Trini_Tom Geschrieben 9. Juli 2024 Geschrieben 9. Juli 2024 On 7/8/2024 at 1:52 PM, Tis said: Immerhin haben/werden die "Lückenfüller" aber eine fabrikneue Kabine erhalten, inkl. modernen Sitzen mit USB-Ports. Ein paar mehr Infos dazu und Video-Eindrücke gibt's noch hier: https://skynews.ch/allgemein/helvetics-erste-e195-e1-der-film/ Liebi Grüess Tis Und was war da noch mit einer fehlenden galley? Zitieren
Peter Gloor Geschrieben 18. Juli 2024 Geschrieben 18. Juli 2024 Am 5.7.2024 um 17:32 schrieb FalconJockey: Man würde denken, dass man diese Probleme inzwischen im Griff hätte! Früher hiess es noch stolz: Pratt and Whitney, Dependable Engines. Auf ihrem Logo. Zitieren
Phil Geschrieben 1. Januar 2025 Geschrieben 1. Januar 2025 Gemäss Skyliner Aviation sollte bald eine weitere Embraer E195 zur Helvetic-Flotte stossen. Es handelt sich dabei um MSN 19000671, ex G-NSEY von Aurigny Airlines, welche gemäss der Website aktuell in East Midlands umgemalt wird. Ist das erste Mal, dass ich davon lese. Kann das jemand bestätigen? Das wäre dann die 5. E195 in der Helvetic-Flotte und 23. Embraer insgesamt, wobei aber momentan auch 6 E190-E2 stillgelegt sind aufgrund der Triebwerkprobleme von Pratt & Whitney. Zitieren
Lubeja Geschrieben 17. November 2025 Geschrieben 17. November 2025 Spannend - Helvetic kauft nochmal drei E195-E2 und sichert sich Optionen für weitere fünf: https://www.flightglobal.com/airlines/embraer-secures-e-jet-orders-from-air-cote-divoire-and-helvetic/165341.article ...während dem immer noch mehrere E2's mit kaputten Treibern am Boden stehen?!? Zitieren
cosy Geschrieben 18. November 2025 Geschrieben 18. November 2025 Vielleicht durch einen unwiderstehlichen Beruhigungs-Rabatt auf Folgebestellung angebissen? (analog Boeing nach MAX Grounding..) Cosy Zitieren
Maxrpm Geschrieben 20. November 2025 Geschrieben 20. November 2025 On 11/17/2025 at 12:54 PM, Lubeja said: ...während dem immer noch mehrere E2's mit kaputten Treibern am Boden stehen?!? Es geht schneller eine neuen E2 zu bekommen als die alten PW1500 repariert und damit einen alten E2 zu fliegen zu bringen. Das liegt daran, dass die Produktion von neuen Triebwerken Priorität vor der Reparatur bei PW hat. Wolfgang Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben 20. November 2025 Geschrieben 20. November 2025 vor 48 Minuten schrieb Maxrpm: Es geht schneller eine neuen E2 zu bekommen als die alten PW1500 repariert und damit einen alten E2 zu fliegen zu bringen. Das liegt daran, dass die Produktion von neuen Triebwerken Priorität vor der Reparatur bei PW hat. Und was dann? Sind ja wieder die gleichen Triebwerke oder seh ich das falsch? Was wenn die wieder kaputt gehen? Ehrlich gesagt, ich verstehe nicht wie neue Triebwerke in solche Probleme geraten können, die ganze Flotten ins grounding zwingen. Ist es ein Zufall, dass die PW Probleme wie auch die Boeing Probleme aus US Produktion kommen? Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass die ein massives Qualitätsproblem haben mit ihren Luftfahrtprodukten in letzter Zeit. Zitieren
Maxrpm Geschrieben 20. November 2025 Geschrieben 20. November 2025 6 hours ago, Urs Wildermuth said: Und was dann? Sind ja wieder die gleichen Triebwerke oder seh ich das falsch? Was wenn die wieder kaputt gehen? Ehrlich gesagt, ich verstehe nicht wie neue Triebwerke in solche Probleme geraten können, die ganze Flotten ins grounding zwingen. Ist es ein Zufall, dass die PW Probleme wie auch die Boeing Probleme aus US Produktion kommen? Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass die ein massives Qualitätsproblem haben mit ihren Luftfahrtprodukten in letzter Zeit. Nein das sind nicht die gleichen Triebwerke. Die jetzt produzierten PW1500 sollten haben bereits die notwendigen Verbesserungen insbesondere bei Temperature Coating. Auf diesen Standard müssen die alten Treibwerke durch die Reparatur erst gebracht werden. Die Warteschlange ist derzeit Jahrelang. Ich glaube nicht, dass man PW mit Boeing vergleichen kann. Boeing hat tatsächlich ein Qualitaetsproblem. PW hat das Triebwerk einfach zu schnell auf den Markt gebracht. Der Druck nach Treibstoff Ersparnis und damit CO2 Reduktion war einfach zu gross. Mit drei Jahren mehr Entwicklungszeit gäbe es eine grossen Teil der derzeitigen Probleme nicht. Wolfgang 2 Zitieren
Tigerstift1 Geschrieben 15. Dezember 2025 Geschrieben 15. Dezember 2025 Am 17.11.2025 um 12:54 schrieb Lubeja: Spannend - Helvetic kauft nochmal drei E195-E2 und sichert sich Optionen für weitere fünf: https://www.flightglobal.com/airlines/embraer-secures-e-jet-orders-from-air-cote-divoire-and-helvetic/165341.article ...während dem immer noch mehrere E2's mit kaputten Treibern am Boden stehen?!? Flottenupdate Helvetic Airways – Stand 15. Dezember 2025 In der Zwischenzeit haben die zwei ältesten Embraer E190 die Helvetic-Flotte verlassen: HB-JVM wurde bereits am 14. November 2025 nach Polen überführt und dort einem Teardown unterzogen. HB-JVN folgte heute, am 15. Dezember 2025, und wird ebenfalls ein zweites Leben als Ersatzteilspender erhalten. Somit verfügt Helvetic Airways aktuell über eine Flottengrösse von 20 Flugzeugen, wovon sich drei weiterhin im Long-Term-Parking in Portugal befinden. Allerdings steht die HB-AZF bereits in den Startlöchern, um wieder in den aktiven Service zurückzukehren. Mit dem Abgang der beiden ältesten E190 hat Helvetic ihre angestrebte optimale Flottengrösse von 20 Flugzeugen erreicht. Die ausgemusterten Flugzeuge fliessen als Ersatzteilquelle zurück in den Markt und unterstützen so indirekt die weltweite E190-Flotte, während Helvetic ihren Fokus klar auf Flottenmodernisierung und Effizienz legt, was auch notwendig ist im Hinblick auf die Übernahme der kompletten LCY-Operationen sowie der TLV-Nachflüge. Quelle: https://www.ejs.aero/2025/11/17/ejs-purchase-2x-new-e190s/ https://www.linkedin.com/posts/executive-jet-support-limited_e190-landing-gears-activity-7406286987722113024-TuAk https://sites.google.com/view/europeanairlinefleets/others/helvetic-airways 4 Zitieren
Lubeja Geschrieben 16. Dezember 2025 Geschrieben 16. Dezember 2025 vor 17 Stunden schrieb Tigerstift1: ein zweites Leben als Ersatzteilspender Echte Flugzeugfans bezeichnen das nicht als zweites Leben, sondern als Leichenfledderei 1 Zitieren
Lubeja Geschrieben 5. März Geschrieben 5. März Helvetic hilft diesen Sommer bei Condor auf den City-Strecken aus: https://www.aerotelegraph.com/airlines/condor-arbeitet-fuer-staedte-fluege-mit-helvetic-airways-zusammen-embraer-e190-nach/mp4nx8m 2 Zitieren
MHGDUSZRH Geschrieben 6. März Geschrieben 6. März vor 16 Stunden schrieb Lubeja: Helvetic hilft diesen Sommer bei Condor auf den City-Strecken aus: https://www.aerotelegraph.com/airlines/condor-arbeitet-fuer-staedte-fluege-mit-helvetic-airways-zusammen-embraer-e190-nach/mp4nx8m Spannend wäre zu wissen, ob Helvetic da vorher die «Erlaubnis» von Swiss oder der LHG eingeholt hat. Ist ja Unterstützung der direkten Konkurrenz ... Zitieren
FalconJockey Geschrieben 6. März Geschrieben 6. März Naja, wenn sie durch die Konkurrenz noch mehr Geld für die Lusthansa Gruppe reinholen können, ist das doch nicht einmal die Frage wert. Condor verbrennt extrem viel Geld mit ihrem Traum vom Netzwerkcarrier und muss bis Ende des Jahres hunderte Millionen an Subventionen zurückzahlen. Das wird eng. Also ist es doch schlau, wenn die LH Gruppe da noch Geld rauszieht und beim Gang zum Richtplatz hilft. Zitieren
