Maxrpm Geschrieben 23. August Geschrieben 23. August 8 hours ago, Dierk said: Wenn die Sensoren so eine grosse (und letztlich unbrauchbare) Latenz haben, wäre evtl. mal zu überlegen, berührungslos zu messen. Scheint ein Designproblem zu sein. Die Latenz ist nicht unbrauchbar. Sie dient nicht dazu nach einem Startabbruch festzustellen wie heiß die Bremse genau ist. Die Sensoren messen wann die Bremse wieder eingesetzt werden kann. Nach einem Startabbruch nahe v1 braucht das bis zu einer Stunde bis die maximal Temperatur für einer weiteren Start wieder erreicht ist. dafür sind die Sensoren leicht schnell genug. wolfgang 1 Zitieren
Frank Holly Lake Geschrieben 23. August Geschrieben 23. August (bearbeitet) Hallo Die haben erstmal die Hosen voll gehabt. Schnell hochreißen. Räder rein. So wie immer. Geschwindigkeit aufbauen. Als über 400 FT ging dann die erste Meldung "TSrike" ein. Kein Zeit in Ruhe nachzudenken. Die wussten nicht was los war, Nur dass das Flugzeug nicht so beschleunigte wie sonst. Die arbeiten also erstmal die TS Liste ab. Und die Reifen werden nun schön heiß. Das merken die aber erst, als die VETPlugs die Luft rauslassen haben und nacheinander " Reifen platt" anzeigten, am Ende 5 Stück . Die dachten wohl, dass Sie was getroffen haben mit den Rädern noch auf der Bahn. Deshalb auch der 2X Überflug am Tower. Reifen ohne Luftdruck mussten bei einer Landung sich zerlegen. Ein absolut richtige Entscheidung das Gewicht zu reduzieren. Interessant, das nur 5 Reifen zu heiß wurden. Zu den SOP Wer sagte denn, das die SOP stimmen müssen? Für eine unerfahren Copilot ist es in jedem Fall besser die zu befolgen. Vom Links vorne wird etwas mehr erwartet. OT an Beispiel Z.B Rauchwarnung in der Kabine. Stur die Checkliste abarbeiten. Ein Punkt war Cabin Bus off. Eigentlich denkt man, damit die Brandquelle keine Energie mehr bekommt. Und somit dem Feuer die Zündquelle nehmen. Aber genau das war in der Situation bei dem einen Unfall das falsche. Warum: Es hat schon heftig gebrannt und die starken Lüfter haben die Feuerpartikel / Rauch über den Queen May Ducts in die Luftfilter gezogen, welche halbwegs Feuerfest waren. Mit Cabinbus Off wurde auch die Stromzufuhr abgestellt für genau diese Lüfter. Damit kehrte sich der Luftstrom um, Feuerpartikel gingen sofort in die Cockpitdecke und wenige Sekunden später brannten die ersten Kabelbäume in der Cockpitdecke. Der richtige Weg wäre gewesen, keinen Treibstoffablassen und den Cabin Bus anzulassen und sofort nach Halifax landen. Dann hätten die zumindest noch geschafft zur Bahn. Nur hat man das erst alles im laufe der Untersuchungen festgestellt. Erst danach wurde die Checkliste "Smoke from unknown origin" angepasst im dem Punkt. Und die Crews dazu geschult. Grüße Frank Bearbeitet 23. August von Frank Holly Lake 1 Zitieren
Üelu Geschrieben 24. August Geschrieben 24. August Hallelujah - Amen sag mal, liest du eigentlich dein Geschreibsel? Übersetzt aus dem Türkischen oder KI copy? Zitieren
Hausi122 Geschrieben 24. August Geschrieben 24. August vor 17 Stunden schrieb Frank Holly Lake: Der richtige Weg wäre gewesen, keinen Treibstoffablassen und den Cabin Bus anzulassen und sofort nach Halifax landen. Dann hätten die zumindest noch geschafft zur Bahn. du sprichst SR111 an. Es hätte so oder so nicht zur Bahn gereicht. Das aus wäre spätestens im 4-5 NM Final eingetroffen. ... Im optimalen Fall ,,, Hausi 3 Zitieren
