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Qualität der Segelflugausbildung


Wellblech

Empfohlene Beiträge

Zuerst ein dickes Lob an dieses Forum. Ich habe schon viele nützliche Tipps gelesen. Leider einige wohl etwas spät. Nun zu meiner Sorge. Ich habe im April 2005 in Deutschland in einem kleinen Verein mit der Segelflugausbildung angefangen. Der Ablauf dort ist eigentlich immer etwa so: Warten bis hoffentlich genügend Leute erscheinen, Aufbau der Winde, Bereitstellen der Flieger und des Materials für den Flugbetrieb, die alten Hasen in die Luft befördern (die man dann den ganzen Tag nicht mehr sieht) und wenn dann noch Zeit und genügend Helfer bleiben, werden noch "schnell" ein paar Schulstarts mit einem durch das Warten etwas genervten Fluglehrer gemacht. Da es ein paar Flugschüler sind kann es sein, dass man einen ganzen Tag von morgens 10.00 Uhr bis abends 20.00 Uhr auf dem Flugplatz verweilt und bei 3-5 Starts auf eine netto-Flugzeit von etwa 9-15 Minuten kommt. Ich brachte es auf etwa 70 Starts. Ich bin sicherlich nicht unbegabt, habe aber das Gefühl, es fehlt mir einfach einmal oder mehrmals einen "langen" Flug. Wenn ich meine gemachten Erfahrungen vom Flugbetrieb in diesem Verein und die von den Fluglehrern geäusserten Worte kombiniere, dauert die Ausbildung in diesem Verein "normalerweise" mindestens 2-3 Jahre. Ganz zu schweigen von den Kosten von etwa Euro 1000 pro Jahr. Diese setzen sich zusammen aus Vereinsbeitrag, Flugpauschale und Pflichtarbeitsstunden. Geht es in euren Vereinen auch so zu?

 

Ich bin über jeden Tipp und Erfahrungsbericht dankbar.

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Genau so, wie Du das hier schilderst, schaufelt sich der Segelflugsport sein eigenes Grab. Oder etwas differenzierter ausgedrückt: Leider läuft es auf vielen Flugplätzen mit Segelflug so ab. Wenn da eine junge, flugbegeisterte Nachwuchshoffnung die Freude am Fliegen verliert, ist das verständlich.

 

Die Rahmenbedingungen auf dem Markt haben sich geändert, junge Menschen haben heute ein riesiges Angebot, ihre Freizeit zu gestalten. Der Trend, diese sinnvoll und effizient zu nutzen, wird beim Segelfliegen zu häufig mit dem Argument "Kameradschaftssport" weggewischt. Wohl braucht es diese Kameradenhilfe im Segelflug. Aber einen Tag investieren für ein paar Minuten Fliegen... Ich weiss nicht, ob das dem Zeitgeist der Jungen noch entspricht. Entsprechend rückläufig sind die Zahlen neu ausgestellter Lernausweise seit ein paar Jahren.

 

Segelfluggruppen und -schulen sind für die Zukunft gefordert, das Produkt Segelfliegen attraktiver zu machen. Ansonsten wirst Du, der sich diese Sorgen macht, dereinst in guter Gesellschaft sein.

 

Georg Schwarz

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Hi,

 

nunja, kommt ja wohl auf den Verein an? Ich bin im ersten Jahr auch erst wenig in die Luft gekommen, es ging halt dadrum Routine zu schaffen, und ich hatte am Tag mind. 3 Starts. Die K13 stand den ganzen Tag primär für Schüler da, erst dann für Scheininhaber.

 

Und was ist? Nach 3 Jahren den Schein gemacht, mit knapp 50 Flugstunden, und 150 Starts. Naja, ging relativ flott, dafür das ich das letzte Jahr kaum da war -> Die Arbeit nebenbei...

 

Mfg,

Alex

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Bei uns wird es so gehandhabt, dass jeder Flugschüler zwar primär Starts und Landungen üben kann, die Fluglehrer fliegen aber auch mit "Frischlingen" gerne mal eine halbe bis ganze Stunde durch die Gegend. So wird natürlich auch von Anfang das Fliegen in der Thermik geübt. Wenn's auf den ersten Alleinflug zugeht, werden dann natürlich wieder mehr Starts und Landungen geübt als bei jemanden, der davon noch weiter entfernt ist. Bis zum ersten Alleinflug hatte ich dann mehr als 16 Stunden in 60 Starts.

 

Danach Einsitzer geflogen, aber Aufgrund der Flugschülerzahl waren nur selten Flüge deutlich über einer Stunde drin.

 

Umso mehr es Richtung Schein ging, desto mehr Flugzeuge durfte ich fliegen und desto länger wurden automatisch die Flugzeiten, da sich auf den "fortgeschrittenen" Flugzeugen weniger Leute drängeln.

 

Insgesamt hat es bei mir vom Fußgänger zum Schein (D-Land) 13 Monate gedauert, davon 3 Monate bis zum Alleinflug, insgesamt 160 Starts in etwa 50 Stunden!

