Maxrpm Geschrieben 3. März Geschrieben 3. März 5 hours ago, hewi said: Ich glaube, die Pilotin hatte erhebliche psychische Probleme und befand sich deshalb bei verschiedenen Ärzten in Behandlung. Ein einzelner Arzt hätte diesen Mix nie verschrieben. Der Fliegerarzt wußte von all dem vermutlich nichts. Die meisten US private Pilots mit Flugzeugen bis 6 Sitze fliegen heute nach Basic Med Regeln. Da braucht es keinen Fliegerarzt mehr. wolfgang 3 Zitieren
Phoenix 2.0 Geschrieben 3. März Geschrieben 3. März (bearbeitet) vor 15 Stunden schrieb sharkbay: Doch, explizit auf diese Pilotin bezogen und im Lichte ihrer Notlage. Angesichts dieser Argumentation könnten Piloten dann auch Speed einwerfen, wenn sie in eine Notlage geraten. Eine Art "Notfall-Set", wie damals im WW2 ("Flieger-Marzipan" oder "Göring-Pillen")... Gruß Johannes Bearbeitet 3. März von Phoenix 2.0 Zitieren
M_CH Geschrieben 3. März Geschrieben 3. März "However, due to the extent of the pilot’s injuries, measurement of drug levels was limited to tissue specimens only, preventing reliable comparison to antemortem reference ranges in blood. " Es ist also unklar, ob sie die Medikamentation vor dem Flug genommen hat, und ob sie "unter Drogen" flog, oder ob sie einfach generell solche Medikamente nahm. Es konnte keine Blutuntersuchung gemacht werden sondern nur Gewebeuntersuchung. Zitieren
Phoenix 2.0 Geschrieben 3. März Geschrieben 3. März (bearbeitet) vor 5 Stunden schrieb M_CH: Es ist also unklar, ob sie die Medikamentation vor dem Flug genommen hat, und ob sie "unter Drogen" flog, oder ob sie einfach generell solche Medikamente nahm. Man kann durchaus davon ausgehen, dass sie einen Medikamentenspiegel hatte. Wer mal - z. B.als Student - etwas regelmäßiger gekifft hat, weiß, was ein "Matschbirnen-THC-Spiegel" ist: Wenn man regelmäßig bis tw. sogar täglich seine "Öfen" oder Chillums zieht, verliert man nach einiger Zeit - sogar in den besten Jahren um die 20 - nach und nach kognitive Fähigkeiten (ist reversibel). Ich merkte, dass was nicht stimmt, als ich im Treppenhaus dreimal zurück auf die Bude musste (zuerst Geldtasche, dann D-Netz-Handy, dann Ladegerät holen). Als Youngster hatte ich an sich ein mega top-Gedächtnis. Vor dem Computer brauchte ich nach einem der so häufigen "chilligen Abende" bei Kumpels den ganzen Vormittag, um keine Tippfehler mehr zu produzieren - und das Lernen kurz vor Klausuren klappte auch nicht mehr. Diese "Matschbirne" war für mich das Zeichen, dass ich aufhören musste. Es braucht einige Wochen, bis man das "ausgeschwitzt" hat, oder was auch immer. Selbstredend fällt man bei solchen Spiegeln einer allfälligen polizeilichen Kontrolle durch, auch wenn man paar Tage zuvor nichts konsumiert (Pinkeltest). In einem, Cockpit hätte ich in dieser kurzen Phase meines Lebens sicher 80% nicht mitbekommen. Habe auch nicht gesimmed in der Zeit..., weil Du sitzt vor dem Rechner und fragst Dich plötzlich, warum Du vor dem Rechner sitzt und auf paar Pixel gaffst, die Meigs-Field sein sollen... Fazit: Dürfte sich bei solchen Medikamenten ebenso verhalten. Dirk könnte das gewiss entsprechend fachkundig erläutern. Gruß Johannes Bearbeitet 3. März von Phoenix 2.0 Zitieren