FalconJockey Geschrieben 24. August Geschrieben 24. August vor 18 Stunden schrieb Frank Holly Lake: Zu den SOP Wer sagte denn, das die SOP stimmen müssen? Für eine unerfahren Copilot ist es in jedem Fall besser die zu befolgen. Vom Links vorne wird etwas mehr erwartet. Alle (professionellen) Piloten halten die SOP ein. Nur im Notfall wird davon abgewichen, oder wenn man sich als Crew gemeinsam dazu entscheidet, weil es in einer bestimmten Situation der sicherere Weg ist, diese zu bewältigen. 1 1 Zitieren
Stephan Geschrieben 24. August Geschrieben 24. August vor 3 Stunden schrieb Üelu: Hallelujah - Amen sag mal, liest du eigentlich dein Geschreibsel? Übersetzt aus dem Türkischen oder KI copy? So wie man ihn kennt Mister Copy and Paste 1 1 1 Zitieren
Niko Geschrieben 24. August Geschrieben 24. August (bearbeitet) vor 51 Minuten schrieb Stephan: So wie man ihn kennt Mister Copy and Paste Dann würde er aber nicht das Gegenteil zum Abschlussbericht behaupten . Bearbeitet 24. August von Niko 1 Zitieren
Niko Geschrieben 24. August Geschrieben 24. August vor 2 Stunden schrieb Hausi122: du sprichst SR111 an. Es hätte so oder so nicht zur Bahn gereicht. Das aus wäre spätestens im 4-5 NM Final eingetroffen. ... Im optimalen Fall ,,, Hausi und das steht sogar im Abschlussbericht so drin. Zitieren
Stephan Geschrieben 24. August Geschrieben 24. August vor 2 Stunden schrieb Niko: Dann würde er aber nicht das Gegenteil zum Abschlussbericht behaupten . Na ja halt von der falschen Seite kopiert 2 Zitieren
Pax707 Geschrieben 24. August Geschrieben 24. August @Stephan, @Üelu, ihr solltet mal Eure Antworten überlegen , bevor ihr Leute beleidigt! 1 Zitieren
Niko Geschrieben 25. August Geschrieben 25. August vor 11 Stunden schrieb Pax707: @Stephan, @Üelu, ihr solltet mal Eure Antworten überlegen , bevor ihr Leute beleidigt! Ja, es sollte auch in einem Forum ohne Bashing funktionieren. Trotzdem teile ich das Unverständnis über solche Beiträge. Für mich macht es einen deutlichen Unterschied, ob jemand unerfahren, aber luftfahrtinteressiert ist und Fragen stellt, oder ob jemand knallharte Behauptungen aufstellt, die schlicht nicht stimmen. Ich habe auf Franks Posting ebenfalls schon angefangen zu antworten und dafür sogar noch einmal den Abschlussbericht überflogen. Irgendwann habe ich dann gemerkt, wie sehr ich mich eigentlich über mich selbst ärgere und dass mir das gerade unnötig Zeit raubt – einfach, weil ich solche Aussagen nicht unwidersprochen stehen lassen möchte. Ich schätze dieses Forum wirklich sehr und bin schon seit Ewigkeiten dabei. Allerdings habe ich zunehmend den Eindruck, dass sich immer mehr erfahrene Aviatiker hier zurückziehen, weil es auf Dauer einfach zu viel Zeit und Energie kostet, solche Aussagen richtigzustellen. Und genau das finde ich schade. 1 8 Zitieren
swissglobaltraveller Geschrieben 25. August Geschrieben 25. August vor 12 Stunden schrieb Pax707: @Stephan, @Üelu, ihr solltet mal Eure Antworten überlegen , bevor ihr Leute beleidigt! Bestenfalls antwortet man gar nicht, sondern nutzt die Ignorier-Funktion. Ein kleiner Schritt, aber die Wirkung ist überraschend positiv. Zitieren
