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Air Berlin meldet Insolvenz an


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636 Antworten in diesem Thema

#621 Volume

Volume
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 12:29

Ich kenne den Hintergrund des IAG Managements nicht, aber Nicki Lauda ist immerhin mal Luftfahrtenthusiast, der sich die Airline nicht gekauft hat, weil sie ihm viel Geld bescheren wird, sondern weil er die Luftfahrt liebt. Und vielleicht auch Östereich.

Was nicht heisst, dass er das notwendige Know-How hat, Nicki in der zukünftigen Europäischen Luftfahrt erfolgreich zu platzieren und zu führen. Wir werden es sehen.

 

Fürs erste halte ich es jedenfalls für eine gute Nachricht. Nicht zuletzt in Hinblick auf den Brexit, da wäre eine BA sicher nicht der optimale mittelfristige Partner...

Und weniger Lufthansa-Monopol ist allemal eine gute Nachricht.

 

Gruß

Ralf


  • Danix sagt danke

#622 Danix

Danix
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 12:31

Andererseits hätte BA die Österreicher als "Rettungsboot" benutzen können, wie es Easy Jet auch gemacht hat. Wobei IAG das gar nicht nötig hat, mit Iberia in ihrem Portfolio und mit Vueling, das praktisch überall irgendwo eine Base hat.



#623 Chipart

Chipart
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 13:41

Ich kenne den Hintergrund des IAG Managements nicht, aber Nicki Lauda ist immerhin mal Luftfahrtenthusiast, der sich die Airline nicht gekauft hat, weil sie ihm viel Geld bescheren wird, sondern weil er die Luftfahrt liebt.

 

ROFLOLBTC!

 

Sicher ist er luftfahrtbegeistert - aber im Wesentlichen ein knallharter Geschäftsmann. Natürlich will er zunächst viel Geld verdienen...

 

Ansonsten gilt das gleiche, was ich in Post #614 schon gesagt habe, nachdem hier die Übernahme durch IAG "verkündet" wurde: So weit wie Lauda waren IAG und Lufthansa in diesem Verfahren auch schon mal. Jetzt sehen wir mal, ob es diesmal endgültig ist, oder ob wieder was dazwischen kommt.

 

 

Florian


Bearbeitet von Chipart, 23 Januar 2018 - 13:45 .

  • citizen sagt danke

#624 Danix

Danix
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 16:43

 

 

Sicher ist er luftfahrtbegeistert - aber im Wesentlichen ein knallharter Geschäftsmann. Natürlich will er zunächst viel Geld verdienen...

Das ist ja das schöne an der Marktwirtschaft: Wenn alle für sich selber schauen, geht es allen gut!



#625 Volume

Volume
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 17:55

Das dumme ist, dass viele den Unterschied zwischen allem und jedem nicht verstehen...

 

In der Marktwirtschaft kann jeder reich werden, aber nicht alle.

 

Ok, zurück zu Lauda: Bisher hat er sich in der Luftfahrt nicht gerade als knallharter Geschäftsmann gezeigt. Lauda Air war nicht dafür bekannt, die Mitarbeiter zur Gewinnmaximierung zu knechten. Eine Segelfliegerkollegin von mir hat da einige Jahre gearbeitet, und sich seither dahin zurückgesehnt.

Natürlich will er keine Verluste machen und nichts verschenken, sein Interesse gilt aber eben nicht nur dem Geld, sondern auch der Luftfahrt. Geld kann er einfacher in der Formel 1 machen, als in der Luftfahrt.

 

Gruß

Ralf


  • Danix und Ernst Dietikon sagen danke

#626 Urs Wildermuth

Urs Wildermuth
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 18:20

Mich freut die news auch. Bin vor der Ab Übernahme gern mit Niki geflogen. Hoffe es wird wieder so.
  • Danix und simones sagen danke

Beste Grüsse
Urs
LSZH
http://www.hbdwc.ch


#627 Danix

Danix
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 19:26

In der Marktwirtschaft kann jeder reich werden, aber nicht alle.

 

 

das ist ein sehr weiser Satz.

 

Aber es geht nicht ums reich werden. Es geht darum, Ende Monat etwas Geld zu haben und anfangs Monat ein Dach über dem Kopf.



#628 Chipart

Chipart
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 19:36

In der Marktwirtschaft kann jeder reich werden, aber nicht alle.

 

 

Das ist entweder tautologisch oder falsch! 

 

Nimmt man die (eher gängigen) subjektiven Begriffe für Reichtum, dann ist reich, wer zu den "oberen 5-10%" gehört (je nachdem wie man es sieht bei Vermögen oder Einkommen". Unter diesem Masstab können in keinem System per Definition alle reich sein, weil immer nur 5-10% zur Gruppe der Reichen gehören.