 

Kostenmäßig war das in dieser Zeit zwar bestimmt nicht billig, aber ich vermute (ohne nachzurechnen), dass ich für die Ausbildung insgesamt deutlich weniger gezahlt habe, als jemand, der 2 bis 3 Jahre benötigt.

 

 

Du siehst also, dass sehr viel drin ist, wenn der Verein eine entsprechende Umgebung schafft. Bei uns sieht das so aus, dass die ASK21 primär zum Schulen da ist, außerdem eine DG100, welche auch überwiegend von Flugschülern geflogen wird. Der Rest des Flugzeugparks kann auch von Flugschülern genutzt werden, entsprechende Stundenzahl vorausgesetzt. Wer bei uns zu spät kommt, bekommt auch seine Starts ab, und wer mal früher gehen muss, fliegt eben schon morgends.

 

Tobias

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kann hier James nur zustimmen. Es kommt auf die Flugschule an.

 

Bei uns in Österreich ist es auch ganz verschieden. Ich kenn Vereine die bei den ersten 5 Starts Flugschüler nur hinten mitfliegen lassen.

 

Bei mir war es anders. Da bei uns 90% aller Segelflieger auch gleich Segelfluglehrer sind oder 50% Sogar Motorfluglehrer, gibt es immer einen Lehrer der Zeit hat. Wenn während der Ausbildung Thermik war, dann gings solange es möglich war in den Übungsbereich. Wichtig is nicht wie schnell es geht, sondern

 

wie umfassend die Ausbildung ist. Notfallübungen, Erste Hilfe Übungen, Verhaltesnregeln, das ist, wie ich finde wunderbar bei mir geschehen.

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Dominic Windisch

Zitat Laurenz: Es kommt auf die Flugschule drauf an Zitat Ende.

 

stimmt :D

 

Darum ein kleiner Einblick in unsere Flugschule:

 

Wir beginnen im Frühling mit einem 2 wöchigen Lager. 2 Wochen jeden Tag fliegen! Danach geht es weiter, in der Regel am Wochenende (SA/SO). Jemand, der keine Probleme hat mit der Theorieprüfung und auch sonst sehr aktiv ist (d.h. 3 von 4 Wochenenden im Birrfeld ist pro Monat) der schafft es bei uns bis im Herbst die Prüfung zu machen (d.h. 6 Monate).

Wer es nicht schafft, der darf wieder warten bis in den Frühling, und braucht so halt sofort 1 Jahr und mehr. Die meisten (weil nicht 3/4 Wochenenden pro Monat) brauchen bei uns so im Schnitt 14 bis 18 Monate.

 

2 Wochen Lager: 1 Fluglehrer, max. 5 bis 6 Flugschüler.

 

Wir starten mit Motorsegler; ca. 2 Tage werden die Flugschüler mal eingeführt (wie muss ich am Knüppel rütteln zum wie fliegen; wie fühlt sich das an, etc.) und die ersten Landungen werden gemacht.

 

Danach wird auf die ASK21 gewechselt. Fluglehrer hinten und Schüler vorne. Ein "normal begabter" Schüler wird es so schaffen, bis ans Ende der 2 Wochen seine A-Prüfung abzulegen. Ich hatte bis ans Ende der 2 Wochen Lager bereits 8 Soloflüge (3 für die A-Prüfung und dann Umschulung auf den Einsitzer).

 

Die 2 Wochen gehen schnell vorbei und beinhalten sehr viel. Es macht spass.

 

Danach folgen aber die zähen Wochenenden, in denen es (wie beschrieben) schon vorkommen kann, dass man einen ganzen Tag auf dem Platz steht und gerade mal 30 Minuten in der Luft gewesen ist. Von daher ist es sehr sehr wichtig, dass sich Freunde (ich betone: Freunde, nicht nur Gleichgesinnte) finden und sich gegenseitig fördern und fordern, indem man sich Ziele steckt und sich so gegenseitig anstachelt.

 

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Etwas zur Bemerkung: SF ist nicht mehr zeitgemäss für unsere Jugend.

 

Ich weiss; jeder der die Wahl hat zwischen

 

z.b. Inlineskating

Zeitinvestition: 3h; davon 2.5h auf den Inlineskate (Ausbeute 83%)

 

und Segelflug (worstcase)

Zeitinvestition 12h; davon 0.5h im Flugzeug (Ausbeute 5%)

 

wird wohl das andere dem Segelflug vorziehen.

 

ABER (wie im 1. Posting bereits angesprochen): Für Segelflug braucht es Bodenpersonal! Ohne geht es nicht. D.h. ich kann nicht einfach 1 Fluglehrer mit 1 Flugzeug und 1 Flugschüler zusammen bringen. Die 2 Personen werden Mühe haben, einen Flugbetrieb aufrecht zu halten.

Ausserdem wird sich jeder erinnern: Die ersten Stunden waren enorm anstrengend. Man muss sehr viel verarbeiten und sehr viel lernen. Segelflug ist vergleichbar mit Erlernen von Autofahren: Mehr als eine gewisse Anzahl Minuten (15 - 30 - 60 - 120 - 180 ??? ist individuell) pro Tag bringt es zu Beginn gar nicht!!

