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Direct Entry Captains


Walter_W

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Dann sage ich es mal deutlicher, Josch.

 

Der letzte Satz von Peter ist schlicht Unfug.

Er ist Unfug, weil nur die "Berufsbezeichnung" zur Verantwortung gezogen werden kann, die im Gestz auch genannt wird, das ist der "Manager" nicht. Das ist eine willkürliche Bezeichnung, die für den Vorstandsvositzenden, wie für den Oberkellner anwendbar ist (im "Volksmund" und auf Visitenkarten, die einige Leute befriedigen und dann dafür auf einen Gehaltszuschlag verzichten)...

 

 

Wolkenschieber: Nein, es ist kein Unfug! Jeder kann für seine Tätigkeit in seiner abgegrenzten Verantwortung zur Rechenschaft gezogen werden. Da braucht es keine Bezeichnungen dazu.

 

Irgendwie wird es langsam echt mühsam mit dir, bald jeder Thread wird von Dir okupiert und mit Blödsinn zugedröhnt. Lass es doch bitte bleiben. Willst du eigentlich dieses Forum zerstören?

 

Ich habe diesen Thread gestartet mit der Absicht etwas über die Problematik DEC zu erfahren, aber nicht um deine Ergüsse zu lesen.

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Walter, ich versteh dich nicht, benutze die Ignorierliste. Das Forum gewinnt enorm an Lesbarkeit. Hie und da gibt es dann zwar Threads, die leer sind, aber das ist ja eigentlich auch nicht schade, oder?

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Wolkenschieber

Und ich lese hier um etwas zu erfahren und sehe, dass auf der basis von juristischem Unsinn argumentiert wird.

 

Natürlich haften wir alle, egal ob Pilot oder Würstchenverkäufer aus ganz normalem Haftungsrecht.

 

Hier wird aber die Verantwortung des Piloten hochstilisiert (wo sie auch hingehört) mit juristischem Unsinn.

 

Wenn ein Forum "kaputtgeht" dann auch dadurch !

 

Und die Frage nach dem Auswahlkriterien, die mich auch zum Lesen hier bewogen haben (sonst lese ich hier nicht einmal), ist ein Thema, dass auch außerhalb der Luftfahrt eine große Rolle spielt.

Und das beispiel Ärzte passt da gut. Bisher geht an davon aus, dass das ein Beruf mit so hohen Anforderungen ist, dass eine entsprechende Abiturnote schon mal ein gutes Kriterium ist. Da gibt es mittlerweile aber auch geteilte meinungen und Bestrebungen. Über den Tellerrand schauen heißt das, aber ich bin schon weg !

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Walter, ich versteh dich nicht, benutze die Ignorierliste. Das Forum gewinnt enorm an Lesbarkeit. Hie und da gibt es dann zwar Threads, die leer sind, aber das ist ja eigentlich auch nicht schade, oder?

 

Hey danke, es funktioniert;)

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Wolkenschieber

Letzte Anmerkung,

 

die Haftung des Piloten ist die, die jeden Fahrzeugführer trifft, wenn er sich eines objektiven Fehlers schuldig macht.

 

Eine Firma vor die Wand zu fahren, weil ich einen Markt falsch einschätze, kostet mich meinen Job.

 

Wenn ich in Griechenland Beamte besteche um eine Telefonanlage bauen zu dürfen, dann gehe ich selbst, wenn das "erfolgreich" war, dafür in den Knast, und werde schadenersatzpflichtig bis zum Existenzminimum, wenn es der Richter so will.

 

Gegroundet bin ich dann ohnehin, denn es wird mich niemand mehr einstellen; allenfalls als Würstchenmanager.

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Es ist richtig amüsierend hier zu lesen als Laie. :D:D:D:D:D

Wobei, ein bisschen weiß man auch schon.

Gerade deshalb muss man ja nicht alles glauben....:D:D

 

War mal ein gutes Forum, mittlerer weile, höchstens Mittelmaß

 

 

Vatertags-Grüße

 

Manni

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......

