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Storm Spotter


reverser

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Zitat

Ein Screenshot des Livestreams von Jerry Dyer auf Youtube

Hallo allerseits,

mit Windgeschwindigkeiten bis zu 160 kmh fegte am Freitag der Sturm über England. Während man bei diesem Wetter den sprichwörtlichen Hund nicht hinter dem Ofen hervorholt, stemmen sich die Spotter mit ihren Kameras am Flughafenzaun stundenlang gegen den Wind und halten diese Lande- und Durchstartmanöver fest. Mehr als 6,6 Millionen Mal wurde das Youtube Video eines gewissen Jerry Dyer abgerufen - teilweise verfolgten es bis zu 200.000 Menschen gleichzeitig. Es waren Flieger darunter, mit bis zu drei Anflugversuchen, eher sie aufsetzten oder zu einem Alternate flogen.

Da stellt sich mir die Frage an die Kenner und Profis hier: Ein Ausweich-Flughafen "gleich nebenan" dürfte bei einem grossflächigen Sturm dieser Art wohl kaum in Frage kommen: Entsprechend dürfte das in die Flugvorbereitungen mit einfließen, im wörtlichen Sinne;-) mit entsprechenden Spritreserven im Tank. Doch gab es Unterschiede: während es einige zwei- bis dreimal probierten, sind andere gleich nach dem ersten Go-Around zu irgendeinem entlegenen Ausweichhafen geflogen - wenn nicht gar zurück zum Ausgangsflughafen. Ich nehme an es ist ein Trugschluss, dass das mit der Qualität und dem Können der Piloten irgendwas zu tun hat, es muss andere Gründe geben. Auch würde es mich wunder nehmen, ob es eine Art "Obergrenze" gibt, an Durchstarts, oder ob dieses Manöver beliebig oft wiederholt werden darf. Vielleicht liegt's auch an der Zumutbarkeits-Grenze der Passagiere: Ich persönlich jedenfalls hätte nichts einzuwenden, gegen einen vierten bockigen Anflug  ;--)

 

Gruß Richard

 

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Bei den meisten Firmen sind mehr als drei Anflüge nicht gestattet, danach muss man woanders landen. Der Grund ist offensichtlich, nicht?

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vor 14 Minuten schrieb FalconJockey:

Bei den meisten Firmen sind mehr als drei Anflüge nicht gestattet, danach muss man woanders landen. Der Grund ist offensichtlich, nicht?

Mehr als offensichtlich; emotionales Thema:  Meine Frau, z.B., in krassem Gegensatz zu mir, hat Flugangst:

Meine Erklärungen, sie zu besänftigen (das Taxi zum Flughafen ist ein grösseres Risiko, statistisch gesehen z.B.)., können noch so   "rational"   sein....

Nur schon nach einem zweiten Anflug dieser Sorte würde sie die Kabine schweissgebadet verlassen!

 

(Übrigens, da hat es einen Flieger nach dem Aufsetzen dermassen auf der Runway hin-und-her geschwenkt, dass der Spotter-Kommentator sich hingerissen fühlte, das mit einem Schleudergang in der Waschmaschine zu vergleichen, was die Passagiere auf den hinteren Rängen betrifft;-)

 

Gruß Richard

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Frank Holly Lake

Solchen Leute sollten sich immer genau um Center (Flügelmitte) sitzen.

 

Aus Erfahrung kann ich sagen, das gerade auf den hinteren Reihen sich die Landungen anders anfühlen.

Eine Landung im A321 bei starken Regen war so hart, das mein Kopf richtig nach vorne genickt ist mit einem ziemlich spürbaren Schlag.

Ich fragte einen neben mir sitzenden LH  FO ob ich nachschauen sollte, ob noch alle Räder am Flugzeug sind? 

Der antwortete mir,  bei den Bedingungen  muss man hart aufsetzten, um nicht zu springen und gleich die volle Bremswirkung zu erziehlen. Im hinteren Teil erlebt man alles wesentlich  intensiver als in Reihe 0.