 

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Wer mir also hier ein Patentrezept als Idee/ Tipp vorschlagen kann, das nachweislich auch für unsere "jungen" Flugschüler funktioniert, kriegt eine Kiste Bier von mir! (oder Mineral, IceTea was auch immer :cool: )

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Aha, es hat sich also nichts geändert!

Exakt so, wie von 'Wellblech' (Name?) beschrieben, erging es mir mit 17-Jahren, als ich mit der Schulung begann. Es wurde erwartet, dass man Samstag und Sonntag am Platz ist und überall helfend zur Stelle ist. Da ich am Samstag-Vormittag arbeiten musste, konnte ich erst nach dem Mittagessen kommen. Mir schien jedesmal, das mir das übelgenommen wurde und musste mir öfters die Frage gefallen lassen, ob es gestern im Ausgang spät geworden sei..... Irgendwann hat man das Erklären satt.

 

Versteht mich recht, mit dem Helfen hatte ich kein Problem; fördert es doch das Kennenlernen aller Mitglieder und man sieht, worauf beim Material zu achten ist. Aber eigentlich wollte ich doch Fliegen lernen?! Der Tag verging, man half anderen in die Luft, selber stand man aber um 16:00 Uhr noch am Boden, obwohl man schon diverse Male die Fluglehrern gefragt hat, ob man nicht auch noch eine 4-Minuten Volte fliegen könne. Manchmal kam ich dazu, an einzelnen Tagen kam ich auch nie in die Luft und fuhr mit dem Zug enttäuscht nach Hause.

Fazit: Während einer Sommersaison kam ich auf 16 Windenstarts und 1 Schleppstart und habe es auf ca. 2 Flugstunden gebracht.

 

Bald darauf wurde ich 18 und fuhr am Wochenende lieber mit Freundin und Motorrad schöne Touren, als mir auf dem Flugplatz die Beine in den Bauch zu stehen. Erstaunt es wirklich, wenn ich nach dieser einen Flugsaison das Segelfliegen aufgab? Es gab in der ganzen Segelfluggruppe niemanden, der sich für den Nachwuchs einsetzte. Stets musste ich die verschiedenen Fluglehrer auf dem Platz selber kontaktieren und richtiggehend um Flüge betteln. Mein Austritt aus der Segelfluggruppe wurde komentarlos zur Kenntnis genommen. Ich hatte nichts anderes erwartet.

 

Seit bald 10 Jahren fliege ich nun Motorflugzeuge und habe sehr grossen Spass an diesem Hobby. Noch immer fasziniert es mich, ein Segelflugzeuge geräuschlos über mir Kreisen zu sehen und ich habe auch Respekt vor jenen Piloten, die sich mit ihrem Segelflugzeug in die herrliche Bergwelt wagen.

 

Es erstaunt mich nicht im geringsten, dass sich immer weniger Nachwuchs für diese schöne Freizeitbeschäftigung findet. Der Beitrag von 'Wellblech' zeigt es: man hat scheinbar nichts gelernt.

 

Gruss Reto

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D. Baumgaertner
Zuerst ein dickes Lob an dieses Forum. Ich habe schon viele nützliche Tipps gelesen. Leider einige wohl etwas spät. Nun zu meiner Sorge. Ich habe im April 2005 in Deutschland in einem kleinen Verein mit der Segelflugausbildung angefangen. Der Ablauf dort ist eigentlich immer etwa so: Warten bis hoffentlich genügend Leute erscheinen, Aufbau der Winde, Bereitstellen der Flieger und des Materials für den Flugbetrieb, die alten Hasen in die Luft befördern (die man dann den ganzen Tag nicht mehr sieht) und wenn dann noch Zeit und genügend Helfer bleiben, werden noch "schnell" ein paar Schulstarts mit einem durch das Warten etwas genervten Fluglehrer gemacht. Da es ein paar Flugschüler sind kann es sein, dass man einen ganzen Tag von morgens 10.00 Uhr bis abends 20.00 Uhr auf dem Flugplatz verweilt und bei 3-5 Starts auf eine netto-Flugzeit von etwa 9-15 Minuten kommt. Ich brachte es auf etwa 70 Starts. Ich bin sicherlich nicht unbegabt, habe aber das Gefühl, es fehlt mir einfach einmal oder mehrmals einen "langen" Flug. Wenn ich meine gemachten Erfahrungen vom Flugbetrieb in diesem Verein und die von den Fluglehrern geäusserten Worte kombiniere, dauert die Ausbildung in diesem Verein "normalerweise" mindestens 2-3 Jahre. Ganz zu schweigen von den Kosten von etwa Euro 1000 pro Jahr. Diese setzen sich zusammen aus Vereinsbeitrag, Flugpauschale und Pflichtarbeitsstunden. Geht es in euren Vereinen auch so zu?

 

Ich bin über jeden Tipp und Erfahrungsbericht dankbar.

