von unten.

 

 

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Selten ist mir ein Flug so kurz vorgekommen wie dieser. Tatsächlich sind wir nicht einmal eine ganze Stunde in der Luft. Der Blick ins Cockpit der Fokker:

 

 

 

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Direkt vor der Landung auf Piste 08L  – nur noch wenige Meter über dem Boden – ergibt sich ein überraschender Blick auf eine wartende An-124. Nicht schlecht für den Anfang, denke ich, und drücke auf den Auslöser.

 

 

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Als Unterkunft habe ich das Globana Airport Hotel gewählt, das im nahen Schkeuditz liegt und vom Flughafen aus in zehn Minuten erreicht wird. Die Nähe zum Airport, die Annehmlichkeiten des angesehenen Hauses sowie der angepriesene kostenlose Shuttle-Dienst zum Flughafen haben es mir angetan. Von meinen Auslandreisen bin ich mir durchaus gewohnt, dass Shuttles oftmals am Tag die Strecke vom oder zum Flughafen fahren und dass sie kostenlos sind. Diesen Dienst gedenke ich hier intensiv zu nutzen. Deshalb verzichte für einmal auf die Miete eines Autos.

 

Die Affiche «kostenloser Shuttle» auf der Homepage des Hotels soll sich aber als trügerisch erweisen. Eine einzige Hin- oder Rückfahrt ist kostenlos, für jede weitere Fahrt werden 15.50 Euro fällig. Das wird beim Checkout einen erheblich höheren Betrag ergeben als ich gerechnet habe und macht mich zudem von anderen abhängig. So bin ich alles andere als flexibel, was sich in den nächsten Tagen als rechter Nachteil erweisen wird. Der Gerechtigkeit halber will ich anfügen, dass dies der einzige Minuspunkt des Globana Hotels ist. Das geräumige Zimmer im 6. Stock, mit Blick zum Flughafen, ein kundenfreundlicher Service sowie vorzügliches Essen lassen keine Wünsche offen.

 

Beim Verlassen des Flughafengebäudes stelle ich fest, dass wettermässig ein wunderschöner Abend bevorsteht. Es scheint mir darum zu schade, schon ins Hotel zu fahren. Wie ich aus dem Spotterguide von Nicos Website weiss, gibt es neben dem Hauptterminal eine Besucherterrasse in luftiger Höhe, die einen guten Ausblick auf die Flugbewegungen im Bereich der Südbahn bietet. Samt Gepäck verfrachte ich mich dort hinauf. Noch viele Male werde ich die geräumige Plattform aufsuchen. Tagsüber herrscht dort zwar starkes Gegenlicht. Doch im Laufe des Abends wird die Sonne die Pistenachse überqueren, und dann läuft die Zeit für mich. Also möglichst lange bleiben.

 

Ein schneller Blick weit hinüber zum Enteiser-Platz bestätigt die Hoffnung, dass sich die An-225 tatsächlich in LEJ befindet. Morgen will ich sie dann aus der Nähe erkunden.

 

 

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Auf dem Apron 1 (Ost) werden häufig Frachtflugzeuge über Nacht parkiert, wie hier gerade diese B737-300SF von Cargo Air, einer kleinen bulgarischen Frachtgesellschaft. Daneben habe ich dort auch diverse An-12 gesehen, leider nie in einer guten Fotoposition.

 

 

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Auf der 08R, der «Frachtpiste», landen im Laufe des Abends verschiedene Cargo-Heavies von AeroLogic sowie eine 747 von Polar Air. Da dies auch jeden weiteren Abend der Fall ist und die Lichtbedingungen noch besser werden, zeige ich Aufnahmen dieser Flugzeuge später im Bericht.

 

Nach mehreren Stunden Aufenthalt – die Dämmerung hat unterdessen Einzug gehalten – verlasse ich die Besucherterrasse und werde vom avisierten Shuttle ein erstes Mal zum Hotel transportiert. Dort beziehe ich mein Zimmer und stelle kurz darauf mit Blick aus dem Fenster einigermassen erstaunt fest, dass zwischen all den riesigen Frachthallen hindurch ein freier Blick auf die beleuchtete An-225 besteht.