 

Sein  nächste Tipp war, setze Dich irgenwo in die Mitte zwischen die Tragflächen, da ist alles nicht ganz so intensiv.

Aber meistens sind es nur die letzten  2-3 Minuten des Anfluges, wo man so richtig durchgeschütelt wird.

 

Das kann bei Sturm richtig schlimm, sein. A300 mitte  1980  in London bei Gewitter, eine Junge Frau vor mir hatte lange Haare. Die flogen immer von ihren Schultern gegen die Luftdüsen und wieder zurück. Lasse es mich so ausdrücken, ich konnte das Schampoo (Apfel) von ihren Haaren auf meinem Lippen schmecken. Und sie war noch kreidebleich, obwohl wird schon längst am Gate standen.  

Grüße Frank  

 

Bearbeitet von Frank Holly Lake
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vor 4 Minuten schrieb FalconJockey:

Die meisten meiner Passagiere sind kreidebleich, wenn wir am Ziel angekommen sind 😄

 

Lass mich raten: Das Catering ist Schuld? 😄

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vor 45 Minuten schrieb FalconJockey:

Die meisten meiner Passagiere sind kreidebleich, wenn wir am Ziel angekommen sind 😄

Immer? Dann fliegst du so sportlich wie du Auto fährst? 😜😜😜😆😆😆

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Meine Erfahrung in so Stürmen ist, dass wenn 200 Passagiere gleichzeitig am Kotzen sind, es niemandem hilft 2-3x anzufliegen um dann (tief und in den Turbulenzen) mit dem vollgereierten Flieger noch zum Alternate zu gehen.

Wenn es offensichtlich ist, dass die Chancen auf eine Landung sehr klein sind und die Turbulenzen kaum zu ertragen gehts beim nächsten Mal vielleicht direkt zum Alternate ins Kaffee/Hotel

Bearbeitet von onLoad
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Whoaa; super footage - volle Konzentration. Wie der Captain das Ding auf'n Boden zwingt!

Dürfen eigentlich auch Co-Piloten die Landung handeln, unter solchen Bedingungen?

 

Gruß Richard

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Frank Holly Lake

Warum sollten Co Piloten das niicht dürfen?

Außerdem sollen ja beide im Cockpit mal manuell fliegen müssen, um es nicht

zu verlernen. Denn normaler wiese gibt es von der Airline Anweisungen, ausschließlich

den Autopilot zu nuten.

Nur bei solchen Bedingungen ist es erlaubt auch mal per Hand zu fliegen.

 

Übrigens kann es durchaus sein, dass links ein Co Pilot sitzen kann.  Denk mal an die Kapitänsausbildung.

Grüße Frank

Bearbeitet von Frank Holly Lake
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vor 9 Stunden schrieb Frank Holly Lake:

Nur bei solchen Bedingungen ist es erlaubt auch mal per Hand zu fliegen.

Und genau daran krankt es derzeit in der Airline-Industrie. Wie soll man es denn unter anspruchsvolleren Bedingungen ohne großen Aufwand können, wenn man das Flugzeug sonst kaum von Hand fliegt? Das Problem haben wir mit den Privatjets zum Glück nicht, wir haben so gut wie keine Vorschriften bzgl. Nutzung des Autopiloten, lediglich Empfehlungen, die man dann umsetzt (=Airmanship).

 

vor 9 Stunden schrieb Frank Holly Lake:

Warum sollten Co Piloten das niicht dürfen?

Je nach Firma und Flugzeugtyp schreiben OM-A und/oder OM-B/AFM vor, welcher Pilot ab gewissen Windstärken - speziell Seitenwindkomponente - die F/Os selbst starten und landen dürfen.

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vor 4 Minuten schrieb FalconJockey:

Und genau daran krankt es derzeit in der Airline-Industrie. Wie soll man es denn unter anspruchsvolleren Bedingungen ohne großen Aufwand können, wenn man das Flugzeug sonst kaum von Hand fliegt?

