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Lufthansa Streik


Bastian B.

Empfohlene Beiträge

Okay: Selbst Schuld, wenn du den Rat der Hotline nicht befolgst. ;-) War ebenfalls vom Streik in HAM betroffen (allerdings im Februar). Wurde am LH Schalter problemlos auf die Bahn umgebucht und auch eine Umbuchung ex Bremen wäre möglich gewesen.

 

Das beweist ja, was ich oben Bastian geschrieben habe: Selbst wenn man durchkommt, hilft die Hotline nicht. Wenn ich sowieso zum Schalter muss, muss man in der App auch nicht auf die Internetseite, auf der Internetseite auf die Hotline und an der Hotline auf den Schalter verweisen, wobei einem dann der Flughafen vom Besuch ebendieses Schalters dringend abrät. Das erinnert eher an den auch in diesem Forum schon zitierten "Passierschein A38". (Lustigerweise fliegt man in Hamburg nach Zürich oft am Gate A/B 38 ab...)

 

 

In dem Fall hat mir der Rat nicht so wirklich geholfen, weil ich meinen Termin direkt beim Hauptbahnhof hatte. Wäre ich erst zum Flughafen gefahren, hätte mich dort am Schalter angestellt, mein Ticket umgetauscht und wäre dann zurück zum Bahnhof gefahren, hätte ich vielleicht gerade noch den CityNightLine nach Zürich bekommen (und hätte schon wieder eine Episode "Passierschein" absolviert). Und ausserdem wollte ich zunächst ja gar kein Bahnticket, sondern auf einen anderen Flug umbuchen.

 

Ich denke hier kann man LH keinen Vorwurf machen, der Callcenter Mitarbeiter kann dir ja kein Bahntix durchs Telefon schieben. :)

 

Doch, das habe ich schon mehrfach erlebt. Reiseveranstalter machen das zum Beispiel gerne. Man bekommt eine Abhol-Nummer, geht damit zu einem beliebigen Fahrkartenautomaten und der spuckt das Billett aus.

 

Ciao

Friedrich

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Zum Thema: Verhandlungen sind bekanntlich Gespräche, an deren Ende meist Kompromisse stehen. So stehen auch meist am Ende von Tarifverhandlungen Kompromisse auf dem Tisch, welche für beide Seiten mehr oder weniger akzeptabel sind. Die Verträge werden unterschrieben in der Idee, dass alle darin beschriebenen Artikel auch so umgesetzt werden.

Die Realität zeigt, wie diese Idee umgesetzt wird.

 

Hier zeigt sich (leider je länger je mehr) der Trend, dass die Verträge von Arbeitgeber - Seite einseitig zu seinen Gunsten umgesetzt werden. Der Arbeitnehmer kann erstmal auf Einhaltung des Vertrages klagen (wer in Deutschland schon mal geklagt hat, weiss wie lange das dauern kann).

Als zweites Druckmittel hat der Arbeitnehmer (oder seine Gewerkschaft) bei den immer wiederkehrenden Verhandlungen die Möglichkeit, Forderungen zu stellen (z. Bsp. Verträge einhalten, Inflationsausgleich, usw)

Nach mehreren Diskussionsrunden kann es dann schon mal vorkommen, dass ein "Warnstreik" ausgerufen wird.

Von seiten Gewerkschaft um zu zeigen, dass es ernst ist.

Von seiten Arbeitgeber wird meist nichts dagegen unternommen (ausser "Empörung" zu zeigen oder die Gewerkschaft auf Schadenersatz zu verklagen), um den Aktionären zu zeigen, dass man kämpfen will und nicht "ohne Streik" Zugeständnisse macht.

Die Leidtragenden sind kurzfristig die Passagiere. Langfristig sicher das Unternehmen und die Mitarbeiter selber. In einer Zeit, in welcher Langfristigkeit keinen besonderen Stellenwert werden hat.

 

Schlecht ist ein Streik für alle Beteiligte! Ein notwendiges Uebel? Vielleicht... Leider.....

