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Erst Studium oder gleich Pilot?


LH453

Empfohlene Beiträge

Hallo,

 

ich stehe gerade vor einem Konflikt.

Mein Traum war es schon immer Pilot zu werden und ich war mir immer sicher mich gleich nach dem Abitur bei der Lufthansa zu bewerben.

 

Jetzt steht das Abitur im Juli 2011 an und mir ist in den Sinn gekommen, dass ich dann vlt. noch etwas zu jung bin, denn ich werde in Mai erst 18.

 

desshalb plane ich nun erst Luft- un Raumfahrttechnik zu studieren und mich dann nach dem Bachelor bei der Lufthansa zu bewerben.

Würde ich keinen Ausbildungsplatz bekommen, könnte ich dann weiter bis zum Master studieren und wenigstens einen Job ergreifen, welche mit der Luftfahrt zu tun hat.

 

Nachdem ich jetzt aber herausgefunden habe, dass ich für das Studium ein Vorpraktikum brauche und dieses sofort nach der Schule anfangen müsste um zum Wintersemester studieren zu können und die suche nach einem Praktikumsplatz bis datto erfolglos blieb, überlege ich wieder mich gleich nach der Schule bei der Lufthansa zu bewerben und es im Falle einer Absage erst später mit einem Studium zu probieren.

 

Lange Rede, kurzer Sinn: Was haltet ihr davon? Soll (und kann) ich mich gleich nach dem Abitur bewerben, oder erst klassisch studieren?

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Alexander Pichler

Hi,

 

ich sehe, dass du 17 bist und gehe davon aus, dass du dann im Juli 2011 18 sein wirst. Somit bist du schon einmal nicht zu jung. Ob studieren oder nicht, das hängt mit deiner persönlichen Einstellung zusammen, viele Sagen es ist quatsch, werde doch Pilot studieren kannst du später immer noch, andere sagen studier doch lieber zunächst einmal und überleg dir das noch mit dem Fliegen.

 

Es gibt viele junge Piloten die bei Unternehmen oder sogar Airlines fliegen die nebenbei studieren, ich habe z.B 2 Kollegen die machen das einfach zusätzlich, weil sie halt genug Freizeit haben.

 

Man könnte jetzt studenlang darüber diskutieren. Ich an deiner Stelle, und davon gehe ich einmal aus, du willst ins Cockpit, bewirb dich bei allen möglichen Airlines die eine Ausbildung anbieten, im Falle, dass dich keine nehmen sollte kannst du immernoch studieren!

 

Abhängig von der finanziellen Situation kann man ja sonst auch die Ausbildung privat über eine gute Flugschule machen, die meisten finanzieren sich das über einen Kredit.

 

Für mich persönlich gibt es im Moment nur das Fliegen, an studieren denk ich gar nicht im Moment, das kann ich in 4 oder 5 Jahren auch noch machen wenn es mich interessiert!

 

In diesem Sinne,

 

Alex

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Für mich persönlich gibt es im Moment nur das Fliegen, an studieren denk ich gar nicht im Moment, das kann ich in 4 oder 5 Jahren auch noch machen wenn es mich interessiert!

Wobei das doch mit dem Studium genau dasselbe wäre, oder? Jetzt studieren, und in 4-5 Jahren nochmal ans Fliegen denken.

 

Realistischerweise - wenn es nur um "Sicherheit" geht - solltest du zuerst studieren. Der Grund? Stellen wir uns dich mal in 5 Jahren vor... Entweder also angestellt bei einer Airline, oder frisch fertig mit dem Studium. Nun bekommst du plötzlich Probleme mit den Augen und deine Sehleistung ist nicht mehr ausreichend.

 

Wer findet nun wohl schneller eine neue Stelle ausserhalb des Cockpits? Auch wenn das Fliegerherz laut in der Brust schlägt... ist ein Studium wohl nie falsch.

 

Roger

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Dem würde ich mich unbedingt anschliessen. Ich kennen einen Swiss Flugkapitän. Er hat zuerst an der ETH (eidg. technische Hochschule) ein Diplom in Physik erworben. Nun sucht er sich ein anderes Standbein ausserhalb der Fliegerei. Da hilft ihm sein Hochschuldiplom ungemein. Niemand weiss, wie es nach 20 Jahren aussieht. Da ist eine qualifizierte Grundausbildung äusserst wichtig.

 

Gruss

Ernst Dietikon

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Die Frage hier nur eine..Willst du wirklich studieren, wenn ja, warum ?

 

Mit dem Alter kommen andere Verpflichtungen und die Zeit, die vorhanden ist, wird meistens immer knapp. Sprich, wenn du jetzt studierst, hast du dies schon mal für deinen Lebenslauf gebucht. Wenn du in Teilzeit den Beruf Pilot ausüben willst, dann ist es besser, wenn du jetzt studierst, da du doch das Wissen von deinem Studium irgendeinmal ausüben willst.

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Was ein Studium bringen kann ist auch Lebenserfahrung. Viele die sich gleich nach dem Abi bewerben scheitern weil ihnen einfach die Reife fehlt.

 

Zum Studium vorm Fliegen als solches gehen die Meinungen auseinander, ich bin der Ansicht dass es nicht viel bringt. Wenn der Markt grad gut ist, dann würd ich die Ausbildung auf jedenfall anfangen - und bei LH hast du ja sowieso recht geringe Risiken.

Sollte wirklich was passieren, dass du Fluguntauglich oder was auch immer wirst kannst du danach immer noch ein Studium machen. Denn ein Studium was du vor 20 Jahren irgendwann mal gemacht hast interessiert dann eh keinen mehr.