Sehe ich genau so! Dasselbe gilt auch für Autothrust. Nur so bleibt die Koordination Pitch/Power erhalten.

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vor 7 Stunden schrieb reverser:

 

Dürfen eigentlich auch Co-Piloten die Landung handeln, unter solchen Bedingungen?

 

Gruß Richard

 

Dürfen ja. Es kommt aber auch etwas auf die Piloten an. Ein unerfahrener FO sollte vielleicht erstmal den CMD ran lassen. Manch CMD der frisch auf dem Flugzeugtyp ist, lässt ggf. lieber auch mal eher den erfahreneren FO fliegen. Andere CMD wollen es dann bei richtig garstigem Wetter selber machen, schlichtweg weil sie letztendlich die Verantwortung haben. Es ist so unterschiedlich, wie es verschiedene Charaktere gibt.

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vor 7 Stunden schrieb Frank Holly Lake:

Nur bei solchen Bedingungen ist es erlaubt auch mal per Hand zu fliegen.

… das stimmt so nicht.

 

Zitat

Übrigens kann es durchaus sein, dass links ein Co Pilot sitzen kann.  Denk mal an die Kapitänsausbildung.

… das stimmt so auch nicht. 
 

Wer links sitzt ist immer der Pilot in Command PIC. Über FL200 kann das durchaus ein speziell ausgebildeter F/O sein, der in seiner Funktion alle notwendigen Kompetenzen hat.

 

Unter FL200 sitzt links immer ein ausgebildeter Commander. D.h. er hat die anspruchsvolle Ausbildung im Simulator durchlaufen und mit einem Skilltest abgeschlossen. Er ist im Besitz einer Lizenz als CMD auf dem entsprechenden Flugzeugtyp. Hat er aber nur 3 Streifen, ist seine Streckeneinführung noch nicht abgeschlossenen und ein Instruktor schaut ihm bis zum Final Check über die Schultern.

 

Bearbeitet von Rumpelstilzchen
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vor 6 Stunden schrieb reverser:

Whoaa;...........................Wie der Captain das Ding auf'n Boden zwingt!

.............

 

Gruß Richard

Kleiner Hinweis zur markigen Formulierung, und zum besseren Verständnis für Nicht-Piloten:

 

[Klugsch.... Mode:on]

 

Man kann kein Flugzeug "...auf den Boden zwingen", wenn es nicht bereit ist, zu landen (das wäre quasi wie eine Vergewaltigung).  "In den Boden fliegen....." endet mit Crash. Man läßt ein Flugzeug zu Boden sinken. Der feine, aber grundsätzliche  Unterschied besteht  zwischen "lassen" und "zwingen"......

 

[Klugsch.... Mode:off]

 

Gruß

Manfred

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vor einer Stunde schrieb DaMane:

Kleiner Hinweis zur markigen Formulierung, und zum besseren Verständnis für Nicht-Piloten:

 

[Klugsch.... Mode:on]

 

Man kann kein Flugzeug "...auf den Boden zwingen", wenn es nicht bereit ist, zu landen (das wäre quasi wie eine Vergewaltigung).  "In den Boden fliegen....." endet mit Crash. Man läßt ein Flugzeug zu Boden sinken. Der feine, aber grundsätzliche  Unterschied besteht  zwischen "lassen" und "zwingen"......

 

[Klugsch.... Mode:off]

 

Gruß

Manfred

 

Aber man kann es kontrolliert in den Boden fliegen, die Kisten halten ordentlich was aus. Das ist dann sicherlich eine recht harte Landung und gefällt den Passagieren und der Crew meistens nicht, gibt aber trotzdem Applaus wenn es im Anflug ordentlich geschüttelt hat.

 

Gruß Alex

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vor 2 Stunden schrieb Rumpelstilzchen:

Wer links sitzt ist immer der Pilot in Command PIC.

Nö, da hat der Kollege oben schon recht: Während des Upgrades sitzt man schon auf dem linken Sitz, ist aber definitiv noch nicht PIC.

