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Ecureuil350

Kompassfehler

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Ecureuil350

Hallo zusammen

 

Ich habe ein kleines Problem mit meinem Vorstellungsvermögen:

 

Fall nördliche Hemisphäre:

 

Wird auf einem Ost- oder Westkurs die Vorwärtsgeschwindigkeit des Flgz. erhöht, so zeigt der Magnetkompass an, als würde das Flugzeug eine nördliche Richtung führende Kurve einleiten ? bei einer Verzögerung ist es umgekehrt.

 

Dies verstehe ich noch; so weit so gut.

 

Nun verstehe ich den Kompassdrehfehler nicht. Falls ich auf einem Nord- oder Südkurs fliege und dann eine Kurve einleite, zeigt doch der Kompass zuerst eine falsche Richtung an. Als Folge muss ich die Kurve in eine Richtung früher in die andere Richtung später ausleiten. Frage: ist es in West- Ostrichtung auch so?

Kann mir jemand weiterhelfen, sodass ich die Lösung auch noch an der Prüfung und vor allem auch im Cockpit, wo man bekanntlich nur noch halb so Schlau ist, weiss!!

 

Gerne erwarte ich eure Eselsbrücken ? besten Dank.

 

Gruss und Kompass heil?

Bruno

 

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MarkusP210

Hallo Bruno

 

Tja, diese schrecklichen Kompassfragen.

 

Das Voraus- bzw. Nacheilen der Kompassnadel ist meines Wissens von der Kurventichtung, nicht vom geflogenen Kurs abhängig.

 

Aus meiner Erfahrung aus der Praxis (IFR-Schulung und viele Flüge) weiss ich, dass diese Sache aber sehr theoretisch ist und Du im Cockpit damit nicht konfrontiert wirst. Will heissen, diese Abweichungen sind so klein, dass sie in Deiner Ungenauigkeit (nicht böse sein, aber sei froh wenn Du in plus minus 5° liegst) untergehen.

 

Gruss

 

Markus

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oldchris

Hallo Bruno

 

Wenn Du genau weisst, wieso es beim Beschleunigen/Abbremsen einen Kompassfehler gibt, kannst Du auch herausfinden, wieso der Kompassdrehfehler entsteht.

Die Kraftlinien des erdmagnetischen Kraftfeldes verlaufen nur in der Gegend des magnetischen Aequators parallel zur Erdoberfläche. In unseren Breitengraden

beträgt die Inklination (Neigung der Kraftlinien) bereits etwa 60 Grad. Eine auf einer Nadel gelagerte Kompassnadel möchte sich dieser Neigung anpassen und würde deshalb nicht richtig anzeigen. Um die Inklination auszugleichen ist nun die Kompassnadel bzw Kompassrose und Steuermagnete so auf einer Nadel gelagert, dass das Gewicht tiefer als die Nadel liegt ( Pendel ). Dabei ist das Ganze so konstruiert, dass der CG (Center of Gravity) nicht genau unter der Spitze der Nadel liegt, sondern in Richtung des weiter entfernten Pols (bei uns Südpol). Damit wird die Neigung der Kraftlinien ausgeglichen und für den unbeschleunigten Flug die besten Voraussetzungen geschaffen. Bei jeder Beschleunigung (Geschwindigkeit oder Richtung) wirkt sich der nicht in der Mitte liegende CG nun folgendermassen aus : Kompass und Nadel auf welchem der Magnet gelagert sind machen die Bewegung des Flugzeuges sofort mit aber der auf der Nadel gelagerte Kompassmagnet hinkt wegen seiner Trägheit hintennach. Weil der CG nicht im Zentrum ist (sondern bei uns südlich davon), löst diese Trägheit eine momentan falsche

Anzeige aus. Der Beschleunigungsfehler ist am grössten bei West oder Ostheading, weil der Wirkungsarm des CG am grössten sind.

Richtung Nord oder Süd deshalb keine Fehler. Generell : Beschleunigen Richtung West oder Ost zeigt der Magnetkompass eine vermeintliche Kurve Richtung Nord, beim Abbremsen Richtung Süd.

