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Medical Class 1+2 untauglich wie weiter?


Cyrill19

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Hallo zusammen

 

Ich bin 18 Jahre alt und besitze seit August 2020 eine SPL Lizenz. Mein ganz ganz grosses Ziel wäre es einmal als Berufspilot in der kommerziellen Luftfahrt zu arbeiten. 

Vor rund 6 Jahren wurde bei mir zufällig eine linksventikuläre Non compaction am Herzen entdeckt. Seither wird dies genau überwacht. Es handelt sich hierbei jedoch um eine sehr milde Form. Die Krankheit beeinträchtigt mich keineswegs im Alltag und ich bin überdurchschnittlich Belastbar. Ich treibe sehr viel Sport, vor allem Trail-Running. Gemäss meinem Kardiologen darf ich nur keinen Leistungssport betreiben sonst bin ich nicht eingeschränkt

 

Der BAZL Kardiologe war jedoch bei der Initial Medical Examination nicht dieser Meinung. Ich habe ein EASA Class 2 beim BAZL Arzt beantragt. Ich bin gemäss dem Allgemeinarzt kerngesund. Der BAZL Kardiologe stufte mich dann aber auf ein Class LAPL ein mit jeweils einem jährlichen kardiologischen Untersuch. Dies traf mich in diesem Moment sehr, da mein grosser Traum in auf der Kippe stand. Letzte Woche hatte ich mit dem BAZL Kardiologen einen Termin. Er teilte mir mit, dass er mir weder ein Class 2 noch ein Class 1 ausstellen würde, da meine Krankheit eine riesige Gefahr wäre und es momentan viel zu wenig Daten über die milden Formen gäbe. Dies traf mich sehr.  Es ist möglich das bei sehr schwerwiegenden Formen Herzrhythmusstörungen auftreten, bei milden Formen ist die Chance jedoch sehr klein. Meine Mutter hat z. B diese Krankheit auch und hat seit 50 Jahren nun keinerlei Probleme. Es beschäftigt mich sehr, dass ich mich kerngesund fühle, jedoch vom BAZL Arzt als extrem grosse Gefahr in der Luft angesehen werde. Zudem teilte er mir mit, dass ich vermutlich sogar für den Fluglotsenberuf medizinisch untauglich sei.  Er hatte mir in diesen 30min fast alle meine Träume zu nichte gemacht und dies auf eine extremst unpersönliche und arrogante Weise. 

 

Ich spiele mit dem Gedanken nach oder während meines Aviatikstudiums an der ZHAW ausserhalb Europas ein Class 1 zu beantragen (Emirate,USA,Asien). Wie sind hier eure Erfahrungen mit den Medicals? Sind sie eher einfacher oder noch strenger als in der Schweiz. Ich wäre bereit mein Berufsleben irgendwo auf dieser Welt zu verbringen, um mir meinen grossen Lebenstraum zu erfüllen. Ich befinde mich momentan in einer Zwickmühle, da die SPHAIR Ärzte eine Chance sähen auf ein Class 1 in der Schweiz, weshalb ich auch einen SPHAIR Kurs absolvieren darf. Der BAZL Kardiologe blockt hier jedoch extremst ab und will keinerlei Risiko eingehen und schlussendlich stützt sich SPHAIR auf den Entscheiden des BAZL's. Ich wünschte mir ein Arzt könnte mir bestätigen, dass für den Pilotenberuf kein Risiko bestünde. 

 

Ich bin momentan ein bisschen planlos. Wie würdet ihr hier weiterfahren? Wie seht ihr die Chance, dass ich jemals in einem Cockpit eines Airliners sitzen kann?

 

Vielen Dank für eure Antworten im Voraus

 

Gruss

Cyrill

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Hallo Cyrill

 

Erstmal muss ich sagen, dass mir das sehr leid tut für dich. Wäre mir sowas zur Beginn der Ausbildung passiert, wäre ich wohl genau so niedergeschlagen.