 

Gruss

Patrick

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Zeigt, wo ein LH-Mechaniker teurer ist als sein sein Kollege bei der Air France, Swiss oder British!

Zeigt mir die Privilegien, welche ein LH-Bodenmitarbeiter im Vergleich zu früher hat!

 

Deine persönlichen Sticheleien lasse ich beiseite.

Natürlich gibt es keinen grossen Unterschied zwischen einem Angestellten von AF, LX, BA. Die sind auch nicht LHs Problem.

 

Das grosse Problem von LH sind die LCC, die Easy Jet, Ryanair, Wizzair etc. Und interkontinental: Die Konkurrenz aus dem Mittleren und dem Fernen Osten.

 

LH ist eigentlich die einzige Airline, die eine Antwort auf diese Probleme gefunden hat. Mit dem Outsourcing an German Wings u.a. LH hat praktisch alle Luftfahrtskrisen in den letzten 20 Jahren heil überstanden, und das ist sicher darauf begründet, dass sie ihre Kosten unter Kontrolle haben und vor allem das Problem erkannt haben.

 

Ich bin froh, dass es noch eine kompetitive Airline im Herzen von Europa gibt. Denn wenn sie fällt, dann gibt es nur noch LCC und Emirates. Mir kann das zwar egal sein, aber ich wünsche mir viel Kraft und Ausdauer für die Airline (und weniger Gewerkschaften, die das sabotieren).

 

Dani

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Hier zeigt sich (leider je länger je mehr) der Trend, dass die Verträge von Arbeitgeber - Seite einseitig zu seinen Gunsten umgesetzt werden.

Hast Du auch nur den Ansatz eines Beleges, dass sich bezüglich der Auslegung von Tarivverträgen in den letzten 50 Jahren irgendwas geändert hätte oder ist das ein reines "früher war Alles besser" Argument?

 

Der Arbeitnehmer kann erstmal auf Einhaltung des Vertrages klagen (wer in Deutschland schon mal geklagt hat, weiss wie lange das dauern kann).

 

Damit hat der Arbeitnehmer doch schon mal was in der Hand. Hast Du mal auf Arbeitgeberseite versucht, einen faulen AN auf Erbringung der Arbeitsleistung zu verklagen? Oder gar versucht, einen normalen Arbeitnehmer wegen Schlechtleistung zu kündigen? Das ist fast unmöglich.

Versteht mich nicht falsch: Über 95% der Arbeitnehmer erbringen sicher hervorragende Arbeit. Aber genauso gehen auch über 95% der AG vernünftig mit ihren Mitarbeitern um....

 

Als zweites Druckmittel hat der Arbeitnehmer (oder seine Gewerkschaft) bei den immer wiederkehrenden Verhandlungen die Möglichkeit, Forderungen zu stellen (z. Bsp. Verträge einhalten, Inflationsausgleich, usw)

 

Auch hier hat der Unternehmer eindeutig die schlechteren Karten - Aussperrung mag in Produktionsunternehmen mit Überkapazitäten in den 60er Jahren ein mögliches Mittel gewesen sein. In der heutigen "just in time"-Welt oder Dienstleistungsunternehmen ist das leider nicht möglich - stell Dir vor, die LH streicht nächste Woche alle Flüge, weil sie mal ne Woche ihre Mitarbeiter aussperren will "um Druck zu machen"...

 

In Summe sind die AN im deutschen kollektiven Arbeitsrecht deutlich Stärker als die Arbeitgeber - und das mag sogar gut so sein. Umso wichtiger ist aber, dass sich beide Seiten an die bestehenden Gesetze halten.

 

Florian

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Ich bin wenig informiert über die Verhältnisse in der Schweiz. Ich habe allerdings den Eindruck, dass das umgekehrt teilweise ähnlich ist. In Deutschland hat es in den letzten zwanzig Jahren für die absolute Mehrheit der Arbeitnehmer trotz einer massiven Produktivitätssteigerung keinerlei Reallohnsteigerungen gegeben, teilweise gar Verluste. Die Gewerkschaften haben in der jüngeren Vergangenheit nicht zu hart verhandelt, sondern viel zu weich. Die Arbeitgeber haben (erfolgreich) alles versucht, um die Löhne zu drücken und deshalb müssen die Arbeitnehmer ihre Interessen genauso entschlossen vertreten.