FalconJockey Geschrieben 25. August Geschrieben 25. August vor 4 Stunden schrieb Niko: Irgendwann habe ich dann gemerkt, wie sehr ich mich eigentlich über mich selbst ärgere und dass mir das gerade unnötig Zeit raubt – einfach, weil ich solche Aussagen nicht unwidersprochen stehen lassen möchte. Ich schätze dieses Forum wirklich sehr und bin schon seit Ewigkeiten dabei. Allerdings habe ich zunehmend den Eindruck, dass sich immer mehr erfahrene Aviatiker hier zurückziehen, weil es auf Dauer einfach zu viel Zeit und Energie kostet, solche Aussagen richtigzustellen. Und genau das finde ich schade. Im Gegensatz zu vielen anderen "politisch korrekten" Foren kann man bei uns jeden Beitrag mit einer für sich zutreffenden Reaktion quittieren, was für die Leser eine Einordnung solcher Beiträge erlaubt. Ich verstehe aber den Frust, ich finde mich auch immer wieder in einer solchen Situation. Also, liebe Kollegen vom Fach: Bleibt bitte hier, wir brauchen eure Expertise! 6 Zitieren
Dierk Geschrieben 25. August Geschrieben 25. August Am 23.8.2026 um 20:25 schrieb Maxrpm: Die Latenz ist nicht unbrauchbar. Sie dient nicht dazu nach einem Startabbruch festzustellen wie heiß die Bremse genau ist. Die Sensoren messen wann die Bremse wieder eingesetzt werden kann. Nach einem Startabbruch nahe v1 braucht das bis zu einer Stunde bis die maximal Temperatur für einer weiteren Start wieder erreicht ist. dafür sind die Sensoren leicht schnell genug. wolfgang Die Latenz ist, was diesen Unfall betrifft, unbrauchbar. Eine latenzfreie Messung hätte bereits während dem Startlauf einen Temperaturanstieg der Bremsen angezeigt. Tatsächlich fragt man sich, ob innerhalb der Latenz der 15 min nicht die Plugs längst geschmolzen und die Pneus drucklos geworden sind, d.h also bevor die Piloten überhaupt über den Temperaturzustand der Bremse informiert werden. 1 Zitieren
DaMane Geschrieben 27. August Geschrieben 27. August Am 15.8.2026 um 17:38 schrieb CFM: Ich sehe das nicht als Evakuierung. Fred Stimmt! Ich habe mich nur gewundert, warum sich ein Feuerwehrfahrzeug demonstrativ so mittig vor die Schnauze setzte, daß der Flieger nicht mehr weiterrollen kann...... Gruß Manfred Zitieren
DaMane Geschrieben 27. August Geschrieben 27. August Am 16.8.2026 um 13:50 schrieb Alexh: Nein, es gibt keine Pistenreferenzen dafür, es läuft ausschließlich über V1. Letztendlich ist es auch ein bisschen Erfahrung und Gespür, das einzuschätzen. Bei Zweifeln bricht man ab, oder gibt vollen Schub (TOGA). Gruß Alex Danke Alex, das sind bekannte Fakten. Es soll ja bereits an Lösungen gearbeitet werden, die eine Überwachung einer Sollbeschleunigung sicherstellen sollen. Aus Buschpilotenkreisen kenne ich noch die Faustregel, daß der Start sicherheitshalber abgebrochen werden soll, wenn man an der Halbbahnmarkierung noch nicht 70% der Abhebegeschwindigkeit erreicht hat (auf Buschstrips fehlen naturgemäß meist genauere Referenzen), Und flex-take-off wäre da sowas wie eine Gotteslästerung....... Beste Grüße Manfred Zitieren
DaMane Geschrieben 27. August Geschrieben 27. August Am 16.8.2026 um 15:00 schrieb CFM: Tja, wer bremst verliert. Fred Damit mußt Du dich ja auskennen. Oder hast Du das von Concorde-Piloten abgeschaut? Gruß Manfred Zitieren