 

 

Lieber (junger) Kamerad

 

Was Du heute erlebst, das habe ich vor rund 45 Jahren bereits erfahren. Wir schulten damals auf der Mü 13 E "Bergfalke" und dem "Specht". Der 1. Alleinflug fand im altbewährten Grunau Baby IIb statt.

 

Schon der Weg zum Militärflugplatz, auf dem wir am Wochenende fliegen durften, war ca. 7 km lang. Und da war nichts mit Auto - das hies es strampeln, mit dem Fahrrad! Dann Flugzeug aus dem Hangar zum Start ziehen, Start aufbauen, Flugzeuge hin und her schieben usw. Und die Fluglehrer - zackig wie in der Kaserne! Lief irgendetwas schief, gab's einen Riesenanschiss und eventuell für eine, zwei oder drei Wochen Startverbot.

 

Wenn wir pro Flugtag auf 3 Starts und Landungen a 5 Minuten kamen, durften wir uns schon glücklich schätzen. Wir schulten teilweise im F-Schlepp hinter einer Do 27 der Deutschen Bundeswehr und teilweise an der Schleppwinde.

 

Bei mir hatte die Ausbildung im Verein bis zum 1. Alleinflug vom Frühjahr bis zum nächsten Frühjahr, also rund ein Jahr gedauert. Der 40. Flug war mein erster Alleinflug auf dem Grunau Baby.

 

In der kalten Jahreszeit, also von Ende Oktober bis Ende Februar, war Werkstattarbeit angesagt. Und die war nicht immer vom feinsten. Viel Staub, Spannlackdünste und ölverdreckte Hände, wenn wir die Schleppwinde oder die Seilrückholfahrzeuge auseinandernahmen und wieder zusammensetzten.

 

Lehrjahre sind keine Herrenjahre - das scheint auch jetzt noch so zu sein. Heute fliege ich nur noch Motorsegler. Da muss man eventuell noch tanken und am Monatsende kommt die Rechnung. Bequeme Sache - aber für junge Leute meist nicht erschwinglich. Mir ging es da nicht besser.

 

Mein Rat: Geduld, Beharrlichkeit und manchmal die Zähne zusammenbeissen. Umso grösser wird dann Deine Freude sein, wenn der Fluglehrer eines Tages aussteigt und Du zum ersten Mal alleine knüppeln darfst.

 

Noch viel Spass!

 

Dietwolf

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Hallo zusammen

 

Also bei uns in Grenchen konnte ich mich nie beklagen, zu wenig zum fliegen zu kommen.

Bei uns gibt es die Möglichkeit einen Intensivkurs zu machen (1-2Wochen) oder auch, die ganze Schulung auf die Wochenenden zu verteilen.

Hinzu kommt, dass wir pro Fluglehrer nie mehr als 3-4 Flugschüler waren, also fliegen konnte man.

Wir mussten auch nie hinter den "älteren" anstehen.

 

Gruss

Roman

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@Roman

 

Das ist gut zu hören, so will ich nächstens in Grenchen anfangen den Segelflugschein zu machen. Leider hab ich deinen Beitrag ein bisschen spät gesehen. Ich habe zur selben Zeit ein neues Thema über Grenchen eröffnet.

 

Gruess Rahim

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Dominic Windisch

Ja Dietwolf, heute ist es nicht viel anders wie früher; weil die Rahmenbedingungen grundsätzlich dieselben geblieben sind.

 

Das Grundproblem hat mir Reto (er als Betroffener - ich als Beobachter) bestätigt;

 

Es braucht Leute am Boden.

Auch mit x Fluglehrer und y Flugzeuge können maximal y Flugschüler gleichzeitig in der Luft sein. (bei uns ist y=1)

 

Somit bleiben bei z Flugschülern gleichzeitig auf dem Platz in der Regel z-y Flugschüler am Boden... da ist nichts zu machen...

 

Und aufgrund der Rahmenbedingungen weiss ich, wie schwer es ist, am Boden nichts zu tun bzw. ein Buch zu lesen oder zu lernen... es gibt halt doch immer wieder etwas zu tun, langweilig ist einem ja nicht... aber es erschreckt einem immer wieder, wenn man am Abend ins Flugbuch schaut und sieht, dass von 12h gerade mal 18min Flugzeit drinn steht... dann beginnt man sich halt doch zu fragen...

 

Damit zurück zu meinem 1. Satz: Solange die Rahmenbedingungen nicht ändern, wird sich auch daran nichts ändern. (oder bin ich jetzt zu pessimistisch?)

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Es gibt mehrere Gründe, die meiner Meinung nach zu eklatanten Missständen führen:

 

- unbedingte Anwesenheitspflicht am Morgen. (Warum ist das in einigen Vereinen immer noch so? Es macht doch nichts, wenn man später kommt, und stattdessen wieder mit einräumt.

