ErnstZ Geschrieben 2. August 2019 Geschrieben 2. August 2019 vor einer Stunde schrieb kruser: Ganze Flughäfen werden zugemampft (ua. Basel) Genau, mit aktuell einer Destination (Dublin) und insgesamt drei (!!!) Flügen pro Woche (!!!)... vor 52 Minuten schrieb kruser: Schau ich allerdings heute so rum sehe ich mehrheitlich Paxen in dreckigen Joggingshosen resp. überquellenden Leggins und dergleichen mehr; wenn möglich noch "duftend" wie direkt vom Krafttraining, grr r. Schubsen und ellbögeln sich zu hunderten durch endlose Laufgitter Richtung Gate, Zustände wie im Viehandel! Gibt natürlich auch heute Paxen welche wohlerzogen und höflich Reisen, je länger je mehr jedoch leider Ausnahmen. Speziell und insbesondere bei diesen Allersupergeilbilligst-Airlines. Ich bin auch kein Fan von Ryanair, aber solche Aussagen sind einfach peinlich. Fliegen ist heutzutage wie Zug- und Busfahren, da kann man zum Glück einsteigen wie man will und muss nicht mit unbequemen und unnötigen Kleidern wie bspw. einem Anzug reisen... Grüsse Ernst 1 1 Zitieren
Phoenix 2.0 Geschrieben 2. August 2019 Geschrieben 2. August 2019 War von kruser wohl etwas emotionalisiert und pauschaliert gepostet, aber wenn man will, kann man erkennen, was gemeint sein könnte... Seit ich Videos von Black-Friday-Stampedes und -Schlägereien und sonstigen Massen-"Spektakeln" gesehen haben (fernab von Sportarenen, wo sowas seit jeher ausgelebt werden kann), oder auch Individuen, die sich als "hochwohlgeboren" empfanden und z.B. die Cabin Crew oder sonstige beflegelten und mit dem Jobverlust drohten, hat sich in meiner Wahrnehmung auch etwas verändert. Es geht hier nicht um einen simplen Ego-Dünkel, der einen automatisch "erhöht" und auf die "thumbe Masse" herablassend blicken lässt. Es geht um eine Art Alarmierung, wo man sich fassungslos denkt - "holy shit - wtf is wrong with those people!?" Gestern etwa war ich einkaufen und habe entsetzt beobachtet, wie eine ungepflegte Mittdreissigerin ihre kleinen Kinder lautstark vor allen beschimpft und das wohl dreijährige Mädel am Ohr gerissen hat. Da kann es dann schon passieren, dass ich zum Auto komme und meiner besseren Hälfte etwas sage, was ich hier nicht wiedergebe, was aber aus dem US-amerikanischen entnommen ist und das Wort "trash" beinhaltet... Die Koexistenz selbst unter Landsmännern und -Frauen wird zunehmend schwieriger. Autofahrer hassen Radfahrer, Arbeiter hassen Akademiker (und umgekehrt), die Linke die Rechte (und umgekehrt) - das nun läuft irgendwie anders als früher. Die Ettikette ist gefallen.... und alles stürmt in den Elektromarkt oder auf die Gangway.... "ich ich ich!!" Gruss Johannes 1 Zitieren
reverser Geschrieben 2. August 2019 Geschrieben 2. August 2019 vor 4 Stunden schrieb Phoenix 2.0: Ryanair stellt Lauda auf den Prüfstand WIEN - Ryanair fordert von der hochdefizitären Österreichtochter mehr Effizienz und - droht mit einer eigenen Basis in Wien. Ich hatte mich damals bei der Übernahme darüber gewundert, dass Ryanair mit ihren über 400 Einheits-Boeings diese 20 Lauda-Airbussen einzugliedern gedenkt: "Wo bleibt da die "fleet-commonality?", habe ich mich gefragt. Gerade für die kostendrückende und pfennigfuchsende Ryanair müsste sowas doch eigentlich tabu sein, bzw. überhaupt nicht in deren Geschäftsmodell passen. Gruß Richard 1 Zitieren
reverser Geschrieben 2. August 2019 Geschrieben 2. August 2019 vor 28 Minuten schrieb Phoenix 2.0: Die Ettikette ist gefallen.... und alles stürmt in den Elektromarkt oder auf die Gangway.... "ich ich ich!!" ...ich glaube, so was kennt der Falcon Jockey auf seiner Falcon-Gangway nicht... Gruß Richard 2 Zitieren