 

Gruß Axel

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In Deutschland hat es in den letzten zwanzig Jahren für die absolute Mehrheit der Arbeitnehmer trotz einer massiven Produktivitätssteigerung keinerlei Reallohnsteigerungen gegeben, teilweise gar Verluste.

 

Darauf gibt es verschiedene Antworten:

 

1. Die Stücklohnkosten (Anteil des Lohnes an einem produzierten Gut) sind in den kompetitiven Wirtschaften Europas ("die guten": D, CH, NL, UK usw.) am sinken. Das ist gut so. Denn deshalb sind sie kompetitiv.

 

2. Die Lohnkosten waren vor 20 Jahren vielleicht nicht zu niedrig, sondern zu hoch. Vor allem im Vergleich zu konkurrenzierenden Volkswirtschaften wie Asien, USA. Es nützt natürlich nicht viel, wenn man gut verdient, wenn man dann keine Produkte mehr verkaufen kann. Der Sozialdemokrat Schröder hat hier viel dazu beigetragen, dass Deutschland die Kurve gekriegt hat und heute "Exportweltmeister" ist.

 

3. Reallohnsteigerungen sind ja schön, aber sie fanden nicht durch eine erhöhte Arbeitsleistung, sondern durch vermehrten Einsatz von Technologie (bessere und mehr Maschinen, mehr Einsatz von Kapital, neue Betriebskonzepte) statt. Im Gegenteil, die Arbeitsplätze wurden menschlicher: Weniger körperliche harte Arbeit. Allerdings wurde es stressiger, das ist ein Nachteil, das akzeptiere ich als Argument.

 

4. Länder mit verbessertem Arbeitnehmerschutz sind nicht gerade leuchtende Beispiele für die Zukunft. Gerne kannst du in Frankreich, Italien und Spanien schauen, was unermüdliche und erfolgreiche Arbeit der Gewerkschaften gebracht haben: Unüberbrückbarer Kündigungsschutz (in Frankreich darf man sogar eine Fabrik ungestraft attackiere, inklusive Bomben auf dem Dach!!! Man stelle sich das vor!), sinkende Effizienz, Auslagerung von Arbeitsplätzen, Niedergang der Wirtschaft.

 

Ich bin auch dafür, dass es den Arbeitern gut geht. Aber die einen oder anderen Rezepte dafür sollte man vielleicht überdenken.

 

Dani

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Hast Du auch nur den Ansatz eines Beleges, dass sich bezüglich der Auslegung von Tarivverträgen in den letzten 50 Jahren irgendwas geändert hätte oder ist das ein reines "früher war Alles besser" Argument?

 

Florian

 

Hi Florian,

 

und ob ich die habe! Es ist nicht ein "früher war alles besser" - Argument.

Schaut Dir die Klagen an, welche vor deutschen Gerichten anstehen und wo es um nichts anderes geht als um Einhaltung von Verträgen!

Details kann und werde ich Dir hierzu nicht liefern. Mit ein bisschen Suche im Internet wirst Du selbst fündig.

 

Dass Du der AN in der Summe in D besser gestellt ist, kann sein. Und auch da gehen wir einig: jede Seite muss sich an die Verträge halten.

Nur was, wenn es eine Seite eben nicht tut?

 

Guter Rat ist da teuer....

 

Gruss

Patrick

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Darauf gibt es verschiedene Antworten:

 

2. Die Lohnkosten waren vor 20 Jahren vielleicht nicht zu niedrig, sondern zu hoch. Vor allem im Vergleich zu konkurrenzierenden Volkswirtschaften wie Asien, USA. Es nützt natürlich nicht viel, wenn man gut verdient, wenn man dann keine Produkte mehr verkaufen kann. Der Sozialdemokrat Schröder hat hier viel dazu beigetragen, dass Deutschland die Kurve gekriegt hat und heute "Exportweltmeister" ist.

