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Pay to fly- Der "neue" Weg nach dem ATPL ins Airlinecockpit


Robin

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Stellt Euch vor Ihr wollt mit einem Carrier X von A nach B fliegen. Dass die Zeiten der generösen Gehälter vorbei sind, das steht ausser Frage und wurde hier auch schon wiederholt diskutiert. Und nun überlegt man sich beim Einsteigen, wie viel die beiden Herrschaften in der Kanzel denn so auf dem Lohnzettel haben...

 

Schon länger bekannt, aber hier nie wirklich angesprochen (bzw. hier noch nie richtig davon gelesen) ist ein Trend, der gerade in Zeiten der (Airline-)Krisen sich immer weiter verbreitet.

 

Mit etwas Glück wird der Herr zur Linken ein altgedienter und erfahrener Mitarbeiter sein. Zur rechten (=Copi) Seite sieht es da ein bisschen anders aus. Klar muss man sich seine Sporen erst verdienen und ein sog. "Bonding", also eine Verpflichtung des "neueren" Kollegen, war bis vor wenigen Jahren gang und gebe. Damit die Medium Carrier nicht als "Durchlauferhitzer" für die Maincarrier herhalten müssen. Sollte der Copi doch den Sprung zur "Top-shot" Airline seiner Wahl vor Ablauf der Bonding Frist machen, so wird er allenfalls den entsprechenden Anteil der Kosten für Type Rating, Line Training etc. zurückzahlen. Schliesslich hat ja der Medium Carrier in ihn "investiert". Noch halbwegs nachvollziehbar.

 

In Europa und insbesondere auf der Insel ennet des "Channels" hat sich nun aber ein sehr bedenklicher Trend etabliert. Bondings werden immer weniger. Dafür muss man heuer nun schon ein Type Rating mitbringen, das man natürlich komplett selber bezahlen muss und man zu Beginn desselbigen noch gar nicht weiss, ob und wo man überhaupt angestellt wird. Gängig sind meistens Kurse für A320 und B737. Aber auch andere Regionalmuster werden nun auch immer gefragter. Aber diese wahnwitzige Vorhaben wird kann heutzutage auch noch gesteigert werden. Nun benötigt man zur Anstellung nicht nur ein Type Rating sondern auch noch ein bisschen Erfahrung auf dem Muster. In diesen Zeiten von Pilotenüberhang stellt sich daher die Frage: "Woher die Erfahrung nehmen?"

 

Unterdessen ist es nun sogar möglich sich nicht nur ein Type Rating und dass obligatorische Landetraining zu erwerben. Sogar "Stundensammeln" wie früher zu PPL Zeiten ist nun auch auf Medium Jets möglich. Dabei wird man für ein paar Wochen, wie ein "normaler" Linienpilot in einer Airline untergebracht. Für einige 10.000€ oder Pfund ist man dabei.

 

Und für ganz ambitionierte Piloten, die sich schon das A320 Type Rating gekauft haben, gibt es nun seit neuestem sogar die Möglichkeit für den A330 dieses Programm zu "kaufen". Just stolperte ich neulich auf diese Website klick.

 

Das wichtigste zusammengefasst:

 

The Partner Airline: Thomas Cook Airlines

The Aircraft Type: A330

Price: From £10950 plus VAT (where applicable)

 

ETOPS sectors included during route sectors will attract additional charge- Price on application.

 

IAGOFT reserve the right to change or cancel the program at their discretion.

ALLOWANCES, EXPENSES & PAYMENTS:

 

For each of the 4 sectors of line operational experience with the Partner Airline, no basing or subsistence allowance shall be paid to the Student by IAGO FT.

 

For the sake of clarity, neither the Partner Airline nor IAGO FT shall make any payments to the Student during this period of Advanced Training

 

The Student shall remain responsible for the following costs:

o All accommodation costs and living expenses during CCQ training.

o All accommodation costs and living expenses at the nominated base;

o The costs of aircrew medicals;

o Any Regulatory Authority (JAA/CAA/EASA) charges for licences and ratings;

o Any additional insurances required by the Student in respect of Loss of life, Injury, Loss of licence, Medical or Personal possessions;

o Costs of an airport ID.

