Gulfstream Posted August 23 Posted August 23 Das Max und MCAS Thema kennen wir. Wenn da aber nun nur die Hälfte der Aussagen zur Qualität der 787 stimmt, verursacht durch eine Profit orientierte Fertigungsstrategie, könnten die aktuellen Unfälle in einem anderen Licht gesehen werden. Und ein Grounding der Dreamliner Flotte bedeuten. Diese Aussagen kann niemand einfach ignorieren. Wobei man das ganze Thema mit Augenmass betrachten sollte - es sind einzelne Aussagen und man weiss nie die ganze Geschichte dahinter. Aber die Aufarbeitung dazu ist schon bedenklich. Jedoch: Profit eats Quality - das führt zu einer Kultur, die für einen Flugzeugbauer vernichtend ist. 1 Quote
FalconJockey Posted August 23 Posted August 23 "Sponsored by Airbus" Dafür dass das solche Schrottkisten sein sollen, fallen relativ wenige Dreamliner vom Himmel, nicht? 2 Quote
Gulfstream Posted August 23 Author Posted August 23 vor 5 Stunden schrieb FalconJockey: "Sponsored by Airbus" Dafür dass das solche Schrottkisten sein sollen, fallen relativ wenige Dreamliner vom Himmel, nicht? Schon. Aber schau's dir an Andreas. Es gibt schon Gründe, e.g. Einbau von ausgemusterten Scrap Teilen, welche ignoriert wurden, keine sauberen Isolationen bei Kabeln, man spricht hier von 60'000 Verbindungen, pro Flieger. Alles wissentlich und dokumentiert. Das kann auch erst in 5 bis 10 Jahren effektiv werden. Grund des Übels : die neue Fabrik in Charlotte, keine Fachkräfte beim Aufbau und Outputdruck. Neubau machte man aufgrund des Outsourcing der Komponenten (Italien, Südkorea etc.) und dann nicht passender Zusammenbau und damit zu tiefer Produktionsoutput in Seattle. Profit is calling. Passt schon alles zusammen was die Whistleblower hier darstellen. Quote
FalconJockey Posted August 23 Posted August 23 Ich habe kein Netflix (oder ähnliches), aber ich glaube schon, dass da etwas dran ist! Die MAX-Saga zeigte ja, dass es totaler Fehler war, dass man primär auf Profit und nicht auf Qualität achtete, seitdem in den 90er Jahren die Ingenieure aus der Chef-Etage ausgeschieden und der Firmensitz nach Chicago verlegt wurde. Quote
Frank Holly Lake Posted August 23 Posted August 23 (edited) Komm, wer Flugzeug fliegen kann bekommt das auch hin: dann anwählen Ich denke das ist die gleiche Doku https://mediathekviewweb.de/#query=boeing Boeing in der Krise - Absturz eines Giganten (S2026/E23) Dann die Auflösung wählen und auf abspielen klicken. Hoffe es ist nicht geo geblockt. Geht auch Downlaod. https://nrodlzdf-a.akamaihd.net/de/zdf/26/07/260731_boeing_in_der_krise_inf/1/260731_boeing_in_der_krise_inf_6660k_p37v17.mp4 Auf Downlaod . Wenn sich die Doku öffnet und abspielt unten rechts auf die 3 Punkte klicken. Da herunter laden. MP4 ohne Störungen zum ansehen wenn Du Zeit hast . ( Z.B auf dem Final unter CAT IIIIa , hörst schon, wenn der COPI schreit). Grüße Frank Edited August 23 by Frank Holly Lake Quote