 

 

Es können sehr wohl noch Produkte verkauft werden, in Deutschland machen die Unternehmen größere Gewinne als jemals zuvor. Die Frage ist letztlich, ob die Arbeitnehmer von diesen stetigen Wohlstandssteigerungen etwas abbekommen oder nicht. Es stimmt zwar, dass der "Sozialdemokrat" Schröder viel dazu beigetragen hat, dass Deutschland Exportweltmeister ist. Aber was für den Export gut ist, kann für die Inlandsnachfrage schlecht sein.

 

 

 

4. Länder mit verbessertem Arbeitnehmerschutz sind nicht gerade leuchtende Beispiele für die Zukunft. Gerne kannst du in Frankreich, Italien und Spanien schauen, was unermüdliche und erfolgreiche Arbeit der Gewerkschaften gebracht haben: Unüberbrückbarer Kündigungsschutz (in Frankreich darf man sogar eine Fabrik ungestraft attackiere, inklusive Bomben auf dem Dach!!! Man stelle sich das vor!), sinkende Effizienz, Auslagerung von Arbeitsplätzen, Niedergang der Wirtschaft.

 

 

Der wirtschaftliche Niedergang dieser Länder hat viel mit der betriebenen, von Deutschland propagierten Austeritätspolitik zu tun und wenig mit Arbeitnehmerrechten. Und dass man in Frankreich ungestraft Bomben auf ein Dach legen kann...also bitte, wo und wann soll das gewesen sein ?

 

Gruß Axel

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Siehst du, ist noch gar nicht so lange her:

 

Wütende Arbeiter drohen mit Fabrik-Sprengung

 

Zu den wirtschaftlichen Betrachtungen:

Es ist immer müssig zu behaupten, wie es gewesen wäre, wenn man es anders gemacht hat. Tatsache ist, dass in D im Moment die Arbeitslosigkeit sehr gering ist, und dass der Staat sogar seine Schulden verringert, obwohl er halb Europa finanziert.

Gerade die Arbeiter profitieren sehr stark von Vollbeschäftigung, denn dem Kapital ist es relativ egal, wo es Gewinne macht, sie könnten die Produkte auch im Ausland produzieren, falls irgendwo anders die Standortvorteile überwiegen würden. Deshalb geht es den Deutschen gut.

Natürlich wäre es schön, wenn man etwas von dem Gewinn an die Arbeiter verteilen könnte. Ich frage mich nur, ob das mit Streiks und Arbeitsplatzgarantien wirklich möglich ist.

 

Die Aussage, dass der Niedergang der Europäischen Industrie erst mit der Austeritätspolitik der letzten Jahre oder sogar im Auftrag von Merkel stattgefunden hat ist schon ein bisschen abenteuerlich. Der Stern Südeuropas ist seit Jahrzehnten am sinken bzw. ist gar nie erschienen. Das Wirtschaftswachstum fand im Gegenteil in einer expansiven Wachstumspolitik auf Pump zustande, primär in sinnlosen Infrastrukturprojekten und einer Immobilienblase. Eben gerade eine massvolle Austerität hätte dagegen genützt. Im Moment ist man ja nicht mehr so sicher, ob das in der Krise was bringen würde - die USA machen es ganz klar vor, dass gerade jetzt ein massiver Einsatz von zusätzlichem Kapital und Geld die Krise beenden könnte.

 

Dani

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Zu den wirtschaftlichen Betrachtungen:

Es ist immer müssig zu behaupten, wie es gewesen wäre, wenn man es anders gemacht hat. Tatsache ist, dass in D im Moment die Arbeitslosigkeit sehr gering ist, und dass der Staat sogar seine Schulden verringert, obwohl er halb Europa finanziert.

Gerade die Arbeiter profitieren sehr stark von Vollbeschäftigung, denn dem Kapital ist es relativ egal, wo es Gewinne macht, sie könnten die Produkte auch im Ausland produzieren, falls irgendwo anders die Standortvorteile überwiegen würden. Deshalb geht es den Deutschen gut.