Urs Wildermuth Geschrieben 27. August Geschrieben 27. August Manfred, was sollen diese persönlichen Angriffe wieder? Abgesehen davon so falsch ist das nicht. Abbrechen nach V1 führt meist zu schweren Unfällen. Siehe Spantax in Malaga und diverse weitere. 2 1 Zitieren
DaMane Geschrieben 28. August Geschrieben 28. August vor 4 Stunden schrieb Urs Wildermuth: Manfred, was sollen diese persönlichen Angriffe wieder? ............................. Wo siehst Du denn einen persönlichen Angriff schon wieder? Ich könnte mich jetzt durch deine Bemerkung persönlich angegriffen fühlen. Aber wozu? Fred weiß bestimmt, wie es von mir gemeint ist. Wenn er schreibt "Tja, wer bremst verliert." werte ich das in einem anderen Kontext. als Zeichen von Humor. ..... Aber keine Angst. Mein Bedürfnis, mich länger im FF aufzuhalten, legt sich ist schon wieder . . Ich habe nur reingeschaut um zu sehen, ob es interessanten Infos ihr über den VA-Accident in MUC gibt. Schönen Tag noch...... Zitieren
DaMane Geschrieben 30. August Geschrieben 30. August (bearbeitet) Am 24.8.2026 um 14:42 schrieb Hausi122: du sprichst SR111 an. Es hätte so oder so nicht zur Bahn gereicht. Das aus wäre spätestens im 4-5 NM Final eingetroffen. ... Im optimalen Fall ,,, Hausi Das weiß man aber auch immer erst hinterher. Aber die Wahrscheinlichkeit, daß es klappen könnte, war zwar ebenfalls unbekannt, aber jedenfalls größer Null... Die Konsequenz daraus herzuleiten, auch im scheinbar aussichtslosen Fall nicht jedes Mittel zu versuchen, macht die Überlebenswahrscheinlichkeit nicht besser..... Ich gebe zu, daß ich im Falle eines unkontrollierbaren Feuers im Flugzeug und Rauch im Cockpit wahrscheinlich soviel "Schiss" hätte, daß einzig und allein ein schnellster überlebbarer Bodenkontakt zum Evakuieren meine absolute Priorität hätte. Wenn es nicht funktioniert, dann ist es eben Schiksal....... SOPs hin oder her. Wenn man danach noch rüber diskutieren kann, war die Entscheidung richtig. Gruß Manfred Bearbeitet 30. August von DaMane Zitieren
DaMane Geschrieben 30. August Geschrieben 30. August (bearbeitet) Am 24.8.2026 um 15:32 schrieb FalconJockey: Alle (professionellen) Piloten halten die SOP ein. Nur im Notfall wird davon abgewichen, oder wenn man sich als Crew gemeinsam dazu entscheidet, weil es in einer bestimmten Situation der sicherere Weg ist, diese zu bewältigen. Und nur über Notfälle reden wir doch hier, oder nicht? Was ist "professionell" daran, Non-Standart-Situations mit der Anwendung von SOPs überleben zu wollen, für die sie gar nicht gedacht sind? Wenn ich mir als Nicht-Airliner erlaube, hier mitreden so wollen, dann nur mit dem bescheidenen Hinweis darauf, daß SOPs für alle erdenklichen Standardsituationen entwickelt wurden, was aber automatisch impliziert, daß sie ausserhalb der Standards am Ende, und damit ggf. auch gefährlich sind. Aber Piloten, die ohne SOPs ihren Flieger gar nicht mehr n die Luft bekommen, sind dann ebenfalls am Ende mit ihren Skills . Da käme es dann halt dann eigenes Urteilsvermögen an, das ich - ich wiederhole mich - für die erstrebenswerteste Fähigkeit halte, was auch im Flugzeug nicht schaden kann. Vielleicht sollte es in den Ausbildungskatalog für Piloten übernommen werden, unverbindlich eigene Lösungsvorschläge für zufällig generierte aussergewögnliche Notsituationen zu entwickeln. Einfach, um Kreativität und das Mindset zu trainieren? Gruß Manfred Bearbeitet 30. August von DaMane Zitieren