Der Kompassdrehfehler beim Fliegen einer Kurve hat dieselbe Ursache : CG des Magneten nicht mitten unter der Aufhängung. Die Zentripetalkraft beim Fliegen von Kurven wirkt auf den Magneten.

Generell : Bei Kurven durch Nord früher aufrichten (undershoot the heading), bei Kurven durch Süd später aufrichten (overshoot the heading).

 

Nicht einfach zu erklären, ich habe in meinen englischen Büchern gute Darstellungen, welche es einfacher machen, die Kompassfehler zu verstehen. Da wir nicht allzuweit voneinander wohnen, zeige ich Dir dies gerne bei einem Glas wasauchimmer, wenn Du willst.

e-mail an Christian (vom 12.-25.September einmotorig von einer griechischen Insel zur anderen, solange er läuft und läuft und läuft und.................

 

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teedoubleyou

Hallo Bruno

 

Ich habe damit auch meine Mühe. Eine Eselsbrücke wäre sicher hilfreich. Allerdings habe ich in ich mich in der Praxis noch nie damit auseinander gesetzt. rolleyes.gif

 

Gruss

Tom

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Ecureuil350

Salü Chris

 

Besten Dank für die ausführliche Erläuterung. Gerne melde ich mich mal bei dir; jedoch erst nach deinem 'AusFlug'. Ich wünsche dir jetzt schon viele schöne VFR Tage und only many happy landings.

 

@ Thom: es gibt eine Eselsbrücke:

UNOS = undershoot north overshoot south

ANDS = accelerate north decelerate south

 

Wenn man mit dem Robinson fliegt, muss man sich zwangsläufig auch mit der Praxis auseinandersetzen. Man kommt leider nicht drum herum mad.gif Der R22 hat eben keinen Kreiselkompass(zu teuer) Da ist es von Vorteil, wenn der Pilot den Kompassdrehfehler versteht und auch beachtet - nur so gibt es einen sauberen 360er. Probier es doch mal in deinem Archer aus und flieg nur nach dem Schnapskompass - es ist gar nicht so einfach. (Achtung: trink bitte den Kompass nicht aus; er könnte auch mit klarem Kerosin gefüllt sein!!)

 

Viele Grüsse

Bruno der nur mit Schnaps im Magen den Kompass richtig ablesen kann...

 

[Dieser Beitrag wurde von Bruno Schuler am 09. September 2002 editiert.]

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teedoubleyou

Hallo Bruno

 

Ich war neulich mit der Grob unterwegs und der Kreiskompass (unter anderem wink.gif ) war kaputt. Bin also auch gezwungen gewesen nach dem Schnapskompass zu fliegen. Das Ding schaukelt schon im Geradeausflug herum, so dass ich mich wunderde dass man damit auch Kurven sollte fliegen können. Es ging aber keine Welt unter, wenn ich halt ein bisschen korriegieren musste.

 

Danke für die Eselsbrücke. Mal schaun ob ich sie im Kopf behalten kann.

 

Gruss

Tom

 

[Dieser Beitrag wurde von teedoubleyou am 10. September 2002 editiert.]

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Hans Tobolla

Hallo miteinander,

 

ich bewundere die Leute, die das mit dem Kompassdrehfehler begreifen, behalten und auch noch erklären können! Ich kann das alles nicht, und zur Vorbereitung für die Prüfung zum PPL habe ich damals mit meinem jugendlichen Mut zur Lücke diese schwierige Sache einfach nicht gelernt. Ja, und wie das so ist, haben mich die strengen Herren Prüfer dann genau danach gefragt. Da half nur noch die Flucht nach vorne.

 

Das habe ich nicht gelernt, weil man es zum Fliegen nicht braucht, war meine Antwort.

Die Herren schauten darauf ziemlich erstaunt und zugleich fragend.

 

Wenn ich z.B. den Kurs um 90° nach rechts ändern will, dann schaue ich nach rechts raus, sehe vielleicht einen Bauernhof und fliege genau darauf zu. Dabei beobachte ich den Luftraum und nicht den Kompass (Luftraumbeobachtung, das hören und sehen Fluglehrer und Prüfer stets gerne). Nach einem Moment Geradeausflug mache noch eine kleine Kurskorrektur, falls nötig.