Ich kann dir leider nicht direkt weiterhelfen aber eine Information zum Medical im Ausland möchte ich dir gerne mitteilen: Das Land in dem du das Medical machst, bestimmt das Land, in dem die Pilotenlizenz ausgestellt wird. Wie das nun konkret bei dir ist, kann ich nicht sagen, da du ja bereits eine SPL Lizenz hast. Bei mir jedenfalls ist es so, dass ich im Moment in Österreich das SPL mache, aber eine Schweizer Lizenz erhalten werde, da ich ein Schweizer PPL und Medical habe. Tendenziell würde ich dir also anraten, das Medical in einem EASA Land zu beantragen, wenn du es im Ausland versuchst, damit du dann nicht Probleme mit der Lizenz kriegst in der Schweiz.

Übrigens, was ist "der BAZL Kardiologe"? Es gibt ja viele Ärzte in der Schweiz, die ein Medical ausstellen können. Vielleicht gibt es auch da Unterschiede. Gerade wenn du sagst, dass der Arzt vom SPHAIR anderer Meinung ist. Andererseits will ich dich hiermit natürlich nicht dazu anleiten, das "System auszutricksen". Schlussendlich gibt es ja gute Gründe dafür, dass Piloten ein Medical haben müssen und gerade Berufspiloten habe eine sehr grosse Verantwortung. Aber wenn 2 von 3 Ärzten sagen, dass deine Krankheit unbedenklich ist, dann ist es ja mehr als verständlich, wenn du mit dem Urteil vom BAZL nicht auf Anhieb einverstanden bist.

 

Gruss Felix

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Zitat

(2) Applicants with a congenital abnormality of the heart should be assessed as unfit.

 

https://www.easa.europa.eu/sites/default/files/dfu/Easy_Access_Rules_for_Medical_Requirements.pdf

 

Da scheint es kaum Spielraum zu geben.

 

Mag ja sein, dass es milde Formen gibt, dazu müsste wohl ein medizinischer Genetiker Stellung nehmen, in Zusammenschau mit einem Kardiologe. Wahrscheinlich bräuchte es ein Gutachten, falls du es forcieren willst.

 

Ich fürchte nur, selbst wenn du ein Class 2 oder sogar Class 1 bekommst, kann es dich immer noch erwischen, wenn im Verlauf (also mit z.B. 30-40 Jahren) eine Leitungsstörung oder Vorhofflimmern auftritt, bzw. die Herzfunktion abnimmt, und du dann plötzlich kein medical mehr bekommst.

 

 

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Hoi Felix,

 

Echt ne Zwickmühle, tut mir leid! Ich habe keinerlei medizinischen Hintergrund, kann dir also in dieser Hinsicht nichts raten. Auf jeden Fall würde ich genau abklären wie es um Dierk's Befürchtung steht, dass in nährerer oder fernerer Zukunft zusätzliche Komplikationen auftreten können. Das würde ja dann faktisch eine Berufsunfähigkeit bedeuten. 

 

vor 2 Stunden schrieb fixusc:

Das Land in dem du das Medical machst, bestimmt das Land, in dem die Pilotenlizenz ausgestellt wird. 

Meines Wissens nach geht das innerhalb des EASA Raums problemlos. Ich hatte auch eine Zeit lang ein spanisches Medical mit einer CH Lizenz. Einzige Konsequenz damals: das BAZL wollte für die SEP Verlängerung eine Kopie des Medicals, da sie diese scheinbar nicht über die Ländergrenze hinweg bekommen. 

Vielleicht kann @FalconJockey sagen ob das immer noch so ist. 

 

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Keine Ahnung, da ich schon immer für das Medical nach Zürich fahre, um das dort zu erneuern. Diese Problemstellung hat sich somit nie ergeben.

 

Cyrill, mit Deiner "Erkrankung" hast Du leider nach derzeitigem Stand der Dinge wirklich Pech gehabt. Berufspilotenlizenz und Job? Eher nicht. Ich will Dich nicht davon abhalten, aber selbst wenn ein EASA-Land Dir die Lizenz ausstellt, wird es schwer werden, einen Arbeitgeber zu finden, der solche Vorbedingungen bei der Neueinstellung akzeptiert - die wollen sich einfach nicht so ein Risiko ans Bein binden.

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Danke vielmals für eure Antworten. Vielleicht habe ich das ein wenig falsch geschrieben. Falls ich im Ausland ein Class 1 beantragen würde wäre das ausserhalb des EASA Raums, also USA, Emirate und z. B Asien. Ob meine Schweizer SPL/LAPL Lizenz dann noch gültig ist, ist dann nicht mehr zentral, da ich ja so oder so im Ausland leben müsste, wenn ich dort arbeite (z. B Qatar). 

