Urs Wildermuth Geschrieben Mittwoch um 09:05 Geschrieben Mittwoch um 09:05 Früher wäre das wohl keinerlei Problem gewesen, da sind noch ganz andere Dinger durchgegangen. Heute ist das anderst: - Die Airlines haben alle Flight Data Monitoring, heisst jede Abweichung wird ausgelesen und muss begründet werden. - Es gibt gefühlt tausende "Newsscouts" die mit dem Handy alles und jedes festhalten und sofort die Trashpresse bedienen. Das übrigens ist nicht nur für Airline Piloten ein Problem sondern schon fast für jeden, vor allem aber auch GA Piloten, auch wenn völlig safe geflogen wird. Sollte sich herausstellen, dass dieser Flug tatsächlich ein Low Pass über dem dortigen Airport war, der sowohl mit der Flugsicherung als auch den Paxen abgesprochen und der in vernünftigen Parametern abgeflogen wurde, dann ist das einzige "Vergehen" wohl dies, dass er es nicht mit der Airline und seiner Crew (FO) abgesprochen hat. Zitieren
FalconJockey Geschrieben Mittwoch um 12:26 Geschrieben Mittwoch um 12:26 vor 10 Stunden schrieb Phoenix 2.0: Zudem sehen diese Häuser nicht grade stabil aus; was ist, wenn die Dächer durch den Thrust weggeflogen wären? Dächer/Strukturen können durch Wirbelschleppen beschädigt werden. Da das Flugzeug nur wenig slats/flaps ausgefahren und nicht ausgesprochen langsam unterwegs gewesen ist, werden da auch keine starken Wirbelschleppen entstanden sein. Ausserdem ist das eine Vulkaninsel in den Weiten des Atlantik, die sind da ganz andere Windstärken gewohnt und dementsprechend sind die Häuser mitsamt Dächer stabiler gebaut als sie vielleicht aussehen. Nur Holzhäuser in den USA fliegen weg, wenn man ein wenig dagegen pustet. Zitieren
FalconJockey Geschrieben Mittwoch um 12:31 Geschrieben Mittwoch um 12:31 vor 6 Stunden schrieb Lubeja: Aber ob man die Flugbahn zwischen den beiden unnatürlichen Ecken in Gedanken nun etwas ausrundet oder nicht, kann man sehen, dass für einen Flug über die Stadt viele extra Kurven hätten geflogen werden müssen, was die Videos aber nicht hergeben. Es sieht eher aus, als wäre er einen Anflug auf die 30 vom Vestmannaeyjar Airport geflogen, Wetter sieht fliegbar aus. Es spricht nichts dagegen, dass die einen Luftrechtlich absolut legalen visual approach mit Durchstart geflogen haben. Dann war es aber auch kein "Stunt". Den Videos aus der Kabine kann man entnehmen, dass er parallel zur Achse der Landebahn 30, aber über das Dorf geflogen ist. Da hat sich der Kollege selbst ein wenig in den Fuss geschossen. Hätte er es beim Überflug der Landebahn belassen, hätte er vielleicht nur den bösen Finger gezeigt bekommen. Und da in heutigen Zeit kaum ein Airlinemanager noch Eier in der Hose hat und sowas absegnet bzw. die Verantwortung dafür übernimmt, gehts halt als Meldung an die Behörden. Schöne neue Welt mit reflektierenden Warnwesten und Sicherheitskontrollen für die GA. 1 Zitieren