 

Ich finde diesen Trend höchst bedenklich und wollte alle hier darauf aufmerksam machen. Insbesondere diejenigen, die vorhaben auf eigene Faust die ATP Lizenz zu machen. Für mich persönlich ist es einfach unlogisch und unbegreiflich, dass man für seine Arbeit noch bezahlt? Klar ist es ein toller Job, aber muss man denn noch weitergehen als dazumal zu Zeiten der Sklaverei?

 

Bin auf Eure Einschätzungen gespannt.

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Der Entwicklung in Richtung Pay to Fly sehe ich mit großer Sorge entgegen. Nicht nur moralisch, sondern auch vor dem Hintergrund der Flugsicherheit, halte ich diese Geschäftspraktik für äußerst problematisch.

Fluggäste bezahlen für ihre Tickets und haben daher ein entsprechendes Anrecht auf eine sichere Beförderung - und dazu zählt auch eine vollwertige, gut ausgebildete und honorierte Besatzung.

Eine Aufklärung der breiten Öffentlichkeit halte ich daher für notwendig!

 

Falls jemand der Ansicht ist, es gäbe keinen qualitativen Unterschied zwischen einem FO, der für seine Arbeit bezahlt wird und einem FO, der für jede Flugstunde ins Portemonnaie greift, dem sei gesagt, dass dann zukünftig derjenige im rechten Sitz landen wird, der bereit ist am meisten für die Blockstunde on Type zu bezahlen. Fähigkeiten speilen eine untergeordnete Rolle. Denn nur darum geht es in diesem System P2F: Profitmaximierung durch schamloses Ausnutzen der aktuellen, katastrophalen Marksituation.

 

Zum Vergleich: Mein Arbeitgeber hat nicht nur die Ausbildung im Zusammenhang mit meiner Musterberechtigung übernommen, ich habe auch ab dem ersten Tag eine entsprechende Vergütung erhalten, sowohl während des Ratings als auch beim Line Training.

Dafür mussten meine Kollegen und ich unsere Eignung bei diversen Screenings, Assessments, Leistungsüberprüfungen und Check Flights unter Beweis stellen...

 

Es kann sich jeder selbst sein Bild hierzu machen. Vielleicht reicht es aber auch, wenn man sich zum Vergleich die Frage stellt, ob man sich von einem Chirurg operieren oder von einem Anwalt vertreten lassen würde, wenn dieser für die Erbringung seiner Leistung ein Entgelt abträte?

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Ich halte diese Bewegung auch für sehr gefährlich.

 

Das Problem ist ganz einfach dass es sich die Gesellschaften leisten können denn es gibt einfach genug Leute die da mitmachen.

 

Beispiel:

Ich kenne einen F/O einer Deutschen Charterline die ihn entlässt und sagt "der Winter ist so schwach, im Sommer wollen wir sie wieder einstellen".

Am gleichen Tag hat die Airline sich erstmal 2 A321 Fabrikneu gegönnt.

Und "natürlich" einige Pay-to-Fly F/O´s eingestellt.

 

Allerdings denke ich dass das Hauptproblem ist, dass es einfach zu viele total unwissende Flugschüler gibt die sich dann erstmal fett aufs Maul packen.

 

Und vor allem:

Pay to Fly gibt es schon seit den 90ern in Deutschland!

 

MfG

Oscar

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Beispiel:

Ich kenne einen F/O einer Deutschen Charterline die ihn entlässt und sagt "der Winter ist so schwach, im Sommer wollen wir sie wieder einstellen".

 

Fakten darf man ruhig nennen - ich will mit solchen Airlines nicht fliegen. Welche ist es?