Tigerstift1 Posted August 23 Posted August 23 Das Video ergänzt die Netflix-Doku sinnvoll, ist aber technisch deutlich schwächer und inzwischen juristisch überholt. Aber, es trifft den Kern des Boeing-Problems: Entmachtung des Engineerings, Produktionsdruck, mangelhafte Aufsicht und ausbleibende persönliche Verantwortung. Der Beitrag vermischt jedoch MAX, 787, Fertigungsfehler und verschiedenste Zwischenfälle zu stark. Dadurch entsteht teilweise eine Kausalität, die technisch nicht belegt ist. Die Aussagen aus den Senatsanhörungen und die spätere NTSB-Bestätigung zeigen, dass Boeing nach den MAX-Abstürzen keinen ausreichend wirksamen Kulturwandel erreicht hatte. Der Alaska-Door-Plug war kein exotischer technischer Grenzfall, sondern ein elementarer Fertigungs- und Dokumentationsfehler. Zudem war die FAA nicht nur Opfer falscher Boeing-Angaben. Bei der Produktionsaufsicht waren Auditplanung, Enforcement und Erkennung wiederkehrender Nonconformities unzureichend. Meine Sicht: Boeing hatte über Jahre ein System geschaffen, in dem technische Warnsignale durch Produktions-, Karriere- und Finanzinteressen abgeschwächt wurden und weder interne Reformen noch externe Aufsicht konnten dieses System schnell genug durchbrechen. Man hat zeitweise nicht zu viel Geschäftssinn, sondern zu wenig langfristigen Geschäftssinn gezeigt. Man behandelte Engineering, Qualität, eigene Fertigungstiefe und erfahrene Beschäftigte als Kostenblöcke, obwohl sie in Wahrheit das produktive Kapital des Unternehmens sind. „Profit eats Quality“ trifft es am ehesten. Aber, Profit und Qualität sind bei einem Flugzeugbauer keine Gegensätze. Nachhaltiger Profit entsteht gerade durch Qualität, Vertrauen, stabile Produktion und geringe Nacharbeit. Vieles davon sind immer noch Nachwehen MDD-BOE Fusion von '97: Harry Stonecipher, zuvor McDonnell-Douglas-Chef und davor GE-Manager, wurde Präsident und COO des fusionierten Konzerns und später Boeing-CEO. Er formulierte sinngemäß ausdrücklich, Boeing solle wie ein Geschäft und nicht wie ein „großartiges Ingenieursunternehmen“ geführt werden. 1 1 Quote
Gulfstream Posted August 24 Author Posted August 24 (edited) vor 11 Stunden schrieb Tigerstift1: Man hat zeitweise nicht zu viel Geschäftssinn, sondern zu wenig langfristigen Geschäftssinn gezeigt. Man behandelte Engineering, Qualität, eigene Fertigungstiefe und erfahrene Beschäftigte als Kostenblöcke, obwohl sie in Wahrheit das produktive Kapital des Unternehmens sind. Absolut richtig. Die Basis wurde mE durch den darauf folgenden CEO gelegt (James McNerney), welcher die Profit Kultur von Jack Welsh (GE) kopierte und dabei nicht realisiert hat, dass er Flieger baut mit einem potentiell fatalen Ausgang bei Q Problemen. Edited August 24 by Gulfstream Quote
cosy Posted August 24 Posted August 24 (edited) Am 23.8.2026 um 19:11 schrieb Frank Holly Lake: Geht auch Downlaod. https://nrodlzdf-a.akamaihd.net/de/zdf/26/07/260731_boeing_in_der_krise_inf/1/260731_boeing_in_der_krise_inf_6660k_p37v17.mp4 Auf Downlaod . sehe: Access Denied Edited August 29 by cosy Quote
cosy Posted August 29 Posted August 29 Am 23.8.2026 um 20:17 schrieb Tigerstift1: Zudem war die FAA nicht nur Opfer falscher Boeing-Angaben. Bei der Produktionsaufsicht waren Auditplanung, Enforcement und Erkennung wiederkehrender Nonconformities unzureichend. Meine Sicht: Boeing hatte über Jahre ein System geschaffen, in dem technische Warnsignale durch Produktions-, Karriere- und Finanzinteressen abgeschwächt wurden Die "revolving door" Strategie hat zudem an zahlreichen relevanten Angelpunkten in den Systemen (FAA und Boeing Quality Survey etc.) extrem geschwächt. Credo war: einsteigen und umbauen, aufsteigen oder aussteigen wenns brenzlig wird mit den Targets #1 persönliche Bereicherung #2 Shareholder Profit. überspitzt, aber in derem Wind ausgerichtete Aussage Cosy Quote
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