- Stundenlanges warten auf einen 5 Minuten Flug

- viel zu viele kurze Flüge, gerade am Anfang! (Lange, eindrucksvolle Flüge schüren die Begeisterung)

- die "Alten" meinen immer recht zu haben, neuem wird sofort der garaus gemacht! Und das ist das größte Problem. Neue, moderne, dynamische Strukturen sind nicht "zulässig". Am besten bleibt alles so wie in der HJ, dann ist auch alles geregelt. Aber das ist absolut der falsche Ansatz.

Ich meine NICHT, dass sicherheitsrelevante Aspekte vernachlässigt werden dürfen, aber ich meine damit, dass man die ganze Sache etwas lockerer sieht, und nicht wie bei der Armee. Diesen militärischen Ton gab's bei mir im Verein lange genug, und almählich klingt er zum Glück etwas ab.

Wenn man Jugendliche begeistern und halten will, dann muss man sich auch modern und begeisternd verkaufen.

Es ist niemandem übelzunehmen, wenn er sich gegen der Segelflug entscheidet, weil er anderweitig leichter zu seinem Hobby kommt. Nur darf dann auch nicht ständig gemeckert werden, wenn die Jungen so schnell wieder weg sind.

Es liegt an den altmodischen Zügen, die leider noch viel zu viele Vereine prägen. Es geht auch anders, und deshalb müssen auch junge Leute sich engagieren und dürfen nicht denen alle Ämter überlassen, die das schon seit der Vereinsgründung machen.

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Dominic Windisch

Hallo JCH

 

(bitte mit realem Namen Unterschreiben, dass gehört bei uns zum guten und fliegerkameradschaftlichen Ton)

 

Ja, das scheint vielerorts ein grosses Problem zu sein: Die festgefahrenen Alten. Befremdlicherweise (muss ich bisher sagen) habe ich von diesem Problem vor allem aus deutschen Kreisen gehört. Bei uns ist dies überhaupt nicht der Fall. Und auch auf unserem Flugplatz Birrfeld (LSZF) mit 6 Fluggruppen gehört dies definitiv der Minderheit wenn nicht sogar gänzlich der Vergangenheit an.

 

Unsere Fluggruppe (Akaflieg AFG Zürich) z.B. hat einen Vorstand (9 Personen) mit einem Durchschnittsalter von 30!! Im Gegenteil; Ich als Präsident kämpfe für mehr Ältere in Ämtern, um den Knowhow Verlust nicht zu hoch zu haben!! Wir müssen im Schnitt alle 2 Jahre ein Amt total neu besetzen inkl. Aufbau des Knowhow...

 

Aber zurück zum Thema: Trotz jungen engagierten Leuten, haben wir grundsätzlich die gleichen Rahmenbedingungen: Damit ein Flugbetrieb aufrecht erhalten werden kann braucht es Bodenpersonal (sagen wir 4 Flugschüler): Und wenn nun mal nur 1 Fluglehrer mit 1 Doppelsitzer da ist, dann müssen halt 3 unten warten.

 

Wenn wir nun Deine Annahmen nehmen und eine kleine Volte 5 Minuten dauert (was nicht stimmt bei uns, bei uns dauert bereits ein Flugzeugschlepp 5 Minuten, plus 5 Minuten fliegen macht 10 Minuten), so braucht man ca. nochmals 10 Minuten am Boden (man ist ja selten alleine), um den neuen Flugschüler ins Cockpit zu setzen und das Flugzeug zurück zu schieben. Also vergehen von takeoff zu takeoff im Schnitt 15 bis 20 Minuten. Bei 3 Wartenden macht dies eine Wartezeit von Sage und Schreibe 45 Minuten!! Da beisst die Maus keinen Faden ab.

 

Dies kann man nur anders lösen, wenn man mehrere Flugschüler gleichzeitig in die Luft bringt! Und dies ist mindestens zu Beginn nicht möglich. Sobald ein Flugschüler auch alleine fliegen kann (nach der A-Prüfung) dann sieht es wieder etwas anders aus...

 

Also wie Du siehst, auch die Jungen Vereine kämpfen mit denselben Rahmenbedingungen wie die "älteren" Vereine :(

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Ja, diese Rahmenbedingungen habe ich auch nicht wegdiskutiert, allerdings herrscht anscheinend bei euch kein militärischer Unterton vor, der von einigen verbreitet wird. Dieser Strenge sind einige der jungen Leute einfach nicht gewachsen, d.h. sie "hauen ab!".

Und DAS ist eine Sache, die kann nicht angehen! Wenn schon nicht die anderen Rahmenbedingungen optimierbar sind, dann MUSS es diese jedoch sein!

 

viele Grüße,

 

Johannes

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Dominic Windisch
Ja, diese Rahmenbedingungen habe ich auch nicht wegdiskutiert

 

Das stimmt Johannes...

 

...Dieser Strenge sind einige der jungen Leute einfach nicht gewachsen, d.h. sie "hauen ab!"...

 

Hier liegt ein weiteres Problem...

Sind wir wirklich zu streng?? oder sind nicht vielmehr die Jungen von heute mehr und mehr verweichlicht??