 

Grüsse,

Fabian

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Tja,die Freie Westliche Welt bewegt sich mehr und mehr dahin,das wir bald für jeden Schritt,den wir tun,jedem Atemzug,der uns mit lebensnotwendiger frischer Luft versorgt,Bares hinblättern müssen.

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Fakten darf man ruhig nennen - ich will mit solchen Airlines nicht fliegen. Welche ist es?

 

Grüsse,

Fabian

 

Das sehe ich eher anders.

Wer das Maul aufmacht hat ein problem.

Siehe Avherald und Ryanair...

 

MfG

Oscar

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"der Winter ist so schwach, im Sommer wollen wir sie wieder einstellen".

 

Das hingegen finde ich noch knapp legal und man würde es wohl als "Kurzarbeit" bezeichnen. Der betroffene Angestellte dürfte sich in der Schweiz um Arbeitslosenunterstützung bemühen. Die rechtlichen Grundlagen in Deutschland sind mir aber nicht so vertraut.

 

Die eingangs erwähnten Beispiele finde ich aber auch eher krass.

 

Dani

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Das hingegen finde ich noch knapp legal und man würde es wohl als "Kurzarbeit" bezeichnen. Der betroffene Angestellte dürfte sich in der Schweiz um Arbeitslosenunterstützung bemühen. Die rechtlichen Grundlagen in Deutschland sind mir aber nicht so vertraut.

 

Die eingängig erwähnten Beispiele finde ich aber auch eher krass.

 

Dani

 

Krass?

Ich denke sie werden mehr und mehr "normal".

 

MfG

Oscar

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Ich habe Ende 2009 meine Ausbildung zusammen mit 25 Kollegen abgeschlossen. Drei Kollegen (2 Irischer Carrier/1 Busniess Aviation) und ich hatten Glück und fanden den Weg ins Cockpit ohne noch tiefer in die Schulden zu rutschen. Alle anderen kamen bei den beiden europäischen Low Cost Carriers unter, nicht aber ohne weitere, heftige finanzielle Verpflichtungen. Mindestens musste das Typerating (zu einem völlig überteuerten Preis) bezahlt werden, teils sogar wie erwähnt das Line Tranining.

 

In Zukunft (und teils schon bisher) wird halt die Selektion in die Kanzel über Papas Geldbeutel führen, nicht über Qualitäten und Skills.

 

Aber "schuld" sind letztendlich die Kunden, welche für max. 150 Franken nach London etc. fliegen wollen. Können die Airlines dann nicht via rentable Langstrecken subventionieren bleibt ihnen nichts anderes übrig als zu sparen wo es nur geht. Und solange die Flugschulen monatlich 100te von Piloten auf den Markt werfen wird sich daran glaube ich so schnell auch nichts ändern.

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Solange es Idioten gibt,

 

die es auch Zahlen. Wo keine Nachfrage, da ebbt auch das Angebot irgendwann ab. Ich habe wirklich viele Freunde in meinem Umfeld, die mit Abitur und ohne Ausbildung sind und knapp 70-90.000€ Schulden haben - und wofür?

Dafür dass sie Sommer für Sommer Gastflüge machen und Segelflugzeuge schleppen - und sobald man für einen Hungerlohn fliegen kann, sobald eine Firma das will, wird ohne wenn und aber zugesagt - denn irgendwann drücken die Schulden jeden.

 

Ich habe selbst auch den Wunsch irgendwann mal ins Cockpit zu kommen - aber realistischerweise passiert das eben bei der Wirtschaftslage nicht. Nun bin ich auf dem Weg mich zum B1 Prüfer in einem Jahr weiterzubilden. Immerhin bin ich dann noch in der Luftfahrt tätig, mache was mir Spaß macht, und verdiene gutes Geld.

 

Ich verstehe auch nicht wie man sich heute so tief verschulden kann? Was hat man denn heutzutage von frozen ATPL? Außer Schulden, und dass man mit Mitte 25 ohne Ausbildung & Studium dasteht.

