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Ein Heli in der Kurklinik


BH47

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Nein, nicht was Ihr denkt .... :D

 

Auch mein „Lärmstuhl“ muss mal wieder zur Kur. Genauer gesagt zur Annual- und 300h Inspection. Diesesmal liegt das Augenmerk insbesondere beim Getriebe. Dieses wurde ausgebaut. Dabei stellte sich heraus, das die Forward-Welle zum Fanantrieb ein geringfügiges Spiel hat. Es wurde beschlossen, dieses bei der Gelegenheit zu tauschen bevor ein Schaden eintreten kann, der dann bekanntlich immer Folgeschäden nach sich ziehen kann.

Die Ersatzteile ($6'500.-) sind bei Bell bestellt und sollten am Freitag eintreffen.

Ich hoffe es jedenfalls.

 

Die Backward-Welle zum Heckrotorantrieb ist perfekt.

Ebenso die sich unter dem Getriebe befindende Fliehkraftkupplung ist ok.

 

Zelle, Motor, Magnete, Generator, Anlasser etc. sind ohne Beanstandungen und in den Toleranzen.

 

Für alle welche noch nie einen „kastrierten“ Heli gesehen haben, habe ich ein paar Bilder angefügt.

 

Jetzt kann ich nur hoffen, das alles glatt über die Bühne geht und ich nicht mehr zu Fuss gehen muss.

 

Gruss

Joachim

 

 

In der „Kurklinik“

Dir Rotorblätter und der Mast sind bereits demontiert. Vorne der Rotorkopf

 

1.jpg

 

 

 

Blick von oben auf den Motor nach der Demontage des Getriebes.

 

2.jpg

 

 

 

Demontage des Mastes vom Getriebe. Ein Hammer wirkt Wunder.

 

3.jpg

 

 

 

Mast und Getriebe sind getrennt.

 

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Der Rotormast, wo letztendlich alles dranhängt ...

 

5.jpg

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Hoi Joachim

 

interessante Bilder!! Letzhin habe ich deinen Heli so traurig im Hangar stehen sehen. Marco sagte, er sei nun ohne Getriebe. Hoffen wir das Beste, dass am Schluss alles wieder gut wird und er bald aus der Klinik entlassen werden kann.

 

Bis bald mal wieder in Grenchen.

 

 

Gruss

Heinz

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Wilko

 

Hoffentlich bleibt da beim Zusammenbauen nichts übrig

 

du meinst das aber nicht etwa finanziell, oder etwa doch??

 

 

Heinz

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Hallo Joachim.

 

Danke für die Bilder, sehr interessant!

 

Wo hast Du ihn eingeliefert? Hat Grenchen ein eigenes Krankenhaus für Hubschrauber?

 

Grüsse

Johannes

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Wo hast Du ihn eingeliefert? Hat Grenchen ein eigenes Krankenhaus für Hubschrauber?

 

Aber sicher doch.

Ben Air AG mit dem Benno und Marco. Sie waren früher in Pfaffnau.

Das ist der einzige Heli-Unterhaltsbetrieb OHNE eigenen Flugbetrieb und damit unabhängig.

 

Benno und Marco warten meinen Heli schon von Anfang an.

Sie kennen ihn und ich habe vollstes Vertrauen.

Das ist sehr sehr wichtig!

 

Grüessli

Joachim

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Danke für die Info, Joachim. Vertrauen ist natürlich wichtig in diesen Dingen. Von der Sicherheit auch einmal abgesehen, könnte man bei Wartungen in dieser Preisklasse wohl auch eine Rechnung ohne Probleme friesieren... :confused:

 

Ist eine Werkstatt, oder eben Mentenance (in Grenchner Grösse, nicht auf intl. Flughafen), eigentlich immer nur für Hubschrauber oder Flugzeuge, oder kümmern die sich um beides?

 

Gruss Johannes

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Hallo Johannes

 

Naja, das mit den frisieren der Rechnung ist so eine Sache und macht hier wenig Sinn.