Ein "Alter Copi" ist unzweifelhaft ein Hinweis darauf, dass er nicht Captain ist. Oder wie willst du das drehen? Bei Easy Jet und Ryanair wird man spätestens mit 30 Captain, falls man in jungen Jahren eingetreten ist.

......

 

Und ich dachte immer, sie wären in erster Linie Opfer des Senioritätsprinzips, nachdem sie unfreiwillig die Firma wechseln mußten.

 

Gruß

Manfred

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.......

Während der Pilot in aller Regel nur sein Berufsausübungsrecht verliert, haftet der "Manager" unbegrenzt, bis zum Existenzminimum, mit seinem persönlichen Vermögen.

....

.

 

....und nur so ganz nebenbei haftet ein Pilot bei jedem Flug noch mit seinem Gewissen für das Leben der im anvertrauten Passagiere.

 

Gruß

Manfred

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Wolkenschieber

Manfred, dir antworte ich, weil ich da sehe, wo der Punkt ist.

 

Mir geht es doch nicht darum hier zu zeigen, was ich alles weiß (oder nicht). Die Kriterien für die Personalauswahl müssen sich doch an den Anforderungen orientieren, die der Beruf mit sich bringt.

 

Das ist ein hochinteressantes Feld.

 

Die Anforderungen an einen Piloten sind natürlich extrem hoch, weil sie einen besonderen Charakter verlangen. Er führt eine Tätigkeit aus, die streng reglementiert, kaum Freiraum für individuelle Entscheidungsspielräume lässt, aber die kleinste Nachlässigkeit führt in die Katastrophe.

 

So jetzt wäre es interessant zu erfahren, welche Kriterien das sind. Dann hebt Peter aber auf Gründe ab, die ich nicht ernsthaft glauben mag.

 

Den Alkoholiker, den ich vom Autofahren abhalten will, weil es auch mein Leben kosten kann, grounde ich nach der Alkoholfahrt und im Wiederholungsfall ziehe ich ihn dauerhaft aus dem Verkehr.

 

Dem Piloten, dem ich "drohen" muss, dass er seinen Job verliert, wenn er nicht sorgfältig arbeitet, den schicke ich lieber gleich in die Würstchenbude.

Er hat keinen Ermessensspielraum ! Er muss schlicht funktionieren, das ist banal, aber eine besondere Herausforderung. Es soll Piloten gegeben haben, die 150nm über das Ziel hinausgeschossen sind, weil sie auf dem Schoß ihre Urlaubsplanung gemacht haben. Solche Typen muss ich aussortieren, Dazu muss ich sie bei der Auswahl erkennen und dafür gibt es recht gutes Handwerkszeug.

 

Der "Manager" hat einen Ermessensspielraum, den er nutzen muss, sonst könnte ich das einen Affen machen lassen. Dieser Ermessensspielraum ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Die Auswahlkriterien für diesen Typ Manager sind so ziemlich das Gegenteil von dem, was den guten Piloten ausmacht.

 

Trotzdem hat er seine Gesetze, Regeln, Geschäftsführeranweisungen, die er beachten muss.

 

Der Pilot muss seine Maschine "abstellen", wenn er am Ende seiner "Lenkzeit" angekommen ist.

 

Der LKW Fahrer manipuliert seine Tachoscheibe oder überschreitet die Lenkzeiten, weil er seinen Job verliert, wenn die Zeitung oder die Apfelsinen morgens nicht im Regal liegen. nEr und der Disponent, der sich auch Manager nennen darf und seinen Job verliert, wenn er merkt, dass der Fahrer "ernst" macht, wandern in den Knast. Und jetzt Statistiker vor, wie viele Piloten sitzen und wie viele Disponenten und Fahrer.

 

Wird nicht deutlich, worauf ich hinauswill ?