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Krass?

Ich denke sie werden mehr und mehr "normal".

 

und wenn dem auch so wäre, auch die Normalität kann krass sein.

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Die Frage ist, wann hoert die Ausbildung auf und wo faengt die Arbeit an. Das ist nicht so einfach zu erklaeren, wie einige hier es darstellen.

 

Das der Geldbeutel des Bewerbers aus Sicherheitsgruenden keine Rolle bei der Selektion spielen sollte, ist klar. Warum es unter diesem Gesichtspunkt aber in Ordnung ist, 50kEUR fuer einen self financed ATPL und Type-Ratings zu zahlen, die naechsten 10k EUR fuer pay2fly dann aber ein Sicherheitsrisiko darstellen, ist schwer verstaendlich.

 

Schliesslich dachte ich, dass man Volljaehrig sein muss, um einen ATPL zu bekomme. Koennen Volljaehrige Menschen nicht selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen sie arbeiten wollen?

 

Florian

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Machen wir's doch genau gleich bei Ärzten, inklusive der Spezialistenausbildung zum Chirurgen. Wenn wir dann ins Triemli, CHUV oder in die Insel eingeliefert werden, dann erwartet uns ein eingefleischter Emergency Room Fan, der vom Papa das notwendige Kleingeld erhielt um sich seinen Traum zu erfüllen auch mal das Skalpell ansetzen zu dürfen.

Alles um die Gesundheitskosten runterzubringen, nicht?

Lassen wir doch die Anwärter auf politische Posten in unseren Gemeinden, bis auf Bern, dafür bezahlen dass sie sich dort munter unsere Steuergelder zuschanzen können.....

Hoppala, das geschieht ja schon heute! Seht ihr was für einen Salat dies erzeugt? Die Realsatire zieht ins Cockpit ein.

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Die Frage ist, wann hoert die Ausbildung auf und wo faengt die Arbeit an. Das ist nicht so einfach zu erklaeren, wie einige hier es darstellen.

 

Das der Geldbeutel des Bewerbers aus Sicherheitsgruenden keine Rolle bei der Selektion spielen sollte, ist klar. Warum es unter diesem Gesichtspunkt aber in Ordnung ist, 50kEUR fuer einen self financed ATPL und Type-Ratings zu zahlen, die naechsten 10k EUR fuer pay2fly dann aber ein Sicherheitsrisiko darstellen, ist schwer verstaendlich.

 

Schliesslich dachte ich, dass man Volljaehrig sein muss, um einen ATPL zu bekomme. Koennen Volljaehrige Menschen nicht selbst entscheiden, unter welchen Bedingungen sie arbeiten wollen?

 

Florian

 

Hallo Florian,

 

zuerst zu Deinem "Sicherheitsargument". Die "Selektion" wie Du sie beschreibst, fängt bei einem Flugschüler beim Initial Test an und hört erst auf, wenn er die Lizenz hat. Somit hat die ganze "Selektion" inkl. Ausbildung auf Linie OHNE Blick auf den Geldbeutel zu erfolgen.

Ist ja eigentlich auch kein Problem, steht in dem meisten Aubsildungsverträgen der Airlines drin: bei der Ausbildung bis zum TypeRating muss sich der Auszubildende finanziell beteiligen. Klappt es mit einer Anstellung bei der Airline, kann er das Darlehen über eine bestimmte Zeit abzahlen.

Klappt es wegen "Nicht-Selbstverschulden" nicht mit der Anstellung, wird das Darlehen nicht zurückgefordert (denn dann ist etwas in der Initial-Selektion schief gelaufen).

Damit kommen die jungen Kollegen bei uns nach Linetraining und Final Check mit einer Lizenz und rund 50 - 70 k€ Schulden an.