Der grösste Posten ist meistens der Materialeinkauf. Genau dieser muss nach JAR-145 genau dokumentiert sein und findet sich nachher u.a. mit allen Papieren, Verzollungs- und Arbeitsnachweisen in der technischen Akte des Helis sowie in den Akten des Unterhaltsbetriebs wieder. Wenn das alles bei der Nachprüfung nicht lückenlos aufgeht, dann senkt das BAZL den Daumen nach unten und Du mutiert zum Fussgänger.

 

Was den Unterhalt von Flächenflugzeugen und Helis anbelangt so macht es wenig bis keinen Sinn beides in einem Betrieb zu haben. Die Anforderungen sind zu unterschiedlich. Das gilt sowohl fürs Fachliche wie auch insbesondere wegen der JAR-145 Regularien.

 

Während es bei den Flächenflugzeug meistens Zusammenfassungen wie z.B. „bis 2'000 kg“ o.ä. gibt, muss beim Heli jeder einzelne Typ für den Unterhaltsberieb zertifiziert werden. Innerhalb dieser einzelnen Typ-Zertifizierung unterscheidet man auch noch zwischen Linemaintenance, Repair und Overhoul.

 

Ist eben schon alles ein wenig speziell beim Heli.

 

Grüessli

Joachim

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Heinz Richner

um mal wieder nachzufragen, wann soll denn dein Heli mal wieder von der Abdeckplane befreit werden? Haben die in Deutschland so lange, um ein paar Rädchen zu ersetzen?

 

Gruss

Heinz

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Geplant war ja nur die Forward-Welle zum Fanantrieb zu ersetzen.

Dieses wäre am Freitag, 17.07. fertig gewesen.

 

Da nun das Getriebe demontiert und zerlegt ist und ferner ca. Ende nächsten Jahres sowieso eine Grundüberholung fällig wäre, haben wir beschlossen dieses vorzuziehen.

Daraus folgt, das sämtliche Teile Rissgeprüft werden. Alle Lager etc. sowie einige Kegel- und Zahnräder werden unabhängig vom Zustand ersetzt. Ich habe die lange Teileliste gesehen und mir wurde fast schlecht dabei.

Trotz der jetzt höheren Kosten ist es in der Summe günstiger, als die Arbeiten um ein Jahr zu verschieben.

 

Zusammengefasst: Nach der Grundrevision habe ich ein neues Getriebe mit „0“-Stunden und neue 1'200 Std. Laufzeit.

 

Ist ja letztendlich eine Frage der Sicherheit und auch eine nochmalige nicht unerhebliche Wertsteigerung. Gemäss dem „Blue Book“ steigen die Preise einer lufttüchtigen BH47-G3-B1 seit Jahren gleichmässig an.

Ich sollte mir ernsthaft überlegen noch eine weitere 47 zu kaufen und vollständig zu revidieren. :D

 

Grüessli

Joachim

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kettlermartin

Hallo!

Danke für die Bilder und den Bericht,mal nicht was alltägliches!

Wie sieht`s eigentlich mit Ersatzteilen für den Heli aus.Da doch noch einige weltweit im Einsatz sind,denk ich,ist das noch nicht das grösste Problem,die zu erhalten,aber ich kann mir vorstellen dass man diverse Teile an verschiedenen Orten zusammenkratzen muss,oder?

Und,sind z.B. die Getriebeteile eigentlich alle noch 1zu1 seit der Bauzeit,oder wurde da in den Entwicklungsjahren auch viel modifiziert daran?Kann mir vorstellen dass da viel Baujahrabhängig ist und dadurch auch aufwendiger mit dem Ersatz.

Gruss Martin

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Heinz Richner

Merci Joachim für die Info. Ich werde gelegentlich mal wieder bei Benno reinschauen, ob deiner im Bett liegt.

 

Gruss

Heinz

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Hallo Martin

 

Ersatzteile gibt es in der Tat mehr als genug.

 

Als die letzten militärischen Einheiten mit der Bell 47 aufgelöst worden haben die Regierungen das gewaltige Ersatzteillager via Versteigerung an zivile Unternehmen verkauft. Teilweise wurde sogar nach Gewicht verkauft.

 

Ich hatte selbst schon Ersatzteile erhalten, welche dick eingefettet in Oelpapier und dem damaligen Bell-Originalaufkleber waren. Perfekt konserviert wie für die Ewigkeit!