Dierk Geschrieben 3. März Autor Geschrieben 3. März (bearbeitet) vor 11 Stunden schrieb M_CH: "However, due to the extent of the pilot’s injuries, measurement of drug levels was limited to tissue specimens only, preventing reliable comparison to antemortem reference ranges in blood. " Es ist also unklar, ob sie die Medikamentation vor dem Flug genommen hat, und ob sie "unter Drogen" flog, oder ob sie einfach generell solche Medikamente nahm. Es konnte keine Blutuntersuchung gemacht werden sondern nur Gewebeuntersuchung. Naja, es wurden hier keine Haare untersucht um z.B. 2 Monate später noch auf Kokain zu testen, sondern Lebergewebe. Die Leber verstoffwechselt fast alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Teilweise wurden auch Metabolite gefunden. Wenn der Kram in der Leber nachweisbar war, war auch ein Blutspiegel vorhanden. Analyte Result Specimen Instrument Trazodone 286 (ng/mL, ng/g) Liver GC/MS Trazodone 56 (ng/mL, ng/g) Muscle GC/MS Alprazolam 222 (ng/mL, ng/g) Liver LC/MS Alprazolam 81 (ng/mL, ng/g) Muscle LC/MS Alpha-Hydroxyalprazolam 57 (ng/mL, ng/g) Liver LC/MS Alpha-Hydroxyalprazolam 4 (ng/mL, ng/g) Muscle LC/MS Buspirone 55.5 (ng/mL, ng/g) Liver LC/MS Buspirone 3.8 (ng/mL, ng/g) Muscle LC/MS Ondansetron Detected Liver LC/MS Ondansetron Detected Muscle LC/MS Azacyclonol Detected Liver LC/MS Azacyclonol Detected Muscle LC/MS Propranolol Detected Liver LC/MS Propranolol Detected Muscle LC/MS Fexofenadine Detected Liver LC/MS Fexofenadine Detected Muscle LC/MS Oxymetazoline Detected Liver LC/MS Trazodon wird intensiv metabolisiert, Cytochrom P4503A4 (CYP3A4), Eliminationshalbwertszeit 6,6 h. Alprazolam wird durch Cytochrom P450-abhängige Enzyme metabolisiert, unter anderem zu Alpha-Hydroxyalprazolam, was noch 50% der Wirkung von Alprazolom hat. Die mittlere Eliminationshalbwertszeit von Alprazolam beträgt 12-15 Stunden. Buspiron metabolisiert durch Cytochrom P450 (CYP3A4), 10 Metaboliten, Eliminationshalbwertzeit ca. 2 bis 3 Stunden Ondansetron wird umfassend metabolisiert über Cytochrom P-450-Enzyme (CYP1A2, CYP2D6 und CYP3A4), Eliminationshalbwertszeit von ca. 3 Stunden. Azacyclonol ist ein Metabolit von Terfenadin (ist auch selbst psychotrop wirksam). Fexofenadin, ist der pharmakologisch aktive Metabolit von Terfenadin, Fexofenadin selbst wird kaum metabolisiert, Eliminationshalbwertszeit über die Galle (und 10% über den Urin) von ca. 11 - 15 Stunden. Oxymetazolin Die Halbwertszeit der terminalen Elimination beträgt beim Menschen nach intranasaler Applikation 35 Stunden Man geht von 5 Halbwertszeiten aus, um ein Medikament annähernd vollständig aus dem Organismus zu eliminieren, es bleiben dann noch 3.1 % übrig. Ein Pharmakologe könnte aus den Daten evtl. einen Blutspiegel zurückrechnen, allerdings ist das ein Spezialgebiet für Gutachter. Einige der Substanzen verstärken sich gegenseitig. Gemini meint zu diesem Mix: Zitat Das ist ein komplexes toxikologisches Profil mit erheblichen Überschneidungen im Stoffwechselweg. Die Kombination dieser Substanzen ist insbesondere im Kontext der Luftfahrt hochkritisch, da sie sich in ihren Wirkungen und Nebenwirkungen massiv verstärken können. Hier ist eine Analyse der pharmakologischen Interaktionen: 1. Das „Zentrale Nadelöhr“: CYP3A4-Sättigung Die meisten der gefundenen Substanzen (Trazodon, Alprazolam, Buspiron, Ondansetron) werden über das Enzym CYP3A4 metabolisiert. Interaktion: Wenn mehrere Substanzen gleichzeitig um dasselbe