 

So hab ichs jedenfalls gemacht, und ich bin zufrieden damit.

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Vielen Dank für die Antworten.

 

Ich glaube ich werde es nach dem Abitur etwas langsamer angehen lassen und mich dann auf die Ausbildung bei der Lufthansa konzentrieren.

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Hey Daniel...

 

 

Ich stimme Lukas voll und ganz zu. Ich hab damals eine Lehre machen müssen, um mein Abitur, bzw. das Matura nachzuholen. Wenn ich mich heute (nach nur sieben Jahren) irgendwo in meinem Lehrberuf bewerben würde, würde mich der Chef nur dumm anschauen. Erstmal ist es zu lange her, so dass ich ohnehin kaum noch was weiß und zweitens ist man leider überqualifiziert. Allein die Gehaltsunterschiede im Verhältnis zu Arbeitszeit sind schon enorm unterschiedlich. Ich würde als Chef auch nicht so jemanden in meiner Firma haben wollen...

 

Ich finde immer witzig, dass ein Studium als Garant für einen Job gesehen wird. :) Es gibt genug arbeitslose Studenten die sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten. Wobei ich nicht sagen will, dass ein Studium schlecht ist! Weiterbildung bringt immer etwas.

 

Jobgarantie hast du auch mittlerweile nirgendwo mehr und unsere Generation kann sich darauf einstellen, dass der Großteil mehrere Arbeitgeber im Leben haben wird. Im Gegensatz zu früher, wo man (wie mein alter Herr) 40 Jahre in einer Firma gebuckelt hat.

 

Auch das Argument mit Lizenzverlust steht ein wenig auf wackeligen Füßen. Die fliegerärztlichen Anforderungen sind heute zwar immernoch hoch, aber lange nicht mehr so hoch wie sie einmal waren. Wenn ich da an so manche Untersuchung denke, steigt dann doch schon ein wenig die Schamesröte in mir auf (Sehtest mit iPhone z.B. ;) )

 

Mal so eine Frage zwischendurch: Hast du eigentlich schon einmal selbst ein Flugzeug gelenkt?

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Moin,

 

ich stehe im Moment auch vor dem selben Problem..Bei mir wäre allerdings klar, wenn ich zur LH könnte, würde ich mich da bewerben, bevor ich studiere. Kann ich aber leider nicht, weil ich trotz Medical 1 über den LH Limiten bin (was mich wirklich ziemlich belastet, weil ich ja nix für meine Sehschwäche kann und noch nicht mal die Chance kriege, mich bei der LH zu bewerben).

 

Der Grund für eine schnelle Ausbildung ist: du willst ja so schnell wie's geht ins Cockpit. Die LH will ihre Azubis auch so schnell da rein haben: nur so verdient sie Geld. Je länger Piloten fliegen können (also je früher sie sich bewerben und ausgebildet werden), desto länger bringen sie Gewinne. Ein Studium würde dich dann allenfalls noch für weiterführende Aufgaben qualifizieren (natürlich auch nicht zu verachten).

Also ein Studium würde ich machen, wenn ich eine Ausbildung selbst finanzieren müsste (was wohl auf mich zukommt), um ein sicheres Standbein zu haben, falls dich dann wirklich keine Airline nehmen will und man somit auf den Schulden sitzen bleiben würde...

 

Ciao ;)

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Denn ein Studium was du vor 20 Jahren irgendwann mal gemacht hast interessiert dann eh keinen mehr.

 

Ich erlaube mir das etwas anders zu sehen. Eine fundierte mathematische oder naturwissenschaftliche Grundausbildung bleibt lebenslang erhalten oder kann rasch wieder aufgefrischt werden. Das nützt auch noch nach 20 Jahren etwas.

 

Gruss

Ernst Dietikon

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Sali LH453

 

Ohne alle Beiträge ganz durchgelesen zu haben, wollte ich hier auch noch kurz meinen Senf hinzugeben ;)

 

Wir sind derzeit scheinbar in einer ähnlichen Situation: nach dem Abschluss im Gymnasium wollte ich auch immer direkt zur SWISS, Lufthansa, etc. wechseln und mit der Pilotenausbildung (oder zumindest mit der Selektion) zu beginnen. Nun, wo stehe ich heute - ca. 1.5 Jahre nach meinem Gymnasiumabschluss? Drücke derzeit die holzigen Stühle der Universität Zürich und studiere Geografie. Warum? Ganz einfach: ich fand es für mich persönlich auch noch etwas "zu früh", um mit der Selektion zu beginnen. Ich bin derzeit (noch) 19 Jahre jung. So wie du wollte ich also mit der Selektion auch noch ein wenig zuwarten. Die Meinungen diesbezüglich driften etwas auseinander. Manche sind der Meinung, dass das eine gute Entscheidung ist. Denn klappt das mit der Selektion nicht, so hat man zumindest eine Alternative bereit. So wie die Piloten immer auch einen Alternate-Airport kennen, studiere ich nun etwas, das mir einerseits Spass bereitet, und andererseits als "Zweitausbildung" zählt - wie oben beschrieben ist das auch ein guter Weg um eine gewisse "Reife" zu erlangen, oder eben: Lebenserfahrung :005:.

Andere sind jedoch der Meinung, dass man doch eher seine Ziele verfolgen sollte. Wer weiss, wie lange man noch fliegen kann. Wer weiss, wann die Nachfrage nach Piloten wieder steigen/sinken wird.