 

An dieser Stelle soll der Flughafen Leipzig/Halle vorgestellt werden: 1990 begann auch für ihn eine neue Zeitrechnung. Die Bundesländer Sachsen und Sachsen-Anhalt, die Städte Leipzig, Halle und Schkeuditz sowie die Landkreise Delitsch und Leipziger Land übernahmen als neue Gesellschafter die Flughafen Leipzig/Halle GmbH. Umfangreiche Baumassnahmen in den nächsten Jahren brachten Modernisierung und Vergrösserung. Von 1990 bis 1995 stieg die Zahl der Passagiere von 275 000 auf über 2 Mio.

 

1996 wurde das neue Terminal B, das über mehrere Fluggastbrücken verfügt, eingeweiht. Ein neues Instrumentenlandesystem der Kategorie IIIb wurde installiert. Dies machte den Allwetter-Betrieb möglich. 1999 wurde das sechsgeschossige Parkhaus schrittweise in Betrieb genommen. 2003 band die Deutsche Bahn den ICE-tauglichen Flughafenbahnhof in das Fernverkehrsnetz ein. Das neue Zentralterminal weist eine Jahreskapazität von 4,5 Mio. Passagieren auf und kann bei Bedarf auf 7 Mio. ausgebaut werden. Investiert wurden in diesen Jahren über eine Milliarde Euro.

 

Die seit 1959 in Betrieb befindliche Start- und Landebahn wurde bald den Anforderungen des modernen Luftverkehrs nicht mehr gerecht. 1994 erfolgte der Beschluss zum Bau einer Nordbahn mit 3600 m Länge, zwei Rollbrücken und eine Betriebsbrücke. Im Jahre 2000 ging sie in Betrieb. Zeitgleich entstand ein neuer, 73 m hoher Tower. 2005 erfolgte der Spatenstich zum Neubau der Piste Süd, die um 20 Grad gedreht und auf ebenfalls 3600 m verlängert wurde. Zwei Jahre später war der Bau vollendet. Direkt angebunden an die Start- und Landebahn Süd ist der ebenfalls neue Frachtbereich Süd, der über eine optimale Strassen- und Schienenanbindung sowie über ein eigenes Vorfeld verfügt.

 

Von grösster Bedeutung in der jüngeren Geschichte des Flughafens war die Entscheidung der Deutschen Post World Net, ab 2008 ihr europäisches DHL-Drehkreuz am Flughafen Leipzig/Halle zu betreiben. Seither entstanden im Südbereich riesige Warehouse-Komplexe mit modernster Sortiertechnik und ein Hangar. DHL beschäftigt hier rund 4900 Menschen.

 

Im Weiteren wurde im Frachtareal das riesige World Cargo Center erstellt, in dessen 20 000 m3 grosser Luftfrachthalle pro Jahr 200 000 Tonnen umgeschlagen werden. Ein daran angeschlossenes Vorfeld bietet bis zu sechs Grossraumflugzeugen wie der An-124  Platz. Seit 2009 ist LEJ Heimatflughafen für die Frachtfluggesellschaft AeroLogic, einem Joint  Venture von DHL Express und Lufthansa. Mit Boeing 777-Frachtern werden Ziele in Asien und Amerika angeflogen.

 

2007 eröffnete die Ruslan Salis GmbH, eine Kooperation der Volga-Dnepr-Gruppe und des Antonov Design Bureau, in Leipzig/Halle die einzige europäische Wartungsbasis für Maschinen vom Typ Antonow 124. Mehrere dieser Flugzeuge sind permanent in Leipzig/Halle stationiert. Der neugebaute Hangar Nord dient seit 2012 als Wartungsbasis für Flugzeuge vornehmlich russischer Bauart.

 

Der Leipzig/Halle Airport zählt zu den fünf grössten Frachtflughäfen Europas. Rund 8000 Angestellte arbeiten in über 100 Unternehmen.