pinball Geschrieben 6. März Geschrieben 6. März vor 9 Stunden schrieb FalconJockey: Naja, wenn sie durch die Konkurrenz noch mehr Geld für die Lusthansa Gruppe reinholen können, ist das doch nicht einmal die Frage wert. Condor verbrennt extrem viel Geld mit ihrem Traum vom Netzwerkcarrier und muss bis Ende des Jahres hunderte Millionen an Subventionen zurückzahlen. Das wird eng. Also ist es doch schlau, wenn die LH Gruppe da noch Geld rauszieht und beim Gang zum Richtplatz hilft. Verstehe die Antwort nicht genau - wieso Geld für die LH Gruppe reinholen? Helvetic ist ja nicht Teil der LH Gruppe. Zitieren
FalconJockey Geschrieben 7. März Geschrieben 7. März Okay, das habe ich falsch geschrieben: Du hast völlig Recht, dass Helvetic nicht Teil von LHG ist. In diesem Fall kann ja Helvetic eh tun was sie wollen, weil sie als ACMI auftreten. Günstig werden sie als Schweizer Airline nicht sein - das dürfte LHG freuen, weil Condor so noch mehr Geld ausgeben muss. Zitieren
Tigerstift1 Geschrieben vor 1 Stunde Geschrieben vor 1 Stunde Von Magenta zu Embraer E2: Wie Helvetic Airways ihren Platz in Europas Luftfahrt fand Seit zwanzig Jahren gehört Helvetic Airways Rosmarie und Martin Ebner. In dieser Zeit entwickelte sich die einstige Herausforderin mit magentafarbenen Fokker 100 zu einer eigenständigen Schweizer Luftfahrtgruppe. Ihre Geschichte erzählt von unternehmerischem Mut, einer grundlegenden Neuausrichtung und der Fähigkeit, in einem hart umkämpften Markt eine passende Nische zu finden. Wer sich an die Anfänge von Helvetic Airways erinnert, hat vermutlich zuerst eine Farbe vor Augen: Magenta. Die Fokker 100 waren auf dem Flughafen Zürich kaum zu übersehen. Dazu kam ein einprägsames Preisversprechen: ursprünglich 99 Euro pro einfacher Strecke, zuzüglich Flughafengebühren und unabhängig vom Buchungszeitpunkt. Euro, wohlgemerkt – die gelegentlich erinnerten «99-Franken-Tickets» haben sich im Rückblick offenbar ihre eigene Wechselkursgeschichte geschrieben. Die eigentliche Unternehmensgeschichte begann allerdings früher und weniger farbenfroh. Odette Airways nahm im Dezember 2001 zunächst unter der Betriebsbewilligung der Crossair den Flugbetrieb auf und flog ab Februar 2002 mit eigenem Air Operator Certificate. Mit einer McDonnell Douglas MD-83 bediente die kleine Chartergesellschaft anfangs Pristina. Im November 2003 ging daraus unter neuer Führung Helvetic Airways hervor. Das bisherige Chartergeschäft erhielt mit einem eigenen Linienangebot eine neue Dimension; die Fokker 100 wurde zum Gesicht des Aufbruchs. Hinter dem Konzept standen unter anderem Peter A. C. Blum und Peter Pfister. Internetbuchung, eine überschaubare Flugzeuggrösse und ein verständlicher Preis sollten das Fliegen vereinfachen. Bereits 2004 betrieb Helvetic sieben Fokker 100. Doch Bekanntheit und wirtschaftlicher Erfolg entwickelten sich unterschiedlich schnell. Pfister sprach damals offen über unzureichende Auslastung und Verluste. Ein Einheitspreis war leicht zu kommunizieren; unterschiedliche Streckenlängen, Betriebskosten und Nachfragesituationen liessen sich damit deutlich schwerer bewältigen. Der entscheidende Wendepunkt kam im März 2006. Rosmarie und Martin Ebner übernahmen im Zuge einer finanziellen Sanierung über ihre Beteiligungsgesellschaft Patinex sämtliche Anteile. Damit begann jene Eigentümerära, die 2026 ihr zwanzigjähriges Bestehen feiert. Im Dezember 2006 stellte Helvetic auch äusserlich die Weichen neu: Rot, Weiss und Silbergrau sowie das Schweizerkreuz am Heck lösten den bisherigen Auftritt ab. Die