Letztendlich weisst aber nur du, welcher Weg der Richtige für dich ist. Ich überlege mir derzeit auch, ob ich möglicherweise die Selektion schon kommenden Sommer antreten sollte, denn die Ausbildung kann man meines Wissens auch noch 2 Jahre nach bestandener Selektion absolvieren. So könnte ich (zumindest) das Bachlor-Studium abschliessen.

Das Studienangebot ist riesig, so muss es z.B. nicht zwingend ein Studium sein, für das man ein Praktikum braucht. Ziehe mehrere Möglichkeiten in Betracht und entscheide dich für das, was du für richtig hälst ;).

 

Noch kurz zu mir: ich habe das Gymnasium 2009 abgeschlossen, anschliessend in meinem Zwischenjahr ein wenig Berufserfahrung gesammelt und meinen Militärdienst gemacht. Seit Sommer 2010 studiere ich jetzt also. Nächsten Sommer werde ich den Sphair-Kurs besuchen (dauert 2 Wochen) und irgendwann wäre es noch schön, einen Sprachaufenthalt einzulegen, um die Englische Sprache noch mehr zu vertiefen.

 

Wünsche dir auf jeden Fall weiterhin noch viel Erfolg im Gymnasium =)

 

Lieber Gruss,

Tobias

 

EDIT:

Gerade bezüglich "ein-Studium-nützt-in-20-Jahren-nichts-mehr": Geographie gehört zu den Naturwissenschaften und ist an der Universität der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät zugeteilt. So wie 1+1=2 ist wird dies auch noch in 20 Jahren so sein. Was ich damit sagen will: die Mathematik und die Naturwissenschaften bleiben - im Vergleich zu einigen anderen Richtungen - sehr beständig. Zudem Vermittelt die Geographie Allgemeinkenntnisse in Meteorologie, Kartographie, etc. - gerade das Wetter sowie diverse Karten (und wie man sie interpretiert) spielen in der Fliegerei eine sehr bedeutende Rolle. In der Geographie geht es also nicht unbedingt um "Länder und ihre Hauptstädte", wie man oftmals denkt ;).

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bezüglich "ein-Studium-nützt-in-20-Jahren-nichts-mehr":

 

So fatalistisch hat das wohl auch niemand gemeint.

 

Man sollte aber im Hinterkopf behalten, daß in Personalabteilungen von Firmen wie in der Forschung von akademischen Fakultäten gleichermassen geschätzt wird, wenn man sein Ding durchzieht. Liegen viele Jahre zwischen Abschluß und Einstieg, dann ist man definitiv nicht mehr firm - insbesondere dann, falls man nach dem Abschluss keine Praxis erlangen konnte, sondern gleich "abgebogen" ist.

Gewisse Studien, wie eben Naturwissenschaften, nutzten gewiß ein Leben lang, aber in diesen Bereichen (Mathe, Physik, etc.) bekommt man auch bei großem Engagement nachher nicht so leicht einen Job. Wird das Ganze kombiniert (Informatik, Mechatronik, Bauwesen, etc.) gibt es wieder eine Aktualitäts-Komponente, welche über mehrere Jahre Nicht-tun gegen Null geht, weil neue Verfahren und Technologien - oder in der Forschung gar neue Paradigmen auftauchen, und das Alte Wissen in die Archive der Bibliotheken verbannen.

 

Ich spreche selbst aus Erfahrung, da ich nicht mehr im Bereich meines Studienfaches tätig bin und ein erneuter Wiedereinstieg aus jetziger Sicht furchtbar mühsam wäre - dabei bin ich erst vor ca. 4 Jahren ausgestiegen. Einen Job in einer größeren Firma würde ich in meinem alten Fachgebiet derzeit nicht bekommen. Aber es war Absicht, denn ich habe die Sache auch deswegen hinter mir gelassen, um "meinen" Weg zu gehen. Ist anfangs steinig, aber man weiß, wozu man es macht!

 

Betrifft Piloten-Karriere: Ein Bekannter von mir wurde mit frozen ATPL in jungen Jahren von einer Airline abgelehnt, weil er beim Psychologen gewissermassen wegen Unreife durchgerasselt ist. Heute fliegt er hauptberuflich, nachdem er paar Jahre verstreichen hat lassen.

Somit verstehe ich den Ansatz, vor der quasi einzigen Chance (DLR/BU) etwas Reife sammeln zu wollen, obgleich bei LH oft genug "Milchgesichter" mit der ab initio Ausbildung anfangen. Schätze mal, daß die Tests schon so ausgelegt sind, daß man das Potential bereits in jüngeren Jahren ausloten kann. Wichtig ist aber, daß man sich als Bewerber selber wohl in seiner Haut fühlt, und wenn das erst mit 22 ist, dann ist das m.E. vollkommen ok.

 

Fazit: Studuim vorher unter gewissen Voraussetzungen sinnvoll, aber gewiß kein Garant, um z.B. im Falle von "unfit to fly" nach 10 Jahren knüppeln locker lässig in einen Boden-Job zu gleiten, wo man mit dem Studium aus dem "Jahre Schnee" noch groß punkten kann.

