cosy Geschrieben 5. Februar Geschrieben 5. Februar (bearbeitet) Der Bombardier Chalenger 650, ein 5-Jahre alter Business-Jet für Langstrecken ist am Abend des 25. Januars mit 6 Personen an Bord abgestürzt. Die Insassen haben nicht überlebt, Maschine ist vom Aufschlagsfeuer zerstört worden. Die N10KJ landete in Bangor aus Houston (TX) kommend um zu tanken. Nach dem Enteisen startete sie nur 35 Minuten später auf dem RWY 33 zu ihrer Zieldestination Vatry-Châlons LFOK im Osten von Paris. Dieser kleinere Flughafen ist sehr beliebt für privater Prime- und Business GA (IFR, Radarabbild im Tower vorhanden). Laut news und ASN leitete die Maschine im initialen Steigflug nach nur 1 NM eine Rechtskurve ein, worauf sie abschmierte (oder upset-down) und auf dem Flughafen-nahen urbanen Gelände aufschlug und sofort ausbrannte. Ein Pilot, welcher direkt hinter der Unglücksmaschine auf seinen Start wartete, sagte zum Newsreporter, dass er sich sogar überlegte, ein zweites De-Icing zu verlangen. Im Moment der Landung seien die Verhältnisse relativ gut gewesen, die landende Unglücksmaschine hatte visual auf die Piste und es herschte Ankufnts- und Abflug-Verkehr. Im östlichen Teil von Maine waren die Flughäfen mehrheitlich geschlossen. Die ersten Newsmeldungen meldeten 80 POB mit 70 Überlebenden, was dann vom Flughafensprecher korrigiert werden musste. Foto am Morgen nach dem Unfall Bildquelle: Flightavare, Photo ca. 2+ Jahre alt. Bild von der Kabine, signiert UberJets. Dort steht, dass die Maschine einen Marktwert von 21M. USD hat und im Mittel für ca. 10100 USD pro Flugstunde verchartert wird. Ch.5 /wabi.tv: https://www.wabi.tv/2026/01/26/crews-scene-bangor-international-airport/ Cosy Bearbeitet 6. Februar von cosy Korr. aufgrund Anm. v. FalconJockey Zitieren
FalconJockey Geschrieben 5. Februar Geschrieben 5. Februar (bearbeitet) https://aviation-safety.net/wikibase/565865 A Bombardier CL-600-2B16 Challenger 650, N10KJ, veered of runway 33 during a takeoff attempt at Bangor International Airport (BGR/KBGR), Bangor, Maine. The six occupants perished and the aircraft was destroyed. ADS-B data indicates that the aircraft landed at Bangor International Airport (BGR/KBGR) at 18:09 LT after a flight from William P. Hobby Airport (HOU/KHOU), Houston, Texas. It parked at the General Aviation Terminal at 18:15. The crew communicated with ground ops by radio requesting Type 1 & Type 4 de-ice & anti-ice fluid application. At 19:13 the aircraft taxied to the de-icing pad, where it remained from 19:17 to 19:36. It taxied to runway 33 and commenced the takeoff at 19:44. At a distance of 1760 m past the threshold of runway 33, the aircraft veered right at a ground speed of 152 knots. The airplane flipped over and was partially consumed by a post crash fire. Accident time: 0044Z: METAR KBGR 260053Z 04009KT 3/4SM R15/6000VP6000FT -SN VV011 M17/M19 A3035 RMK AO2 PRESFR SLP286 P0002 T11671194 SPECI KBGR 260026Z 04006KT 3/4SM R15/P6000FT -SN VV012 M16/M19 A3039 RMK AO2 P0001 T11611189 SPECI KBGR 260008Z 03006KT 3/4SM R15/6000VP6000FT -SN VV015 M16/M19 A3039 RMK AO2 P0000 T11611194 METAR KBGR 252353Z 05006KT 1 1/4SM -SN OVC016 M16/M19 A3040 RMK AO2 SLP302 4/004 P0001 60001 T11611194 11144 21161 58025 ------------------------------------- Strömungsabriss nach dem Start ist Standard bei der CL60-Serie, wenn die Flügel schon ein wenig kontaminiert sind, die verzeihen kaum etwas. Also gewissermassen ein Standard-Unfall für diesen Typen. Und das ist kein Langstreckenjet, sondern höchstens Mittelstrecke. Ostküste nach Europa klappt eigentlich immer, die Gegenrichtung nicht immer wegen Gegenwind, da muss dann aufgetankt werden. War auf der Falcon 2000EX EASy ebenfalls das Standardprogramm. Bearbeitet 5. Februar von FalconJockey Korrektur Formulierung 3 Zitieren
LS-DUS Geschrieben 5. Februar Geschrieben 5. Februar Dan Gryder vermutet Fehler bei der Enteisung der Maschine. Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben 5. Februar Geschrieben 5. Februar vor 3 Stunden schrieb LS-DUS: Dan Gryder vermutet Fehler bei der Enteisung der Maschine. Nun, eine 737 die genau so enteist worden war kam zurück weil sie die Bedingungen für zu heikel hielten. Die Holdover Time hängt von vielen Faktoren ab, von denen nur einer ausreicht um de-fakto einen Start zu verunmöglichen. Wenn dann noch eine Maschine mit einem derartigen Verhalten dazu kommt, waren die Löcher im Käse wohl wieder mal in einer Reihe. Zitieren