Natürlich wäre es schön, wenn man etwas von dem Gewinn an die Arbeiter verteilen könnte. Ich frage mich nur, ob das mit Streiks und Arbeitsplatzgarantien wirklich möglich ist.

 

Von Vollbeschäftigung ist Deutschland sehr weit enfernt. Man bedient sich allerlei Tricks, um niedrige Arbeitslosenquoten verkünden zu können. Zum Beispiel irgendwelche Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, "1-Euro-Jobs" usw. Viele Leute fallen aus der Arbeitslosenstatistik, obwohl, sie de facto keinen echten Job. Und diese ewige Leier von der Abwanderung ins Ausland...so einfach ist das nicht. Lufthansa bietet statt Frankfurt-New York nicht nächstes Jahr Kathmandu-New York an, auch wenn die Löhne um 5 % steigen sollten und in Nepal ein Zehntel so hoch sind wie in Frankfurt ;) Und es gibt viele andere Branchen, in denen es genauso ist beziehungsweise diese Drohung von der "Abwanderung ins Ausland" nur ein Mittel ist, um niedrige Löhne durchzusetzen.

 

 

Gruß Axel

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Das stimmt natürlich schon mit der Arbeitslosenstatistik. Das ist aber in jedem Land so. In der Schweiz ist man genau 400 Tage arbeitslos, danach hat man entweder eine Stelle oder man fällt aus der Statistik raus. 5% Arbeitslosigkeit gilt allgemein als Vollbeschäftigung, und D hat im Moment 8%, war früher bei 10%, und in Ostdeutschland bei 20%. Du darfst nicht vergessen, dass ihr ziemlich viel bewältigt habt mit der Wiedervereinigung - Hut ab!

 

Lufthansa ist sehr fleissig am "Abwandern", deshalb reagieren die Gewerkschaften ja so genervt. Da ist einerseits das Projekt German Wings, das weite Teile der LH Passage Kurzstrecke übernehmenn soll, und andererseits gibt es da Swiss, die sehr viel effizienter arbeitet, obwohl hier die Lohnkosten höher sind (nicht jedoch bei den Piloten). Es könnte dir also passieren, dass du in Zukunft zwar nicht via Kathmandu nach NY fliegen wirst, dafür via Zürich.

 

Dani

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In Deutschland hat es in den letzten zwanzig Jahren für die absolute Mehrheit der Arbeitnehmer trotz einer massiven Produktivitätssteigerung keinerlei Reallohnsteigerungen gegeben, teilweise gar Verluste.

 

Interessant ist, dass Du da offensichtlich bessere Zahlen hast, als das statistische Bundesamt. Destatis hat nämlich gerade erst eine Pressemeldung rausgegeben, dass in D in 2012 im dritten Jahr in Folge die Reallöhne wieder gestiegen sind...

 

Florian

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Schaut Dir die Klagen an, welche vor deutschen Gerichten anstehen und wo es um nichts anderes geht als um Einhaltung von Verträgen!

 

Es hilft leider nix, wenn ich mir die "anstehenden" Klagen anschaue. Deine Behauptung war, es gibt heute mehr solche Klagen als früher. Und wer so was behauptet muss ja irgendwo Statistiken zu Klagehäufigkeiten, etc. haben.

 

Selbst wenn das mit dem Anstieg der Klagen stimmen würde, dann müsste man immer noch bedenken, dass es a) heute auch über 10% Beschäftigte mehr gibt, als noch vor 20 Jahren und b) sich evtl. auch die Klagebereitschaft bei objektiv gleichen Verhältnissen gewandelt hat. Ich habe zu b) leider keine Zahlen, aber da Du behauptest, Du wüsstest, dass heute alles schlechter ist, bin ich sicher, Du hast die Fakten parat.