 

Corpsgeist oder was auch immer, sind denkbar schlechte Voraussetzungen. Im Cockpit wünsche ich (!) mir zwei, die sich hinsichtlich jedes Fingerzuckens beobachten. Jeden Fehler ansprechen, sich nicht zurücknehmen, wenn da 1400 Stunden neben 14.000 sitzen.

 

Teneriffa ist passiert, weil der Captain als Freigabe gewertet hat, was keine war und der Copi nicht den Arsch in der Hose hatte, ihm (richtig und energisch) zu widersprechen.

 

 

Nachtrag:

 

Je weniger gut die sich kennen, um so besser.

Wenn der Senior den Junior beurteilt (gibt es da ?), dann hat das so zu geschehen, dass der Betroffene nicht nur kenntnis davon erhält, sondern direkt dabe ist um seine Sicht darzulegen. Dann relativiert sih zum einen etwas und der 1400er muss sich auch nicht fürchten, dem 14000 zu sagen, wenn er anderer Meinung ist.

 

Aber ich habe keine Ahnung und bin weg.

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Und ich dachte immer, sie wären in erster Linie Opfer des Senioritätsprinzips, nachdem sie unfreiwillig die Firma wechseln mußten.

 

Das gibt es natürlich auch. Oder noch schlimmer: Sie waren wohlangesehene und gut qualifizierte Captain, mussten die Firma wechseln und mussten dann dank Senioritätsbedingungen wieder ganz unten anfangen.

 

Meistens stellen jedoch klassische Airlines nur junge Leute ein. So ab 30 ist Schluss, oft schon vorher. Wäre auch mal was man als Altersdiskriminerung vor Gericht bringen müsste. Diese Altersklauseln sind übrigens oft auch aus Gründen der Seniorität so: Ältere Kandidaten können gar nicht eingestellt werden, weil sie es vor der Pensionierung gar nicht mehr zum Upgrading schaffen würden. Also ein weiterer Verlust an (je nachdem) Kompetenzen.

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........

Je weniger gut die sich kennen, um so besser.

.......

 

.

 

Dieses Prinzip gibt es m.W, auch in anderen Berufsgruppen. Auch Streifenwagenbesatzungen sollen ja angeblich bewußt so gewürfelt werden, daß sich keine zu große Vertrautheit einstellen kann. Oder überall, wo Korruption eine Versuchung sein könnte.

Eigentlich ein Armutszeugnis für "unsere" Welt.

 

In einer idealen Welt würde ich mir als Idealpartner - egal ob im Cockpit oder - jetzt hypothetisch - im Streifenwagen eine "Bruder im Geiste" wünschen, den ich durch und durch kenne und einschätzen kann. Schöner kann arbeiten nicht sein :eek:

 

Gruß

Manfred

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Bei Easy Jet und Ryanair wird man spätestens mit 30 Captain, falls man in jungen Jahren eingetreten ist.

 

Du weisst doch wie das ist, Dani. Passagiere wollen alte Kapitäne und junge Flight Attendants, nicht andersherum.... :-)

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Dieses Prinzip gibt es m.W, auch in anderen Berufsgruppen. Auch Streifenwagenbesatzungen sollen ja angeblich bewußt so gewürfelt werden, daß sich keine zu große Vertrautheit einstellen kann. Oder überall, wo Korruption eine Versuchung sein könnte.

Eigentlich ein Armutszeugnis für "unsere" Welt.

Im Cockpit geht es nicht um Korruption, sondern darum, dass die Prozeduren eingehalten werden. Wenn zwei Piloten über längere Zeit in der gleichen Zusammensetzung fliegen, dann ist es beinahe unvermeidlich, dass sich "private Prozeduren" einschleichen. Und das geht dann sofort auf Kosten der Sicherheit.

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Im Cockpit geht es nicht um Korruption, sondern darum, dass die Prozeduren eingehalten werden. Wenn zwei Piloten über längere Zeit in der gleichen Zusammensetzung fliegen, dann ist es beinahe unvermeidlich, dass sich "private Prozeduren" einschleichen. Und das geht dann sofort auf Kosten der Sicherheit.