 

Legt man einen objektiven Reichtumsbegriff an, dann sind alle Deutschen und erst Recht alle Schweizer reich: Sowohl gemessen an dem Rest der Weltbevölkerung als auch an uns selber vor 50  (oder noch mehr) Jahren sind wir einfach unermesslich reich. 

 

Florian


  • Danix sagt danke

#629 Danix

Danix
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 20:13

Es gibt nur eine gerechte Staatsform, das ist der Kommunismus. Da sind alle gleich arm...


Bearbeitet von Danix, 23 Januar 2018 - 20:13 .


#630 Baeriken

Baeriken
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 20:40

Volume schrieb am 23 Jan 2018 - 12:29 PM:snapback.png

Ich kenne den Hintergrund des IAG Managements nicht, aber Nicki Lauda ist immerhin mal Luftfahrtenthusiast, der sich die Airline nicht gekauft hat, weil sie ihm viel Geld bescheren wird, sondern weil er die Luftfahrt liebt.

Schaut euch mal diesen Artikel an:

 

https://www.austrian...lug-der-mozart/

 

Zunächst mal scheint der Herr Lauda ein ziemlicher Geizhals gewesen zu sein der eher das Geld liebt als die Luftfahrt. In dem Artikel erscheint auch die Meinung eines gewissen Herrn Tim van Beveren, der sich ja bei der Pressekonferenz mit dem Vater des vermeintlichen Absturzverursachers des Lufthansa-Airbusses nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Seis drum ...für mich eher besorgniserregend, dass Herr Lauda wieder die Finger im zivilen Lufttransport von lebenden Personen haben wird.


Grüße

Nicolai

#631 simones

simones
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Geschrieben 23 Januar 2018 - 23:28

Das ist entweder tautologisch oder falsch! 

 

Nimmt man die (eher gängigen) subjektiven Begriffe für Reichtum, dann ist reich, wer zu den "oberen 5-10%" gehört (je nachdem wie man es sieht bei Vermögen oder Einkommen". Unter diesem Masstab können in keinem System per Definition alle reich sein, weil immer nur 5-10% zur Gruppe der Reichen gehören.

 

Legt man einen objektiven Reichtumsbegriff an, dann sind alle Deutschen und erst Recht alle Schweizer reich: Sowohl gemessen an dem Rest der Weltbevölkerung als auch an uns selber vor 50  (oder noch mehr) Jahren sind wir einfach unermesslich reich. 

 

Florian

 

Reich ist, wer glücklich ist.

 

LG Micha



#632 Ernst Dietikon

Ernst Dietikon
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Geschrieben 24 Januar 2018 - 09:21

Es gibt nur eine gerechte Staatsform, das ist der Kommunismus. Da sind alle gleich arm...

Ach so? Da gab es eine Kaste welche sich unwahrscheinlich bedient hat. Eine solche Kaste gab es eigentlich immer. Im Mittelalter die Adligen, dann die Industriebarone, heute gewisse Manager und Spekulanten. Da muss man immer dagegenhalten.

 

Ein Bekannter (Swiss Flugkapitän) sagte mir einmal, das gute am Kapitalismus sei, dass sich Arbeit lohne. Nur ist dies heute nur beschränkt so.

 

Gruss

Ernst



#633 Chipart

Chipart
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Geschrieben 24 Januar 2018 - 09:43

Es gibt nur eine gerechte Staatsform, das ist der Kommunismus. Da sind alle gleich arm...

 

1. Stimmt nicht, das im Kommunismus alle gleich arm sind - zumindest in keinem real existierenden Beispiel des Kommunismus war das jemals so.

 

2. Kann man (dann aber bitte im OffTopic-Bereich) sicherlich darüber diskutieren, ob es eigentlich wirklich "gerecht" ist, wenn "alle gleich arm" sind. Schon bei Platon (und wahrscheinlich auch schon bei Sokrates) war Grundlage jeder Gerechtigkeitsdiskussion, dass "gleiches gleich und ungleiches ungleich" behandelt wird. In so fern ist es geradezu höchste Ungerechtigkeit, wenn in einem System derjenige, der jeden morgen um 6 aufsteht um 12 Stunden zu arbeiten gleich reich/arm ist, wie derjenige, der bis um 12 im Bett liegt und nur aufsteht, weil der Supermarkt um 18:00 Uhr zu macht...

Die Idee, dass Gerechtigkeit daran gemessen wird, wie groß der (Vermögens-, Einkommens-, Freiheit-, etc.)Unterschied im Ergebnis ist, ohne oder mit wenig Berücksichtigung der hierfür vom Individuum erbrachten Leistung mag in nachträglicher Betrachtung bei Hegel anklingen, aber entstammt eigentlich erst den eher modernen Gedanken der Kommunitaristen wie McIntyre, Walzer oder Honneth...