 

Wer weiß, was er will, sollte nicht zu lange herumtrödeln, denn ehe man es sich versieht, ist man Ehemann mit Familie oder die Eltern haben einem erfolgreich einen Weg der "alten Schule" eingeredet: "Ach Jung, wat mußt Du immer von die Wolken träumen - guck mal dein Vadder,...der war 40 Jahre beim Finanzamt,... DAS ist ein sichrer Posten und blablabla..." ;)

 

Gruß

Johannes

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Hier ein Beispiel was ein Studium noch wert ist:

 

Ein Mathematiker (er wurde dort schliesslich nach einer gewissen Zeit mein Nachfolger) hat nach 14 Jahren Lehrer an einem Gymnasium zu einer Lebensversicherungsgesellschaft in die mathematische Abteilung gewechselt. Ich denke, auch nach 14 Jahren Pilot hätte er noch die Kurve gekriegt. Verischerungsmathematik hat er während dem Studium so wenig belegt wie die Meisten der Versicherungsmathematiker. Diese Spezialkenntnisse muss man sich oft ohnehin nach dem Studium aneignen. Ich als Physiker ohnehin. In den Versicherungsgesellschaften (wenigsten in denjenigen welche ich kenne) sind denn auch Physiker den Mathematikern gleichgestellt.

 

Gruss

Ernst Dietikon

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An dieser Stelle ein kleiner Input:

 

Hast du dir das mit dem ILST mal überlegt? Das wäre Studium und Pilotenausbildung in einem:

 

http://www.lufthansa-pilot.de/ausbildung/studium/studium.php

 

Ist alles wirklich eine sehr persönliche Entscheidung und die LH nimmt sowohl Akademiker als auch frisch gebackene Abiturienten. Ich glaube ein Studium kann nicht schaden, und besonders Luft- und Raumfahrttechnik wird denen bei der Auswahlkommission bei der FQ sehr gefallen.

 

Allerdings sehe ich da noch einen psychologischen Effekt: studierst du Luft- u. Raumfahrttechnik, wird deine Motivation vielleicht darunter leiden, dass du in Gedanken schon bei deinem Traumberuf/ausbildung bist, aber dich noch durchs Studium kämpfen musst. Das Studium kann von Zeit zu Zeit sehr theorielastig und zäh werden und vielleicht zwängt sich dann hier und dort der Gedanke auf "Hätte ichs doch schon probiert...". Wenn du glaubst, du kannst dich voll auf das Studium konzerntrieren, ist das natürlich kein Problem, ich schreibe nur, wie es mir vielleicht dabei ergehen würde. Ich bin jemand, der gerne weiß, wohin er rudert. Ein Bachelor ohne zu wissen, ob danach das Cockpit oder der Master kommt, würde mir ein wenig Kopfschmerzen bereiten, zumal vermutlich nicht alles, was im Luft- und Raumfahrttechnik Studium vermittelt wird, nachher im Cockpit von Nutzen ist.

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Man muss aber noch anfügen, das ein reines Mathematik- oder Physikstudium schon eine sehr spezielle Sache ist und man der Typ dazu sein muß, weil man in eine andere Welt eintaucht. Mal eben so als Lückefüller vor dem Piloten...ich weiß nicht. Lieber was technisches mit Maschinenbau, Elektrotechnik oder gleich eben was Luftfahrtbezogenes.

 

Ich getraue mich auch auf Basis persönlicher Erfahrungen mit Profi-Naturwissenschaftlern (jene, die das aus totaler Überzeugung studiert haben und machen) zu behaupten, daß ein großer Teil der Mathe- und Physik-Geeks von den Persönlichkeitsmerkmalen her nicht den Anforderungen der Firmenqualifikation bei Hansens, Swiss oder AUA entspricht.

 

Gruß

Johannes

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  • 4 Wochen später...

Hallo Zusammen

Ich stehe gerade vor dem gleichen Problem, und es macht mich schon richtig fertig!!!:mad::o

Es ist eine wirklich sehr schwierige Entscheidung...Ich überlege mir ob ich ein Aviatik-Studium an der ZHAW machen soll, oder ob ich mich direkt bei der Swiss bewerben sollte. Zur Zeit muss ich auch noch mein Militärdienst leisten :002: aber im April bin ich dann fertig. Und bei Swiss könnte ich mich frühstens im Juli bewerben, weil ich bis dann noch nicht 20 Jahre alt bin...Zu der Sache mit der Reife. Sollten wir Maturanden ja schon haben:005:, und ich würde sagen, dass man mit SPHAIR auch einen Schritt weiter kommt. Es gibt sicher keine Patentlösung...Mach einfach das wozu du am meisten Lust hast, und das ist sicher so schnell wie möglich im Cockpit zu sitzen:007: :)

@Tobias

Wie ist das Geographiestudium so? Ich interessiere mich sehr für Geographie und würde es auch noch als Alternative sehen...Welche Nebenfächer hast du belegt?

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Hey Leute,

 

Auch ich stand bzw. stehe vor dem gleichen Problem: Studieren in einer ~100km weit entfernten Stadt oder eventuell eine Pilotenausbildung beginnen?

 

Entschieden habe ich mich für die Pilotenausbildung und habe am 24. Februar die BU bei der LH in Hamburg. Sollte ich alles bestehen (BU,FQ,MEDICAL), so besuche ich anschließend den ILST und werde, so Gott will, anschließend Pilot.

 

Wenn nicht, so nehme ich mit meinem besten Freund zusammen eine Wohnung, studiere und mach' irgendwann mal den PPL. ;)

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Zu der Sache mit der Reife. Sollten wir Maturanden ja schon haben

 

Richtig, solltet ihr. Doch oftmals ist dies leider nicht der Fall. Euch fehlt die Erfahrung, die in der Arbeitswelt erlangt wird und einen nennenswerten Beitrag zur Reife liefert. Wieso nicht beispielsweise nach der Kantonsschule ein Praktikum bei der Bank mit zugehörigem Abschluss. Ohne viel Mehraufwand wird so ein zweites Standbein geschaffen mit ordentlichem Einkommen und guten Aussichten.