 

Für den neuen Tag habe ich mir die Erkundung des interessanten Frachtbereichs im Süden des Flughafens und natürlich die Besichtigung der An-225 vorgenommen. Vom Hotel gelangt man zu Fuss in einer guten Viertelstunde via Bahnstation Schkeuditz West zum Frachtbereich des Flughafens. Und hier findet sich auch tatsächlich die parkierte Antonow. Leider kann ich sie nur durch den Zaun fotografieren.

 

 

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Später entdecke ich dann in einem angrenzenden Gebäude ein offenes Fenster im ersten Stock. Nette Angestellte erlauben mir, von hier aus zu fotografieren. Gerade wird die Antonow vorbereitet, einen der riesigen, für Saudi-Arabien bestimmten Wärmetauscher aufzunehmen. Heute Abend um 23 Uhr soll sie abfliegen.

 

 

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Im Gegensatz zur An-124 weist das Hauptfahrwerk der «Mrija» beidseitig statt fünf jeweils sieben Zwillingsradsätze auf, von denen die hinteren vier steuerbar sind. Mit einer maximalen Startmasse von über 600 Tonnen erscheint das durchaus sinnvoll.

 

 

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Sechs Mantelstromtriebwerke vom Typ ZMKB Lotarjow D-18T mit je 229,85 kN verleihen dem Riesen den nötigen Schub.

 

 

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Als nette Zugabe an diesem Standort rollt gerade RA-82078 vorbei.

 

 

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Endlich mache ich mich auf, weiter der Südgrenze des Flughafens entlang nach Osten zu gehen, um allfällige gute Fotostandorte zu finden. Leider gibt es fast keine. Allmählich gerate ich in den grossen DHL-Bereich.

 

 

 

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Einblicke ins Frachtgeschäft am Boden sind hier auch nicht möglich. So laufe ich weiter Richtung Osten. Da in diesen Tagen eine beständige Bise weht, erfolgen die Anflüge immer aus Westen. Outbound dagegen ist hier schon zu hoch. Irgendwann habe ich die Südostecke des Flughafens erreicht, wandere ein Stück nach Norden und biege nach nach Westen um. Anschliessend laufe ich immer dem Zaun entlang zurück an die Neue Hallesche Strasse. Kilometer um Kilometer geht es zurück in den Bereich des World Cargo Centers. Auf dem Parkplatz davor ist interessantes Gerät abgestellt.

 

 

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Beim letzten Teilstück meines «Morgenspaziergangs» geht es wieder über die Bahnstation Schkeuditz West zurück ins Hotel. Durch die Hitze und die gelaufene Strecke bin ich tatsächlich etwas müde geworden. Später habe ich auf der Karte die absolvierte Strecke nachgemessen und bin selber erstaunt: 16,8 km war ich an diesem Morgen auf Schusters Rappen unterwegs! Dafür kenne ich nun die Südgrenze des Flughafens bestens…

 

Am späteren Nachmittag stelle ich mich eine Weile in den Anflug der Südpiste und verfolge bei optimalen Aufnahmebedingungen die Landung der Kalitta 747 N403KZ:

 

 

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Gegen Abend lasse ich mich mit dem Hotel-Shuttle ein weiteres Mal zum Hauptterminal fahren. Auf der Besucherterrasse gleich daneben verbringe ich nun die nächsten Stunden. Hier oben verpasse ich wirklich nichts. Allmählich verbessert sich auch die Gegenlichtsituation. So lässt sich der Start der DHL B757 G-DHKC geniessen und ganz ordentlich auf die Speicherkarte bannen:

 

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Auf dem Ostteil von Apron 1 werden wieder verschiedene Frachtflieger parkiert, wie hier z.B. die B737-300F TF-BBF der isländischen Bluebird Nordic Cargo:

 

 

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Etwas später erfolgt die Landung der An-124 RA-82078. Von meinem erhöhten Standort aus kann ich die Landung des grossen Frachtflugzeugs vom Anflug bis zum Ausrollen bestens verfolgen.

 

 

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Bei Einbruch der Dämmerung bestelle ich mein «Taxi» und verfüge mich zum Hotel.