 

Anderes Training: Flugschulen bieten Kurse an bis ATPL und Type Rating, ohne eine Garantie auf eine Anstellung. Da kommen also (sieh oben) diejenigen durch, welche mind. über einen genug grossen Geldbeutel verfügen (von denen sicher einige sicher auch sehr gut fliegen können). Und so kommen die Jungs und Mädels auf den Markt, die viel Geld in die Ausbildung investier haben. DIe einzige Möglichkeit, dies zurück zu finanzieren ist halt, sich irgendwo (wen auch gegen Bezahlung) die Flugstunden zu holen, die es braucht, um bei einer grösseren Airline besser bezahlt zu werden.

 

Heisst also: verzichtet eine Airline während der Ausbildung (wichtig! = Selektion) auf die weitere Zusammenarbeit mit dem Flugschüler, verliert man einen Mitarbeiter.

Löst eine Fluschule den Ausbildungsvertrag mit einem Flugschüler, verliert man einen sehr gut bezahlenden Kunden.

 

Daraus folgernd hat leider die "Selektion", wie ich sie angesprochen habe, nicht mehr nur mit den reinen Fähigkeiten des Flugschülers zu tun.

 

Nun zu Deinem letzten Satz: volljährig und selber entscheiden. Die Flugschüler, die kein Geld haben, die haben sich entschieden und hören (leider) mit dem Fliegen auf. Die anderen, die mit dm grossen Geldbeutel, kaufen dann auch noch die Linienausbildung und fliegen dann mit Dir als Gast durch die Welt!!!!

 

GUTEN FLUG !

 

Patrick

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50kEUR fuer einen self financed ATPL und Type-Ratings zu zahlen, die naechsten 10k EUR fuer pay2fly

 

Nein, meiner Meinung nach ein riesiger Unterschied: Beim Fliegen für die Airline unter "pay2fly"-Bedingungen sind ja in der Regel hinten weitere 100-300 Personen an Bord, welche "pay2fly"! Und die haben ein Anrecht darauf, dass die Auswahl der Piloten im Cockpit nicht so krass von betriebswirtschaftlichen Aspekten abhängig gemacht wird.

 

Wer Lust und Geld hat, ein ATPL mit allen möglichen Typeratings zu machen, soll das wirklich gerne machen (a-la John Travolta). Auch ich hätte Lust, das eine oder andere Typerating mal so ganz privat anzuhängen.

 

Dass eine Airline FOs einstellen kann, die für das Streckentraining Geld hinlegen, liegt wohl daran, dass es einfach zuviele "frozen ATPL"er gibt, die auf Stellensuche sind. Wenn sich jetzt aber eine Airline von solchen Piloten Geld für's Fliegen geben lässt, hat das nichts mehr mit Sicherheit zu tun, sondern ist reine Abzocke...

 

Aber anscheinend ist der Pilotenjob eben doch immer noch viiiiel zu cool :-).

 

Gruss Martin

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Ich finde wir "Passagiere" sind da nicht ganz unschuldig. Es muss ja immer weiter und billiger in die Ferien gehen. Macht dies noch Sinn oder ist das schon Unsinn?

Nicht das ich jemandem die Flugreise und die Ferien nicht gönnen mag, jedoch alles hat eben seinen Preis. Aus meiner Sicht geschieht hier das gleiche wie bei der Nahrungsmittel Herstellung, immer günstiger produzieren zu wollen um das Produkt möglichts billig auf den Markt zu geben.

Vielleicht sollten die Airlines deklarieren müssen wer im Cockpit sitzt, aber auch da kann geschumelt werden, das wissen wir ja alle!

 

Aus meiner Sicht muss der Konsument bewusster werden, was günstig und billig ist muss genauer angeschaut werden und eventuell muss man bereit sein etwas mehr zu bezahlen oder eben darauf zu verzichten.

 

Mit besten Grüssen

Urs

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Daraus folgernd hat leider die "Selektion", wie ich sie angesprochen habe, nicht mehr nur mit den reinen Fähigkeiten des Flugschülers zu tun.