Pax707 Geschrieben 30. August Geschrieben 30. August (bearbeitet) Vor 4 Monaten gab es anscheinend beim taxiing in Auckland schon mal einen Vorfall mit den bremsen bei einer 787 Video dazu 787 Bremsblockade Bearbeitet 30. August von Pax707 Zitieren
IFixPlanes Geschrieben 30. August Geschrieben 30. August vor 1 Stunde schrieb Pax707: Vor 4 Monaten gab es anscheinend beim taxiing in Auckland schon mal einen Vorfall mit den bremsen bei einer 787 Video dazu 787 Bremsblockade Es passieren dauernd irgendwelche Vorfälle an allen möglichen Flugzeugtypen, aber nicht alles wird gefilmt oder darüber berichtet. 2 Zitieren
HuPa Geschrieben 1. September Geschrieben 1. September Am 23.8.2026 um 21:21 schrieb Frank Holly Lake: Es hat schon heftig gebrannt und die starken Lüfter haben die Feuerpartikel / Rauch über den Queen May Ducts in die Luftfilter gezogen, welche halbwegs Feuerfest waren. Mit Cabinbus Off wurde auch die Stromzufuhr abgestellt für genau diese Lüfter. Damit kehrte sich der Luftstrom um, Feuerpartikel gingen sofort in die Cockpitdecke und wenige Sekunden später brannten die ersten Kabelbäume in der Cockpitdecke. Der richtige Weg wäre gewesen, keinen Treibstoffablassen und den Cabin Bus anzulassen und sofort nach Halifax landen. Dann hätten die zumindest noch geschafft zur Bahn. Falls Du SR 111 meinst, so ist jener Punkt Deiner Aussage, dass sie es bei der von Dir vorgeschlagenen Vorgehensweise noch "zur Bahn geschafft" hätten, totaler Unsinn. Die offizielle Unfallermittlung hat nämlich genau das Gegenteil festgestellt. SR 111 war leider unrettbar verloren. So oder so. Leider. LG Patrick 1 Zitieren
Roy Geschrieben 12. September Geschrieben 12. September (bearbeitet) Ich habe mal aus purer Neugierde die KI um eine Berechnung gebeten mit möglichtst allen ungefähren Werten des Vorfalls. Wenn man ja nicht mehr beschleunigt, ist dieser Faktor in der V1 Formel falsch und somit V1. Die Crew brauchte ja ein Momentchen um das Geschehen zu beurteilen. Wenn man sich nicht sofort bewusst ist das V1 nicht mehr stimmt, wird sicher aus dem sich in Richtung Pistenende bewegen und nicht mehr beschleunigen so ein Gefühl entwickeln. Im Angesicht dessen, dass über 100kt nicht mehr wegen jedem klappern abbricht. Naja, aber wie hätte es rechnerisch ausgesehen? KI erstellt (Ich wusste nicht wie FLEX bei Boeing benannt ist): ================================================================================ FLUGDATEN & PARAMETER (FLUG VN34 – 15. AUGUST 2026) ================================================================================ * Flugzeugtyp: Boeing 787-9 (Registrierung VN-A867) * Startgewicht (TOW): ca. 240.857 kg (Max: 247.207 kg) – Fast vollbeladen * Piste: München 26L (Länge: 4.000 Meter / 13.123 Fuß) * Wetter: Gute Sicht, leichter/variabler Wind ================================================================================ 1. SCHUBMETHODE: DER BEGRIFF BEI BOEING Bei Boeing wird das Verfahren zur Reduzierung des Startschubs (zur Schonung der Triebwerke) als "ATM" (Assumed Temperature Method) bezeichnet – das Äquivalent zum Airbus-Begriff "FLEX". Ergänzend wird "Derated Thrust" genutzt. Für diesen schweren Langstreckenflug nach Hanoi war rechnerisch ein reduzierter ATM-Schub programmiert. 