 

Das Wetter lässt auch am dritten Tag meiner Anwesenheit keine Wünsche offen. Nach einem opulenten Frühstück mache ich mich deshalb bald auf die Socken Richtung Flughafen-Frachtbereich. Die Morgenstunden verbringe ich im Umfeld vom Frachtzentrum Süd. Die An-225 hat LEJ mit Ziel DMM (Dammam) in der Nacht verlassen. Aus guter Nähe verfolge ich die Ankunft der D-ALEQ, die als Amazonflieger aus MAD hereinkommt und sofort entladen wird. Pünktlichkeit soll im Frachtverkehr noch wichtiger sein als beim Passagiertransport, heisst es.

 

 

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Aus CVG (Cincinnati), dem amerikanischen DHL-Hub, erscheint kurze Zeit später die D-AALB, eine der 10 Boeing 777F von AeroLogic.

 

 

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Zwischenzeitlich verschiebe ich mich für Essen und ein Mittagsschläfchen ins nahe Hotel, doch bereits am frühen Nachmittag warte ich beim Anflug 08R wieder auf sehenswerte Fracht-Heavies.

 

An dieser Stelle muss ich meine PPP-Geschichte («Pleiten, Pech und Pannen») mit den 747-400SF von Air Cargo Global loswerden. Mindestens zwei der drei Flugzeuge der jungen slowakischen Frachtfluggesellschaft sind in LEJ stationiert. Die Jumbos weisen mit dem roten Seitenleitwerk eine ansprechende Bemalung auf und stehen während meiner Anwesenheit meistens gut sichtbar im Westbereich von Apron 1. Hin und wieder fliegt eine weg oder kommt herein. Aber nie gelingt es mir, auch nur eine einzige brauchbare Aufnahme zu machen. Irgendwie befinde ich mich immer am falschen Ort, oder irgend ein Wall oder Gerätschaften verhindern einen freien Blick. FR24 spielt in LEJ auch nicht mit, wie es sollte. So steht denn diese Aufnahme für meine (vergeblichen) Bemühungen um ein gutes Bild einer ACG-747:

 

 

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Am westlichen Himmel zeigt sich die Silhouette eines nahenden Grossflugzeugs. Es ist die UR-82072, eine An-124-100 Ruslan von Antonov Design Bureau, die den «Hupf» von POZ (Posen) hierher in nur rund 50 Minuten absolviert hat.

 

 

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Wie schon an den Vortagen suche ich am späten Nachmittag die Besucherterrasse beim ehemaligen Tower auf. Von dort oben lässt sich im Nordosten über die Autobahn A 14 hinweg auch der Apron 3 einsehen. Meistens stehen dort mehrere An-124. Heute hat sich eine Il-76 dazugesellt. Zu einem bestimmten Zeitpunkt kann ich von der Terrasse aus insgesamt fünf An-124 aufs Mal erkennen. Insgesamt fliegen weltweit noch 28 Flugzeuge dieses von 1984-2004 gebauten Typs: 10 bei Volga-Dnepr, 10 bei den russischen Streitkräften, 7 bei Antonov Airlines und 1 bei Maximus Air Cargo.

 

 

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Heute erscheint die Polar 747 später, was sich auf die Lichtbedingungen beim Fotografieren positiv auswirkt. Zwar sind wegen des Gegenlichts beim Anflug immer noch keine guten Bilder möglich, aber beim Ausrollen präsentiert sie sich im besten Licht:

 

 

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Auch gegen Osten ist auf der Terrasse ein weiter Blick möglich. Hier überquert gerade die Cavok An-12 UR-CKL die Rollbahnbrücke über die A14:

 

 

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Auf dem südlichen Flughafenareal rollt gerade eine ASL 737-300 aus CDG kommend zu ihrem Standplatz:

 

 

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Takeoffs auf der 08R lassen sich von der Terrasse aus bestens verfolgen. Hier beginnt die D-AALA ihren kurzen Flug nach BRU:

 

 

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Der wie die Polar-747 ebenfalls in den DHL-Farben gehaltene Kalitta-Jumbo verlässt LEJ mit Ziel CVG:

 

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Kurz vor acht Uhr beschliesse ich den Tag am Flughafen und kehre ins Hotel zurück. Dort gönne ich mir ein feines Nachtessen als Belohnung für die Ausdauer am heutigen Tag.