kruser Geschrieben 2. August 2019 Geschrieben 2. August 2019 (bearbeitet) Muss mich entschuldigen: Ryanair mit EasyJet in Basel verwechselt, in der Hitze des Gefechtes.. so sorry Gruss jens Bearbeitet 2. August 2019 von kruser Zitieren
kruser Geschrieben 2. August 2019 Geschrieben 2. August 2019 (bearbeitet) vor 30 Minuten schrieb reverser: ...ich glaube, so was kennt der Falcon Jockey auf seiner Falcon-Gangway nicht... Gruß Richard Hinter dem Rücken von Andreas tut sich keine "Gangway" auf obwohl das engl. Wort "Gang" eigentlich ja recht eindeutig ist.. jens Bearbeitet 2. August 2019 von kruser Zitieren
reverser Geschrieben 2. August 2019 Geschrieben 2. August 2019 vor 16 Minuten schrieb kruser: Hinter dem Rücken von Andreas tut sich keine "Gangway" auf obwohl das engl. Wort "Gang" eigentlich ja recht eindeutig ist.. jens Aber zumindest ein "Gang", zwischen den aisle-seats, tut sich auf.... Trotzdem stellt sich mir die Frage: Wie besteigen Passagiere einen Falconjet? Via einer Art Gangway, zur Überbrückung? Gruß Richard Zitieren
Falconer Geschrieben 1. September 2019 Geschrieben 1. September 2019 (bearbeitet) nicht unbedingt unerwartet in Fachkreisen... es mag wohl sein, dass die Interims "Expertenregierung" bei uns, die muss man sagen, Gott sei Dank Niemandem irgendwas schuldig ist, da eventuell einmal zum Frühjahrsputz, wenn auch mittlerweile der Herbst ins Land steht, aufbricht... Jahre zu spät, aber besser einmal als niemals... https://www.austrianwings.info/2019/09/sicherheitskultur-austro-control-ermittelt-gegen-laudamotion/ Bearbeitet 1. September 2019 von Falconer Zitieren
Falconer Geschrieben 19. September 2019 Geschrieben 19. September 2019 aus gegebenem Anlass ein Artikel aus Österreich…und nicht einmal reisserisch geschrieben... Wieviele solche Fälle gibt es mittlerweile in Europa? Keine Ahnung.., aber, wenn da nicht bald was passiert, auch von Behördenseite, sowohl den nationalen Behörden, als auch EASA, könnte der exzellente Safety Record den Europa (noch) hat unter Umständen bald einen "nosedive" machen.. Hoffen wir es nicht... "..Betriebsversammlungen, Drohbriefe, Kündigungen: Bei der Ryanair-Tochter Laudamotion gehen die Wogen hoch. Piloten und Flugbegleiterinnen berichten, wie der ruinöse Preiskampf allmählich auch das höchste Gut der Luftfahrt zu entwerten droht - die Sicherheit der Passagiere…" https://www.profil.at/oesterreich/preiskampf-flugsicherheit-ryanair-laudamotion-11137211 1 Zitieren
FalconJockey Geschrieben 19. September 2019 Geschrieben 19. September 2019 Nun, ausserhalb von der AUA und Austrocontrol ist Österreich in Sachen Luftfahrt schon lange ein hartes Pflaster gewesen. Keine rosigen Bedingungen. Vor zwei oder drei Jahren hat irgendein Operator von Falcon 900 Hungerlöhne geboten, für die man in dieser Branche nicht mal eine Citation Bravo bedient. Hoffentlich haben sie niemanden gefunden, der den Job tatsächlich so angenommen hat. Das Problem unserer Branche ist der mangelnde Zusammenhalt, der Individualismus, der Egoismus, die Dummheit einiger Crews, die den Firmen das "teile und herrsche" durchgehen lassen. Jo mei, seitdem jeder Depp Pilot werden darf... 3 Zitieren
Falconer Geschrieben 19. September 2019 Geschrieben 19. September 2019 1 hour ago, FalconJockey said: Nun, ausserhalb von der AUA Naja, die Austrian war diesbezüglich immer recht fromm und korrekt…bei uns... manch andere Player, naja…? Zitieren
Poensch Geschrieben 19. September 2019 Geschrieben 19. September 2019 (bearbeitet) vor 2 Stunden schrieb FalconJockey: Jo mei, seitdem jeder Depp Pilot werden darf... ...hast du gedacht, du wirst auch einer? roland Bearbeitet 19. September 2019 von Poensch 2 Zitieren