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Hallo Joel

Richtig, solltet ihr. Doch oftmals ist dies leider nicht der Fall
Ja, da kann ich dir nur zustimmen :D Aber ich weiss gar nicht so recht ob man diese Reife schon braucht um seine Kariere als Pilot zu beginnen...Ich bin eher der Meinung, dass das mit der Zeit kommt. Bei manchen früher, bei manchen später. Wichtig ist einfach, dass man sich der Bedeutung dieses Berufes bewusst ist, und sich keine Chance entgehen lässt Pilot zu werden :)
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Ich sehe das auch ein wenig anders. Es gibt sehr viele Leute, die im Gymnasium sind und offensichtlich unreif sind, einverstanden. Jedoch setzt sich ein Pilotenaspirant um Längen mehr mit der Berufswelt auseinander, als irgend ein anderer. Dies trägt sehr stark zur Selbstdisziplin bei und man hat ein Ziel. Man weiss, wieso man hier sitzt. Ich persönlich würde mich als sehr reif für mein Alter bezeichnen. Und der Schwerpunktfach-Kollege, welcher auch mit mir Sphair gemacht hat, sehe ich genauso. Gymeler, welche Pilot werden wollen, habe ein anders Bewusstsein als Leute die sagen: Jaaaaa, vielleicht Psychologie, oder doch Medizin...?

Und wenn man noch PAM oder Bio-Chemie als Schwerpunktfach belegt, ist man sowieso dabei. Hier muss man vernetzter denken, als bei so mancher BMS und lernt sehr strukturiert arbeiten.

 

Gruss

Samuel

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Ich sehe das auch ein wenig anders. Es gibt sehr viele Leute, die im Gymnasium sind und offensichtlich unreif sind, einverstanden. Jedoch setzt sich ein Pilotenaspirant um Längen mehr mit der Berufswelt auseinander, als irgend ein anderer. Dies trägt sehr stark zur Selbstdisziplin bei und man hat ein Ziel. Man weiss, wieso man hier sitzt. Ich persönlich würde mich als sehr reif für mein Alter bezeichnen. Und der Schwerpunktfach-Kollege, welcher auch mit mir Sphair gemacht hat, sehe ich genauso. Gymeler, welche Pilot werden wollen, habe ein anders Bewusstsein als Leute die sagen: Jaaaaa, vielleicht Psychologie, oder doch Medizin...?

 

 

Ich würde dir da gerne leicht widersprechen, obwohl die ganze Materie natürlich hochgradig subjektiv ist.

 

 

Bisheriger Weg

Ich habe mich für den Weg entschieden, erst noch den Teil eines Studiums dazwischen zu schalten. Nach der Matur und einem Zwischenjahr (inkl. Sprachaufenthalt und Arbeitserfahrung sammeln) studier(t)e ich drei Jahre Jura. So mir die Prüfungsgötter gnädig sind, werde ich in einem Monat meinen Bachelor-Abschluss in der Tasche haben und mich dann auf die Aviatik stürzen.

 

Ich sah mich eigentlich Ende Gymi ähnlich wie du (und bekam das auch von Dritten ab und zu mal wieder attestiert): Relativ reif, wusste, was ich wollte, dadurch ziemlich zielstrebig, fokussiert und auch bemüht um ansprechende Noten.

Trotzdem entschied ich mich, erst mal noch an der Uni vorbeizuschauen statt gleich in die Aviatik zu stürmen. Da es mir nicht schon nach einer Woche total abgelöscht hatte, entschied ich mich, die 3 Jahre bis zum Bachelor (= erster Abschluss) durchzuziehen. Der Bachelor wird es mir ermöglichen, später irgendwo weiter zu studieren. Für den Fall einer späteren Rückkehr ins Studium erlaubt mir das, während der Zeit bis zum Master-Abschluss (1,5 Jahre) wieder "up to date" zu werden und damit für potentielle Arbeitgeber im Jura-Bereich wieder attraktiv.

 

 

Was hat's mir gebracht?

Nunja, die Meinung, ich sei nach der Matur völligig ausgereift gewesen, muss ich revidieren. Damals hatte ich vielleicht einen "Reifegrad" von 80% und sah mich bei 95%. Nun bin ich wohl etwa bei 90% und schätze mich auch realistischer ein.

Die drei Jahre des Studiums, währenddessen gemachte Job- und Reiseerfahrungen sowie ganz einfach drei weitere Jahre Lebenserfahrung können durchaus ihre Spuren hinterlassen:

  • Das Jura-Studium im Speziellen lehrte mich, wie unser Staat funktioniert, wie die Weltordnung in etwa aussieht und schärfte daneben Logik und Sprache. Zudem verhalf es zu Einblicken in die akademische Welt, ihre Arbeitsweise und die dortigen Perspektiven.
  • Das Studium allgemein lehrte mich eine völlig neue Art des Lernens: Es braucht viel mehr Disziplin und Organisation als im Gymi, da einem nicht alles häppchenweise serviert wird; vielmehr muss man sich rechtzeitig auf einen fixen Prüfungstermin durch ein unglaubliches Dickicht von Modulen, unzähligen zu kombinierenden Vorlesungen und verschiedenen Büchern kämpfen.
    Ich konnte mir nun selber "zeigen", dass ich auch so etwas erfolgreich ausüben könnte (von Fähigkeiten und Durchhaltewillen her), weiss aber gleichzeitig stärker als vorher, dass es nicht unbedingt das Ziel meiner Träume ist. Ergo: Steigerung von Selbstwert ("ich könnte es") und Motivation fürs Aviatische ("ich will dort aber nicht hin"). Und nach dem Abschluss (so ich ihn denn schaffe): Der Beweis, dass ich drei Jahre durchgehalten habe, obwohl ich vom Studium alles andere als begeistert war (vgl. unten). Daneben ein Abschluss, der auch nach aussen hin immerhin nicht schadet, und vielleicht sogar hier und dort meinen Eindruck leicht positiv beeinflusst.
  • Die drei Jahre Studium mit all den riesigen studentischen Freiheiten gaben mir Zeit, mich auch sonst weiterzuentwickeln. Auf unzähligen Reisen sah ich bspw., wie der Hase in anderen Regionen läuft. Lernte fremde Menschen und Kulturen kennen, und dadurch auch wieder mich selber, Europa und die Europäer. Diverse Gelegenheits-Jobs und die Betätigung in Vereinen etc. verliehen mir weitere Eindrücke. Dazu hatte ich Zeit, nun mit post-maturitär "ausgereiftem" Verstand die Aviatik-Branche weitere 3 Jahre zu beobachten und mich zu fragen, ob es wirklich das ist, was ich will.

 

Zusammenfassend: Ich konnte mich während diesen drei Jahren m.E. nochmals etwas weiterentwickeln und vor allem auch diversifizieren. Ich bin nun nicht mehr blosser Maturand, der zwar gut den häppchenweise verabreichten Stoff büffeln kann, aber sonst u.U. wenig. Ich fühle mich nun reifer, erfahrener, abgeklärter und insgesamt "bereiter" fürs Abenteuer Aviatik als vorher.

(Und ich benütze mehr den Lesefluss sicher massiv beeinträchtigende Abkürzungen als vor dem Jura-Studium. Sorry dafür! :005: )

 

 

 

Negatives? Oh ja, das gab es auch!

Ich war stets darauf bedacht, dass mir das Studium nie zu fest den Ärmel reinnimmt, ich plötzlich als ausgebackener Jurist dastehe und mit Schrecken feststelle, dass der aviatische Zug nun abgefahren ist. Ich versuchte also stets, eine gewisse Distanz zwischen mir und dem Studium zu schaffen. Das hat zwar ganz positive Nebeneffekte (man geht mehr relaxed an die Sache ran), brachte aber auch Negatives:

  • Arbeit: Ich bewarb mich nie für einen typischen Jus-Studenten-Job/Praktikum (Mitarbeit in Kanzlei, am Gericht, an der Uni, ...). Einerseits fürchtete ich die zu enge Beziehung, andererseits hätte mich wohl kaum jemand genommen, wenn ich ihm gesagt hätte: "Ich will jetzt bei Ihnen arbeiten. Die Materie interessiert mich aber gar nicht so wirklich, und in einem Jahr bin ich dann eh wieder weg." Würde ich das Studium nun doch weiterführen, wäre das gewiss ein Nachteil für meine dortige Bildung und meinen Lebenslauf.
  • Motivation I: Sich für etwas zu motivieren, für das man sich (extra) nie vollends begeistern wollte/konnte, ist äusserst tricky! Es hilft einzig das sehr langfristige Denken, aber das ist alles andere als einfach ("ich muss JETZT auf diese Prüfung lernen, damit ich in 3 JAHREN dann mal meinen Abschluss habe und daraufhin VIELLEICHT irgendwo in der Aviatik unterkomme").
  • Motivation II: Wieso soll ich etwas lernen, das ich später (in der Aviatik) ohnehin nicht mehr brauchen werde? Absolut prüfungsrelevantes ging ja noch, weil der Zusammenhang lernen = bestehen = Abschluss = Bahn frei für Aviatik noch nachvollziehbar ist. Aber irgendwelche öden kleinen Detailfragen? Zukünftige Juristen lernen dies, weil es später für sie u.U. matchentscheidend ist. Aber ich? Weil es zu 0,001% an der Prüfung kommen könnte?
  • (wichtig!): Ich habe das meiste Gymi-Wissen in den Bereichen Physik, Mathe, Geo, etc., das für die Piloten-Selektion wichtig ist, wieder vergessen. Dies muss ich mir alles - und diesmal ohne die Hilfe einer Lehrperson - wieder erarbeiten. Das wird nicht ganz einfach!
  • So nebenbei: Die von mir gewählte Distanz war auch nicht zuträglich dabei, im Studium viele Freundschaften zu schliessen: Für viele der Hardcore-Studenten war ich zu wenig einer der ihren, oder wollte es vielleicht auch gar nicht sein. Natürlich konnte ich mein Beziehungsnetz erweitern und fand auch die einen oder anderen Freunde; nur halt nicht so, wie es "normal" wäre.

 

 

 

 

Fazit:

Ich würde es wohl wieder so machen, da die Mehrwerte rückblickend für mich überwiegen. Allerdings kann ich noch nicht sagen, ob der Weg letztendlich zum Erfolg führen wird. Vielleicht hätte ich es auch ohne die 3 Jahre Studium ins Cockpit geschafft, vielleicht schaffe ich es trotz den 3 Jahren nicht. Aber: Ich fühle mich selbst reifer und bereiter und einfach "besser" als vorher, und das ist neben den möglichen tatsächlichen Fähigkeiten sicherlich auch psychologisch nicht zu unterschätzen.

