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19.06.2011 | Cri Cri MC 15| HB-YEC | Hermenches VD | Absturz


Urs Wildermuth

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Urs Wildermuth

Ein Cri Cri MC 15, nach den Beschreibungen mit grosser Wahrscheinlichkeit die HB-YEC, ist heute um 17-20 in der Region Moudon in der Gemeinde Hermenches abgestürzt. Der 42 jährige Pilot aus der Region Lausanne kam dabei ums Leben.

 

Die Maschine war um 16-30 in Yverdon gestartet.

 

http://www.24heures.ch/vaud-regions/actu/avion-tourisme-ecrase-hermenches-2011-06-19

 

(Die MC15 ist zwar eine Twin, im Bericht heisst es aber eine Single... )

 

http://www.lematin.ch/faits-divers/crash-mortel-dans-un-champ-de-colza

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  • 1 Jahr später...

Schlussbericht:

 

http://www.bfu.admin.ch/common/pdf/2149.pdf

 

"Ursachen

Der Unfall ist auf eine Kollision mit dem Boden infolge eines Kontrollverlustes, dessen Ursprung nicht bestimmt werden konnte, zurückzuführen.

Zum Unfall beigetragen hat wahrscheinlich das Benutzen eines Mobiltelefons während des Fluges."

 

Gruss,

Fabian

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Etwas kurz diese Zusammenfassung...

 

Der Pilot war neuer Eigentümer des Flugzeuges und dazu Träger eines RPPL mit SEP Eintrag. Er hatte eine Gesamterfahrung von knapp 100 Stunden, davon 2:46 auf dem neuen Flugzeugtyp.

 

Die Einweisung auf diesen Flugzeugtyp war noch nicht abgeschlossen. Die totale Flugzeit bis zum Unfall 2:46.

 

Am Unfalltag wollte der Pilot trotzdem allein einen Flug ausführen und installierte zu diesem Zweck eine Videokamera. Diese fiel jedoch in den Gepäckraum und wurde nicht mitgenommen. Der Pilot startete darauf auf dem Flugplatz Yverdon.

 

Während des Fluges wurde das Flugzeug in der Gegend von Lucens von Zeugen beobachtet, wie es einen scharfen Sinkflug bis auf ca 100m Höhe ausgeführt hat, gefolgt von einem tiefen Ueberflug und einigen Steilkurven.

 

Auf dem im Wrack entdeckten Mobiltelephon waren 10 Videosequenzen zu sehen, auf denen das Flugzeug Rollen und andere Akromaneuver durchführte. Zusätzlich schickte der Pilot eines dieser Videos als MMS an einen Freund, der in Yverdon wartete.

 

Kurz darauf wurde das Flugzeug beobachtet, wie im Ueberflug in tiefer Höhe zunächst ein und danach auch der andere Motor aussetzte, worauf das Flugzeug aus der Sicht verschwand. Danach war der Aufschlag hörbar.

 

Das SUST konnte nicht ermitteln, wieso die Motoren ausgefallen waren. Nach Zeugenaussagen war das Flugzeug fast voll betankt, was 23 Liter entspricht. Der Normalverbrauch ist ca 12 Liter pro Stunde gemäss Aussagen anderer Piloten. Der Hersteller empfiehlt, nicht mit weniger als 5 Litern an Bord zu fliegen. Der Flug dauerte 30 Minuten, zuvor hatte der Pilot einige Rollversuche unternommen.

 

Im Flughandbuch der Maschine finden sich folgende Bemerkungen auf den ersten Seiten:

 

Gewisse Charakteristika des Cri-Cri könnten Sie dazu verleiten, dieses in einer bestimmten Art zu benützen. Darunter sind:

- Seine Art als Kleinstflugzeug könnte Sie dazu verleiten, es als Spielzeug zu verwenden.

- Seine Wendigkeit und die Einfachheit des Pilotierens wird Ihnen zu schnell zu viel Vertrauen einflössen, es wird Ihnen den Eindruck vermitteln, mit diesem Flugzeug sei alles möglich und Sie seine Limiten und die Nähe des Bodens vergessen lassen.

- Die Neugier, die das Flugzeug auslösen kann wird dazu führen, dass man Sie beobachtet. Sie können dadurch in Versuchung geführt werden, Ihre Erfahrung und Ihr Können zu überschätzen.

 

DENKEN SIE AN DIE OBEN ERWAEHNTEN PHAENOMENE.

 

Wiederstehen Sie diesen Anreizen und betreiben Sie das Flugzeug mit den gleichen Regeln und Vorsicht wie jedes andere auch.

 

Ihre Freude wird dadurch nicht kleiner werden, Ihre Sicherheit aber massiv zunehmen. Anderenfalls setzen Sie dumm und schwerwiegend Ihr Leben auf's Spiel!

 

Auf dem Panel ist dazu angeschrieben: Akrobatik verboten!

 

Aus den Schlussfolgerungen:

 

- Keine technischen Mängel nachgewiesen.

- Der Pilot besass die nötige Lizenz, aber keine Kunstflugerweiterung.

- Die Einweisung war nicht abgeschlossen.

- Der Pilot hatte nur sehr geringe Erfahrung auf dem Flugzeug.