FalconJockey Geschrieben 19. September 2019 Geschrieben 19. September 2019 Hallo Roland, leider weisst Du offenbar nicht wie es hinter den Kulissen zugeht. Zitieren
Falconer Geschrieben 27. September 2019 Geschrieben 27. September 2019 Naja….schon etwas eigenartige Leut, die sich heutzutag in den Vorstandsetagen verschiedener Airlines so herumtreiben... bin schon neugierig, wer dann Aller eines Tages Schuld sein soll daran, sollte die ganze Ryanair Gruppe einmal Schlagseite bekommen und umfallen…. "... "Wer nicht für uns arbeiten will, kann gehen" Es war der ebenso gewohnte wie erwartete Auftritt von Ryanair Boss Michael O’Leary am Donnerstag in Wien. Er kündigte mit Lauda CEO Andreas Gruber die weitere Expansion von Lauda an, wetterte gegen die Konkurrenz und stellte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Rute ins Fenster…" https://www.austrianaviation.net/detail/wer-nicht-fuer-uns-arbeiten-will-kann-gehen/ First page Zitieren
Falconer Geschrieben 3. November 2019 Geschrieben 3. November 2019 (bearbeitet) Man könnte auch jetzt sagen, Ryanair bleibt Ryanair…obwohl, wenn ich mich recht erinnere war es der Lauda, der mit seiner Laudamotion vor längerer Zeit auf Leiharbeitsverträge gesetzt hat..die aus irgendeinem mir nicht verständlichen Grund offenbar EU Konform sind..sonst gäbe es sie ja nicht.. ein doch recht lesenswerter Kommentar auf Austrianwings dazu... Interessant auch, in den USA sind, meines Wissens für Airlines solche Beschäftigungsverträge ( alleine aus Gründen der Sicherheit) nicht gestattet, es gibt in den USA auf Inlandsflügen nirgendwo so verrückt billige Tickets wie in Europa.. Die "Low Cost" Carrier ob jetzt Southwest oder Jet Blue als Beispiele sind Qualitätsfluglinien, die sich halt aufs Fliegen und Nix Anderes konzentrieren..mit Anstellungsbedingungen für die MitarbeiterInnen, die sich sehen lassen können im Vergleich mit den grossen Hub Carriern.. https://www.austrianwings.info/2019/10/laudamotion-vertragsirrsinn-die-macht-des-konsumenten/ "….Unbestritten ist wohl, dass derartige Zustände nicht tragbar sind. Gleichwohl muss aber auch gesagt werden, dass die Konsumenten, ob sie es nun hören wollen oder nicht, durch ihr eigenes Verhalten zu genau solchen Zuständen beigetragen haben. Ja, jene Menschen, die immer "billiger, billiger" rufen und um 19 oder 29 Euro quer durch Europa fliegen wollen. Es ist einfach Irrsinn, wenn ein Flug billiger als die Taxifahrt zum Flughafen ist. Die Zeche für derartige Billigtickets zahlen die Beschäftigten bei Airlines und Flughäfen. Und nein, es gibt kein "Menschenrecht auf billige Tickets". Qualität darf, nein, muss, etwas kosten. Nur ist dieses Bewusstsein in unserer konsumorientierten "Geiz ist ja so geil"-Gesellschaft unglücklicherweise (zu) vielen Menschen abhanden gekommen…" Bearbeitet 3. November 2019 von Falconer Zitieren
Falconer Geschrieben 2. Januar 2020 Geschrieben 2. Januar 2020 (bearbeitet) naja….. da hat sich Einiges gehäuft…Kunststück…auf die Schnelle von überall, wahrscheinlich ohne gründliche "pre-buy-inspections" ein paar "Lemons" zusammengekauft / geleased… nur um im Billigstbereich einen weiteren Verdrängungswettbewerb zu starten... man wundert sich mittlerweile schon, bei was Allem unsere Behörden zusehen..? Und was für Schwachsinn ein Airlinemanager wie O'Leary von sich geben kann, ohne , dass die Kundschaft sofort in Strömen davonläuft und woanders bucht... Soll sich nur Niemand von den Billigstflugtouristen mehr aufregen, wenn sie verspätet or gar nicht mehr dort ankommen wo sie hinwollten...."you get what you pay for.." "...Die auffällige Häufung von technischen Problemen bei der LaudaMotion-Flotte liegt laut Piloten