 

Gruss,

Florian

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Lufthansa ist sehr fleissig am "Abwandern", deshalb reagieren die Gewerkschaften ja so genervt. Da ist einerseits das Projekt German Wings, das weite Teile der LH Passage Kurzstrecke übernehmenn soll, und andererseits gibt es da Swiss, die sehr viel effizienter arbeitet, obwohl hier die Lohnkosten höher sind (nicht jedoch bei den Piloten). Es könnte dir also passieren, dass du in Zukunft zwar nicht via Kathmandu nach NY fliegen wirst, dafür via Zürich.

 

Dani

 

Lufthansa wandert doch mit German Wings nicht ins Ausland ab, sie wollen mit German Wings niedrigere Löhne zahlen, das ist alles.

 

Und Swiss ist ja dann wohl eher ein Beispiel dafür, dass gute Löhne nicht zwangsläufif die Firma ins Verderben führen. Davon kann bei Lufthansa ja auch keine Rede sein bei fast 1 Milliarde Gewinn im letzten Jahr.

 

Gruß Axel

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Klar, German Wings ist nicht Abwanderung, aber Vernichtung von Arbeitsplätzen im Mutterkonzern.

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Wenn man Anrecht auf einen Gewinn haben will, dann muss man sich am Risiko der Firma beteiligen. Das tun die meisten Angestellten einer Firma nicht. Sie bekommen einen branchenüblichen Lohn, der bei LH zweifellos höher als der Durchschnitt ist. Sie arbeiten bei einer guten Firma und profitieren so von einer höheren Jobsicherheit als andere (hat man vergessen, dass die Airlines in Deutschland und anderswo reihenweise pleite gehen?).

 

Wenn du Unternehmer mit eigener Firma bist, stimme ich dir sofort zu. Aber was für ein Risiko tragen denn heutige Manager? Millionenabfindungen, wenn es nicht klappt?

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Aber was für ein Risiko tragen den heutige Manager? Millionenabfindungen, wenn es nicht klappt?

 

Jetzt mal abgesehen davon, dass sie schon ein persönliches Risiko tragen, da sehr viele höhere Kader nur Zeitverträge haben ist das genau der Grund, warum auch das Gehalt von Führungskräften nicht zu stark an die Gewinne gekoppelt werden sollte.

 

Zudem ist der Arbeitsmarkt für Top-Manager einer der am besten funktionierenden Arbeitsmärkte überhaupt - jetzt nicht Markt in dem Sinne von "ich geh auf den Marktplatz und frag die Leute, was sie für eine faire Bezahlung halten" sondern im Sinne von Angebot und Nachfrage die den Preis regeln.

 

Florian

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ich bin bisher davon ausgegangen, dass Lufthansa-Kader eher gemässigte Gehälter beziehen, weit von den Beispielen in anderen Branchen entfernt.

 

Ausserdem bezog sich meine Bemerkungen zur Risikobeteiligung nicht auf die Manager, sondern auf die Besitzer von Lufthansa, nämlich die Aktionäre. Die geben ihr Geld hin, und haben deshalb ein Anrecht auf eine marktgerechte Verzinsung ihrer Anlage. Der Gewinn einer Firma gehört deshalb nicht den Arbeitern, sondern den Aktionären.

 

Dani

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Grundsätzlich richtig: Gewinn gehört auch den Aktionären.

 

Gewinn wird auch gebraucht, um neue Investitionen zu tätigen. Und um Schulden abzubauen... Gewinn erzielen kann man demnach auch auf verschiedene Arten.

Eine Art, welche ich jedoch nicht gutheisse, ist die Art auf dem Buckel der Mitarbeiter. Kann wie es sein, dass Löhne gezahlt werden, welche im Frankfurt nicht zum Überleben reichen? Wie kann es bei einem Unternehmen wie der LH sein, dass die Mitarbeiter Unterstützung von Staat bekommen müssen, um Krankenkassenprämien bezahlen zu können?

 

Ob die Forderungen der verdi betreffend Lohnerhöhung gerechtfertigt sind, kann man einfach mal so in den Raum stellen. Ob das Gegenangebot der LH angemessen ist, kann man auch so stehen lassen. Früher oder später werden sich die zwei Parteien einigen (müssen). Nach diesem Prozess, welche für die Passagiere sehr unglücklich ist, werden sich die zwei Parteien noch weniger vertrauen. Die zukünftigen Verhandlungen werden noch schwieriger! Sehr schade für ein Unternehmen, welches in den letzten Jahren auf "absolute Gewinnoptimierung" (aus welchem Grund auch immer) getrimmt wurde und bei welchem die Kette zwischen Management und Mitarbeiter gebrochen ist.