Maxrpm Geschrieben Mittwoch um 14:47 Geschrieben Mittwoch um 14:47 1 hour ago, FalconJockey said: Und da in heutigen Zeit kaum ein Airlinemanager noch Eier in der Hose hat und sowas absegnet bzw. die Verantwortung dafür übernimmt, gehts halt als Meldung an die Behörden. Schöne neue Welt mit reflektierenden Warnwesten und Sicherheitskontrollen für die GA. Wie hätte in der guten, alten Zeit ein Airlinemanager hier die Verantwortung übernehmen sollen? Ich denke damals wie heute muss der Kapitän zu seiner Entscheidung stehen. Der Kollege hat sich entschieden mit 200 Passagieren deutlich unter der Mindestflughöhe bewohntes Gebiet zu überfliegen. Aufgabe der Behörde wird es sein sicherzustellen, dass er kein Vorbild wird für die 30 Kapitäne die weltweit jeden Tag ihren letzten Flug absolvieren und noch weniger für die 10000 GA Piloten die täglich in der Luft sind. wolfgang 1 Zitieren
FalconJockey Geschrieben Mittwoch um 15:29 Geschrieben Mittwoch um 15:29 vor 41 Minuten schrieb Maxrpm: Wie hätte in der guten, alten Zeit ein Airlinemanager hier die Verantwortung übernehmen sollen? Früher hätte sich der Chefpilot vor seinen Mitarbeiter gestellt und gesagt, dass das intern geregelt wird. Da gibt es dann einen sanften Schlag auf den Hinterkopf und "don't do it again". Fertig. Zitieren
Maxrpm Geschrieben Mittwoch um 16:25 Geschrieben Mittwoch um 16:25 48 minutes ago, FalconJockey said: Früher hätte sich der Chefpilot vor seinen Mitarbeiter gestellt und gesagt, dass das intern geregelt wird. Da gibt es dann einen sanften Schlag auf den Hinterkopf und "don't do it again". Fertig. So ist das auch früher nicht gelaufen. Wenn der Behörde wie in diesem Fall ein Bild von dem Unterschreiten der Mindestflughöhe vorliegt, dann wird und wurde sie selber aktiv. Wo sich da der Chefpilot hinstellt ist ihr ziemlich gleich. Der Flugbetriebsleiter hatte damals und hat heute genug damit zu tun gegenüber der Behörde die Standards seines Pilotenkorps zu rechtfertigen. Zitieren
FalconJockey Geschrieben Mittwoch um 16:33 Geschrieben Mittwoch um 16:33 Früher gab es kein FDM und nicht jeder hatte eine Kamera in der Hosentasche, also unwahrscheinlicher. Zitieren
Dierk Geschrieben Mittwoch um 17:55 Geschrieben Mittwoch um 17:55 (bearbeitet) Habt ihr vom MORs eigentlich schon mal was gehört? Ist ja nicht so, als ob der Copilot, der Fluglotse oder der Chefpilot der Fluglinie eine Wahl hätten, sobald sie am Vorfall beteiligt sind oder diesen mitbekommen und teilweise Verantwortung für den Flug tragen. Der Vorfall muss gemeldet werden, egal ob da einer am Boden mit dem Smartphone die Flughöhe dokumentiert hat oder nicht. Und nachdem die Flugprofile regelmässig systematisch ausgewertet werden, kann das auch nicht vertuscht werden. Im übrigen fällt der Fall gerade nicht unter "Just Culture", weil es ein absichtlicher Verstoß gegen einschlägige Prozeduren war. Im Gegensatz zu einem Fehler oder Irrtum, oder Prozedur-Verstoss aufgrund operativen Zwängen. Bearbeitet Mittwoch um 18:01 von Dierk 4 Zitieren
Lubeja Geschrieben Donnerstag um 09:32 Geschrieben Donnerstag um 09:32 vor 20 Stunden schrieb FalconJockey: Den Videos aus der Kabine kann man entnehmen, dass er parallel zur Achse der Landebahn 30, aber über das Dorf geflogen ist. Da hat sich der Kollege selbst ein wenig in den Fuss geschossen. Hätte er es beim Überflug der Landebahn belassen, hätte er vielleicht nur den bösen Finger gezeigt bekommen. Und da in heutigen Zeit kaum ein Airlinemanager noch Eier in der Hose hat und sowas absegnet bzw. die Verantwortung dafür übernimmt, gehts halt als Meldung an die Behörden. Schöne neue Welt mit reflektierenden Warnwesten und Sicherheitskontrollen für die GA. Danke, nach erneutem Anschauen der Videos sehe