 

Hier sind wir 100Prozent einer Meinung. Ich wies lediglich darauf hin, dass diese Art der "finanziell beeinflussten Selektion" nocht erst bei Pay2Fly fuer's line training anfaengt, sondern bereits beim self financed ATPL.

 

Wenn wir diesen Einfluss von Geld auf die Wahrscheinlichkeit, Berufspilot werden zu koennen aus Sicherheitsgruenden ausschliessen wollen, dann muessten wir self funded ATPLs verbieten. Aber wer will das schon?

 

Wir muessen einfach akzeptieren, dass es zur Zeit in Mitteleuropa ein sehr krasses Ueberangebot an (frozen) ATPLern gibt. Und so lange es genug von diesen gibt, die gut sind UND sich Pay2Fly leisten koennnen, gibt es (auch aus Sicherheitsgruenden) keinen Grund fuer die Airlines, das Geld was die bezahlen wollen nicht mitzunehmen. Kritisch wird es erst, wenn Airlines nicht geeignete Kandidaten fliegen lassen, weil diese bezahlen - gibt es dafuer Hinweise?

 

Florian

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Ökonomisch ist es ja gar keine Frage - Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.

 

Einige wollen aber partout nicht einsehen, dass das System "Aviatik" halt noch andere Dimensionen als die wirtschaftliche hat; die Sicherheit ist eine Conditio sine qua non. Aus Sicht der Airline würde es mich ziemlich angurken, mit dem Pay2fly Modell nur noch aus ca. 10% des Pilotenpools auswählen zu können. Die anderen 90% sind nämlich nicht zu diesem Sklavenmodell bereit. Schon nur die Tatsache, dass 90% der verfügbaren Piloten für mich unerreichbar sind, schränkt mich extrem ein. Und die Personalauswahl steht nun mal ganz oben auf der Liste der sicherheitsrelevanten Faktoren, ob das einigen hier nun passt oder nicht.

 

Die aberwitzige These, die Pilotenausbildung dauere streng genommen >10 Jahre und rechtfertige ein Ausbildungsentgelt, würde ja für jeden Beruf gelten. Der Arzt oder Ingenieur läuft ebenfalls erst 5 Jahre nach Studiengang zur Hochform auf, deswegen müssen sie nicht gratis arbeiten.

 

Wie gesagt; aus Sicht des Arbeitnehmers ist alles möglich; es wird sich immer jemand finden der gratis fliegt. Ich würde mir aber vor allem als Arbeitgeber sorgen machen.

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Die Passagiere sind selber schuld!

 

Wenn diese Schnäppchenjäger dumm genug sind, für einen Trip schlappe Fr. 150.- zu bezahlen und gleichzeitig gut gewartete Flugzeuge und gut geschulte Piloten wünschen, schreit das nach Rache.

Auch das kann man Natürliche Selektion nennen.

Darwin 2.0; Survival of the smartest.

 

Solange es Firmen wie zum Beispiel die spanische Vueling gibt, welche ihren drittklassigen Piloten ein viertklassiges Salär gibt, dürfen wir uns nicht wundern, wenn künftig vermehrt abgestürzt wird.

 

Ich schlage vor, dass wir hier einmal die Airlines und deren Manager beim Namen nennen. Auch in der Schweiz! Die Presse liest schliesslich mit. Nur so hört diese unglaubliche "pay to fly" Geschichte endlich auf. Um so einen Copiloten-Bezahl-Job zu bekommen, muss man vergleichsweise nichts können. Wenn der Kapitän einen Herzinfarkt erleiden sollte (das kommt vor), ist das in diesem Airliner zwangsläufig tödlich.

 

Ich bin dafür, dass die Airlines mit der härtesten Selektion auch die teuersten Tickets haben darf. Das ergäbe eine neue Sichtweise von "Preis-Leistung". Dazu bräuchte es eine unabhängige Institution, die das laufend überprüft. Und sowas gibt es auch in der europäischen Fliegerei leider nicht.