Nach Einstellung der Produktion (ich glaube 1974) hat Bell die 47-Serie links liegengelassen. Schliesslich winkten andere Sachen mit Riesenprofiten.

 

Bei einem Meeting in Pasadena im April 2001, wo Benno und ich auch waren, hatte ein hohes Tier von Textron-Bell zugesagt, die 47-Serie wieder offiziell in ihre Produktlinie aufzunehmen und zu supporten. Genau so ist es dann auch einige Monate später eingetreten.

 

Was die allfällige Baujahrabhängigkeit anbelangt, so sei gesagt, das dieses faktisch keine Bedeutung hat. Alle Hauptbauteile und Baugruppen sind weitgehenst unverändert geblieben. Es hat bis auf Kleinigkeiten, keine massiven LTA’s über die Jahrzehnte gegeben.

 

Darüberhinaus sind die Hauptbauteile und Baugruppen, trotz der Vielfalt der Modelle, gleich ausgelegt.

 

Das grössere Problem besteht heute darin, das mit der Zeit das Know-How in der Wartung und in der Komponentenüberholung immer mehr verloren geht.

 

Vielleicht eine Marktlücke ...... Was meint Ihr?

 

Grüssli

Joachim

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  • 1 Monat später...

Heute habe ich das frisch revidierte und auf 0 Stunden gesetzte „neue“ 42 kg „leichte“ Getriebe aus Deutschland abgeholt. Wenn man das Getriebe von Hand durchdreht so „schmatzt“ das richtig gut. Die Techniker unter uns wissen was mit „schmatzen“ gemeint ist.

 

Es lebe die Bürokratie. Allein die Protokolle der Teilherkunftnachweise, der Rissprüfungsaufträge und Rissprüfungsprotokolle sowie die detailierten Arbeitsprotokolle füllen einen kompletten Bundesorder. Es leben die JAR145-Regularien.

 

Das ist nun gar nichts gegen die Zollbürokratie. Stempel, Stempel, Stempel, Stempel, Stempel .... ohne Ende:confused: . Als ob sich der Deutsche und der Schweizer Zoll in ihrer Existensberechnung gegenseitig bestätigen und beglaubigen müssen und ich armes Schwein mitten drin.

Macht das nur nie freiwillig. Es ist die schlichte Körperverletzung.

 

Na, egal und ausgestanden. Das Ding ist nun wieder in Grenchen. Jetzt beginnt „nur“ noch Montage beim Benno. Ich werde mich wohl ein wenig als Helikopterhilfsmechaniker mit betätigen dürfen.

 

Dann werden noch die Testflüge und das Balance und Tracking erfolgen. Als letztes dann noch eine neue Wägung einschliesslich ermitteln der Schwerpunktes.

 

Grüessli

Joachim

 

small-105_0588.JPG

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So, das Getriebe, die Taumelscheibe etc., der Querstabilisator und der Mast ist montiert.

1808-1.JPG

 

Am Rotorkopf wurden die Blätter montiert und mit der Laufkatze angehoben.

1808-2.JPG

 

Noch Korrosionsschutz anbringen

1808-3.JPG

 

Und gaaaaaanz genau den Mast im Rotorkopf einführen

1808-4.JPG

 

Sieht doch langsam wieder wie ein Helikopter aus .....:D

1808-5.JPG

 

Morgen Donnerstag erfolgt die detailierte Schlusskontrolle vom Benno und Marko. Anschliessend wird die Elektronik und die Sensoren für die Balance und das Tracking der Blätter angebracht um die Messwerte aufzuzeichnen und ggf. Korrekturen anzubringen.

 

Wenn alles gut läuft machen wir am späten Nachmittag den ersten Testflug. Dazu sollte es möglichst Windstill sein um genaue Messwerte der Sensoren zu erhalten.

 

Es grüsst Euch

Joachim

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Gast Hans Fuchs

Hast nochmals Gück Joachim. Es sind Gott sei Dank keine unüberwindliche Probleme aufgetaucht.