 

Gruss

Patrick

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In Deutschland hat es in den letzten zwanzig Jahren für die absolute Mehrheit der Arbeitnehmer trotz einer massiven Produktivitätssteigerung keinerlei Reallohnsteigerungen gegeben, teilweise gar Verluste.

 

Interessant ist, dass Du da offensichtlich bessere Zahlen hast, als das statistische Bundesamt. Destatis hat nämlich gerade erst eine Pressemeldung rausgegeben, dass in D in 2012 im dritten Jahr in Folge die Reallöhne wieder gestiegen sind...

Interessant das du Statistiken nicht verstehst. ;)

Das statistische Bundesamt bezieht sich auf den Durchschnitt der Bevölkerung, die völlig korrekte Bemerkung davor auf die absolute Mehrheit der Arbeitnehmer.

Sprich: Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter, die absolute Merhrheit verliert, eine Minderheit gewinnt kräftig, der Durchschnitt steigt leicht. Das ist Statistik.

 

Gruß

Ralf

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Grundsätzlich richtig: Gewinn gehört auch den Aktionären.

 

Gewinn wird auch gebraucht, um neue Investitionen zu tätigen. Und um Schulden abzubauen... Gewinn erzielen kann man demnach auch auf verschiedene Arten.

Eine Art, welche ich jedoch nicht gutheisse, ist die Art auf dem Buckel der Mitarbeiter.

 

Gewinn ist einfach ausgedrückt Ertrag minus Aufwand. Im Aufwand befindet sich bereits ein allfälliger Betrag zum Schuldenabbau und die Investitionen. Gewinn ist deshalb einfach Gewinn. Nicht als Gewinn. Und nur Gewinn. Das was der Besitzer am Schluss im Sack hat. Vielleicht noch minus Steuern (Nennt man Ebit=Earnings before Income Taxes). Oder Abschreibungen (Abzahlung der Investitionen). Hast du mir nicht mal gesagt dass du Buchhaltung studiert hast?

 

Deine andere Aussage ist ein bisschen schwieriger zu falsifizieren. Soziologisch betrachtet wird ein Gewinn immer auf dem Buckel der Arbeiter erarbeitet. Denn die Arbeiter müssen im Schweise ihres Angesichtes die Arbeit machen. Das kann ihnen niemand abnehmen. Der Lohn für ihre Arbeit ist ihr Lohn. Wenn der branchenüblich ist, dann finde ich das ok. Ich habe noch nie gehört, dass LH Hungerlöhne verteilt.

 

Aber die Versuchung ist eben gross, dass man teure LH-Angestellte durch billige Externe ersetzt. Hier spielt halt auch ein gewisser Wettbewerb. Und jedes Marktsubjekt steht jederzeit im Wettbewerb mit den anderen um eine Arbeitsstelle. Wenn ich so sehe wie die Gewerkschaften mit ihren Arbeitgebern umspringen - die würde ich ALLE zu ersetzen versuchen. Das ist klar.

 

Wie man es elegant gelöst hat kann man gerade wieder in diesen Tagen nachlesen: Frau Maggie Thatcher hat die Gewerkschaft mit Polizeigewalt entfernen lassen, danach blüte Grossbritannien wieder auf. Ronald Reagan hat es gleich gemacht mit seinen streikfreudigen Luftfahrtlotsen.

 

Dani

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Hast du mir nicht mal gesagt dass du Buchhaltung studiert hast?......

 

........Das kann ihnen niemand abnehmen. Der Lohn für ihre Arbeit ist ihr Lohn. Wenn der branchenüblich ist, dann finde ich das ok. Ich habe noch nie gehört, dass LH Hungerlöhne verteilt.