 

Folglich werden, wenn die Flugzeuge der zweitklassigen Low Cost Carriers in die Jahre kommen, wieder vermehrt Flugzeuge abstürzen. Denn die zweitklassigen Piloten sind dann, mangels Eignungstests, offensichtlich nicht in der Lage einen sicheren Flug mit diesen Seelenverkäufern durchzuführen. Vueling hat übrigens die ältesten A320. Mit Schwarz-Weiss Bildschirmen?

 

Die reichen Söhne und Töchter "Co-Piloten", welche sich so einen Bezahl-Job leisten können, sollten (genau wie auch die Airlines) auf eine Schwarze Liste kommen.

 

Ich persönlich fliege privat nur mit Legacy-Airlines. Plus easyJet Switzerland. Auch die können natürlich Mist bauen. Aber die Chance ist weit geringer.

 

 

Wie ich schon oft geschrieben habe; nicht jeder soll sich zwei, drei Flüge pro Jahr leisten können. Dazu gibt es keine Veranlassung und schon gar kein Grundrecht.

 

Gruss aus Anchorage.

Renato

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... ich habe das ausgerechnet. In meinem ersten Jahr als CMD hat jeder von mir transportierte Pax pro Leg 4.40 SFr für mich bezahlt. Das inklusive Sozialleistungen und sonstige Lohnnebenkosten.

 

Dazu muss man sagen, dass ich wegen meiner Instruktionstätigkeit ein im Vergleich teurer Kapitän bin, weil ich durch die Schulungstätigkeit weniger produktiv bin.

 

Sind da noch Fragen?

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Ich persönlich fliege privat nur mit Legacy-Airlines.

 

Mache ich genauso und gleiches gilt für meine ganze Familie!

 

Der "Normalbürger" (nicht abwertend gemeint!) geht davon aus, dass die Vorgaben von den Luftfahrtbehörden genügend streng sind und keine Airline "unsafe" operieren kann/darf. Man kann ihm das ja auch nicht verübeln...

 

Mit meinem "Insiderwissen" sehe ich das ganze hingegen doch differenzierter.

 

Gruss Martin

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Es kann sich jeder selbst sein Bild hierzu machen. Vielleicht reicht es aber auch, wenn man sich zum Vergleich die Frage stellt, ob man sich von einem Chirurg operieren oder von einem Anwalt vertreten lassen würde, wenn dieser für die Erbringung seiner Leistung ein Entgelt abträte?

 

Bevor man einen Vergleich mit anderen Berufsgruppen anstellen kann, müßten erst Zugang, Ausbildung und Qualifizierungsmerkmale vergleichbar sein. D.h., eine ATPL müßte als Zertifikat analog zum "Dr. jur." oder "Dr. med." oder "Dipl.Ing." auch eine zuverlässige Aussage über die Fähigkeit zur kompetenten und sicheren Berufsausübung nach anerkannten Standards beinhalten.

 

Gruß

Manfred

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Ich bin dafür, dass die Airlines mit der härtesten Selektion auch die teuersten Tickets haben darf. Das ergäbe eine neue Sichtweise von "Preis-Leistung". Dazu bräuchte es eine unabhängige Institution, die das laufend überprüft. Und sowas gibt es auch in der europäischen Fliegerei leider nicht.

 

Das nur an der Pilotenselektion festzumachen ist unlogisch. Dann gleich an der Gesamtsicherheit (denn warum sollte eine Airline mit echt genialen Piloten aber absoluten Schrottmaschinen teurere Tickets verkaufen, als eine mit guten Piloten und Top-Maschinen?)

 

Vorteil: Dafuer gibt es unabhaengige Quellen.

 

Nachteil: Nach dem aktuellen JACDEC-Ranking muessten dann EASYJET (deutlich) und Ryanair (knapp) hoehere Ticketpreise verlangen, als z.B. Swiss...

 

Florian

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