Ein wichtiger Faktor ist aber auch die Wirtschaftslage: Als ich die Matur im Sack hatte, war die Lage nicht wirklich rosig. Da fällt es leicht (und ist vielleicht ganz sinnvoll), mal was anderes zu tun, die Sache zu beobachten und dann einzusteigen, wenn der Bedarf wirklich da ist. Ob ich als Gymi-Absolvent heute (wo zumindest die Swiss händeringend nach Piloten sucht) den Mut hätte, trotzdem 3 Jahre Studium dazwischenzuschieben und zu pokern? Ich weiss es nicht.

 

 

Grüessli & so oder so viel Erfolg!

 

Tis

 

P.S. Nur die Vielschreiberei, die bin ich noch immer nicht losgeworden...:005:

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Weil gerade im Schreibfluss...:005:

 

 

 

Abschliessende Analyse: Wo könnte ich in 5 Jahren stehen?

  • Best Case: Ich pilotiere irgendein Flugzeug auf irgendeinem Erdteil. Nun gut, ich habe vielleicht drei Jahre tolles Pilotenleben verpasst. Aber bis an mein Karriereende wird die Branche das Pensionsalter ohnehin auf 80 gesetzt haben, der Verlust wird also prima kompensiert :D
    Bin ich glücklich in meinem Job, erinnere ich mich mit einem Schmunzeln an all das gelernte, nun unnütze juristische Wissen zurück. Immerhin: Ich kann nun informierter meine Stimm- und Wahlrechte wahrnehmen, besitze tolle Argumente für politische Diskussionen während langer Nachtflüge und kann meine Cockpit-Kollegen mit diversen skurrilen Gesetzesbestimmungen langweilen.
    Gefällt mir der Job oder die Konditionen ganz und gar nicht, kann ich ohne gröbere Probleme abspringen, mich wieder in den universitären Alltag eingliedern, und einen Job als Jurist ergattern. Je nach Belieben kann ich einige Ratings noch aktiv lassen und die Fliegerei privat geniessen...
     
  • Second worst case: Ich rassle durch sämtliche Pilotenselektionen durch. Ich bin zwar enttäuscht, habe aber die ziemliche Gewissheit, dass ich mich zum besten Zeitpunkt beworben hatte und scheinbar nicht einmal so zum Piloten tauge (keine nagenden Zweifel à la "hätte ich doch erst noch studiert, statt mich mit 19 zu bewerben"). Ich schaffe es irgendwie, mich für die Juristerei zu begeistern und führe mein Studium fort. Ich habe 1/2 bis 1 Jahr Studienzeit verloren - so what.
     
  • Ultra worst case: Ich schaffe es nicht ins Cockpit, will aber keinesfalls irgendwas juristisches machen. Ich habe nun 3-4 Jahre verloren, ohne dass es mir irgendetwas gebracht hätte (ausser das mit den Stimm- und Wahlrechten ;)). Etwas blöd, sicher, aber auch andere Leute beginnen erst mit 24 ihr definitives Studium...

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Guten Morgen Tis

 

(Sonntag morgen um 05:00 Uhr? :006: :005: )

 

Dass diese Thematik eine subjektive und aufgrund dessen eine viel diskutierte ist, das stimmt ohne Zweifel.

 

Jedoch hast du, so hat sich mir in den letzten Jahren aufgrund deiner unzähligen Reisen der Eindruck aufgezwängt, den nötigen finanziellen Spielraum um dir überhaupt solch eine Frage stellen zu können.

 

Mich hat sehr überrascht, dass bei vielen Kollegen das Ansehen eines Studenten sehr gesunken ist - leider.

Natürlich darf man nicht alle über einen Kamm scheren, gewiss nicht. Aber ich habe mich darüber mit einem Kollegen unterhalten und wir kamen zu dem Schluss, dass ein Gros der Absolventen unmotiviert und aufgrund vermeintlicher Lebenserfahrung eine falsche Einstellung zur Arbeitswelt hat.

Was man ihnen ja auch nicht verübeln kann. Schließlich haben Studenten nach der Schulzeit weiterhin in einem mehr oder weniger geschützten Kokon des Studiums gelebt und waren somit abgeschottet von äußeren Einflüssen.

 

Was mich interessieren würde ist folgendes: Siehst du nun deine einzige Chance um ins Cockpit zu kommen bei den großen Airlines mit finanzierten Ausbildungen oder wärst du an dieser Stelle bereit ein größeres Risiko einzugehen und es selbst zu finanzieren?

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In meinen Augen ist es zunächst einmal relativ egal, welches Fach man studiert. Das Wichtigste, was ich aus meinen Studien mitgenommen habe ist nicht das spezifische Fachwissen, sondern die strukturierte Art der Herangehensweise an Probleme. Dieses Handwerkszeug hilft mir im tagtäglichen Geschäft mehr als irgendwelches abfragbares Faktenwissen. Ich bin kein Pilot und wollte auch nie einer werden (zumindest jenseits der PPL), habe aber auch immer den Wunsch gehabt, in der Fliegerei zu arbeiten und so sieben Jahre nach meinem Erststudium an einer staatlichen FH den Karrierewechsel vom Beamtendienst ins Airlinegeschäft gemacht. Vor kurzem habe ich noch einen Master-Abschluss neben dem Beruf draufgesattelt und grübele über eine Promotion nach, da meine akademische Neugier noch nicht befriedigt ist. Es ist also oftmals unabhängig davon, was man als Studium macht - es schärft auf jeden Fall die Sinne.