 

Danke Fritz, das habe ich schon verstanden. Ich glaube trotzdem daran, daß ein gut eingespieltes team besser funktinieren kann als eines, das sich "professionell" arrangiert, aber im Grunde nicht ausstehen kann. Aber deshalb wird ja nach durch ein "Fenster" selektiert, damit sich möglichst alle "gut riechen können" ;)

 

Gruß

Manfred

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Ich glaube trotzdem daran, daß ein gut eingespieltes team besser funktinieren kann als eines, das sich "professionell" arrangiert, aber im Grunde nicht ausstehen kann.

 

Mit Betonung auf "kann"!

 

Es geht aber bei Fluglinien nicht darum, wie gut das beste Team miteinander funktioniert, sondern darum, wie gut das schlechteste Team zusammenarbeitet. Die schlechteste Cockpitcrew definiert das Sicherheitsniveau der Fluglinie.

 

Florian

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Wolkenschieber

Insofern war das Beispiel der Schraubenfabrik ein gutes und ein schlechtes zugleich.

 

Zunächst ist das Flugzeug nicht die Schraubenfabrik, sondern diese die Airline.

Das Flugzeug ist die Präzisionsdrehbank, auf der hochfeste Schrauben gedreht werden, die höchsten Anforderungen genügen müssen. In der Lenkung von Fahrzeugen, im Stahlbau von Hochhäusern und meinetwegen in Flugzeugen.

 

Der da an der Drehbank steht, ist ein Spezialist. Die Anforderungen an sein Maschinenverständnis und an sein Arbeitsethos sind durchaus mit denen eines Piloten zu vergleichen (strukturell).

 

Der "Manager" der Schraubenfabrik steht mit dem ersten Bein im Knast, wenn er seinen Betrieb so organisiert, dass sich da Buddys gegenseitig kontrollieren. Er übergibt die Kontrolle in aller Regel extern an eine Gesellschaft, die ihrerseits wieder dafür spezialisiert ist.

 

Das Flugzeug stellt also nur insofern eine Besonderheit dar, weil ich da die einzelne Entscheidung halt nicht zunächst extern überprüfen kann.

 

So, und das ist die Grundlage, auf der man Sinnhaftigkeit von Senioritätsprinzipien, Seiteneinstieg oder was auch immer diskutieren kann.

 

Alles andere sind subjektive Befindlichkeiten, die dann wieder vom Management zu lösen sind. Ob der Pilot sich wohlfühlt und davon abhängig macht, dass er funktioniert, hatten wir schon.

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Wolkenschieber
Du weisst doch wie das ist, Dani. Passagiere wollen alte Kapitäne und junge Flight Attendants, nicht andersherum.... :-)

 

Das ist der nächste Irrtum, zumindest gilt das nicht für diejenigen, die es bis zum 70ten überlebt haben.

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Wolkenschieber

Zumüllen beginnt damit, sich nicht mit Argumenten auseinanderzusetzen.

 

Also Entgegnungen mit Argumenten, sonst ignorieren, da bleibt es bei meiner Aufforderung und Einladung, das unbedingt zu tun, mich zu ignorieren.

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@Wolkenschieber,

 

Auseinandersetzung mit Argumenten in allen Ehren, aber deine ad absurdum geführten Vergleiche von eh allem sind mühsam.

In der Luftfahrt geht's oft auch darum, sich kurz und bündig auszudrücken. Beispiel Approach Briefing. Wenn einer zu viel redet hört doch niemand mehr zu.

 

Du formulierst deine Gedanken gerne unfasssssssbar ausführlich. We get it.

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Wolkenschieber

Offensichtlich nicht, denn die Schraubenfabrik ist nicht auf meinem Mist gewachsen.

 

Nur solche Vorlagen, die eine ziemliche Ahnungslosigkeit vermuten lassen, was sich außerhalb des Cockpits zuträgt, muss man natürlich aufnehmen. Denn was nutzt es, wenn auf der basis falscher Voraussetzungen diskutiert wird ?