 

Dani

 

Es ist schwierig, mit Dir zu diskutieren. Du verstehst, was Du verstehen willst. Und verstehst leider nicht mehr, als Du verstehen kannst...

 

1. Ich habe Dir nie gesagt, dass ich Buchhaltung studiert habe.

2. Weil Du noch nie von solchen Löhnen gehört hast, heisst das natürlich, dass dies nicht sein kann.

2. Branchenübliche Löhne: gerade zu diesem Thema vertrittst Du eine sehr poncierte Auffassung.

 

Kann ja sein, dass in Portugal "etwas andere" Umstände herrschen als in Deutschland.

 

Da ich nicht möchte, auch dieser Thread zu einem Monolog führt, klinke ich mich aus. Es bringt einfach nichts :006:

 

Gruss

Patrick

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Wie man es elegant gelöst hat kann man gerade wieder in diesen Tagen nachlesen: Frau Maggie Thatcher hat die Gewerkschaft mit Polizeigewalt entfernen lassen, danach blüte Grossbritannien wieder auf. Ronald Reagan hat es gleich gemacht mit seinen streikfreudigen Luftfahrtlotsen.

 

Zur guten Maggie gibt es auch andere Meinungen.

 

http://www.woz.ch/1315/margaret-thatcher-1925-2013/moege-die-eiserne-lady-in-frieden-rosten

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Da dürfen die Angestellten, die diesen Erfolg erwirtschaften, auch entsprechend verdienen.

 

Das einzige Problem was Lufthansa in den letzten Jahren hatte, waren die hunderte von Millionen Euro, die in Abenteuern wie LHI, Jade, AUA, etc. etc. versenkt wurden.

 

Interessantes Weltbild: Wenn das Unternehmen erfolgreich ist, dann ist das der Verdienst der Mitarbeiter, wenn es nicht erfolgreich ist, dann ist das Management schuld.

 

Aber lass uns doch teilhaben an Deinem Weltbild: Was machen denn LH Piloten anders als z.B. die der BA, was dazu führt, dass die LH wirtschaftlich um so viel erfolgreicher ist (und deswegen höhere Gehälter für LH-Piloten rechtfertigt)?

 

So versucht man Argumente zu finden, das in Deutschland sehr verantwortungsvoll gehandhabte Streikrecht einzuschränken, vor allem für die sogenannten Spartengewerkschaften. Diese Bemühungen laufen schon länger.

 

Ich verstehe nicht, was daran "verantwortungsvoll" sein soll, wenn ein Bruchteil der Arbeitnehmer ganze Betriebe wenn nicht Industrien lahmlegen. Die Balance im Streikrecht basiert auch auf der Tatsache, dass Gewerkschaften Streikgeld an ihre Mitglieder zahlen müssen, die während des Streiks keinen Lohn bekommen. Daher war es in den Zeiten in denen unser Streikrecht entstand durchaus ein finanzielles Risiko, wenn alle Thyssen-Arbeiter gestreikt haben.

 

Diese Balance hebeln Gewerkschaften heute dadurch aus, dass sie nur einen verschwinden kleinen Teil der MA streiken lassen - natürlich zu entsprechend niedrigeren Kosten.

 

Die angemessene Reaktion der Unternehmen wäre selektive Aussperrung: Wenn ich nur die Mitarbeiter aussperre, die eh gerade frei haben oder im Urlaub sind (also deren Lohn nicht mehr bezahle), dann ist die Störung im Betriebsablauf minimal... Aber was denkst Du, was los wäre, wenn ein AG genau das tun würde...

 

Florian

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(Nennt man Ebit=Earnings before Income Taxes). Oder Abschreibungen (Abzahlung der Investitionen).

 

Nur der Vollständigkeit halber:

 

"Ebit" steht für "Earnings before Interests and Taxes", das sind also Zinsen auch schon rausgerechnet

Wenn man nur die Steuern rausnimmt, dann spricht man vom "Ebt"

Wenn die Abschreibungen zusätzlich noch rausgerechnet werden, dann nennt man das "Ebitda".

 

Florian

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