 

Fliegen ist kein Flugsimulatorspiel. Da steckt verdammt viel Geld dahinter..inklusive der Gesundheit der Piloten!

Anweisungen (welche im Ursprung natürlich nicht streng, sondern gutgemeint sein sollten) müssen dementsprechend zur Kenntnis genommen und auch befolgt werden.

 

Versteh mich nicht falsch: Ein Bevorzugen und "hätscheln" der Alten ist genauso falsch wie HJ Strenge! Aber manchmals habe ich wirklich das Gefühl, die Teenies von heute sind überfordert wenn etwas mal real und nicht simuliert ist... (und ich bin jünger als 30!)

 

 

Das Problem (und hier behaupte ich liegt der Kern der Sache; gerade weil wir die Rahmenbedingungen nicht ändern können) liegt im Überangebot und der "Vollgefressenheit" der Piloten: Man ist heutzutage einfach nicht mehr bereit, für seinen Traum vom Fliegen auch mal zu investieren. Man muss einfach konsumieren können! Ist das nicht gegeben, dann lässt man es wieder fallen... es gibt ja noch soo viel anderes, was man tun kann und der Spassfaktor ständig auf 100% liegt...

 

Hier braucht es ein Umdenken von ALLEN!

1. bei uns: HJ Strenge und ein Verhätscheln von Alten ist genauso falsch wie ein Meckern, wenn man nicht schon um 0900 auf dem Platz steht (selber schon erlebt - Morgens bis Mittag Vorlesung an der Uni, am Mittag war kein Schwein mehr bereit, mir beim Zusammenbau zu helfen).

2. bei uns: Wenn wir junge Piloten anwerben, dann ist auf den Zeitaufwand und das Frustpotential aufmerksam zu machen. Ich bin dann immer sehr offen; Mein Credo: Niemandem Angst machen, aber ich möchte mir niemals vorwerfen lassen müssen, dass ich jemandem den Aufwand an Zeit und Kohle nicht vorausgesagt hätte.

3. die jungen Piloten müssen lernen, dass es halt nicht nur konsumieren heisst; man ist angewiesen auf andere, dafür in der Luft alleine.

4. Ein Motivationsschub zwischendurch tut jedem gut. Bei uns war und ist es nie ein Problem, wenn ein Flugschüler kommt, dass man den mal auf einen mehrstündigen Streckenflug mitnimmt - am Besten in die Alpen.

--> ABER: Wenn man die geilsten Flüge schon am Anfang zeigt, dann hat man ja gar kein Steigerungspotential mehr?!!!

 

Es ist ein heikles Spiel von Geben und Nehmen. Und ja, der Vereinsgeist und das Sich-Wohl-Fühlen sind enorm wichtig.

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Gut, das mit den Alpen bei euch ist schon so ein "Nachteil". Nur die gibt es hier nicht. Deshalb wäre ein einstündiger Thermikflug nach 20 Platzrunden schon mal angebracht, damit nicht der eigentliche Kern des Fliegens vergessen wird. Denn dazu gehört nunmal nicht ausschließlich das Starten und Landen, auch wenn es überlebenswichtig ist. ;)

 

Es muss auch jeder, der mit dem Sport anfängt, wissen, dass es teuer werden kann. Ebenso kann man die strengen gesetzlichen Regularien nicht verneinen.

 

Aber eines muss man immer aufrecht erhalten! Den Spaß am Fliegen, und den Spaß, zum Flugplatz zu kommen!

Es geschieht nur allzu häufig bei uns im Verein, dass "die Alten" den Jungen irgendwelche Sachen vorschreiben, die ganz offensichtlich Schwachsinn sind. So ist auch der Vorwurf "Ihr seid ja nur Faul!" völlig daneben. Und ich als Jugendwart hau dann zeitweilig richtig in die Kerbe.

Das ist doch zum kotzen, wenn einige meinen, ganz besonders die Info-Controller, dass sie die Platzhirsche sind, obwohl jeder das gleiche bezahlt und den gleichen Status einnimmt!

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Hallo zusammen,

 

als Alternative gibt es Kurse bei Flugschulen, sind wahrscheinlich etwas teurer. Aber wenn ich 2 oder mehr Jahre schule und die Nebenkosten für Verpflegung etc. rechne, gleicht sich das in etwa aus. Ich hatte einen solchen Kurs im Birrfeld (CH) besucht und hatte nach 3 Wochen, dank schönem Wetter, meinen Schein gemacht, mit all den Bedingungsflügen usw.

 

Mit Fliegergruss

Willi aus Buchs / ZH (für Dominic !)

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Dominic Windisch

Hallo Willi

 

ich glaub, ich habe Dich nicht ganz verstanden (nicht akkustisch meine ich :D) Du hast für Dein Brevet gerade mal 3 Wochen gebraucht?? :confused:

 

[Das war nehme ich an mit Röbi Wyss?]

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Saluti Dominic,

 

fast nicht zu glauben, aber es ist so. Die ersten 2 Wochen (mit Falk, ASK 21 + 23) mit Fluglehrer plus 4 Schülern. Dann eine Woche Pause und mit Röbi Wyss noch eine Woche, fertig. Aber wie gesagt, wir hatten 3 Wochen lang immer Flugwetter.