 

Da müsstet ihr gelegentlich über den Schatten springen.

 

Und gegen jedes Argument lässt sich ein anderes, eventuell stärkeres setzen.

Nur die kommen in der Regel nicht, sondern irgendwelchen dummen Sprüche.

 

Das Problem der Seiteneinsteiger ist doch kein Luftfahrt exklusives.

 

Es greift auch in der normalen Wirtschaft aus unterschiedlichsten Gründen um sich.

 

Dies Gründe muss man diskutieren, wenn man dem Thema gerecht werden will.

 

Nur Sicherheit davon abhängig machen, dass ich mich "wohl" fühle; da ziehts mir die Schuhe aus. Ist es ein Privileg von Piloten, dass das Leben gelegentlich unglücklich macht ?

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@ Wolkenschieber: Es geht ja nicht nur ums "Wohlfühlen" aber da fehlt dir denk ich der Einblick hinter die Kulissen.

 

Du hast weiter oben geschrieben das Manager mit allem haften in einigen Fällen bis zu ihrem Existenzminimum.

Das möchte ich gerne glauben weil es mich freuen würde wenn es so wäre.

 

Kannst du da Beispiele aufführen? Nicht zwingend prominente Beispiele.

 

Gruß

Florian

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Dem Piloten, dem ich "drohen" muss, dass er seinen Job verliert, wenn er nicht sorgfältig arbeitet, den schicke ich lieber gleich in die Würstchenbude.

Er hat keinen Ermessensspielraum ! Er muss schlicht funktionieren, das ist banal, aber eine besondere Herausforderung. Es soll Piloten gegeben haben, die 150nm über das Ziel hinausgeschossen sind, weil sie auf dem Schoß ihre Urlaubsplanung gemacht haben. Solche Typen muss ich aussortieren, Dazu muss ich sie bei der Auswahl erkennen und dafür gibt es recht gutes Handwerkszeug.

 

.

 

 

 

 

Bernd, du scheinst unfehlbar zu sein.

Deswegen hast du möglicherweise auch immer deinen Job behalten und Karriere machen können, so hoffe ich wenigstens. Aber vielleicht hast du auch einfach nur Vorgesetzte gehabt, welche jahrelang sehr geduldig mit dir waren. Man weiss so wenig.

 

Ich habe, wie auch viele andere User hier im Forum, eine Engelsgeduld mit dir. Nun könnte ich dich, schwupps, auf die Ignorierliste tun. Damit wäre das Problem für mich gelöst. Aber das Forum als solches würde davon kaum profitieren.

 

Du bist so an die zwanzig Jahre älter als ich und brauchst doch weiss Gott keine Bestätigung mehr. Von wildfremden Menschen sowieso nicht. Glaube mir, auch ich würde ab und zu gerne dem einen oder anderen meine Meinung aufs Auge drücken. Aber das geht heutzutage nicht mehr so einfach, wie damals, vor Jahrzehnten. Das ist auch völlig in Ordnung. Das Internet gibt heute jedem die Möglichkeit, sein nicht so fundiertes Wissen mit Wikipedia und Google anzureichern. Ob dadurch die Wahrheit gefunden wird, steht in den Sternen.

 

Und um diese neu gewonnene Erfahrung mit der vorläufigen Wahrheit dann auch hilfreich in ein Forum mit einzubringen, bedeutet, dass man sich zwangsläufig aufs Glatteis begibt. Es gibt, speziell in einem technischen Forum wie hier, eine ganze Menge von Leuten, welche aus jahrelanger, eigener Erfahrung berichten können. Diese Erfahrungen sind in den meisten Fällen subjektiv höher zu werten, als die gegoogelten oder wikipediaten Halbwahrheiten.