 

Das ich beruflich vermutlich nie fliegen können werde, war schon immer in meinem Hinterkopf. Nun wurde mir aber sogar das Class 2 verweigert, was natürlich die Möglichkeiten im privaten Bereich auch sehr reduziert. Zudem wäre ich auch für den Fluglotsenberuf "unbrauchbar". Es ist einfach sehr kontrovers, dass ich grundsätzlich "nur" kein Leistungssport machen darf und ein Job auf einem Linienflugzeug anspruchsvoll aber keineswegs Leistungssport ist.

 

Mit dem Gedanken "das System auszutricksen", spielt man natürlich nach so einem herben Rückschlag schon. Vor allem ausserhalb der EASA, wo noch keine medizinischen Daten von mir erfasst sind. Persönlich komme ich aber immer zum Schluss, dass dies schlichtweg zu riskant ist. Zudem wäre es nicht verantwortbar eine Krankheit zu verschweigen und dann die Verantwortung für 200 Leute zu tragen. 

 

Wie Dierk schon angesprochen hat, könnte meine einzige Rettung ein Genetiker sein. Hier werde ich mich bald einem Gentest unterziehen, nach welchem allenfalls ausgeschlossen werden kann, dass in Zukunft bei mir Rhythmus Störungen auftreten werden. Dann würde die Lage natürlich nochmals ein wenig anders aussehen. Ich werde mich auch noch an die Universität Heidelberg wenden, wo seit rund 20 Jahren am Non Compaction geforscht wird. Ich werde mich dort auch nochmals gründlich untersuchen lassen und wer weiss, vielleicht sagt der behandelnde Professor aus seiner Erfahrung es sei kein Problem. Er müsste dann jedoch die ganze Verantwortung auf sich nehmen. In gewissen Fällen können laut Studien Patienten mit leichte Fällen (wie ich) des Non Compactions sogar weiter Leistungssport betreiben. Mal schauen, was sich ergibt. Wenn es nicht klappt, dann hab ich schlichtweg einfach Pech gehabt. 

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vor einer Stunde schrieb Cyrill19:

ein Job auf einem Linienflugzeug anspruchsvoll aber keineswegs Leistungssport ist.

Täusche Dich mal nicht - Langstrecke mit Jetlag, Extremwetter und Flugzeugklima ist ganz schön anstrengend. Oder 4 Flüge am Tag auf der Kurzstrecke = 8 Mal Stress pur für den Körper (4 Mal Start und Landung). Das geht ganz schön an die Substanz!

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vor 1 Stunde schrieb Michi Moos:

Meines Wissens nach geht das innerhalb des EASA Raums problemlos. Ich hatte auch eine Zeit lang ein spanisches Medical mit einer CH Lizenz.

 

M.W. muss ist 'nur' die Erstausstellung des Medicals mit dem EASA-Staat der Lizenz-Ausstellung gekoppelt (EASA State of issue).

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Hi Cyrill,

 

ich kann Deine Enttäuschung verstehen - aber das Eine sind persönliche Wünsche und Empfindungen - und das Andere ist die Sicherheit im Luftverkehr.
Leichte Form hin oder her, aber wie soll jemand damit leben, Dir ein Medical gegeben zu haben - wenn dann doch Deine leichte Form Dir plötzlich in ner Maschine zu schaffen macht, in der Du alleine unterwegs bist und in einem Kindergarten runter kommst?
Nimm es als Anreiz Dich nur zu orientieren - mach das Beste draus - und versuche nicht Dich rein zu schummeln.
Das geht mit großer Wahrscheinlichkeit nach hinten los.

 

Gruß Udo

Flying Bull 

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Wie Dierk schon angesprochen hat, könnte meine einzige Rettung ein Genetiker sein. Hier werde ich mich bald einem Gentest unterziehen, nach welchem allenfalls ausgeschlossen werden kann, dass in Zukunft bei mir Rhythmus Störungen auftreten werden.


Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand gibt, welcher bei deinem Befund eine Störung ausschliesst. Rein versicherungstechnisch macht das niemand.