 

Donnerstag. Heute hätte die «Mrija» wieder eintreffen sollen, bei Tageslicht notabene. Aber durch Nico weiss ich, dass dies nicht der Fall sein wird. Weitere Fracht sei noch nicht abholbereit. So ist sie nach GML (Gostomel) zurückgeflogen. Ende Mai heisst es nun für LEJ, später dann sogar Anfang August. Ich beschliesse, das Parkhaus aufzusuchen, was ich bisher nicht getan habe. Erneut führt mich der Bezahl-Shuttle zum Zentralterminal. Das Parkhaus liegt direkt daneben. Ich fahre in den 6. Stock hoch, der gänzlich frei von Autos ist. In der nordwestlichen Ecke des riesigen Geschosses lässt sich der Verkehr auf der Nordbahn, dem Apron 3 und der westlichen Rollbahnbrücke gut beobachten.

 

Noch stehe ich nicht lange hier, als ich aus dem Augenwinkel bemerke, dass sich auf dem Rollweg vom AMTES (Aircraft Maintenance and Engineering Service GmbH) zur Rollbahnbrücke etwas bewegt. Tatsächlich, da wird die An-124 RA-82045 Richtung Brücke geschleppt.

 

 

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Ha, auf ein solches Motiv habe ich natürlich gehofft, aber nicht wirklich damit gerechnet! Begleitet wird der Tross von einem Fahrzeug der Flughafenfeuerwehr auf der parallelen Fahrstrasse. Anscheinend wollen sie mit der Antonow zwecks Treibwerksprobeläufen zur Lärmschutzhalle jenseits von A14 und Bahnstrecke. Jetzt nur den richtigen Zeitpunkt abwarten und dann abdrücken. Gut, dass das 100-400er mit Vollformat gerade noch ausreicht:

 

 

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Toll, die Aufnahme ist im Kasten! Die Aufnahme bildet jetzt einen überaus erfreulichen Ausgleich zu den verschiedenen verpassten Chancen der vergangenen Tage. Wenig später komplettiert eine nette Condor-A321 die unerwartete Brücken-Fotoserie:

 

 

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Ich verweile noch länger im Parkhaus, ohne weitere Treffer zu landen. Dann besuche ich im Terminal eine Ausstellung, welche ausführlich über die Entwicklung des Flughafens in Bild und Text Auskunft gibt. Schliesslich lasse ich mich zum Hotel zurückfahren und verbringe den Nachmittag und Abend dort in angenehmer Weise.

 

Der Abflugtag ist da. Checkout ist erst um 12 Uhr. So kann ich den Tag gemütlich angehen. Ein letztes Mal werde ich zum Hauptterminal gefahren. Trotz Mittagszeit und Gegenlicht fahre ich nochmals zur Besucherterrasse hoch und verfolge das Geschehen auf dem Tarmac. Wie eingangs erwähnt, bleibt der Passagierverkehr bescheiden, als einziger Heavy zeigt sich täglich der A330 von Hi Fly, der LEJ mit Badeorten am Mittelmeer oder auf den Kanaren verbindet.

 

 

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Eher unerwartet tauchte dann noch die hübsche G550 der Polnischen Luftwaffe vor dem Terminal auf:

 

 

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Und dann wird es langsam Zeit für Check-in und Personenkontrolle. Anschliessend suche ich ein Restaurant auf; der Magen hat mir gemeldet, dass Mittag eigentlich längst vorüber ist. Nach einem kräftigen Hamburger bin ich gerüstet für das Boarding.

 

Der Rückflug findet mit der Dash 8-Q400 OE-LGR im Star-Alliance-Kleid statt. Das Einsteigen erfolgt trotz Verspätung ohne Hektik. Natürlich lege ich für Taxeln und Abflug meine Kamera griffbereit. Das lohnt sich, denn eine Kalitta-747 ist gerade gelandet und taxelt zum Frachtbereich.