und (ehemaligen) Technikern auch darin begründet, dass viele Flugzeuge der bunt zusammengewürfelten LaudaMotion-Flotte lange Jahre in Ländern der dritten Welt betrieben wurden und in einem dementsprechenden technischen Zustand sind. "Natürlich steht Sicherheit bei uns ganz oben, aber das heißt auch, dass ein Flieger mit einem Defekt eben stehen bleiben muss", so ein Pilot. Es sei eben "wie mit alten Autos, die unzählige Vorbesitzer hatten". Dafür seien die monatlichen Leasingraten entsprechend günstig, wie Ryanair- und LaudaMotion-Chef Michael O'Leary bei einer Pressekonferenz in Wien kürzlich verkündete…" https://www.austrianwings.info/2020/01/laudamotion-triebwerksprobleme-bei-pannenflieger-oe-lox/ Bearbeitet 2. Januar 2020 von Falconer Zitieren
reverser Geschrieben 2. Januar 2020 Geschrieben 2. Januar 2020 vor 49 Minuten schrieb Falconer: "Natürlich steht Sicherheit bei uns ganz oben, aber das heißt auch, dass ein Flieger mit einem Defekt eben stehen bleiben muss", so ein Pilot. Es sei eben "wie mit alten Autos, die unzählige Vorbesitzer hatten". Dafür seien die monatlichen Leasingraten entsprechend günstig, wie Ryanair- und LaudaMotion-Chef Michael O'Leary bei einer Pressekonferenz in Wien kürzlich verkündete…" Womit den "Flugfahrzeug-Instandhaltern" die Arbeit nicht ausgeht (oder werden die Flieger dazu, zwecks "günstigerer Raten", in Länder der dritten Welt ausgeflogen?) Gruß Richard Zitieren
Falconer Geschrieben 2. Januar 2020 Geschrieben 2. Januar 2020 (bearbeitet) 27 minutes ago, reverser said: Womit den "Flugfahrzeug-Instandhaltern" die Arbeit nicht ausgeht (oder werden die Flieger dazu, zwecks "günstigerer Raten", in Länder der dritten Welt ausgeflogen?) Gruß Richard Beim O'Leary wär ich mir da noch nicht sicher wie das generell in Zukunft aussehen wird.. Der war bis jetzt Wartungskostenmässig wohl verwöhnt…ist ja noch immer eine sehr junge Flotte die 737NGs bei der Ryanair..und gewachsen ist die Airline ja fast "Ponzischemeartig"…und bei den Stückzahlen die Ryanair bei Boeing bestellt hat, werden sie wohl nach wie vor sehr gute Garantieleistungen und Vergünstigungen von Boeing bekommen, was Teile etc betrifft... Wie die Ryanairflotte eines Tages technisch aussehen wird, wenn die Flugzeuge "ins Alter" kommen, und der Grossteil vieler Reparaturen und Wartungsereignisse dann nicht mehr unter Hersteller "Warranty" abläuft und nicht mehr jede Niete auf Boeingkosten getauscht werden wird können, und dementsprechend teurer werden…das bleibt noch abzuwarten... da gibt es bei dieser Airline glaube ich noch zu wenig Erfahrungswerte.. wird man sehen... Bearbeitet 2. Januar 2020 von Falconer 1 Zitieren
HuPa Geschrieben 30. Dezember 2025 Geschrieben 30. Dezember 2025 (bearbeitet) Am 21.5.2019 um 11:23 schrieb Oli88: Alleine die Schreibweise in den Links disqualifiziert dich. Schlimmer wie der Blick... Man tritt nicht nach Toten, zumal Sie keinen direkten Einfluss haben auf ein Unglück das sein Ursprung bei Boeing hat... Ich weiß, dass dieser Thread schon einige Jahre alt ist, da sich "unser" (auf Österreich bezogen) schwerstes Flugzeugunglück, der Absturz der "Mozart" in wenigen Monaten zum 35. Mal jährt, habe ich diesen Beitrag über Google zufällig gefunden und möchte darauf eingehen. Deine Aussage "Man tritt nicht nach Toten" ..." ist in diesem Zusammenhang absolut unqualifiziert (außerdem wage ich angesichts Deiner gekünstelten Empörung zu bezweifeln, dass Du die kritisierten Beiträge überhaupt gelesen hast). Beide verlinkte Beiträge sind (wie auch schon ein anderer User geschrieben hat) VOR Niki Laudas Tod veröffentlicht worden und ich kann Dir als jemand, der sich seit über 20 Jahren