Als Alternative: wenn du unbedingt in der Aviatik arbeiten willst, gibt es doch noch spannende verwandte Bereiche in der Industrie, wie zB Simulator Hersteller, Flugzeugbauer (auch denen wird es irgendwann wieder besser gehen), Netzwerkplanung, Ausbildner in einer Flugschule, Management der Vertriebskanäle, e.g. Pilatus für die USA, am Boden bei einem Bizzer, usw.

Markus


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Lieber Cyrill,

 

Tut mir leid, von deinem Issue zu hören. Alles Gute für die Zukunft. 

 

Falls du ausserhalb von EASA trotzdem ein Medical bekommen solltest heisst das dann nicht, dass du danach auch einen Airline Job bekommst, bitte beachte dies auch. Airlines haben oft zusätzlich eigene, meist strengere medizinische Auswahlverfahren. Ich kenne einige Piloten mit EASA Class 1, welche z.B. bei Swiss oder Lufthansa aus medizinischen Gründen aus der Selektion geflogen sind. 

 

Ausserdem musst du meines Wissens nach bei einer Medical Application (wohl auch ausserhalb von EASA, zumindest aber in den USA) angeben, ob dir schon einmal von einer anderen Behörde ein Medical verwehrt wurde, was ja nun der Fall zu sein scheint. D.h. da musst du dann entweder lügen und machst dich strafbar, oder aber die bekommen genauso Wind von deinem "Problem". Insofern würde ich mir da leider nicht zu viele Hoffnungen machen. 

 

Alles Gute & Kopf hoch! 

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Am 28.3.2021 um 10:53 schrieb Gulfstream:

 


Ich kann mir nicht vorstellen, dass es jemand gibt, welcher bei deinem Befund eine Störung ausschliesst. Rein versicherungstechnisch macht das niemand.

Als Alternative: wenn du unbedingt in der Aviatik arbeiten willst, gibt es doch noch spannende verwandte Bereiche in der Industrie, wie zB Simulator Hersteller, Flugzeugbauer (auch denen wird es irgendwann wieder besser gehen), Netzwerkplanung, Ausbildner in einer Flugschule, Management der Vertriebskanäle, e.g. Pilatus für die USA, am Boden bei einem Bizzer, usw.

Markus


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Hallo Markus

 

Danke für deine Antwort. Ich möchte auf jedenfall in der Aviatik arbeiten, weshalb ich im September 2022 mit dem Aviatik-Studium an der ZHAW beginnen werde. Anschliessend schaue mich mal, wo es mich hinverschlägt bzw. ob sich wieder neue Türen öffnen. 

 

Gruss Cyrill

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Hallo Markus
 
Danke für deine Antwort. Ich möchte auf jedenfall in der Aviatik arbeiten, weshalb ich im September 2022 mit dem Aviatik-Studium an der ZHAW beginnen werde. Anschliessend schaue mich mal, wo es mich hinverschlägt bzw. ob sich wieder neue Türen öffnen. 
 
Gruss Cyrill


Guter Entscheid Cyrill. Türen öffnen sich immer wenn man hinschaut und die notwendige eigene Offenheit mitbringt.

Viel Spass und Freude im Studium.

Markus

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Ich danke euch allen nochmals für die offenen und ehrlichen Antworten. Mein Ziel wäre es allenfalls für ein Medical für den ATCO Beruf zu bekommen. Leider hat der BAZL Kardiologe auch hier eine sehr sehr kleine Chance gesehen, was für mich in dieser Hinsicht wirklich sehr streng ist. Zudem habe ich noch bei der CAA (UK) mal in den Gesetzen rumgesucht und habe ein Dokument gefunden, in welchem beschrieben wird, dass Patienten mit angeborenem Genetischen Herzfehler (z.B Non Compaction) nach einer erfolgreichen Untersuchung sogar ein Class 1 OML bekommen könnten... 