nachhaltigere Veränderung fand im Geschäftsmodell statt. Am 1. November 2006 führte eine Fokker 100 erstmals einen Flug für SWISS durch: LX390 von Zürich nach Manchester. Daraus entstand eine Partnerschaft, die Helvetic bis heute prägt. Die Airline fand eine Aufgabe, für die ihre Flugzeuggrösse besonders geeignet war: europäische Verbindungen zu bedienen, zusätzliche Kapazität bereitzustellen und das Netzwerk einer grösseren Fluggesellschaft zu ergänzen. Das wirtschaftliche Prinzip dahinter heisst ACMI: Aircraft, Crew, Maintenance und Insurance. Helvetic stellt Flugzeug, Besatzung, Wartung und Versicherung bereit; der Auftraggeber vermarktet den Flug unter seiner eigenen Marke. Was für Passagiere manchmal erst beim Blick auf das Flugzeug sichtbar wird, verlangt im Hintergrund eine enge betriebliche Abstimmung. Flugplan, Produkt und Abläufe müssen zusammenpassen. Die Leistung besteht darin, vereinbarte Kapazität Tag für Tag zuverlässig verfügbar zu machen. Diese Kompetenz wird auch ausserhalb der SWISS-Partnerschaft genutzt. Lufthansa führt Helvetic als Wetlease-Partner; Austrian Airlines griff wiederholt kurzfristig auf die Schweizer Flugzeuge und Crews zurück. Im Sommer 2026 kamen Einsätze für Condor hinzu. Seit dem 27. Oktober 2026 übernimmt Helvetic zudem für People’s die Verbindung Altenrhein–Wien mit einer Embraer E190 samt Besatzung. Dieser Einsatz ist während der Flottenumstellung von People’s bis zum 27. März 2027 vorgesehen. Zur Entwicklung gehörte auch ein knapp vierjähriges Tête-à-Tête mit Airbus. Im Mai 2013 stiess der einzige Airbus A319, HB-JVK, zur Helvetic-Flotte. Die damaligen sechs Fokker 100 waren bereits vollständig verplant; mit dem grösseren Flugzeug wollte Helvetic das wachsende Chartergeschäft ausbauen und Destinationen ausserhalb ihrer bisherigen Reichweite erschliessen. Vor allem für Kuoni ging es ab Bern und Genf zu Ferienzielen am Mittelmeer, auf den Kanaren und in Ägypten. Der Airbus erfüllte damit einen konkreten kommerziellen Zweck. Aus dem Einzelstück wurde jedoch keine Airbus-Flotte. Ende 2016 kündigte Helvetic an, den A319 nach dem Winterflugplan auszuflotten und im April 2017 an die Leasinggesellschaft zurückzugeben. Als Begründung nannte der damalige Finanzchef Tobias Pogorevc die Konzentration auf das Segment mit hundert bis hundertzwanzig Sitzplätzen. Bei grösseren Flugzeugen sei das Angebot ab Zürich durch andere Gesellschaften bereits ausreichend abgedeckt. Den Airbus-Piloten wurde eine Umschulung auf die Embraer angeboten. Diese Episode lässt sich als Ausdruck unternehmerischer Disziplin lesen: Helvetic nutzte eine Marktchance und begrenzte das Engagement, als die weitere Spezialisierung sinnvoller erschien. Ein einzelner zusätzlicher Flugzeugtyp bringt eigene Anforderungen an Ausbildung, Einsatzplanung und technische Betreuung mit sich. Öffentlich zugängliche Zahlen erlauben zwar kein abschliessendes Urteil über die Rentabilität des A319. Belegt ist aber die bewusste Entscheidung, ihn ohne direkten Ersatz zurückzugeben und das Profil als Regionaljet-Betreiber zu schärfen. Dass heute die E195-E2 mit 134 Sitzplätzen eine wichtige Rolle spielt, ist dazu kein Widerspruch. Die Marktbedingungen haben sich verändert, und die grössere Embraer ergänzt die bereits vorhandene E-Jet-Familie. Die Airbus-Episode zeigt vielmehr, dass Flottenentscheidungen zu ihrer jeweiligen Zeit betrachtet werden müssen: Entscheidend sind Nachfrage, Betriebskosten und die Einbindung in das gesamte Unternehmen. Parallel zur Neuausrichtung veränderte sich die Flotte. Ab 2014 ergänzten Embraer E190 die Fokker. 