mit dem Thema befasst, versichern, dass ich persönlich zu Laudas Lebzeiten MEHRERE Presseanfragen zu Wartungsmängeln, Schlampereien, Druck auf das Personal, etc ... an ihn gestellt habe, die er unbeantwortet gelassen hat, weil er natürlich ganz genau wusste, dass es stimmt. Warum wusste er das? Es gibt zum Absturz der OE-LAV "Mozart" ein vom damals renommiertesten Flugsachverständigen des Landes erstelltes Gutachten (im Auftrag der Staatsanwaltschaft Wien), das sich wesentlich gründlicher und tiefgehender mit dem technischen Zustand der "Mozart" befasst als es die thailändische Kommission je getan hat. Fakt ist laut diesem Gutachten: Die "Mozart" hätte am Unglückstag überhaupt nicht mehr fliegen dürfen, weil die 500-Stunden-Frist zur Behebung der Fehlermeldungen der Schubumkehr längst überschritten war (das hat die thailändische Kommission nicht erkannt, aber die haben die technischen Unterlagen der "Mozart" auch nur 4 Stunden untersucht, der Gutachter über ein Jahr lang! ). Der Gutachter konnte sogar (ebenfalls anders als die thailändische Untersuchungskommission) die Ursache des Öffnens der Schubumkehr "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" ermitteln - beschädigte elektrische Leitungen im Bereich der linken Triebwerksaufhängung. Dazu sagte der zuständige Staatsanwalt 1994 öffentlich: "„Bei eingehender Untersuchung des Kabelstranges wäre wahrscheinlich auch ein solcher Defekt (…) in der Verdrahtung entdeckt worden. Durch die Behebung dieses Fehlers wäre der Absturz unterblieben.“ Lauda Air behinderte den Gutachter der Staatsanwaltschaft massiv an der Arbeit (alles durch Dokumente der Staatsanwaltschaft Wien nachgewiesen, die etlichen Angehörigen der Opfer vorliegen, denn in Österreich haben Angehörige das Recht auf Akteneinsicht und dürfen auch Kopien anfertigen), verweigerte ihm gegenüber die Herausgabe wichtiger Unterlagen und es fehlten sogar in den von der Staatsanwaltschaft Wien beschlagnahmten Unterlagen über 20 Einträge aus dem technischen Logbuch der "Mozart", mir sind sogar die Nummern dieser Arbeitsblätter bekannt. Am Flughafen Wien war es ein offenes Geheimnis, dass Lauda Air Mitarbeiter in den Stunden und Tagen nach dem Crash Wartungsunterlagen der "Mozart" vernichteten, um belastendes Material loszuwerden. Wurde mir persönlich von einem ehemaligen Lauda Air Techniker auch bestätigt. Das alles sind harte FAKTEN, mit denen Niki Lauda von mir und tlw. auch von anderen Journalisten zu Lebzeiten konfrontiert wurde. Er hat Anfragen dazu entweder ignoriert oder aggressiv reagiert, aber sie nie widerlegt (ging ja auch gar nicht) und schon gar nicht (das ist sehr auffällig) mit Klage gedroht, denn das ist etwas, das er sonst sehr gerne und sehr schnell gemacht hat. Aber er wusste eben ganz genau, wenn er diesbezüglich gegen Journalisten klagt, kommen das Gutachten, die Aussagen des ehemaligen Wartungschefs und vieles mehr ganz groß raus und das wollte er natürlich vermeiden. Komprimiert kann man also festhalten: Selbstverständlich lag ein Konstruktionsfehler dahingehend vor, dass sich die Schubumkehr überhaupt während des Fluges öffnen KONNTE, wenn entsprechende Fehler gemeinsam auftraten. Dazu kam, dass Boeing fälschlicherweise die Ansicht vertreten hatte, dass ein solches Öffnen der Schubumkehr im Flug beherrschbar wäre. DASS aber verschiedene Systemfehler dazu führten, dass sich gerade auf Lauda Air Flug NG 004 am 26. Mai 1991 die Schubumkehr öffnete, das ist eben, so der Gutachter, "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" auf die nicht inspizierten und nicht ausgetauschten beschädigten Kabel (siehe auch Zitat des Wiener Staatsanwaltes oberhalb) im