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vor 1 Stunde schrieb DaMane:

Man kann kein Flugzeug "...auf den Boden zwingen", wenn es nicht bereit ist, zu landen (das wäre quasi wie eine Vergewaltigung).  "In den Boden fliegen....." endet mit Crash. Man läßt ein Flugzeug zu Boden sinken. Der feine, aber grundsätzliche  Unterschied besteht  zwischen "lassen" und "zwingen"......

Das gilt eher für kleine, leichte Flugzeuge. Airliner landet man immer durch ein aktives "auf-fliegen" auf die Piste. Man verringert bei schönem Wetter nur die Sinkrate etwas, damit es nicht so scheppert. Bei deftigem Wetter ist eine feste Landung eingeplant, damit die Radbremsen und Bremsklappen so früh wie möglich eingreifen und den Flieger am Boden halten/abbremsen können.

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vor 55 Minuten schrieb Alexh:

 

Aber man kann es kontrolliert in den Boden fliegen, die Kisten halten ordentlich was aus. Das ist dann sicherlich eine recht harte Landung und gefällt den Passagieren und der Crew meistens nicht, gibt aber trotzdem Applaus wenn es im Anflug ordentlich geschüttelt hat.

 

Gruß Alex

Möchte keine Wortklauberei betreiben, aber unter "in den Boden fliegen" würde ich eine Bugradlandung verstehen. Das ist sicher nicht das, was Du meinst. Solange die Nase über den Horizont zeigt, würde ich es sinken nennen........

 

Gruß

Manfred

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vor 33 Minuten schrieb FalconJockey:

Das gilt eher für kleine, leichte Flugzeuge. Airliner landet man immer durch ein aktives "auf-fliegen" auf die Piste. Man verringert bei schönem Wetter nur die Sinkrate etwas, damit es nicht so scheppert. Bei deftigem Wetter ist eine feste Landung eingeplant, damit die Radbremsen und Bremsklappen so früh wie möglich eingreifen und den Flieger am Boden halten/abbremsen können.

Ich habe ja nicht gegen eine hohe Sinkrate argumentiert, sondern nur gegen zuviel Energie (kinetische). Die Maschine im Video hat ja auch relativ moderat aufgesetzt, nachdem es etwas gewackelt hatte.....

 

Gruß

Manfred

Bearbeitet von DaMane
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Eben, aber was ist "zu viel Energie"? Wir landen ja nie im oder nahe am Stall, sondern mit ca. 20% bis 30% "Überfahrt", weil sich unsere Berechnungen auf die Bremswirkung beziehen, die wir erreichen.

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Zitat

, da hat der Kollege oben schon recht: Während des Upgrades sitzt man schon auf dem linken Sitz, ist aber definitiv noch nicht PIC.

In the context of xxxx manuals the pilot-in-command (PIC) means the pilot occupying the left-hand seat on the flight deck, irrespective of the CMDs responsibility.

The commander (CMD) is the person legally responsible for the operation of the aircraft, irrespective of seating position (e.g. on upgrading flights, training or augmented flights).


…das wurde in meiner ehem. Firma anders definiert….

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Okay, beim Kapitänstraining sass man bei euch im Line Training dann trotzdem auf der rechten Seite?


Vom ersten Moment an sitzt der Kapitänsanwärter (UPG) links. Auf den ersten paar Legs nimmt der Fluglehrer rechts Platz. Der Fluglehrer entscheidet dann, wenn der zur 3er Crew gehörende Copilot auf seinem Sitz Platz nimmt. Das ist i.d.R. am zweiten Tag der gemeinsamen Rotation.

Der Fluglehrer sitzt dann auf dem Jumpseat und überwacht/unterstützt/qualifiziert. Von diesem Zeitpunkt an braucht es keinen Fluglehrer mehr. Ein „gewöhnlicher“ Instruktor reicht aus. 
Ausnahme sind die CAT 2/3 Landungen unter aktuellen Low Vis Bedingungen. Hat der UPG noch keine 50h auf dem linken Sitz des Musters, muss der Instruktor vorne links Platz nehmen.

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