2019 verabschiedete Helvetic ihre letzte Fokker 100; noch im Oktober desselben Jahres traf mit HB-AZA die erste E190-E2 in Zürich ein. Bis August 2021 war das zwölf Maschinen umfassende E2-Programm abgeschlossen: acht E190-E2 mit jeweils 110 und vier E195-E2 mit jeweils 134 Sitzplätzen. Für Helvetic bedeutete dies einen erheblichen technologischen Schritt bei Verbrauch, Lärm und Kabinenkomfort. Besonders sichtbar wurde die Spezialisierung in London City. 2021 führte Helvetic dort den ersten kommerziellen E190-E2-Flug durch; im März 2025 folgte die E195-E2. Der anspruchsvolle Flughafen verlangt geeignete Flugzeuge und speziell geschulte Cockpitbesatzungen. Hier wird aus technischer Ausstattung ein konkreter Nutzen für den Kunden: passende Kapazität an einem Flughafen, den längst nicht jedes Flugzeug bedienen kann. Im europäischen Wettbewerb ist diese Fähigkeit wertvoll. Helvetic trifft auf regionale Wetlease-Anbieter wie German Airways, auf konzerngebundene Gesellschaften wie Air Dolomiti und auf grössere Anbieter mit anderen Flugzeuggrössen. Eigene Technik, moderne Flugzeuge und erfahrene Crews sind dabei jeweils keine exklusiven Merkmale. Helvetics Profil entsteht aus ihrer Kombination: Regionaljets unterschiedlicher Kapazität, langjährige Zusammenarbeit mit SWISS, E2-Betriebserfahrung sowie eigene technische und personelle Ausbildungsstrukturen. Wie gefestigt die Position beim wichtigsten Kunden ist, zeigt die jüngste Planung von SWISS. Die Airline will im Sommer 2027 wieder mehr selbst fliegen und ihren gesamten Wetlease-Einsatz reduzieren. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit mit Helvetic ausgebaut werden. Nach gegenüber aeroTELEGRAPH bestätigten Angaben plant SWISS mit rund siebzehn Helvetic-Flugzeugen. Während die Kooperation mit airBaltic nach dem Winterflugplan 2026/27 endet, bleibt Helvetic ein langfristiger strategischer Partner. Das ist ein Vertrauensbeweis und zugleich eine wirtschaftliche Abhängigkeit. Ein grosser Kunde schafft Planungssicherheit, besitzt aber auch erheblichen Einfluss auf die künftige Beschäftigung. Weitere Auftraggeber verbreitern deshalb die Grundlage. Kurzfristige Ersatzflüge allein können eine langfristige Grundauslastung allerdings kaum ersetzen. Eine eigenständige Rolle spielen die Ferienflüge unter dem Helvetic-Code 2L. Besonders ab Bern hat sich die Airline einen regionalen Markt aufgebaut. Für Sommer 2027 ist erneut eine E190-E2 mit Crews und eigenem Maintenance-Team vorgesehen. Neben Heraklion, Kos, Rhodos, Palma, Larnaca und Djerba kommt Patras/Araxos hinzu. Die Flüge werden über Helvetic, TUI Suisse, Dertour Suisse und weitere Reiseanbieter vertrieben. Für Reisende aus dem Mittelland liegt der Nutzen nahe: kurze Anreise und direkte Ferienverbindungen ab einem überschaubaren Flughafen. Für Helvetic entsteht eine Ergänzung zum Geschäft mit anderen Airlines. Auch der Winter bietet eigene Möglichkeiten. Kontiki veröffentlicht für die Saison 2026/27 samstägliche Helvetic-Flüge von Zürich nach Kittilä unter den Flugnummern 2L0652 und 2L0653. Lappland ergänzt damit die klassischen Badeferienziele. Solche Programme erschliessen zusätzliche Nachfrage, beseitigen die Saisonalität aber nur teilweise: Ein wöchentlicher Ferienflug ersetzt keine täglich beschäftigte Maschine. Hinter dem Flugbetrieb steht heute eine breitere Unternehmensstruktur. Seit 2011 verfügt Helvetic über einen eigenen, nach EASA Part-145 zugelassenen Instandhaltungsbetrieb; seit 2021 umfasst die Zulassung auch Base Maintenance. Eigene Wartung, Fehlersuche und Reparaturen geben dem Unternehmen mehr Einfluss auf die technische Verfügbarkeit. Leistungen für andere Betreiber und AOG-Unterstützung ergänzen das Angebot. Eine pauschale Berechtigung