FalconJockey Geschrieben 6. Februar Geschrieben 6. Februar Habe mir nun auch das Video von Dan Gryder angesehen. Ich gehe mit ihm da 100% d'accord, das sieht sehr stark nach einer fehlerhaften Enteisung aus. Die gemeine Sache ist, dass die Airliner das wohl bemerkt haben, weil sie die ganze Zelle mit Type I Flüssigkeit haben reinigen lassen und die ist dann an oder nahe an den Cockpitscheiben gefroren, was bei ihnen die Alarmglocken anlassen ging. Mit einem Businessjet macht man das nicht immer, sondern enteist oft nur die Tragflächen und das Heck. Nachdem der Challenger nur eine kurze Zeit am Boden war, hatte sich evtl. keine signifikante Menge Schnee auf der Oberseite des Rumpfes angesammelt, weshalb eben dieser nicht gereinigt wurde - so haben sie nicht sehen können, dass da etwas faul gewesen ist. Nach dem Aufbringen des zweiten Schrittes, also Type IV, hätten selbst ein Blick auf die Tragfläche nicht verraten, welch tödliche Gefahr da lauerte. In den USA muss man wirklich ganz, ganz genau aufpassen was die Bodenmannschaften da machen, in vielerlei Hinsicht. 1 Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben 10. Februar Geschrieben 10. Februar Am 7.2.2026 um 01:32 schrieb FalconJockey: In den USA muss man wirklich ganz, ganz genau aufpassen was die Bodenmannschaften da machen, in vielerlei Hinsicht. Nicht nur in den USA. Und speziell wenn man Flieger hat, die bekannt dafür sind bei solchen Bedingungen keine Toleranz zu haben. Zitieren
FalconJockey Geschrieben 10. Februar Geschrieben 10. Februar vor 2 Stunden schrieb Urs Wildermuth: Nicht nur in den USA. Natürlich anderswo, aber in den USA fällt es schon extrem auf: Bling-Bling FBOs und nichts dahinter. Zitieren
cosy Geschrieben 3. März Autor Geschrieben 3. März Die AOPA USA hat über diesen Unfall eine Pressemitteilung veröffentlicht: https://www.aopa.org/news-and-media/all-news/2026/january/27/delay-evidently-exceeded-anti-ice-limit-in-challenger-crash (Wichtige Erkenntnisse-1:1 übersetzt aus dem Artikel) Selbst eine geringfügige Verunreinigung der Flügel durch Frost, Eis oder Schnee erhöht die Strömungsabrissgeschwindigkeit erheblich, verlängert die Startrollgeschwindigkeit und kann zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust des Auftriebs führen, insbesondere bei leichteren Flugzeugen der allgemeinen Luftfahrt. Die Leistung von Enteisungs- und Anti-Eis-Flüssigkeit lässt sowohl durch die Zeit als auch durch extreme Kälte nach. Schnee und gefrierender Niederschlag können ein Flugzeug viel schneller erneut kontaminieren, als viele Piloten erwarten, insbesondere bei sehr kalten Temperaturen und aktivem Schneefall. Zitieren
FalconJockey Geschrieben 3. März Geschrieben 3. März Das sind altbekannte Fakten und die AOPA USA kann man in der Pfeife rauchen was Safety angeht. Zitieren
Frank Holly Lake Geschrieben 10. März Geschrieben 10. März (bearbeitet) Wie schon geschrieben, Mangelnde Enteisung zu lange gewartet nach der Enteisung, keine Kontrolle der Flügel mit der Taschenlampe nach Eis direkt vor dem Start. Start nicht mit 100% (85) Leistung, obwohl Startbahn als 3 (schwierig) eingestuft wurde und das dann ein muss gewesen wäre. Hold over Time 9 Minuten maximal (Enteisung) wurde deutlich überschritten. Ein anders Flugzeug vor ihnen ist noch mal zurück zum enteisen gefahren, weil die Hold over Time abgelaufen war. . Diese Crew hat sich gegen eine erneute Enteisung entschieden. Das Flugzeugmuster reagiert kritisch auf Vereisung mit heftigen Pitch up nach dem rotieren. Der flog keine Kurve, der eine Flügel sofort hat "gestallt" das Flugzeuge kippte ab und der Pilot hat darauf mit heftigen Querruder reagiert und damit den Stall verschlimmert. (full left aileron) Mit vollem Schub, sofortigen heftigen drücken, und mitgehen mit der der Kurve hätte man vielleicht die Situation retten können. Pilotenfehler.... Bearbeitet 10. März von Frank Holly Lake Zitieren
FalconJockey Geschrieben 10. März Geschrieben 10. März Die haben die Tabelle für die Holdover Time falsch angewandt. Die im METAR/ATIS durchgegebene Schneefallintensität ist irrelevant: Man muss aus einer Tabelle aus einer Funktion von Temperatur und Sichtweite die Intensität auslesen und diese dann in den HOT-Tabellen anwenden. Zitieren
Hausi122 Geschrieben 11. März Geschrieben 11. März Im Titel bitte korrigieren Challenger mit 2 "L" Detail Hausi 1 Zitieren
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