 

Gruss Willi

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Dominic Windisch

:cool: cool! gratuliere... das haben bei uns selbst angefressene nicht geschafft!!

 

ok, meistens war auch das Wetter nicht 3 Wochen lang super.

2. haben wir nur ein 2 wöchiges Lager

3. absolvieren dies 4-6 Flugschüler gleichzeitig (oder wie war das in Deiner 3. Woche?)

 

aber dann (vor allem auch wegen der Theorie) dauert es bei den schnellsten immer noch ca. 4 Monate; bei den sehr schnellen 6 Monate und bei den Normalos bis 18 Monaten.

 

Dann darf ich dvon ausgehen, dass du die Theorieprüfung schon gemacht hast vorher? bzw. gelernt hast? :009:

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Vielen Dank für die vielen Antworten und Erfahrungsberichte.

 

Ich möchte zu meiner Person noch anfügen, dass ich mir bewusst bin, dass ich in einem Segelflugverein mit wertvollen Materialien umgehe und auch tatkräftig nach all meinen Möglichkeiten mithelfen muss. Dafür bin ich mir weder zu schade noch scheue ich Aufwand mir Neues beizubringen bzw. Neues zu lernen. Genau so weiss ich, dass ein Flugbetrieb sehr viel Personalaufwand am Boden bereitet. Ein Problem habe ich jedoch. Es wird verlangt um 10 Uhr da zu sein und dann beginnt der Aufbau und das Warten auf einen Verantwortungsträger. Kommt der nicht oder ist dieser nicht zu erreichen muss das quasi akzeptiert werden. Das wiederholt sich dann ein paarmal hintereinander, bis ich mich anpasse und auch erst zu dem Zeitpunkt auf den Flugplatz gehe wie sich der Betrieb die Male zuvor abgespielt hat. Schliesslich rutsche ich auch nur einmal auf einer Bananenschale aus und mein Menschenverstand erinnert mich an die Unglücksstelle und lässt mich auf die Situation entsprechebd reagieren. Ich als Flugschüler bin echt in einer etwas beklemmenden Situation. Einerseits will man zu Anfang nicht negativ auffallen und das Maul aufreissen und andererseits muss ich mir andauernd anhören, wie unzuverlässig die heutigen jungen Leute sind. Gut, dann kann ich wenigstens mit meinen gemachten Erfahrungen kontern. Nur ist es dann halt ganz anders - so zumindest bekomme ich es als Antwort. Eigentlich wollte ich nur Fliegen lernen und alles was damit zusammenhängt geniessen. Lust auf die aus meiner Sicht lächerlichen, hausgemachten Vereinsproblemen wie Kämpfen jung gegen alt, Propellernasen gegen Segler, Mann geben Frau usw. habe ich keine.

 

Ich habe aber erkannt, dass ich auch unter Berücksichtigung der Kosten und dem Faktor Zeit den Rest meiner Ausbildung wohl in einer Flugschule machen werde. Die oberflächlich teurer scheinenden Kosten relativieren sich, wenn man alle anderen Nebenkosten eines Vereins berücksichtigt.

 

Den zukünftigen Verein werde ich genauer unter die Lupe nehmen. Und erst einmal als Gast am Vereinsgeschehen teilnehmen.

 

Übrigens, der Name Wellblech kommt von den alten Flugzeugen die aufgrund ihrer (Wellblech)bauweise den Spitznahmen bekamen. Die alten Dinger faszinieren mich einfach.....

 

Grüsse Francesco

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Dominic Windisch

Hallo Francesco

 

...Ein Problem habe ich jedoch. Es wird verlangt um 10 Uhr da zu sein und dann beginnt der Aufbau und das Warten auf einen Verantwortungsträger. Kommt der nicht oder ist dieser nicht zu erreichen muss das quasi akzeptiert werden...

 

interessant! (In meinen Augen völlig inakzeptabel!!) :001:

 

...Lust auf die aus meiner Sicht lächerlichen, hausgemachten Vereinsproblemen wie Kämpfen jung gegen alt, Propellernasen gegen Segler, Mann geben Frau usw. habe ich keine....

 

Das verstehe ich... und was Du hier ansprichst ist definitiv ein hausgemachtes Problem! :(

 

Bei uns müssen die Flugschüler den Fluglehrer eine Woche im Voraus kontaktieren, ob sie am Wochenende Fliegen möchten (d.h. wir haben eine Einteilung der Fluglehrer auf die Wochenenden). Vergessen sie das, dann kann sich der Fluglehrer auf seine Freiheit berufen... Zum Glück sind hier viele Fluglehrer sehr flexibel bei uns :009:

 

Und (höhere Macht ausgenommen) dann erscheint der Fluglehrer pünktlich!! zum Morgenbriefing, wie es sich gehört! Auch der Fluglehrer (egal wieviel Priorität er hat) muss für sich und seine Schützlinge die Flugzeuge reservieren, die er an diesem Tag gerne beanspruchen möchte. Bei uns gilt klar die Regel: "Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der fliegt was übrigbleibt"

 

Das langweilige (für alle, Flugschüler wie Brevetierte) kommt danach: Zusammenbauen und im Schnitt (abhängig vom Wetter und Andrang) 1-4 Stunden warten, bis man endlich startet. Flugschüler starten natürlich sofort, die brauchen auch nicht unbedingt Thermik.