für sämtliche Grundüberholungen lässt sich daraus allerdings nicht ableiten: Massgebend bleibt der jeweils genehmigte Leistungsumfang. Zur Gruppe gehört ausserdem Horizon Swiss Flight Academy. Neben der Pilotenausbildung besitzt Horizon eine BAZL-Zulassung als Part-147-Ausbildungsorganisation und bietet technische Musterschulungen unter anderem für Embraer E1 und E2 an. Damit investiert die Gruppe auch in jene Fähigkeiten, die ihr Geschäft langfristig ermöglichen. In einer Branche mit hohem Bedarf an qualifiziertem Personal ist diese Verbindung von Ausbildung und Betrieb ein wichtiger Vorteil. Auch finanziell verdient die Eigentümerstruktur Beachtung. Tobias Pogorevc erklärte 2024, die Ebners hätten die Flottenerneuerung finanziert; die betreffenden Flugzeuge gehörten der gruppenzugehörigen Helvetic Aircraft. Gleichzeitig nutzt Helvetic Leasing: Für vier E195-E1 wurde 2024 ein mehrjähriger Vertrag mit Azorra geschlossen. Unternehmerische Eigenständigkeit bedeutet deshalb keineswegs, dass jedes eingesetzte Flugzeug im Eigentum steht. Und eine solide Finanzierung ersetzt keine ausreichenden Erträge. Aktuelle Detailzahlen zur Profitabilität der einzelnen Geschäftsfelder sind öffentlich nicht verfügbar. Die technische Entwicklung verläuft ebenfalls nicht ohne Rückschläge. Die Probleme rund um die Pratt-&-Whitney-GTF-Triebwerke zeigen, wie stark selbst ein gut aufgestellter Betreiber von Herstellern, Ersatzteilen und Werkstattkapazitäten abhängt. Helvetic beschaffte zusätzliche Ersatztriebwerke und sicherte den Betrieb auch mit älteren Embraer ab. 2024 bestätigte Pogorevc, dass die zusätzlichen E195-E1 der Überbrückung langwieriger E2-Triebwerksinspektionen dienten. Flottenmodernisierung und betriebliche Absicherung mussten damit gleichzeitig finanziert und organisiert werden. Der nächste Schritt ist bereits bestellt: Drei zusätzliche E195-E2 sollen zwischen Ende 2026 und Frühjahr 2027 ausgeliefert werden, ergänzt um fünf weitere Kaufrechte. Die Bestellung dient auch der Ablösung älterer E190 und darf deshalb nicht vollständig als zusätzliches Wachstum verstanden werden. Entscheidend wird sein, wie gut Flugzeuge, Triebwerke, Personal und gesicherte Nachfrage zusammenfinden. Zwanzig Jahre nach dem Einstieg der Familie Ebner besitzt Helvetic eine bemerkenswerte Stellung in der Schweizer bzw Europäischen Luftfahrt. Aus einer finanziell angeschlagenen Herausforderin wurde ein Unternehmen, das Flugverbindungen ermöglicht, Fachwissen aufbaut und Menschen für Cockpit und Technik ausbildet. Die Risiken bleiben real: Kundenkonzentration, Saisonalität, technische Engpässe und der hohe Kapitalbedarf der Branche. Doch ebenso real ist die unternehmerische Leistung, daraus über zwei Jahrzehnte ein tragfähiges Profil entwickelt zu haben. Die magentafarbenen Fokker machten Helvetic einst unverwechselbar. Heute liegt ihre Bedeutung tiefer: in einer eigenständigen Schweizer Luftfahrtgruppe, deren Können auch dann gefragt ist, wenn auf dem Ticket der Name einer anderen Airline steht. Also: Prost und herzlichen Glückwunsch, Rosmarie und Martin Ebner! Und ebenso all den Mitarbeitenden am Boden, in der Technik und in der Luft, die diese Geschichte über die Jahre mitgeschrieben haben und täglich dafür sorgen, dass sie weitergeht. Denn Flugzeuge kann man kaufen. Eine Airline über zwei Jahrzehnte zu entwickeln, durch Turbulenzen zu führen und dabei ihre Eigenständigkeit zu bewahren, ist eine gemeinsame Leistung. Auf die nächsten zwanzig Jahre Helvetic Airways – mit Schweizer Unternehmergeist, engagierten Menschen und weiterhin vielen glücklichen Landungen! Zitieren
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