ich auch, was ich falsch gesehen habe. So ist er wirklich selber ein Depp. Schlimmer noch; der Kurs schien eher so 250° betragen zu haben und nicht parallel zur Piste: sie sind vielmehr ziemlich genau parallel zum Fussballfeld am westlichen Stadtrand geflogen: https://www.reddit.com/r/aviation/comments/1sk1s7b/video_from_inside_the_icelandair_757_that/?tl=de Das heisst, sie müssen auch in der Lücke zwischen den Felsen am Nordende der Insel und den beiden Vulkankratern östlich der Stadt durchgeflogen sein. Zitieren
FalconJockey Geschrieben Donnerstag um 11:14 Geschrieben Donnerstag um 11:14 Finde ich jetzt auch nicht mega riskant. Immerhin gab es schöne Aufnahmen, bevor die 757 ganz verschwinden. Ich würde es eher nicht machen, weil ich ein Feigling bin vor 17 Stunden schrieb Dierk: Habt ihr vom MORs eigentlich schon mal was gehört? Selbstverständlich. Einen MOR füllt man aus, wenn man bei Nichtausfüllung Ärger bekäme. Oder habe ich da etwas falsch verstanden? Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben Donnerstag um 17:21 Geschrieben Donnerstag um 17:21 Am 15.4.2026 um 14:31 schrieb FalconJockey: Und da in heutigen Zeit kaum ein Airlinemanager noch Eier in der Hose hat und sowas absegnet bzw. die Verantwortung dafür übernimmt, gehts halt als Meldung an die Behörden. Schöne neue Welt mit reflektierenden Warnwesten und Sicherheitskontrollen für die GA. Das ging schon lange nicht mehr so. Spätestens seit der Jahrtausendwende war da Schluss. Die Warnwesten wurden ja eingeführt nach einem grauenhaften Unfall wo ein Crossair Kapitän ums Leben kam, den ich kannte. Als jemand der viele Jahre auf dem Tarmac gearbeitet hat, sehe ich das bis heute als eine sehr sinnvolle Sache. Den Zusammenhang mit "Husarenstücken" sehe ich jetzt nicht so. Zitieren
FalconJockey Geschrieben Donnerstag um 19:00 Geschrieben Donnerstag um 19:00 vor 1 Stunde schrieb Urs Wildermuth: Die Warnwesten wurden ja eingeführt nach einem grauenhaften Unfall wo ein Crossair Kapitän ums Leben kam, den ich kannte Soweit ich das verstanden habe, wurde der Kollegen trotz Warnweste von einem Bodenfahrzeug gegen das Fahrwerk gedrückt. Da hätte die Weste keinen Unterschied gemacht, denn wenn ein Bodenfahrzeug so verantwortungslos gesteuert wird, dass es ein Flugzeug trifft, dann hilft so eine Bauarbeiterweste nicht. Die Briten machen das halt, weil es seit vielen Jahren in ihren Health&Safety Regeln drinsteht: Hirn abschalten, Weste anziehen. Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben vor 10 Stunden Geschrieben vor 10 Stunden vor 21 Stunden schrieb FalconJockey: Soweit ich das verstanden habe, wurde der Kollegen trotz Warnweste von einem Bodenfahrzeug gegen das Fahrwerk gedrückt. Da hätte die Weste keinen Unterschied gemacht, denn wenn ein Bodenfahrzeug so verantwortungslos gesteuert wird, dass es ein Flugzeug trifft, dann hilft so eine Bauarbeiterweste nicht. Bei Swissport, wo ich damals arbeitete, hiess es eben nicht und es war der Grund wieso wir sie (obligatorisch) einfügten. Und in den knapp 20 Jahren in denen ich Handling gemacht habe, war ich oft froh in der Nacht, wenn ich die Kollegen besser sehen konnte. Es gibt viel Red Tape und Nonsense, aber hier finde ich macht die Massnahme Sinn. 1 Zitieren
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