 

Florian



#634 citizen

citizen
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Geschrieben 24 Januar 2018 - 12:52

Ich kenne den Hintergrund des IAG Managements nicht, aber Nicki Lauda ist immerhin mal Luftfahrtenthusiast, der sich die Airline nicht gekauft hat, weil sie ihm viel Geld bescheren wird, sondern weil er die Luftfahrt liebt. Und vielleicht auch Östereich.

 

Ich habe etwas überlegt, ob ich darauf antworten soll, da ich eigentlich etwas Sinnvolles beitragen möchte. Aber ich musste doch innerlich etwas lachen bzw. war ich ungläubig erstaunt. Du meinst tatsächlich, dass Lauda nun wieder an Board ist, weil er Österreich und die Luftfahrt liebt, und NICHT, weil er damit Geld verdienen möchte?

 

Ich denke, Lauda liebt die Luftfahrt, aber der Dreh- und Angelpunkt ist einzig und allein, dass er damit Geld verdient. Das ist das einzige Ziel.

 

Wenn ich aus divesen Werbespots, die Lauda gemacht hat, zitieren darf: "Ich habe ja nichts zu veschenken" - Das betrifft nicht nur Lauda, sondern jeden Unternehmer.


Heimo

#635 Volume

Volume
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Geschrieben 24 Januar 2018 - 16:00

Pleite von Air Berlin kostet Staat 200 Millionen Euro

...kommt mir extrem billig vor.

 

Das sind nur die formellen Aussenstände, der nicht zurückgezahlte Anteil des KfW Kredits und die nicht gezahlten und vom Staat als Konkursausfallgeld ausgeglichenen Löhne.

 

Alle Folgekosten durch die arbeitslos gewordenen Mitarbeiter, der Ausfall an Sozialabgaben, Umschulungskosten, absetzbare Verluste von Gläubigern etc. sind alle nicht mit eingerechnet. Da kommt ganz ruck-zuck eine halbe Milliarde zusammen.

Da es auch immer noch Flughäfen im Staatsbesitz (Landesbesitz) gibt, wie z.B. CGN, dürfte "der Staat" auch als Gläubiger für nicht bezahlte Lande-/Park-/Abfertigungsgebühren die ein oder andere Million abschreiben müssen.

 

Im Vergleich zur Bankenkrise sind das aber alles Peanuts.

 

Gruß

Ralf



#636 maxrpm

maxrpm
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Geschrieben 25 Januar 2018 - 08:47

Dafür wurde AB über die letzten Jahre von ihren Arabischen Minderheitseigentümern mit Milliarden EUR künstlich am Leben erhalten. Über Lande/überfluggebühren über Sozialabgabe und Einkommenssteuern dürfte diese Verzögerung einer marktbereinigung dem Staat wohl ein Mehrfaches der jetzigen Verluste eingebracht haben

Wolfgang

#637 Volume

Volume
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Geschrieben 25 Januar 2018 - 09:33

Gut möglich. Nur macht man halt z.B. an bezahlten Landegebühren vielleicht mal 10% Gewinn, an ausgefallenen aber 100% Verlust, deshalb kann man es wohl nur schwerlich exakt gegenrechnen.

Und eine kontinuierliche Marktbereinigung hätte wohl weniger Schaden angerichtet, als eine plötzliche Insolvenz. Es gab ja Phasen, in denen sich AirBerlin gesundschrumpfen wollte (was dann langfristig vermutlich zum verschwinden geführt hätte...) Erst mit den Milliarden von Etihad hat man wieder expandiert und zugekauft, und damit den großen Knall erst möglich gemacht. Wäre AirBerlin Stück für Stück durch andere Airlines abgelöst worden, hätten ja weiterhin Menschen gearbeitet, wären weiterhin Sozialabgaben und Einkommenssteuer bezahlt worden. Erst der große Knall hat so viel mehr Arbeitskräfte auf den Markt geworfen, als er verkraften kann, und damit zu den Ausfällen geführt.

 

Ich hoffe sehr, dass mal irgendwann ein fähiger Mensch (oder ein fähiges Team) die Geschichte der AirBerlin komplett dokumentiert und die gemachten Fehler klar identifiziert. Denn einfach ist die Materie wirklich nicht.

 

Vermutlich wurde der Teil anderer Airlines der mit AirBerlin in direkter Konkurrenz stand (also z.B. der innerdeutsche Lufthansa-Verkehr, die Urlaubsflüge von TuiFly etc.) auch mit Milliarden subventioniert, bisher hat noch niemand richtig zeigen können, dass man in diesem Marktsegment nachhaltig gute Gewinne einfahren kann. Die Liste der Airlines die daran bisher gescheitert sind ist riesig, deren Ende war aber mangels Größe meist relativ "geräuschlos".

 

Gruß

Ralf


Bearbeitet von Volume, 25 Januar 2018 - 09:34 .