Enzym konkurrieren, kommt es zu einer Art „Stau“ im Stoffwechsel. Dies führt dazu, dass die Wirkstoffe langsamer abgebaut werden, als ihre individuellen Halbwertszeiten vermuten lassen. Folge: Die Konzentrationen im Blut steigen an, und die sedierenden Effekte halten deutlich länger an. 2. Massive Verstärkung der Sedierung (ZNS-Depression) Die gefährlichste Interaktion besteht zwischen Trazodon (Antidepressivum) und Alprazolam (Benzodiazepin). Synergie: Beide wirken dämpfend auf das zentrale Nervensystem. Zusammen potenzieren sie Müdigkeit, Schwindel und die Einschränkung der Reaktionszeit. Buspiron-Faktor: Auch wenn Buspiron ein Anxiolytikum ist, kann es in Kombination mit Trazodon und Alprazolam die psychomotorischen Fähigkeiten weiter verschlechtern. Terfenadin-Metaboliten: Das Vorhandensein von Azacyclonol und Fexofenadin (beides Abkömmlinge von Terfenadin) deutet auf die Einnahme von Antihistaminika hin. Während Fexofenadin kaum sediert, kann das ebenfalls gefundene Azacyclonol (ein veraltetes Psychopharmakon/Metabolit) zusätzliche ZNS-Effekte haben. 3. Kardiovaskuläre Risiken und QT-Verlängerung Ein oft unterschätztes Risiko bei dieser Wirkstoffliste ist die Belastung für das Herz: Ondansetron ist dafür bekannt, das QT-Intervall im EKG zu verlängern (Herzrhythmusstörungen). Trazodon kann diesen Effekt verstärken. Terfenadin-Hintergrund: Falls die Metaboliten Azacyclonol/Fexofenadin aus dem alten Antihistaminikum Terfenadin stammen, ist Vorsicht geboten, da Terfenadin selbst bei gestörtem Abbau (durch CYP3A4-Hemmung, siehe oben!) hochgradig kardiotoxisch wirken kann. 4. Die Rolle von Propranolol Propranolol ist ein Betablocker, der oft gegen körperliche Angstsymptome (Zittern, Herzrasen) eingesetzt wird. Es maskiert die körperlichen Warnsignale einer Stressreaktion oder einer Unterzuckerung. In Kombination mit den anderen sedierenden Stoffen kann es zu einem gefährlichen Abfall von Blutdruck und Herzfrequenz führen. Zusammenfassende Einschätzung Die Kombination aus Alprazolam und Trazodon allein ist in der Luftfahrt aufgrund der massiven Beeinträchtigung der kognitiven und motorischen Fähigkeiten („Performance Impairment“) in der Regel ein Ausschlusskriterium für die Flugtauglichkeit. Durch die Konkurrenz um das Enzym CYP3A4 ist davon auszugehen, dass die Pilot zum Zeitpunkt des Geschehens unter einer kumulativen Sedierung stand, die weit über die Wirkung der Einzelsubstanzen hinausging. Das Vorhandensein von Oxymetazolin (Nasenspray) deutet zudem auf eine akute Erkältung hin, was durch den Druckausgleich beim Fliegen zusätzliche physiologische Belastung bedeutet hätte. Alprazolam kann schon nach wenigen Wochen zu einer psychischen und körperlichen Abhängigkeit führen. Der ganze Mix deutet für mich auf eine Medikamentenabhängigkeit bei Angsterkrankung hin, und die Youtube-Aktivität in dem Zusammenhang wirft Fragen auf: wollte sie sich selbst (oder ihrem Vater) beweisen, dass sie es doch kann und wenn Probleme auftraten, lag es aus ihrer Perspektive nicht so sehr an ihr selbst als vielmehr den Umständen, an der Maschine bzw. deren Avionik usw.? Bearbeitet 3. März von Dierk 1 2 Zitieren
Empfohlene Beiträge
Dein Kommentar
Du kannst jetzt schreiben und Dich später registrieren. Wenn Du ein Konto hast, melde Dich jetzt an, um unter Deinem Benutzernamen zu schreiben.