 

Die Prüfer haben gegrinst und die nächste Frage gestellt.

 

 

@oldchris

Ich war ab 20 August für 3 Wochen auf Naxos zum Windsurfen. Genau über uns drehten die Flugzeuge stets mit einer leichten Linkskurve zum Endteil ein. Einmots waren auch darunter.

 

Ob die Leute in den Einmots wohl eine Schwimmweste angelegt und Signalmittel dabei haben? Ob die Piloten in der Nähe des Abflugortes erst mal ordentlich Höhe holen, bevor sie auf die See hinausfliegen? Ob die Jungs in kurzen Abständen die Position aufschreiben? Ob sie lieber am Boden bleiben, wenn der Meltemi mit 8 Bft bläst und die See aufgewühlt ist?

Das waren nur einige Gedanken, während ich als Seefahrer zum Luftfahrer hinaufschaute und dachte, das wäre auch nicht schlecht.

 

Vielleicht bist Du ja auch auf Naxos gewesen und hast Zeit gefunden, mal ins Inselinnere zu fahren. Es lohnt sich.

 

Viele Grüße!

 

Hans

 

 

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oldchris

Hallo Hans

Ja ich war auch dabei. An diesem Tag sind wir nur von Santorin nach Naxos geflogen. Eigentlich war der Flug am Morgen geplant, aber da die griechische Armee mit zwei Helikoptern die Piste bis am Nachmittag blockierten, wurde es etwas später und der Aufenthalt auf Naxos umso kürzer. Die Dünenstrände im Süden der Insel sehen sehr schön aus. Ich flog die zweite anfliegende Maschine, da uns die Piper Malibu Mirage unterwegs natürlich überholte. Vor allem auf den längeren Strecken über Wasser und mit Höhenbeschränkungen trugen wir natürlich Schwimmwesten, da aus 1500 Fuss nur etwa drei Minuten verbleiben bis man nass wird und in dieser Zeit noch einiges zu tun wäre bei einem Motorausfall. Sicher wäre in diesem Fall auch ein Tiefdecker mit Einziehfahrwerk bedeutend geeigneter als die Cessna. Es waren zwölf Flugzeuge, darunter eine Pilatus PC 12 und eine C 421 Golden Eagle. Da wir am nächsten Morgen schon nach Rhodos weiterflogen blieb leider wenig Zeit um die Insel zu erkunden. Naxos war aber zusammen mit Santorin und Mylkonos sehr schön.

Die eindrücklichsten Windsurfer sahen wir auf dem Rückflug östlich von Marseille bei einem Wind (Mistral) von 30-45 Knoten.

Gruss Christian

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Hans Tobolla

1500 ft nur? Das ist aber schon sehr knapp, Christian.

 

Da muss man ja vor dem Start ein sehr gutes Briefing machen, für alle Fälle.

Auf so einer langen Seestrecke nach Rhodos hat man Euch doch hoffentlich etwas mehr genehmigt? Ich denke, es kann bei so geringen Höhen Probleme geben, im Notfall schnell genug einen einen sicheren Funkkontakt herzustellen. Und ein VOR kann man ja auch nicht immer stets stabil empfangen, vermute ich. Ohne GPS hat man dann Probleme mit einer genauen Positionsbestimmung.

 

Die Strände mit den Dünen auf Naxos sehen nicht nur prima aus, sie sind es auch. Der grobkörnige gelbliche Sand verschmutzt die Bekleidung nicht und ist sehr angenehm.

 

Viele Grüße!

 

Hans

 

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Guest Hans Fuchs

Cris

 

Mach doch ein neues Thema auf und berichte ein wenig von der Reise. Insbesondere interessiert, wo abgezockt wurde, wo es wider Erwarten keinen Treibstoff gab, wie kompliziert oder doch nicht? die Griechischen Controller mit den VFR Fliegern getan haben, wie stark der Wind war und vieles mehr, was Du nicht erwartet hättest.

 

Hans

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