 

 

...Den zukünftigen Verein werde ich genauer unter die Lupe nehmen. Und erst einmal als Gast am Vereinsgeschehen teilnehmen...

 

Das würde ich Dir anraten, sofern Du einen Verein findest, der "Gäste" aufnimmt. Wir z.B. nehmen keine Gäste auf. Entweder du fliegst bei uns oder eben nicht..

Das Beste in diesem Fall wäre dann, mit anderen Gruppenmitgliedern zu sprechen, und Ihre Meinung dazu zu hören...

 

PS: Falls Du möchtest, dass ich mal in Deinem Verein reinschaue und ein Wort mit Flugschülern und dem Präsidenten wechsle, dann schreib mir doch ne PM (evtl. kenne ich ihn persönlich)

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Habe meine Fliegerkarriere auch mit dem Segelfliegen begonnen. War eine tolle Erfahrung, der Verein in Hamburg hat sich soweit auch gut um den Nachwuchs gekuemmert.

 

Dennoch habe ich, noch vor dem Ende der Ausbildung bei einer kommerziellen Schule mit dem Motorflug begonnen und bin schliesslich auch bei den Seglern ausgetreten, da mir (und auch meiner Freundin) der Zeitaufwand fuers Segelfliegen zu hoch war: mind. 2 WE pro Monat im Sommer musste man schon auf dem Platz sein, sonst kam man nicht auf seine Stunden.

 

Leider wurde ich nach dem Austritt, als ich einmal mit dem fertigen PPL in der Tasche meine ehemaligen Segelfliegerkollegen besuchte, regelrecht missachtet und in veraechtlicher Weise mit "ach, da kommt der Herr Motorflieger" begruesst... Schade, denn die zwei Jahre waren sehr schoen gewesen und ich bin auch froh, meine ersten Alleinflugerfahrungen auf einem Segler gemacht zu haben... Nun, danach war mir jedenfalls die Lust auf derartige Gesellschaft gaenzlich abhanden gekommen, auch wenn ich an dem Tag dort aufgelaufen war, um zu pruefen, wie es denn mit der Segler-Ausbildung als fertiger PPL-A Pilot weitergehen wuerde... HAETTE der Verein eine Echo-Klasse zum Schleppen, ja dann waere die Begruessung wohl anders ausgefallen... Man nimmt halt nur wahr, was man braucht. Schade.

 

Insgesamt wurde ich waehrend der zwei Jahre meiner Vereinszugehoerigkeit das Gefuehl nicht los, bei einer Gruppe fliegender Kleingaertner Mitglied zu sein. Mit all den selbstgemachten Vorschriften, Regeln und dem spiessbuergerlichen Gehabe, das man beim Begriff Kleingaertner so assoziiert...

 

Fliege heute immer noch Echo-Klasse und werde sicher auch bald in meinem jetzigen Verein hier in Portugal eine Erweiterung auf Segler machen. Denn schoen ist das Fliegen im eleganten Segler ja...

 

:005:

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Ich kenne das Problem von "Der faulen Jugend" auch zu genüge. Zwar nicht in unserer Gruppe, eher in Lagern. Aber es gibt auch viele nicht jugendliche, welche sich gegen dieses "Image" einsetzen.

Ich denke, dieses Generationen überschreitende Problem gibt es überall. Man bemerkt es halt vor allem da, wo man mit den anderen Generationen in Kontakt kommt.

 

 

 

Zu meiner Ausbildung.

Ich habe auch eine Wochenend-Schulung genossen. (Samstags)

Das lief da ziemlich genau so ab, wie viele vor mir schon gesagt haben. (Flieger bereit machen, jeder Schüler mal ein Flug, bis der neue Flugleher wieder weiss, wo der Schüler steckt, dann noch ca. 2 Flüge pro Schüler, und der Tag war vorbei.)

Deshalb habe ich mal eine Woche im Birrfeld eingeschoben.

Denke, das ist so schon eine feine Sache, man bekommt von beiden "Systemen" einen Einblick, und kann das gute von beiden nehmen. :cool:

 

 

Jedoch finde ich das Thema, dass man halt etwas Geld investieren müsse, dass man nicht nur provitieren könne völlig fehl am Platz!

Wenn mich jemand fragt, wie teuer denn Segelfliegen ist, antworte ich immer mit "Etwa gleich, wie Skifahren, kommt halt auf die Intensität drauf an."

 

DENN Segelfliegen wird in der Bevölkerung als viel Teurer vermutet, als es in Wirklichkeit ist!

 

 

 

Stefan

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