Nun bezichtige ich dich nicht als Vertreiber solch billig angeschwemmten Gutes. Als Jungspund möchte dir aber, nichtsdestotrotz, etwas ans Herz legen; in der Fliegerei allgemein, oder wie in dem hier behandelten Thema (DEC/ Verantwortung) im Speziellen, gibt es eine Dimension, welche sich nicht mit Schraubenverkäufern, Politikern oder Bankmanagern vergleichen lässt. Es ist die Dritte Dimension. Hoch oben auf 10`000 Metern mit einem Affenzahn unterwegs, wird ein an sich kleines Problem schnell einmal etwas grösser.

Wenn man beruflich und täglich mit der Dritten Dimension zu tun hat, wiegt die Erfahrung weit höher als die hehren Paragrafen eines Staatsanwaltes. Leider nur genau so lange, bis sich dieser Staatsanwalt mit einem Fall befassen muss.

 

Nach einem Unfall hat nämlich der Staat, die Firma, die Angehörigen der Opfer und die Öffentlichkeit (du) eine Unmenge von Paragrafen bereit, um dem Kapitän die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Ich selber arbeite in einer Firma, welche uns fast täglich mit neuen juristischen Schlaumeiereien aufmuntert, niemals etwas zu vergessen und immer nach neuesten Procedures, Gesetzen, guter Airmanship und of course den Gesetzen der Ökonomie unser Passagierflugzeug von A nach B zu steuern.

 

Was dabei geflissentlich vergessen wird, ist die Dritte Dimension.

Ich erkläre sie dir, Bernd. Im Gegensatz zu den genannten Berufen bewegt sich unser Bürostuhl mit Aussicht zwischen null und tausend Stundenkilometern. Wir können bereits bei null km/h eine Menge falsch machen, wie jeder andere Büroangestellte auch. Nur nehmen wir diese noch nicht erkannten Fehler möglicherweise mit in die Luft. Oder es entsteht eine Fehlentscheidung bei 1000 km/h über dem Pazifik. Da hilft keine kurzfristig anberaumte Management-Krisensitzung bei Kaffee und Kuchen. Da erwarten 400 zahlende Passagiere, dass alles richtig, und zwar sofort richtig, gemacht wird. Da erwartet eine Firma, dass das 300 Millionen Dollar Flugzeug nach allen Regeln der aviatischen Kunst und ohne Lackschaden pünktlich heimkehrt. Ohne dass CNN etwas davon erfährt und kein Spotter ein fehlendes Blech am Rumpf erkennt und es als Trophäe brühwarm auf http://www.airliners.net postet.

 

In diesem Umfeld die richtigen Leute zu finden, ist in der Tat nicht so einfach, wie einen guten Manager zu finden. Ob man dann tatsächlich ein guter Pilot war, lässt sich erst bei einem Notfall oder vielleicht bei der Pensionierung feststellen. Capt Sullenberger war immer ein guter Pilot, wäre aber ohne seinen Hudson River Surf eine graue Maus geblieben. Wie abertausende Piloten auch.

 

Würden die Schraubenverkäufer, Politiker und Bankmanager nur wenigstens halb so sorgfältig wie Pilotinnen und Piloten arbeiten, wären wir einer vollkommenen Welt schon ein grosses Stück näher. Würden in anderen Berufsgattungen (z.B. Ärzte) dann auch noch alle paar Monate ein Wissens-Check durchgeführt, würden tausende Menschen ihren Spitalaufenthalt überleben, ihren Job beim Schraubenverkäufer behalten und ihr Geld nicht an der Börse verbraten lassen. Politiker mag ich gar nicht erwähnen.

 

Noch was zur Haftung des Kapitäns, im Vergleich zum Manager:

Er zahlt den ultimativen Preis für sein Vergehen. Oder bezahlt für das Vergehen seiner Airline; oder des Flugzeug-Herstellers, weil das Design seine Fehler überhaupt erst ermöglichte/förderte. Allerdings sterben auch die Passagiere mit ihm.

 

 

Der "Manager" hat einen Ermessensspielraum, den er nutzen muss, sonst könnte ich das einen Affen machen lassen. Dieser Ermessensspielraum ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Die Auswahlkriterien für diesen Typ Manager sind so ziemlich das Gegenteil von dem, was den guten Piloten ausmacht.