 

Was den angesprochenen "Reifegrad" anbelangt: Ich habe selbst im Laufe der Jahre zahlreiche Praktikanten und Diplomanden betreut, die in der Regel gut gearbeitet haben, wo man aber im Lauf der Zeit eine erhebliche Persönlichkeitsentwicklung feststellen konnte. Ich weiss nicht, ob ich mich als Passagier wohlfühlen würde mit einem 21-jährigen am Steuer, der ausser der Pilotenausbildung noch nichts gesehen und erlebt hat...aber das ist eine subjektive Einschätzung.

 

Gruss,

Thomas

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Hoi Simon,

 

Jedoch hast du, so hat sich mir in den letzten Jahren aufgrund deiner unzähligen Reisen der Eindruck aufgezwängt, den nötigen finanziellen Spielraum um dir überhaupt solch eine Frage stellen zu können.

 

Das ist sicherlich korrekt, allerdings beileibe kein Einzelfall. Ob jetzt, weil man Pilot werden möchte (wie auch Tobias in diesem Thread), oder weil man einfach mehrere Anläufe braucht, das für sich richtige Studium zu finden.

 

 

Was man ihnen ja auch nicht verübeln kann. Schließlich haben Studenten nach der Schulzeit weiterhin in einem mehr oder weniger geschützten Kokon des Studiums gelebt und waren somit abgeschottet von äußeren Einflüssen.

 

Natürlich hast du hier teilweise recht. Das Studium alleine fördert andere Werte als das Arbeitsleben.

Das Gros der Studenten geht aber neben dem Studium einer zumindest zeitweisen Arbeit nach, mehr oder weniger intensiv, ob jetzt in ihrem Studienbereich oder gerade nicht (Servieren im Café, Zeitungen austragen, etc.). Klar ist auch, dass man bei einem solchen temporären "Nebenbei-Arbeitsverhältnis" selten die gleich intensive Beziehung zur Arbeit aufbaut wie jemand, der seit seinem 16. Lebensjahr im Berufsleben steckt und stets um seine Position kämpfen muss, weil sein gesamtes Leben davon abhängt.

 

Ich wollte auch gar nicht ausdrücken, dass man als Student die gleiche Job-Eignung, Erfahrung oder den gleichen Typ von Reife erlangt wie ein Vollzeit-Arbeitnehmer. Mein Punkt war vielmehr, dass der Einbau eines Studiums im Vergleich zur Direktbewerbung nach der Matura/Abitur (ohne Arbeit, ohne Studium) der Charakterbildung zuträglich sein kann. Das heisst nicht, dass "normale Arbeit" das nicht mindestens ebenso gut kann. Nur steht jene für viele Maturanden und Abiturienten in dieser Form nicht zur Disposition, sondern man ist eher auf ein Studium fokussiert.

 

Fazit: Ich sage nicht, dass Studenten die besseren Bewerber sind (und schon gar nicht, dass sie besser als "arbeitserfahrene" Nicht-Studenten sind). Ich sage einzig, dass gewisse von ihnen reifer sein können, als sich direkt bewerbende Schulabgänger.

 

 

 

Was mich interessieren würde ist folgendes: Siehst du nun deine einzige Chance um ins Cockpit zu kommen bei den großen Airlines mit finanzierten Ausbildungen oder wärst du an dieser Stelle bereit ein größeres Risiko einzugehen und es selbst zu finanzieren?

 

(Auch wenn ich den Zusammenhang zu deiner obigen Feststellung betr. Studenten nicht ganz sehe):

Natürlich wäre es toll, meinen Traum vor der Haustür (Swiss) und/oder auf dem Weg des geringsten Widerstandes (Vorfinanzierung, grosse Airline, Übernahmeabsicht, etc.) verwirklichen zu können. Die Einfachheit und relative Sicherheit stellen Mehrwerte dar, auf deren Erlangung ich nun hingearbeitet habe.

Bestehe ich die Selektion(en) nicht, können diese mir immerhin Hinweise zur Selbstevaluation geben: Bin ich überall schon in der ersten Runde in hohem Bogen rausgesegelt, ist eine Nicht-Eignung wahrscheinlich. In diesem Fall wäre das zu akzeptieren und die professionelle aviatische Karriere ad acta zu legen.

 

Scheitere ich hingegen nur kurz vor dem Ziel und bin vielleicht "grundsätzlich geeignet" aber bspw. nicht firmenkonform, ziehe ich sicher auch andere Möglichkeiten in Betracht, ins Cockpit zu kommen und ziehe weitere Kreise. Ich bin mir nämlich keineswegs "zu schade", anderswo mein Glück zu versuchen. Beech-Fliegen in Neuseeland? Freight Dog in Amerika? Bedarfs- oder Geschäftsfliegerei? Sehr gerne! Siehe die Karriere unseres Jens: Äusserst eindrücklich, interessant und abwechslungsreich.

 

Bedingung: Das Risiko und die verbundenen Zukunftsaussichten müssen in einem vertretbaren Verhältnis liegen. Auch bei Meyers wachsen die Scheinchen nicht im Garten (wir haben nicht einmal wirklich einen! :rolleyes:) und "selbst ich" (contrary to - offenbar - popular belief) kann es mir nicht leisten, über 10 Jahre hinweg jedem Hoffnungsschimmer nachzuhetzen, der mich unter Umständen, vielleicht und mit viel Glück allenfalls mal in die Luft bringen könnte. Bestehen aber Möglichkeiten, meinen Traum abseits der grossen Gesellschaften mit einem annehmbaren Risiko zu verwirklichen: Ja!

 

 

 

Grüessli,

Tis

 

P.S.

(Sonntag morgen um 05:00 Uhr?)

Bereite meinen Biorhythmus auf nächtliche Langstreckenflüge vor...(Quatsch!) :005: :cool:

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