2. CHRONOLOGIE & GESCHWINDIGKEITSMESSUNG (IST-WERTE) * Erste Hälfte der Piste: Normaler Rollbefeuerungslauf mit ATM-Schub. * Stagnation 1 (Mitte der Piste): Auf etwa halber Strecke (ca. 2.000 m) stoppte die Beschleunigung für exakt 2 Sekunden. Ursache waren laut Spuren blockierende Bremsen bzw. eine Bremsfehlfunktion. Die Geschwindigkeit fror in diesem Moment bei geschätzten 120 bis 130 Knoten (Groundspeed) ein. * Erneute Beschleunigung: Nach den 2 Sekunden nahmen die Triebwerke die Maschine weiter mit, sie erreichte die ursprünglich berechnete Entscheidungsgeschwindigkeit. * Stagnation 2 (Nach V1): Nach dem Erreichen von V1 fiel die Beschleunigung erneut massiv ab, da die Bremsen (insb. rechtes Hauptfahrwerk) wieder griffen. Die Boden-Geschwindigkeit knapp vor dem Pistenende lag laut ADS-B-Daten bei nur rund 170 Knoten. 3. DIE URSPRÜNGLICHE V1 (PLANUNG) Bei einem Abfluggewicht von rund 240 Tonnen auf einer 4.000 Meter langen Piste unter Standardbedingungen lag die rechnerische, im FMC eingetragene V1 (Go/No-Go) erfahrungsgemäß im Bereich von: --> V1 (geplant): ca. 145 - 152 Knoten --> VR (Rotation): ca. 155 - 160 Knoten 4. WARUM DIE V1 NACH DEM UNTERBRUCH NICHT MEHR STIMMTE V1 basiert auf der strikten Annahme einer kontinuierlichen Beschleunigung. Durch den 2-sekündigen Totalverlust der Beschleunigung zur Pistennmitte ging wertvolle Strecke (ca. 130–140 Meter reine Rollstrecke ohne Geschwindigkeitsgewinn) verloren. Dadurch reichte die verbleibende Asphaltlänge mathematisch nicht mehr aus, um: a) Sicher bis V2 abzheben ODER b) Innerhalb der verbleibenden Piste komplett zu bremsen (Accelerate-Stop). Die "reale" V1 sank dadurch drastisch ab. Als die Crew die berechnete V1 erreichte, befand sich das Flugzeug physisch bereits viel zu weit hinten auf der Piste. 5. WO HÄTTE EINE NEUE V1 LIEGEN MÜSSEN? Hätte der FMC-Computer den 2-Sekunden-Aussetzer in Echtzeit einberechnen können, hätte sich das "Balanced Field"-Konzept komplett verschoben: * Um noch sicher stoppen zu können, hätte die V1 auf ca. 115 - 125 Knoten herabgesetzt werden müssen. * Da die Maschine bei der zweiten Stagnation (nach der alten V1) bereits das Pistenende vor sich sah, gab es keine sichere Bremsoption mehr. Ein Startabbruch bei über 150 Knoten auf den letzten 500 Metern hätte zu einem katastrophalen Overrun im Graben geführt. 6. REAKTION DER CREW & PHYSIKALISCHER AUSGANG Da ein Stoppen unmöglich war, zog der Kapitän die Triebwerke auf "Maximum Thrust" (TO/GA – Übersteuerung des ATM/FLEX) und rotierte erzwungen ca. 91 Meter (300 Fuß) vor dem Pistenende. Durch das hohe Gewicht und die fehlende aerodynamische Fahrt führte das extreme Hochziehen zu: * Einem Tailstrike (Heckaufschlag auf dem Asphalt) * Einem Überrollen des Pistenendes ins Gras (Abheben erst ca. 120 Meter dahinter) * Der Zerstörung von Teilen der Startbahnbefeuerung und dem Platzen von 4 Reifen. ================================================================================ Die Motivation dazu kam mir wegen Teils heftiger Kritik, dass nicht beim ersten Einbruch vor V1 abgebrochen wurde. Bearbeitet 12. September von Roy Kommentar angefügt Zitieren
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