 

Pilot = Affe?

Bernd, her mit der Banane, du Mensch.

 

 

Um wieder auf das Thema "Direct Entry Captains" zurück zu finden: Ich denke, dass man mit sorgfältiger Überprüfung der Records und eines zielführenden Gesprächs mit einem Psychologen oder einer Psychologin durchaus in der Lage ist, einen Direct Entry Kandidaten zu finden, welcher sich in die Swiss-Philosophie einbinden lässt. Unsere Firma hat diesbezüglich gute Erfahrungen gemacht. Die Direct Entry Kapitäne, welche die drei Monate dauernde Firmen-Einführung überstanden haben, bleiben oft für lange Zeit hier. Bis zur Pension. Zur vollen Zufriedenheit des Top-Managements, übrigens.

 

Allerdings, das muss gesagt sein, verstehe ich auch die Aeropers!

 

 

 

Gruss aus Vancouver.

Renato

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Kannst du da Beispiele aufführen? Nicht zwingend prominente Beispiele.

 

Laut Aussage der Wirtschaftswoche werden alleine in Deutschland derzeit gegen 20.000 Manager Schadenersatzforderungen von ihren Unternehmen erhoben.

 

Namentlich bekannt sind natürlich nur die prominentesten Beispiele, z.B.

Werner Schmidt (LBBW und BayLaBa), Hakan Samuelsson (MAN), Heinrich von Pierer (Siemens), ...

In all diesen Fällen geht die Forderung um deutliche Millionenbeträge über die D&O-Versicherungssumme hinaus.

 

Wenn Du noch mehr Beispiele suchst, dann wirst Du im Internet reichlich fündig.

 

Das sind wohlgemerkt alles Fälle, bei denen neben der (fristlosen) Kündigung noch zusätzlich Schadenersatzforderungen erhoben wurden. Fälle in denen Manager wegen Fehlern "nur" ihren Job verloren haben sind kaum zählbar.

 

Soweit die Fakten.

 

Jetzt wäre es nett, wenn Du Deinerseits Beispiele/Fakten bringst, wie viele Flugkapitäne in Deutschland schon persönlich für Fehler gehaftet haben.

 

Gruss,

Florian

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.....

Jetzt wäre es nett, wenn Du Deinerseits Beispiele/Fakten bringst, wie viele Flugkapitäne in Deutschland schon persönlich für Fehler gehaftet haben.

 

Gruss,

Florian

 

Ich möchte der Antwort nicht vorgreifen, sondern nur meinen Senf dazugeben.

Wenn man Sicherheit als die Hauptaufgabe eines Piloten begreift - alles andere ist ja sowieso schon weitgehend Computern übertragen - dann ist der einzig wirklich wesentliche Fehler, den er machen kann, einer, der einen Crash zur Folge hat. Und da ist er immer dabei, mit Leib und Leben.

 

Gruß

Manfred

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.....

Nur Sicherheit davon abhängig machen, dass ich mich "wohl" fühle; da ziehts mir die Schuhe aus. Ist es ein Privileg von Piloten, dass das Leben gelegentlich unglücklich macht ?

 

Wenn du dich detaillierter mit der Historie von Flugunfällen befassen wolltest, würdest du sicher auf einige stoßen, wo hochgradige "Spannungen" im Cockpit als primäre, oder zumindest sekundäre Unfallursache ermittelt wurden.

 

Vielleicht können alte "Swissair"ianer noch bestätigen, was ich glaube, schon vor etwas längerer Zeit mal gelesen zu haben. Es soll dort im Rahmen einer hochentwickelten Sicherheitskultur üblich gewesen sein, daß ein Pilot mit "persönlchen Problemen" bis zu 14 Tage vom Dienst freigstellt werden konnte, um sein Leben wieder in die Bahn zu bringen.

 

Gruß

Manfred

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