 

Ich mag Dir den revidierten Heli von ganzem Herzen gönnen. Bald bist Du ja wieder am Himmel daheim. Den Blick aufs Loch im Geldsack aber, könnte ich wohl nur schwerlich ertragen, wenn es der meine wäre. :D

 

Hans

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Nun ja

 

dann steht ja endlich wieder ein richtiger Heli im Hangar, so ohne Blätter wars ein kleiner Haufen Elend. Toll, Joachim, nun hast du auch wieder Grund nach Grenchen zu kommen.

 

 

Gruss

Heinz

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Hallo miteinander

 

Donnerstag Nachmittag ist der geplante Testflug sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Eine Front nach der anderen jagte über Grenchen. Ne, das war nichts. :001:

 

Am Freitag haben wir dann insgesamt 4 Testflüge gemacht. Es war zwar trocken aber der Wind um 10 bis 15 Knoten. Zum Messen nicht gerade ideal, aber es ging.

 

Beim 4. Testflug (Es dunkelte bereits ein) war die Balance und das Tracking der Blätter in der Toleranz. Wir werden aber noch 1.5 Gramm in einer Blattspitze anbringen. Dann sollte sie wie eine Singer-Nähmaschine laufen. Das Schwingungsverhalten ist im gesamten Geschwindigkeitsspektrum bis zur Vne homogen. Im turbulenzfreier Luft kann man bei 80Kts faktisch ein volles Wasserglas hinstellen. Das ist sehr gut.

 

Am dem am Getriebe angeflanschten Drehzahlgeber tritt ein wenig Oel aus. Der Drehzahlgeber ist/muss Metall auf Metall angeflanscht sein. Muss noch korrigiert werden.

 

Die Betriebstemperatur des Getriebes ist im grünen Bereich, aber ca. 10° höher als vorher. Ich denke mal, die noch engen Toleranzen tragen das Seine dazu bei.

 

Sorry, aber Bilder habe ich beim Fliegen nicht machen können.

Ist ja schliesslich Arbeit ...... :D

 

Grüessli

Joachim

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  • 4 Wochen später...

Hallo

 

würde mich sehr interessieren, ob dein Heli nun definitiv wieder einsatzfähig ist? Gestern hat Uschi noch was erzählt, dass die Leistung nicht wunschgemäss anliegen würde. Wo liegts denn nun im Detail?

 

 

Heinz

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würde mich sehr interessieren, ob dein Heli nun definitiv wieder einsatzfähig ist?

 

Ist definitiv einsatzfähig.

Aber wie das so ist in der Fliegerei, man kann immer noch was verbessern.

 

Mich ärgert das neue Luftfilter masslos. Natürlich zertifiziert und damit besonders teuer. Trotzdem Schrott!

Das bisherige Papierfilter wird nicht mehr hergestellt. Dieses musste nach ca.100h ausgewechselt werden und arbeitete seit Jahrzehnten perfekt und war sehr günstig.

 

Das neue ist so eine Art Schaumstoff mit imprägniertem Oel drin. Dadurch wird, so meine Ansicht, der innere Widerstand bei hohem Luftdurchsatz zu hoch. Der Lader muss also stärker arbeiten. Bemerkt habe ich das an der 10-15° höheren Lufteinlasstemperatur. Eine Gegenprobe hat das bestätigt.

 

Das dieser neue Schrott das 3-fache kostet bedarf schon keiner Erwähnung mehr.

Untauglicher zertifizierter Mist :mad:

 

Erzählt das mal einen JAR/EASA-Schreibtischtäter ....

 

Grüessli

Joachim

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Ja ja, Joachim, alles wird "verschlimmbessert".:rolleyes:

 

Da hat sich wieder einer profiliert mit dem neuen Filter.

Warum soll auch etwas was sich seit Korea bewährt hat

weiter seinen Einsatz tun. Da muß doch noch irgendwie

Profit zu machen sein. Ich halt auch nichts von diesen

ölgetränkten klebrigen Luftfiltern. Die Dinger sollen gefälligst

die Ansaugluft säubern und nicht Insekten und Dreck nach

dem Prinzip des Fliegenstreifens zuverlässig festkleben.

 

Ach übrigens jetzt schüttets wieder wie aus Kannen.

(20:22 LT). Will sagen Depri-Wetter hält an!

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