Bearbeitet von Cyrill19
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vor 1 Stunde schrieb Cyrill19:

Ich danke euch allen nochmals für die offenen und ehrlichen Antworten. Mein Ziel wäre es allenfalls für ein Medical für den ATCO Beruf zu bekommen. Leider hat der BAZL Kardiologe auch hier eine sehr sehr kleine Chance gesehen, was für mich in dieser Hinsicht wirklich sehr streng ist. Zudem habe ich noch bei der CAA (UK) mal in den Gesetzen rumgesucht und habe ein Dokument gefunden, in welchem beschrieben wird, dass Patienten mit angeborenem Genetischen Herzfehler (z.B Non Compaction) nach einer erfolgreichen Untersuchung sogar ein Class 1 OML bekommen könnten... 

Cyrill, deine Beharrlichkeit und Willen in Ehren.

 

Sieh es mal von dieser Seite: angenommen, du findest ein Schlupfloch für alles und fliegst eines Tages. Und dann passiert das, was du als 'sehr unwahrscheinlich' darstellst - du bekommst einen Aussetzer, egal welcher Art. Und du hast allenfalls Passagiere mit dir, deine Frau, Familie, etc. oder fällst sogar auf ein bewohntes Gebiet mit deiner Maschine. 

 

Im Ernst jetzt - willst du dieses Risiko tragen und allenfalls, falls du überlebst, damit leben, dass du wegen einer fixen Idee durch Finden von Schlupflöchern, allenfalls Menschen auf dem Gewissen hast? Du solltest dich mit deinen persönlichen Fakten abfinden - und das wird nicht das letzte Mal in deinem jungen Leben sein...

 

Dein Entscheid. 

 

Markus

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vor 24 Minuten schrieb Gulfstream:

Cyrill, deine Beharrlichkeit und Willen in Ehren.

 

Sieh es mal von dieser Seite: angenommen, du findest ein Schlupfloch für alles und fliegst eines Tages. Und dann passiert das, was du als 'sehr unwahrscheinlich' darstellst - du bekommst einen Aussetzer, egal welcher Art. Und du hast allenfalls Passagiere mit dir, deine Frau, Familie, etc. oder fällst sogar auf ein bewohntes Gebiet mit deiner Maschine. 

 

Im Ernst jetzt - willst du dieses Risiko tragen und allenfalls, falls du überlebst, damit leben, dass du wegen einer fixen Idee durch Finden von Schlupflöchern, allenfalls Menschen auf dem Gewissen hast? Du solltest dich mit deinen persönlichen Fakten abfinden - und das wird nicht das letzte Mal in deinem jungen Leben sein...

 

Dein Entscheid. 

 

Markus

Ich kann deine Ansichtsweise vollkommen verstehen und würde auch nicht mit so einem Gewissen leben wollen. Ich würde ja in dem Sinne keine Gesetzeslücke (Schlupfloch) ausnutzen. In UK gelten lediglich andere Vorschriften als in der EU, die mir es erlauben ein Class 1 mit OML Restriction zu erwerben. OML bedeutet Operational Multi Crew. Das heisst ich dürfte beruflich nur Multi Crew fliegen. Der zweite Pilot darf zudem keine OML Restriction im Medical haben. Auch müsste ich in kurzen Zeitabständen in einen kardiologischen Untersuch, was bedeuten würde das ich bei irgendwelchen Komplikationen sofort das Medical verlieren würde. In der Schweiz habe ich das LAPL Medical und habe auch mit der LAPL Motorflugausbildung begonnen, d.h ganz fluguntauglich bin ich in der Schweiz nicht. 

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vor 1 Stunde schrieb Gulfstream:

Im Ernst jetzt - willst du dieses Risiko tragen und allenfalls, falls du überlebst, damit leben, dass du wegen einer fixen Idee durch Finden von Schlupflöchern, allenfalls Menschen auf dem Gewissen hast?

Stell dir vor wieviele Lizenzinhaber müssen das Risiko tragen, dass der Fliegerarzt was übersehen hat...

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vor 16 Minuten schrieb Andy_Fly2Sky:

Stell dir vor wieviele Lizenzinhaber müssen das Risiko tragen, dass der Fliegerarzt was übersehen hat...

kann ich dir nur zustimmen...

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  • 3 Wochen später...

Ich danke euch nochmals allen für die offenen und ehrlichen Antworten. 

 

Ich werde schauen wie ich fortfahren werde. Ich darf ja schonmal wenigstens einen SPHAIR Kurs absolvieren. 