Bereich des linken Strut zurückzuführen. Mit anderen Worten: Hätte Lauda Air bei der Wartung sorgfältiger gearbeitet, wäre das Unglück wohl nicht passiert. Aber natürlich wog im juristischen Sinn der Konstruktionsfehler von Boeing (und die falschen Berechnungen, was die Beherrschbarkeit einer im Flug geöffneten Schubumkehr angeht) viel schwerer als die "schweren Wartungsmängel" (der Gutachter der Staatsanwaltschaft Wien) bei Lauda Air, weshalb Boeing die Entschädigung der Hinterbliebenen übernahm. Natürlich wurde auch deshalb der Schubumkehrmechanismus (nicht nur an der 767) geändert. Erwähnenswert ist allerdings in diesem Zusammenhang auch, dass es KEIN Gerichtsurteil dazu gibt, man einigte sich außergerichtlich. Last but not least hatte der frühere technische Direktor der Lauda Air Niki Lauda wiederholt darauf aufmerksam gemacht, dass die Wartung unter diesem Druck des Chefs nicht mehr sicher sei. Lauda ignorierte die Warnungen. Der technische Direktor warf das Handtuch, verließ die Lauda Air im September 1990 und erteilte seiner eigenen Familie Flugverbot aus Sorge vor einem Absturz. Acht Monate später fiel dann die "Mozart" vom Himmel, obwohl sie laut Gutachter gar nicht mehr hätte fliegen dürfen und nachdem es allein in den letzten 4 Wochen vor dem Absturz 61 Fehlermeldungen betreffend die Schubumkehr gegeben hatte. In Kürze erscheint nach 15-jähriger Arbeit mein Buch "Lauda Air NG 004: Der letzte Flug der Mozart - Österreichs größte Luftfahrtkatastrophe", für das ich neben dem thailändischen Bericht unter anderem mehr als 1.500 Seiten offizieller Dokumente, die der Öffentlichkeit NICHT so ohne Weiteres zur Einsicht zur Verfügung stehen, und die man auch nirgendwo im Netz findet gemeinsam mit Piloten und Technikern auswerten konnte. Es wird mehr als 450 Seiten haben. Dazu kommen autorisierte Interviews mit nicht weniger als 18 Zeitzeugen bis hin zum Botschafter, darunter aber auch Lauda Air Mitarbeiter, die von gefährlichen Vorfällen berichten. Summa summarum muss man bei rein sachlicher Betrachtung feststellen, dass es fast schon ein Wunder ist, dass Lauda Air bei den ganzen Schlampereien und der mehr als fragwürdigen Sicherheitskultur im Unternehmen (zB wiederholt gefälschte Protokolle bei Checkflügen, mit denen dann die Lizenzen von Piloten verlängert wurden, die gar nicht verlängert werden hätten dürfen, weil sie beim Sim-Check zB abgestürzt sind, etc ...) "nur" die "Mozart" verloren hat und nicht noch mehr Unfälle hatte. Allen, die das Thema "Lauda Air Absturz" interessiert, kann ich auch diesen Podcast von www.flugforensik.de absolut empfehlen: https://flugforensik.de/2022/10/13/episode-8-lauda-air-004/ Bevor man sich also moralisch über Dinge empört, sollte man sich zuerst über die tatsächlichen Fakten informieren. Denn das Aufzeigen von harten FAKTEN kann niemals "hintreten", "bashing" oder dergleichen sein. Fakten scheren sich nicht um den persönlichen moralischen Kompass eines Menschen, sie bleiben Fakten. Und wer das Veröffentlichen von Fakten mit dem Argument der "Moral" verhindern will (ggf. auch mit der Moralkeule), betreibt nichts anderes als Zensur oder zumindest den Versuch der Zensur. Für Rückfragen stehe ich gerne auch per PN oder E-Mail zur Verfügung, meine E-Mail findet man u. a. im Impressum meiner persönlichen Webseite. Liebe Grüße und guten Rutsch! Patrick Bearbeitet 30. Dezember 2025 von HuPa 3 Zitieren