 

 

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Wieder überfliege ich in den nächsten fünfzig Minuten weites, flaches Land. Wie auf jedem Flug kann ich mich kaum satt sehen beim Blick nach unten. Zu unterschiedlich ist für kurze Zeit die Betrachtungsperspektive der Erde gegenüber unserem Normalrevier.

 

 

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Gegen 18 Uhr überfliegen wir den Rhein, und bald ist es soweit: Die Räder berühren Schweizer Boden, meine Spotterreise nimmt ein Ende.

 

Fazit: Der Flughafen Leipzig /Halle bildet als Heimatbasis von AeroLogic und als Europas DHL-Hub im Bereich des Frachtverkehrs international eine wesentliche Grösse, er ist europaweit die Nr. 5. Dank DHL und AMTES (Aircraft Maintenance and Engineering Service GmbH), der Wartungsbasis u.a. für An-124, ist hier der Verkehr von Gross-Fluggerät garantiert. Wer Frachtflieger liebt, sollte es nicht unterlassen, LEJ mal zu besuchen. Der Airport liegt auf dem Land, die Städte Leipzig und Halle befinden sich 17 resp. 22 km entfernt.

 

Spotten in LEJ ist nach meiner Erfahrung nicht ganz einfach. Dass der grösste Traffic in der Nacht stattfindet, ist zwar verständlich, für einen Spotter aber dennoch unliebsam. Rund um den Airport gibt es eine Vielzahl von Fotostandorten. Alle weisen jedoch z.T. beträchtliche Nachteile auf. So wäre zum Beispiel die Zuschauerterrasse beim Hauptterminal dank ihrer Höhenlage eigentlich eine ideale Fotoposition. Da aber der Verkehr auf der Nordbahn zahlenmässig bescheiden und für verwöhnte Grossflughafen-Spotter nicht sehr interessant ist, die Südbahn tagsüber im Gegenlicht liegt und dadurch für gelungene Aufnahmen nur in den Tagesrandstunden in Betracht kommt, ist ihr Nutzen stark eingeschränkt. Das Parkhaus ist gut geeignet für Aufnahmen von Flugbewegungen auf der Nordbahn und von Flugzeugen auf der Rollbrücke West, aber Gelegenheiten für Top-Shots gibt es hier eher selten. Der Standort beim World Cargo Center wäre lichttechnisch interessant, doch wurde die interessante Ecke direkt beim Gebäude abgesperrt. Und sonst kann hier nur durch den Zaun fotografiert werden, da Leitern nicht gern gesehen werden. Dazu stehen häufig Gerätschaften im Weg. Weitere Fotopositionen im Süden des Flughafens konnte ich bei meinem langen Marsch am Dienstag keine entdecken. Den DHL-Spotterhügel habe ich allerdings nicht ausprobiert.

 

Für LEJ spricht die Lage im Grünen sowie die Tatsache, dass An-124 und kleinere Antonows sowie interessante Cargo-747 an der Tagesordnung sind. Zudem ist der Flughafen erste Wahl für Interessenten der An-225. Ich jedenfalls freue mich nach meinem LEJ-Besuch über zahlreiche gelungene Aufnahmen unterschiedlichster Fracht-Heavies östlicher und westlicher Bauart.

 

 

Gruss

Dani

 

 

 

 

 

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Mike Lima

Einmal mehr ein genialer Bericht, danke!

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pstoeckli

Einfach genial. Vor allem für mich als Vollblut Luftfracht Spediteur. 😀

Vielen Dank!

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Easyspotting

Vielen Dank, Dani. Sehr informativ und die Fotos wie immer perfekt!

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Peter Gloor
On 6/6/2018 at 12:08 AM, Danilo said:

 

Schöne Bilder. Ist es möglich, dass einmal eine An-22 kommt?

Peter

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Danilo
vor 4 Stunden schrieb Peter Gloor:

Schöne Bilder. Ist es möglich, dass einmal eine An-22 kommt?

Peter

 

An-22 kommen zwar selten, aber doch hie und da nach LEJ, so zum Beispiel im Juli und Dezember `16 sowie im Juni `17.

 

Gruss

Dani

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