An meinem Traum werde ich auf jeden Fall festhalten! Vielleicht klappt es ja wenigstens ein Class 2 zu bekommen.

 

Beruflich wäre sicherlich der Fluglotsen Beruf auch sehr interessant, jedoch habe ich hier Angst das ich beim medizinischen Teil wegen des Herzens auch aussortiert werde...

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Hallo Cyrill,

 

ich bin ebenfalls wegen einer "Gesundheitssache" seit jeher nicht Klasse 1 und 2 berechtigt (habe seit meiner Jugend was an den Augen).

 

Eine Haltung, die zukünftige Entscheidungen ohne großen vorher empfundenen Druck anzunehmen vermag bzw. die keine - auf ein bestimmtes external bestimmtes Ergebnis ausgerichtete - aktive starke Hoffung in sich trägt, ist um einiges weniger stressig, als andersgerichtet.
Sprich - dreht sich Dein Denken, Handeln, "Träumen" sowie Erwarten ständig oder maßgeblich um diese eine Sache, deren Ausgang nicht unmittelbar in Deiner persönlichen Macht liegt, wirst Du ggf. ein "Spielball" der Umstände (Volksmund "Schicksal"). Ein Arzt sagt es ggf. so, der andere wiederum so, und dann kannst Du eines Tages alle relevanten Gesetzestexte auswendig, aber am Ende zeigt dann doch irgendwer mit den Daumen nach unten. Du kannst auch "Glück" haben, natürlich!

 

Mitunter ist es eine Überlegung wert, sich auf die Suche nach einem "echten" Alternativszenario zu machen (das schließt m. E. auch die ATC-Sache aus), wo Du Deinen Fokus auf etwas sehr wahrscheinlich "Realisierbares" richten kannst und wo viel weniger Abhängigkeiten bestehen. Die Piloten-/ATC-Schiene kannst Du dann immer noch parallel aus-checken, aber ohne diesen ultimativen Druck. Es geht quasi um eine Art "Schalter" im Gehirn, womit Du besagten Druck aus dem ersten "Gedanken-Kreislauf" (Pilot/ATC) nehmen kannst.

Viele Bewerber beim Militär (Pilot, Special Forces, etc.) wissen, wie gering ihre Chancen sind, obgleich sie an sich gesund, fit, kompetent und alles sind. Manche haben sich auch Jahre vorbereitet. Und wenn sie es nicht schaffen, sind sie natürlich enttäuscht, aber sie wissen auch, dass sie ihr Bestes gegeben haben und können es dann abschliessen oder es mitunter (sofern möglich) nochmals versuchen. Das "Scheitern" ist wichtiger Bestandteil des Lebens, man sollte sich halt nicht durch übermäßige Fokussieren sowie Rekapitulieren davon "auffressen" lassen.

 

Ein guter Psychologe und auch Fliegerarzt würde bei der Einstellungsuntersuchung einer Airline ggf. bemerken, dass Du unter persönlichem Druck stehst. Dein Ruhepuls wäre mitunter aus Angst vor der Untersuchung der Herzparameter wahrscheinlich schon überdurchschnittlich hoch.

Wenn man jung ist, kann man mit dem Spruch "es hat halt nicht sollen sein" eher wenig anfangen. Ging mir nicht anders, mein Traum war es, so eine Art Buschpilot in einer Twin-Otter oder so zu werden - in der Karibik oder im Pazifik. Es hat nicht sollen sein, dafür war ich die meiste Zeit meines bisherigen Lebens (bin nun ü40) mein eigener Chef und komme seit jeher meistens ohne morgendlichen Wecker aus. Ein Bekannter ist LH-Langstrecken-Pilot, und dies ist eines der Dinge, worum er mich immer wieder "beneidet". So halten sich die Dinge die Waage. 😉

So wie es sich auch die Waage halten kann, wie sehr man in einer Sache nicht locker lässt und ab wann man in einer Angelegenheit die Hände vom "Steuerhorn" nimmt und die Dinge ihren Lauf nehmen läßt, ohne ständig um Kontrolle zu kämpfen.

 

Halt die Ohren steif und alles Gute auf Deiner weiteren persönlichen Reise!

 

Gruß

Johannes

Bearbeitet von Phoenix 2.0
Gekürzt
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