Phoenix 2.0 Geschrieben 30. Dezember 2025 Geschrieben 30. Dezember 2025 (bearbeitet) D'Ähre Patrick, Zitat Deine Aussage "Man tritt nicht nach Toten" ..." ist in diesem Zusammenhang absolut unqualifiziert (außerdem wage ich angesichts Deiner gekünstelten Empörung zu bezweifeln, dass Du die kritisierten Beiträge überhaupt gelesen hast) Oli88 - auf den Du oben reagierst - hat hier im gesamten Forum seit knapp 4 Jahren nicht mehr aktiv gepostet; sowas lässt sich ganz leicht feststellen (Profil anschauen) und empfiehlt sich stets, wenn man einen alten Thread "wiederbelebt" bzw. auf ein altes Posting reagiert. Kritik und auch Vorwürfe gegenüber so einem Member vorzubringen, bringt also somit wenig bis Nüsse! Es rät sich m.E. also eher, die eigenen Ansichten und Standpunkte objektiviert darzulegen, zumal sie ja durchaus interessant sind. Ich kenne Deine detaillierte AW-Reportage zur Mozart aus 05/2011 und habe sie zweimal gelesen, beim ersten mal geradezu verschlungen, weil ich auf solche Sachen - geschrieben wie auch als Doku - absolut stehe. Den Umstand mit den kumulierten Fehlermeldungen in diesem Eng-Chip sowie die Kritik an Lauda an sich kenne ich allerdings bereits seit Tim van Beverens Buch "Runter kommen sie immer" aus den 90er-Jahren. Aber im Vgl. zu Deiner Reportage war das in TvBs Buch nur kurz abgehandelt bzw. lagen ja auch einige Jahre dazwischen, wo es wohl neue Erkenntnisse gab. Sowas wie die Mozart-Reportage oder all das über die Helderberg (sehr spannendes Topic, auch wegen der mutmasslich kriminellen Machenschaften im Hintergrund) sind m.E. der "Stoff", aus dem top journalistische Arbeit in "unserem" Fach hier ist! Objektiv, bisweilen Investigativ und frei von Ideologie, persönlichen Meinungen oder Fehden mit anderen Aviatik-Größen... Fazit: Du hast Dir die Latte m.E. selbst recht hoch gelegt - also bitte ned nachlassen und bei dem bleiben, was man am besten kann! Schmutzkübelkampagnen etwa, welche Meinungen "draussen" umpolen sollen (konkret die "GWI-Fehde"), liegen Dir m.E. weniger - das können andere besser und kratzt nur am eigenen Renomme! Ich sage das im Lichte der Anerkennung der oben erwähnten Artikel! Also ned als umfassende Kritik verstehen. Ich fände übrigens eine tiefergehende Reportage zur Air New Zealand-Causa (Mt. Erebus) sehr interessant, vor allem zu gewissen Details, zum (juristischen) Nachspiel und den verschiedenen Narrativen, die Züge eines Polit-Skandals aufweisen und Vermutungen im Raume stehen lassen. Gibt zwar einiges auf YouTube dazu, aber ein profundes "Destillat" auf Basis der alten und neuen Informationen wäre m.E. leiwand..., und eben etwas tieferschürfend, als Formate wie "Mentour Pilot", was ned schlecht ist, aber nicht allzu tief eintauchen kann... Prosit!! Gruß Johannes Bearbeitet 30. Dezember 2025 von Phoenix 2.0 1 1 Zitieren
HuPa Geschrieben 30. Dezember 2025 Geschrieben 30. Dezember 2025 @Phoenix 2.0 Danke für die konstruktive Rückmeldung. TvB hatte wohl damals zwar das Gutachten von Professor Zeibig (ich hatte mit Professor Zeibig über Jahre immer wieder Kontakt und er hat mir mal bestätigt, dass Anwälte von Angehörigen, die Akteneinsicht gehabt hatten, Kopien des Gutachtens an mehrere Journalisten weitergaben, unter anderem an TvB und an das österr. "Profil"), ich konnte dank Unterstützung von Hinterbliebenen der Opfer aber Einsicht in den GESAMTEN Akt der Staatsanwaltschaft Wien nehmen. Gut 1.500 Seiten, die es in sich haben. Ich könnte Dir sogar sagen, wer den Flieger beim letzten Start in Wien eingecheckt hat, so detailreich waren meine Recherchen in den letzten 15 Jahren. Der Absturz der Lauda Air ist - wie fast immer in der Luftfahrt - eine Verkettung unglücklicher Umstände, die zusammengetroffen sind. Klar, ohne den Konstruktionsfehler wäre die "Mozart" nicht abgestürzt, aber ohne die Schlampereien bei der Wartung durch Lauda Air wäre der Konstruktionsfehler wohl auch nicht schlagend geworden. Das "Profil" als österr. Medium hat 1994 auch das Gutachten und scheinbar Teile des Gerichtsaktes gehabt, aber gut, wer liest (ist nicht despektierlich gemeint, sondern lediglich auf die objektiven Mediadaten bezogen) schon "Profil" im Vergleich zu "Krone" und Co? Da war die Reichweite zu gering, um die Tatsachen in der Öffentlichkeit zu verankern. Da blieb dann das Narrativ hängen, das PR-Genie Lauda über die Massenmedien gezielt gesteuert und verbreitet hat, auch wenn es nicht wirklich vollständig den Tatsachen entsprach. Letzten Endes ist der Absturz der "Mozart" ebenfalls politisch ein Skandal wie das Seilbahnunglück von Kaprun (Tipp dazu: Das Buch "155"), denn die Rolle der österr. Aufsichtsbehörden in der Causa ist mehr als hinterfragenswert. Bei Lauda Air wurde in der Wartung über Jahre nachweislich geschlampt, es wurden Checkflugprotokolle von Piloten gefälscht, es gab im täglichen Flugbetrieb immer wieder vorsätzlich sicherheitsrelevante Verstöße gegen Vorschriften ("Ich habe oft gehört: Eigentlich dürfte der Flieger heute nicht rausgehen, aber wir haben keinen anderen" - Zitat eines ehemaligen Lauda Air Mitarbeiters in meinem Buch), aber NIEMALS wurde Lauda Air deshalb von der Behörde belangt. "Das wurde immer abgebogen, wir hatten da wen bei der Behörde" - diese Aussage stammt von einem ehemaligen Lauda Air Piloten. Das überrascht Insider wenig, denn es gab dort in der Behörde ganz augenscheinlich Kräfte, die ihre "schützende Hand" über Lauda Air gehalten zu haben scheinen. Ein bestimmter Name fiel dabei bei meinen Recherchen wiederholt, diese Person sei "korrupt" gewesen und das habe "jeder bei uns in der Firma gewusst", doch der Mann lebt noch und ein rechtswidriges Verhalten ist ihm nicht nachzuweisen, weshalb ich ihn nicht namentlich nennen kann - das wäre unseriös und er könnte klagen, wenngleich ich keinen Zweifel an der Richtigkeit der Behauptungen über ihn habe, da sie von vielen Personen völlig unabhängig voneinander immer wieder geäußert wurden. Aber so oder so: Entweder hat die Behörde damals vorsätzlich weggesehen oder sie hat tatsächlich nichts mitgekriegt, beides wäre kein Ruhmesblatt. Juristisch ist das aber ohnedies alles verjährt, egal ob Vorsatz oder Fahrlässigkeit, daher hat niemand etwas juristisch zu befürchten. Mein demnächst erscheinendes Buch über den Absturz der "Mozart" hat wie gesagt mehr als 450 Seiten und ein eigenes Kapitel mit dem Titel "61 Fehlermeldungen vor dem Todesflug: Die Mozart hätte nicht mehr starten dürfen", in dem ich detailliert auf die Wartungsmängel eingehe und alle Aussagen durch Faksimilen unstrittig nachweise. Ich schreibe also nicht nur, sondern ich belege - und das gerichtsverwertbar. Das Buch wurde von einem ehemaligen LH Cpt. (Dipl. Ing.) und einem österr. Luftfahrzeugtechniker auch fachlich Korrektur gelesen, ich muss mich ja rechtlich absichern, dass alles Hand und Fuß hat, nicht nur medienrechtlich, sondern auch von der technischen Seite her. Ich habe einige Projekte in der "Pipeline", die Air New Zealand ist allerdings nicht dabei, da muss ich Dich leider enttäuschen. Ich denke, da ist der Markt innerhalb der deutschsprachigen Leserschaft nicht groß genug, dass sich der Aufwand dafür lohnt - und auf Englisch gibt's ja einiges darüber. Ich konzentriere mich bei meinen Büchern primär auf Themen, die bislang kaum oder gar nicht in dieser Form behandelt wurden - eben wie die "Helderberg", "Ramstein", "Birgenair", "Malev 240" oder eben den einzigen Absturz in der Geschichte der AUA. Wegen "Helderberg" melde ich mich bei Dir noch per PN. LG, schönen Abend! Patrick 1 Zitieren
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