...

- Das Flugzeug war nicht für Kunstflug zugelassen.

- Zum Unfallzeitpunkt war Gewicht und Balance ausserhalb der Limiten.

- Wärend dem Unfallflug nahm der Pilot mehrere Videosequenzen auf.

 

Die Schlussfolgerung ist bereits im obigen Beitrag erwähnt.

 

(Alle Uebersetzungen sind meine, kein Anspruch auf Richtigkeit....)

 

Ich denke, die Hinweise im Handbuch sind bemerkenswert und werden wohl nicht ohne Grund in der vollen Länge zitiert. Sie fassen den Unfall wohl gesamtheitlich zusammen.

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Fast nicht zu glauben, was gewisse Leute meinen, sich zumuten zu können.

 

Ich frage mich, ob es nicht doch irgendwie möglich ist, solche Geister schon im Vorfeld aus dem Verkehr ziehen zu können.

 

Hans

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Urs,

 

Wenn ich die Zusammenfassung, insbesondere den letzten Teil durchlese weckt dies bei mir den Eindruck, dass der Absturz auf Akro-Ähnliche Flugzustände zurückzuführen ist. Vor dem Absturz haben jedoch beide Motoren ausgesetzt, Ursache konnte bekanntlicherweise nicht eindeutig geklärt werden. Dazu jedoch folgende Überlegung:

 

23.0 Liter Tankkapazität

-4.6 Liter "Tank fast voll", Annahme 80%

-2.5 Liter für ca. 15 Minuten rollen & startup

-7.5 Liter für ca. 30 Minuten fliegen (15l/h)

= ca. 8.4 Liter hypothetischer Benzinverbleib

 

Gem. Hersteller muss vermieden werden, mit weniger als 5-6 Liter zu fliegen. Sollte also der Benzinverbrauch noch höher als 15l/h gewesen sein (Belastung von 3g wurde gemessen, Umdrehungen 5740 à 6480 RPM auf Fotos abgelesen) oder der Tank noch etwas weniger gefüllt und 5-6 Liter nicht ausfliegbar sein, war es mit dem Sprit knapp. Gemäss Ohrenzeugen haben angeblich kurz nacheinander beide Motoren ausgesetzt.

 

Zum Unfall beigetragen hat wahrscheinlich das Benutzen eines Mobiltelefons während des Fluges.

 

Da der Bericht den Grund für den Motoraussetzer offen lässt erlaube ich mir die Spekulation, dass eine eventuelle Ablenkung durch das Handy nicht zu einem Kontrollverlust, sondern zu einem Verlust der Benzin-Kontrolle geführt hat.

 

Gruss Daniel

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Fast nicht zu glauben, was gewisse Leute meinen, sich zumuten zu können.

 

Ich frage mich, ob es nicht doch irgendwie möglich ist, solche Geister schon im Vorfeld aus dem Verkehr ziehen zu können.

 

Jeder Mensch hat das Recht, sich selber umzubringen!

 

Auch wenn jeder solche "Unfälle" (die """ weil beim beschriebenen Flugverlauf die Konsequenz eigentlich klar und nicht plötzlich und zufällig ist) jedesmal als "Kollateralschaden" ein schlechtes Licht auf die ganze GA werfen wäre der Kollateralschaden für unsere Gesellschaft noch viel höher, wenn wir vor dem Fliegen, Bergsteigen, Tauchen, ... jedesmal einen Psychotest ablegen müssten, ob wir dazu auch wirklich in der Lage sind.

 

Mir tun am meisten die Angehörigen leid, die jetzt schwarz auf weiss bestätigt bekommen, das Opfer war einfach selbst schuld.

 

Florian

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Ich habe gar nicht gewusst dass es so winzige Flieger überhaupt gibt. Die Videos im Internet zeigen aber, dass es offensichtlich sogar eine Elektro Variante dieses übergrossen Modellflugzeuges gibt. Wenn ich an den Aufwand denke den ich betreiben muss um nur einen neuen Transponder einbauen zu lassen dann wundert es mich doch dass solche Flieger zugelassen sind.

Gruss

Thomas

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Kein Wunder werden Akro-Begehrlichkeiten bei Cri Cri Piloten geweckt, wenn ein Cri Cri Jet (ja, auch so eine Variante gibt es) bei einer Flugshow Rollen fliegt.

 

 

Fabian

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Kein Wunder werden Akro-Begehrlichkeiten bei Cri Cri Piloten geweckt, wenn ein Cri Cri Jet (ja, auch so eine Variante gibt es) bei einer Flugshow Rollen fliegt.

Es gibt Cri-Cris, die für Kunstflug zugelassen sind, und es gibt solche, die es nicht sind. Die HB-YEC war es nicht.

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Ich bin der letzte, der Kunstflug mit nicht dafür zugelassenem Gerät und/oder ohne entsprechende Ausbildung gutheisst. Aber im vorliegenden Fall war das definitiv nicht die Unfallursache: Das Flugzeug flog nach Zeugenaussagen längere Zeit geradeaus, bevor die Motoren aussetzten. Der Pilot hat schlicht und einfach die Notlandung versemmelt.

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